Und mal wieder, Massivholzdielen und ihre Befestigung




Guten Abend,

ich bin zur Zeit dabei an meiner Holzbalkendecke (EG-OG) die Betonschlacke zu entfernen und den Fehlboden zu erneuern. Da die Balken relativ schief sind habe ich vor die Seiten der Balken mit 4cm Dielen "aufzudoppeln" und damit den Boden zu nivellieren.

Wegen der geringen Aufbauhöhe hatte ich dann vor:

- 2 Lagen OSB , einmal 18mm und einmal 15mm schwimmend aufzubringen
- die 2 Lagen miteinander zu verleimern und zu verschrauben
- Massivholzdielen auf den OSB Platten zu verschrauben

Ich bin mir aber unschlüssig ob schwimmend die beste Wahl ist oder ob ein Verschrauben auf den Balken besser wäre bzw. ob der gewählte Aufbau überhaupt Sinn macht. Hierzu muss man wissen das dann in diesen Raum ein 7-jähriger Junge einziehen wird, der es auch mal "krachen" lässt.

Der Balkenabstand beträgt 60cm. Der Einschub bestand aus Betonschlacke und wird durch eine andere, schwere Schüttung ersetzt. Dieser Raum hat ca. 16qm.

Über Tips würde ich mich freuen ;-)

VG



Was genau...



versprechen Sie sich von den vielen OSB-Platten? Die können Sie komplett weglassen.

Legen Sie einfach eine 28er Diele raumlang, und fertig ist...

Grüße

Thomas



Verlegerichtung passt so nicht



Das wird so bei mir nicht gehen. Die Längsfugen der Dielen sollen parallel zu den Balken laufen. Ich kann die Dielen also nicht über die Balken legen.

Über den Preis von raumlangen Eichedielen (hatte ich nicht erwähnt) mag ich nicht nachdenken. Alles was ich da gefunden habe Lage weit über 100€/qm. Das liegt leider nicht im Budget.

Maximale Aufbauhöhe ist nur 6cm an der niedrigsten Stelle.

Viele Grüße aus Maintal
Michael



Warum denn längs?



Die bewährte und stabile historische Lösung ist die Querverlegung.

Letzlich, auch 2x OSB kostet Geld und Zeit. Schlägt man das auf den Dielenpreis auf, wird deren möglicher Preis höher. Möglicherweise muss es auch keine Eiche sein? Ein Kinderzimmer ist ja (theoretisch :-) kein Schlachtfeld. Meine beiden Söhne sind (nahezu nacheinander) auf einem Fichtenboden aufgewachsen. Der Boden existiert noch. Im Nadelholzbereich gibt es gute und preiswerte raumlange Dielen.

Aufbauhöhe dann exakt 28mm.

Grüße

Thomas



Du magst ja recht haben, aber



meine Gattin hat bzgl. des Bodens ganz genaue Vorstellungen. Dazu gehört auch die Art des Holzes und die Laufrichtung der Dielen.

Es ist ja auch nicht so das wir ein historisches Gemäuer bewohnen. Es ist nur ein Reihenmittelhaus aus den 1958er Jahren, welches in damaliger Zeit schnell und unter Nutzung weniger Ressourcen gebaut wurde. Das sieht man leider an vielen Ecken und Kanten. Da wir auch die Grundrisse der Räume geändert haben, wäre die Verlegerichtung parallel zu Balken auch tatsächlich optisch ansprechender.



Tja,



dann baut die Gattin optisch ansprechend und technisch fragwürdig. Ein Fußboden ist nun 'mal keine Handtasche. Aber: Da ist sie in guter Gesellschaft, da das materialgerechte Bauen auch Architekten ein Fremdwort zu werden scheint.

Nur deswegen 33mm stark klebergebundene OSB in's Haus zu holen finde ich jedenfalls falsch. Zudem: OSB - Stöße knarren auch 'mal gerne, selbst verklebt.

Grüße

Thomas



Bezugsquelle Massivholzdielen Eiche



Diesen Hersteller mit Direktvertrieb kann ich nur empfehlen:

http://www.holz-lautenschlaeger.de/

Die von Dir genannten m² Preise sollten dort auch unterboten werden, einfach mal anfragen, sind sehr nette & kompetente Leute!

