Tragender Balken verfault- was tun?

23.04.2014 Ruppert



Hallo,
wir haben uns ein Fachwerkhaus gekauft. Beim rausreisen des alten PVC-Bodens ist uns aufgefallen, dass der Boden an den Außenwänden komplett verschimmelt ist. Schnell haben wir rausgefunden woher das Wasser kommt. Es zieht vom Keller hoch, was nicht weiter das Problem ist, das bekommt man in den Griff. Was uns jedoch Sorgen macht ist, dass der komplette Außenbalken zwischen Keller und darüber liegendem Zimmer verfault ist, man kann ihn schon ohne Druck eindrücken.
Wie tauschen wir ihn aus? Er geht über die komplette breite des Hauses und meines Wissens lastet das Haus darauf.
Wir sind dankbar über jede Antwort, die uns weiterhilft.
Beste Grüße aus dem Odenwald



Bild



hier ist ein Teilbild des Balkens im Esszimmer.



Für einen Zimmerer



mit Altbauerfahrung ist das ein Routineeingriff. Die Wand muss abgestützt werden. Entweder über die Rähme ( alles was drunter ist, muss dann mit Gurten hochgeschnallt werden)oder über die Riegel.
Alte Schwelle raussägen, darunter Platz machen, zum reinmanövrieren der neuen Schwelle. Schwellen brauchen nur kurze Zapfen ( 3-4 cm) und keine Holznägel. Eine Zapfenverbindung ist der Verbindung mit Blechwinkeln vorzuziehen. Schwelle hochkeilen, untermauern.
Bei dieser Aufgabenstellung stellt sich oft heraus, dass die unteren Enden der Stiele ( in Süddeutschland werden die auch Pfosten genannt) oft angerottet sind.
Also: Nicht wundern, wenn das auch noch ansteht.
Bei der Gelegenheit könnte, falls nötig auch noch das Fundament repariert werden. (Wenn die ganze Wand sowieso schon in der Luft hängt)
Falls das ansteht: Fundament um ca. 2 cm hinter die Schwelle zurückspringen lassen. Unter die Schwelle eine Sperrpappe/Folie, diese aber so positionieren, dass von vorne kein Wasser zwischen Folie/Pappe und Schwelle reinkriechen kann.
Bei Schwellensanierung würde ich immer Eiche nehmen.
Ralph Schneidewind



Schwellensanierung



Sie sollten die Grundschwelle komplett Freilegen und begutachten. Eine schadhafte Stelle ist meistens nur symptomatisch für weitere Schäden. Das betrifft auch neuralgische Punkte wie z. B. die Riegel unter den Fensterbänken (Vermorschung aus eingedrungenem Regenwasser) oder alle hölzernen Fussbodenkonstruktionen direkt über Erdreich, aber auch über Kellergewölben.

Grundsätzlich sollten Sie die gesamte Fachwerkkonstruktion auf Schäden untersuchen (lassen), bevor Sie sich Gedanken über Details des Innenausbaus machen.

Wenn die Grundschwelle ausgewechselt wird -und hier ist nur Eiche zugelassen- sollten sie auch ein ordentliches Sockelfundament unterbauen, das die Schwelle 30-50cm aus der Spritzwasserzone hebt. Die Fußenden der Wandstiele werden Sie wahrscheinlich sowieso kürzer schneiden müssen, weil auch sie verrottet sein werden.

Sinnvoll ist, die Bestandsaufnahme mit einem Gutacher (Architekten/Bauingenieur) durchzuführen. Das kostet ein Honorar und ist meistens vom Ergebnis nicht unbedingt erfreulich; Aber Sie wissen dann, wie´s um Ihr Haus bestellt ist und welche Sanierungsstrategie sie wählen sollen, damit sich der Aufwand und Ihre Investitionen auch langfrsitig lohnen.