Wandaufbau

24.04.2005



Hallo Ihr Lieben,
es gehr mal wieder um den Wandaufbau. Auch wir haben uns von dem Charme eines 100jährigen Fachwerkhauses einwickeln lassen. Voller Enthusiasmus haben wir die ca 10 Schichten Tapeten entfernt. Dabei hat sich der Spruch "nur die Tapete hält die Wand" leider bewahrheitet, uns kamen in sämtlichen Räumen - immerhin 11 Stück- die Lehmwände entgegen. Teils sehr bröckelig, teils schimmlig und feucht da unsere Vorbesitzer die Außenwänder mit Folien und beschichtetem Styropor gedämmt haben. Jetrzt haben wir nur noch die nackten Steinwände und die haltenden Holzbalken. Wir müßen also die Wände wieder neu aufbauen. Nachdem wir aber hier im Forum so einiges gelesen haben, sind wir aber sehr unsicher geworden, denn wir wollten auch die extrem ungleichmäßigen Wände ( zum Teil stehen Ziegelsteine fast 10 cm heraus) mit einer Unterlattung ausgleichen und mit Dämmwolle und Gipskartom wieder schließen. Was ist denn nun besser geeignet, damit nicht auch noch der Rest der Wände munter weggammelt. Bitte gebt mir schnell Tipps, denn wir haben mit der Unterlattung bereits angefangen.

Liebe Grüße

Andrea Felske



Wände und Tapete



hallo,
um es kurz und schnell zu machen: Das Styropor und die Plastikfolie muss weg. Da hilft auch keine Lattung + Mineralwolle und GKP.
Wo stehen diesen 10 cm Steine? an der Aussenwand innen oder an der Innenwand? Wenn sie an der Aussenwand sind, sind es eine hervorragende Kältebrücke. Wie sind diese 10 cm bis jetzt ausgeglichen worden. Ihre Beschreibung ist etwas ungenau.
m.f.g.
J.E.Hamesse



Wandaufbau



Die Antwort kam ja super schnell.
Das Styropor usw. ist bereits alles ab, leider auch der gesammte Lehm. Sowohl an den Außen- als auch an den Innenwänden stehen vereinzelt Steine so weit in den Raum.
Die Wände waren mit einer sehr unterschiedlich dicken Lehmschicht verkleidet, die wir auch komplett entfernt haben,da sie nur noch an sehr wenigen Stellen fest saß.
Auf dem Lehm waren Tapeten und darüber größtenteils Holzverkleidungen. Wie gesagt, es ist alles entfernt und nur noch die nackte Steinwand da.
Wie sollten wir jetzt weiterverfahren?
Mit der Bitte um Anregungen

Andrea



aus



ihren antworten wird man nicht so recht schlau: sind es nun fachwerkwände mit ziegelausfachungen oder massivziegelwände?



Hllo,



eine Unterkonstruktion Dämmwolle und Gipskarton ist bauphysikalisch bei einer Innendämmung der falsche Aufbau. Hier ist ein kraftschlüssiger Aufbau mit einer putzzfähigen Dämmplatte besser geeignet. HIer kann auch der alte Lehm als Ausgleichsschicht verweendet werden. Als Dämmplatte kann Schilfrohr oder Weichholzfaser eingesetzt werden. Vieel Grüße Gerd Meurer





Liebe Frau Ingenkamp,
es sind Fachwerkwände mit Steinausfachung.
Dazu habe ich auch gleich noch eine Frage. Die Steine in den Ausfachungen sind zum Teil sehr locker und fallen heraus. Kann man sie einfach mit Mörtel wieder befestigen?
Die alten Fugen waren wohl aus irgendetwas mit Sand oder Kalk befestigt, jedenfalls rieselt es da mächtig heraus.

Andrea Felske



Möglicher Wandaufbau



Hallo,
wir haben bei unserem Fachwerkhaus, wird ebenfalls gerade saniert, eigentlich die gleichen Probleme.
Das Fachwerk, mit Lehmausfachung, ist ca 14-16 cm stark und reichlich schief. Daher haben wir an den Aussenwänden von innen eine gerade Holzständerwand von 10 cm vorgebaut, auf diese Holzkonstruktion kommt jetzt eine 3-4cm magnesitgebunde Holzwollplatte (Heraklith), der Zwischenraum, zw. der Platte und der bestehenden Fachwerkwand wird mit einem "trocken" Gemisch aus 20% Lehm und 80% Holzhackschnitzel gefüllt und gestampft. Auf die "Heraklith" Platte kommt dann noch ein Kalkputz und fertig ist die Wand, die das Fachwerk hoffentlich nicht "faulen" lässt. Der Wandaufbau in dieser Form wurde mir von einem Restaurator in meinem Bekanntenkeis empfohlen, da dies für den langfristigen Erhalt des Fachwerkes am besten sei. Ich bin natürlich für weitere fachliche Infos immer dankbar.



wandaufbau



nur eine kurze Bemerkung:
Lehm ist eigentlich das Beste was für eine Holzfachwerkwand passieren kann. Lehm nimmt etwas mehr Feuchtikkeit auf wie Holz, ist damit einen "Feuchteentzieher". allerdings aufpassen dass der Lehm nicht von Innen gesperrt wird, weil er dann die Feuchtigkeit nicht mehr im Raum abgeben kann. Lehm ist einen kostenlosen Klimaregulator.
Gruß
J.E.Hamesse





Hallo,
grundsätzlich ist Lehm der einzige Baustoff, der langfristig das Fachwerk schützen kann. Aber - der Lehm muss nach innen und außen "atmen" können!!
Wir haben das Problem des Wandaufbaus an unserem Fachwerkhaus so gelöst: Leichtlehmziegel zwischen die Gefache (- also Ziegelsteine raus!)und außen Lehmputz + Kalkputz.
Innen Lattung mit ca. 10-15 cm Abstand zur Außenwand, auf die Holzlatten mit Lehm eingeschlämmte Schilfrohrmatten, dazwischen Holzleichtlehm (es geht aber auch Hanfleichtlehm!)und am Schluß Lehmputz.
Ist zwar viel Arbeit, lohnt aber, da nicht nur gute Wärmedämmung sondern auch prima Wohnklima.
Für weitere Fragen einfach anmailen!
Gruß
Dr. Richard Lehner