Tragende Wand oder doch nicht?

10.10.2019 real-konsti

Tragende Wand oder doch nicht?

wir renovieren gerade unser Wohnzimmer im Erdgeschoss unseres Fachwerkhauses. Baujahr um 1900 rum.
Wie auf den Bildern zu sehen durchlauft in dem Wohnzimmer ein sehr sehr dicker Balken. Im Abstand von 20 cm lauft eine Bimsstein Wand in dieser eine Tür eingelassen ist..
Die Wand ist ca. 10 cm dick und besitzt nur Holz über der Tür wie man sehen kann. Die Wand besteht aus Bimsstein, wobei von der Decke aus ca. 15cm dick scheint es Beton oder ein anderes Material zu sein.
Die Bodendielen laufen unter den Fließen hindurch.
Bevor ich mich bei einem Architekten wegen dieser Frage lächerlich mache , möchte ich mich erste einmal hier im Forum erkundigen ob mir jemand sagen kann ob es sich evtl. um eine tragende Wand handelt.



weitere Bilder


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hir sind Bilder von der Nähe aus



soweit ich die 10 lagige Tapete abgenommen habe ,


soweit ich die 10 lagige Tapete abgenommen habe ,

sehe ich kein Holzständerwerk,
Nur ein Holzbalken über dem Türsturz vertikal.
Oben an der Decke verläuft, getrennt durch den horizintalen 10x10cm Holzbalken über dem Türsturz, kein Bimsstein sondern ...?!? Beton oder irgendetwas ähnliches



Moin,



Lächerlich ist es glauben jemand könnte anhand eines Bildes einer Wand auf deren Konstruktion schließen geht's noch?



ich möchte keine fachmännische Beratung


ich möchte keine fachmännische Beratung

mir geht es um selbst etwas bei der Restaurierung zu lernen. Ich weiß das es in alten Fachwerkhäusern meistens alle Wände mittlerweile tragende Eigenschaften haben. In unserem Fall geht es mir nur darum zu verstehen warum in diese Wand nicht in einem Holzständerwerk eingearbeitet wurde., denn sehr gerne hätte ich darin das Fachwerk wieder freigelegt

Ich muss dazu sagen das die Wand ja nur 8-10 cm dick ist und wie auf dem anderen Bild zu sehen 40 cm daneben mittig vom Raum ein fetter 40 x 30 cm Balken durch den Raum geht.

Wie auf dem Bild nochmal vergrößert, geht es mir um eine Hilfestellung aus was dieser gemauerter Beton/Zement was weiß ich ich bestehen könnte.



Ich würde wetten...



...dass der sichtbare, scheinbar sehr dicke Balken eine Verkleidung eines wesentlich geringer dimensionierten Balkens ist. Was sagt der Klopftest?

Und eine (nur) 10 cm. dicke Wand (= maximal 8 cm Stein + 1 cm Putz auf jeder Seite) ist mit einem breiten Türdurchgang und einer Durchreiche schwerlich statisch relevant. Ich tippe auf eine nachträgliche Trennung bzw. Neuaufteilung des gesamten Raumes.

WENN die Mauer "zufällig" auf einem Balken steht und oberseitig an einem Balken endet, finden sich beim Abbruch der Wand dann seltsame Löcher im Bodenbalken und Deckenbalken. Dort standen dann früher Stützen, der eher unfachmännisch durch die Wand ersetzt wurden (Motto: "Das müsste jetzt halten"). In diesem Fall hätten die undurchbrochenen Mauerteile eine gewisse Wirkung als Stützen und Stützen müssten dort wieder hin (ein fähiger Zimmermann kann dort ein paar schöne Balken und Verbindungen kraftschlüssig einpassen).

Orakeln hilft aber nicht, bei statischen Fragestellungen muss ein Fachmann vor Ort. Sie können als Laie bestenfalls Voruntersuchungen vornehmen, um dann genauere Fragen stellen zu können.



vermutlich der Schwiegervater



da hat vermutlich der Schwiegervater, der einen Maurer im Fußballverein kannte, die Wand abgeteilt.

Da sollte wohl eine Küche in den 50er oder 60 er Jahren entstehen und man dachte sich - da läuft doch ein Unterzug - da machen wir die Wand hin. Nun das war dem Hausherrn dann doch eine zu große Küche und die Durchreiche belegt - wir essen in Esszimmer!

So wurde die Wand aus Bims hochgemauert und die Lücke für die Durchreiche gelassen. Als Sturz hat man ein Kantholz über der Tür eingesetzt und über der Durchreiche das, was man so hatte - Kantholz oder Betonstürzchen.
Da der Unterzug schon ziemlich durchgebogen war dachte sich der Maurer: diese Bimssteinwand kann keine punktuelle Last aufnehmen und damit das Ganze stabiler wird, machen wir an Stelle der letzten 1,5 Steine einfach eine Schalung und hauen da Beton rein. Das spart auch das Durchsägen von Bimsstein.

Das hat dann auch den Bauherrn überzeugt und er hat zugestimmt.

Nimmt man nun die Wand raus, kann alles Mögliche passieren - bis hin zur weiteren Durchbiegung des Unterzuges, da eventuell die Holz-Würmer kräftig weiter genagt haben.

Also wenn die Wand raus soll, muss der Unterzug großflächig frei gelegt werden und auf Wurmbefall etc. untersucht werden. Um nicht eine Mausefalle zu konstruieren, würde ich mal das Telefonbuch bemühen um einen Termin mit einem Statiker. Vor allen Dingen ist die Frage: was befindet sich in den Stockwerken darüber! Eventuell hat der Schwiegervater da auch eine Bimssteinwand gesetzt und zusätzliche Lasten eingebracht? Dann hätte man eine Mausefalle mit erhöhter Zuschlagskraft.




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