Grüße



Menno ;)



So wirklich schlauer bin ich dann doch wieder nicht. Mir ist schon klar das die Variante quer zum Balken die technisch perfekteste Lösung ist, aber ist denn die Variante mit der OSB Platte nun verkehrt oder einfach nur nicht die "althergebrachte" Variante. Und ist die Variante mit der schwimmenden OSB Platte besser als die aufgeschraubte Variante.

Bei Holz-Lautenschläger kann ich mal einen Preis einholen. Die fertigen aber nur bis 21mm Dicke.



Die OSB - Variante...



...ist aufwändiger und nutzt nicht die Lastverteilung einer querliegenden Diele. Einfachere Lösungen sind meist auch die fehlerunanfälligeren. Klar kann man das so machen, der Gestaltungswille der Gattin sollte aber nicht höher bewertet werden als das technisch Sinnvolle.

Schwimmend würde ich die OSB-Platten nicht verlegen. Wenn die darauf geschraubten Dielen mal in einem feuchtwarmen August etwas mehr quellen, macht die Fläche am Ende gar einen Katzenbuckel... Die Trittschalldämmung im EFH wird eh überschätzt. Zumal Kinder eher still und friedlich auf kleinen Bildschirmen herumwischen, statt stundenlang vom Hochbett zu springen. Bringt Masse zwischen die Balken, das reicht bei normalen Ansprüchen völlig aus.

Viel Erfolg

Thomas



Danke Thomas, für Deine Geduld,



aber bis der Junge still über den Bildschirm wischt vergehen noch ein paar Jahre :-D Im Moment gibt es gehörige Schläge im Zimmer nebenan, das hat massive Decken, weil das Zimmer im Reihenendhaus liegt. Wenn ich daran denke, das das gleiche im sanierten Zimmer, mit der Holzbalkendecke, passiert wird mir sehr mulmig :-)

Masse kommt auf jeden Fall zwischen die Balken, bei der Art bin ich noch unentschieden. Gibt ja genügend Auswahl.

Wenn Du die schwimmende Variante ablehnst, wie macht man das dann bei Lagerhölzern, die "schwimmen" in der Regel doch auch und werden nicht verschraubt ...

Auch dachte ich, so lang der OSB Aufbau dicker als die Diele ist, gibt es keine Verwerfungen oder wie Du sagtest, "Katzenbuckel". Grundsätzlich habe ich auch keine Probleme damit, die OSB Platten auf dem Untergrund zu verschrauben.



Im schlimmsten Falle...



...könnten auch bei untergeschraubten Kanthölzern Spannungen entstehen. Diese freilich mit vorzugsweise 6 oder 8, bei viel Platz auch 10cm hohen Kanthölzer haben eine ganz andere Streifigkeit. Auch sitzen die Schrauben darin besser und die Schraublänge ist auch größer. Du hast nur 33mm! Aus der OSB-Platte ziehen sich die Schrauben leichter, und das ist auch nach dem Rücktrocknen irreversibel - also "schaukeln" die Dielen, an der Schraube hängend auf der OSB. Es reichen wenige zehntel mm Spiel, und das Knarren kann beginnen...

Eventuelle Verwerfungen haben weniger mit der unterschiedlichen Dicke von Basis und Überbau zu tun, vielmehr mit unterschiedlichem Feuchtewechsel und Schwindmaß.



Eine Probeverlegung



hat ergeben das Verlegung über die Balken total beknackt aussieht. Die Verlegung parallel zum Balken verläuft auch mit dem Licht. Ich denke das die Balken einfach nicht dafür geplant waren eine Massivholzboden aufzunehmen. Es war ja Gussasphalt drauf, gefühlt in einer Berg und Tal Variante, was uns veranlasst hat den Boden zu entfernen.

Wie wäre denn eine Variante mit 4cm KVH über die Balken, diese verschraubt mit den Balken bzw. den Anlaschungen an den Balken und dann dort die Massivholzdielen drauf geschraubt? Wäre diese Variante techn. korrekt?

Die Holzart ist noch nicht festgelegt. Kiefer/Fichte ist ja unschlagbar günstig.

Viele Grüße aus Maintal