Gedämmtes Fachwerk: Innenwandbegradigung mit Rigips-Platten sinnvoll?

22.08.2010



Hallo zusammen,

habe mir ein sanierungsbedürftiges Fachwerkhaus BJ 1905 gekauft. Von aussen betrachtet ist inzwischen alles schick (Dachstuhl, Fenster, Türen neu, 16 cm Steinwoll-WDVS).

Im inneren sieht es leider noch nicht so gut aus, viele Wände sind schief und krumm, vor allem im EG gibt es viele schadhafte Stellen im Putz. Nass Verputzen möchte ich eigentlich nicht, weil ich die enormen Wassermengen ungern im Bereich des Holzes haben möchte.

Die meisten Stuckateure machen nun den Vorschlag, innen einfach Rigips mit Ansetzbinder auf die alten Wände zu setzen, um damit gerade Wände zu bekommen.

In Foren kann ich nun häufig lesen, dass sowas bei Fachwerk nicht unbedingt erste Wahl sein soll (Kondensatausfall, etc.).

Betrifft das generell nur Fachwerk ohne weitere Dämmung (wo also auch die Außenwände entsprechend kalt werden) oder auch gedämmte Fassaden?

Konkret: bestünde prinzipiell bei mir das Problem auch? 16 cm Steinwolle treffen auf 14 bis 16 cm Fachwerk, ausgefacht teilweise mit Schlackesteinen (alte Originalbereiche), teilweise mit Bims (Modernisierung in den 60ern). Im inneren bestehen noch teilweise alte Putzschichten (Kalkputz, wenige Wände mit Gipsputz).

Falls meinem Vorhaben erstmal nichts entgegenstehen sollte, gibt es Tipps zur Verarbeitung der Platten? Ich hatte vor, jede Platte umlaufend mit Ansetzbinder zu versehen, damit es zu keinem Lufttransport kommt. Oder wäre das genau kontraproduktiv?

Vielen Dank für eure Hinweise, Tipps, usw.!

Gruß
Alex



Macht



mal, wie geplant. Zügig den GK anbappen, alles schön herrichten und den Hausschwammkandidaten schnellstmöglich verkaufen.
MfG
dasMaurer





>>>“In Foren kann ich nun häufig lesen, dass so was bei Fachwerk nicht unbedingt erste Wahl sein soll (Kondensatausfall, etc.).”<<<

Hallo Alex,

Durchstöbern Sie mal weiter die Foren, dann werden Sie feststellen, das Ihr Plan nicht nur nicht erste Wahl ist, sondern sich diese Vorgehensweise verbietet.
Nicht nur bei Fachwerkhäusern übrigens.

Mit dem Mineralwoll WDVS muten Sie Ihrem Fachwerkhaus ja bereits einiges zu.


Grüße aus Schönebeck





Ja aber wenn doch alles krumm und schief ist ...?
:-)



Gerade Wände



Wenn doch alles schief und krumm ist.....
Was soll denn alles gemacht werden?
Was passiert mit der Elektrik, mit dem Wasser, etc.?
Falls das klar ist, die Wände kann man "gerade" verputzen. Ich habe es mit Schnellputzleisten gemacht, gerade gezogen, anziehen lassen, Leiste wieder raus, beigeputzt, abgeschwammt, gut war`s.
Die Frage ist auch: wie "gerade" sollen die Wände sein?
Neubauniveau, dann kein altes Haus kaufen. Alte Häuser leben vom Charme des Lebens. Anmerkung - bin kein Fachmann, alles selbst angeeignet, mal mit den Lehmgurus aus dem Forum telefoniert oder auch mal ne Vorort Beratung in Anspruch genommen, dafür sind sie auch da.
Grüße aus Unterfranken



Durch die 16 cm Dämmung...



...haben Sie schon einen sehr hohen und unnützen Preis bezahlt.
Fragen Sie mal einen echten Schimmelexperten, der täglich, wöchentlich dagegen ankämpft wo die meisten Probleme in Verbindung mit Schimmel zu finden sind:
Gipsputze und Rigipsplatten!
Kalkputz + Strahlungsheizung haben was gegen Schimmel!



Gerade Wände



Hallo Alex,
ich finde es schade, dass die meisten Stuckateure Ihnen Rigipsplatten empfehlen, die saubere, elegante, trockene Art zu verpfuschen. Wenn doch im Inneren noch teilweise alten Kalkputz vorhanden ist, wieso nicht wieder mit solchem Arbeiten?

Bitte machen Sie nicht den Fehler, und wie schon erwähnt von Mitgliedern, und pappen alles mit GK-Platten zu die mussten schon so oft wieder entfernt werden. Gerade Wände? Gibt es eine Gerade in der Natur?

Mit freundlichenen Grüßen.

Veronika Klepac



Tja, Veronika,



Das problem ist hier wohl hauptsächlich das WDVS auf Mineralwollbasis. Entweder abreissen, den teuren Krempel, oder schnellstmöglich verkaufen. Und dann ist ein schöner gerader Innenausbau natürlich förderlich.
MfG
dasMaurer