Styropor oder Alternative um Hörigkeit zwischen den Etagen absolut zu verringern

03.12.2021 Darin


Hallo,

wir haben zum Teil ein Fachwerkhaus, aber ein Teil davon ist neu, weil man nicht alles erhalten könnte. Wir auf zwei Etagen (mit dem Dachgeschoss sind es drei Etagen) überall Holzbalkendeken.
Weil das ganze Haus ziemlich offen steht, haben wir uns überall für Bodenheizung entschieden. Uns würde Styropor als Ausgleich angeboten. Das stört uns, weil wir im ganzen Haus mit natürlichen Materialen gearbeitet haben.

Ich glaube nicht, dass die Wärmeleitfähigkeit so eine große Rolle spielt, weil die Wärme die nach oben geht auf die andere Bodenheizung trifft, oder? Außer im Erdgeschoss, wo die Wärmeleitfähigkeit sogar sehr niedrig sein muss, weil von der Boden Kälte kommt.
Oder denke ich falsch?

Die eigentliche Frage jetzt ist, welche Varianten besser ist um die Hörigkeit zwischen den Etagen absolut zu verringern? Mit welchem Dämmstoff ist das am besten zu erreichen?

Alternative zu den Styropor und Holzfasserplatten sind auch die Schüttungen.
Hat jemand eine Erfahrung
Danke und Grüße





Eine Materialalternative wäre beispielsweise eine gebundene Leichtlehm-Hanf-Bodenschüttung bzw. eine vergleichbare Mischung aus Hanf und Kalk. Diese bringen je nach Rohdichte auch Gewicht mit zur Dämpfung von Körperschall.

Im erdberührten Boden sollten allerdings mineralische Materialien verwendet werden, soweit keine richtig ausgeführte Abdichtung gegeben ist. Dazu könnte beispielsweise Glasschaumgranulat bzw. Blähglas eingesetzt werden.



Styropor



Ich würde mir niemals Sondermüll ins Haus holen da gibt es eine Vielzahl an Mineralischen Baustoffen.
Mineralwolle bietet hier beste Voraussetzungen . Auch Hanf und Kalk sind Möglichkeiten.

Im Erdberührten Bereich Glasschaumschotter.



Naja,



Mineralwolle ist genauso wenig recyclingfähig und darf zudem nicht einmal in die Müllverbrennung da sie nicht brennbar ist, es ist ausserdem nicht zielführend Kunsstoffe zu verteufeln, hier ist jedoch Styropor eher ungeeignet da, wie Mario schon schrieb Masse benötigt wird.

Frohes schaffen



Danke Mario



Herzlichen Dank an Mario,
ich habe mich selber jetzt damit mehr ausführlich beschäftigt. Du hast absolut Recht.
Allerdings haben wir im Erdbereich eine neue Betonbodenplatte. Auf diese liegen Bitumenbahnen.
Vielleicht müßte man dort mehr gegen Kälte und Feuchte von unten sich das Gnaze überlegen?
Beste Grüße



Meine bevorzugte Aufbauvariante...



...wären jeweils Holzweichfaserplatten Rohdichte 0,16 oder, vorzugsweise, Rohdichte 0,25.

Hat die Bodenplatte schon eine Dämmung, oder gibt es jetzt erstmal nur Beton + Bitumenbahn?

Was soll denn als Nutzschicht kommen?

Grüße

Thomas



HWF statt Styropor



Wenn im EG schon ein Rohboden ("Allerdings haben wir im Erdbereich eine neue Betonbodenplatte.") und eine Feuchtigkeitssperre eingebaut sind ("Auf diese liegen Bitumenbahnen."), hat sich das Thema Glasschaumschotter bereits erledigt. Der käme als kapillarbrechende und erste Dämmschicht unter den Rohboden. Es geht nur noch um die Art der Dämmung direkt unter der FBH, bzw. dem beheizten Estrich. Als Alternative zu Styropor/Styrodur kann man in dem Fall z. B. auch entsprechende Holzweichfaserplatten (HWF) verwenden. Siehe dazu z. B. hier: https://www.steico.com/de/produkte/daemmung/boden/waerme-und-trittschalldaemmung/steicobase oder hier: https://gutex.de/sortiment/produkte/produkt/gutex-thermofloor/
Ausfachungen von Holzbalkendecken sind nicht für eine dauerhafte Druckbelastung vorgesehen. Deshalb müssen die Deckengefache im OG und DG vorm Einbau einer Trittschalldämmung und dem Estrich ebenfalls mit einem Rohboden, z. B. OSB-Platten, zu gebaut werden. Darauf kann dann der weitere Aufbau, wie im EG vorgenommen werden. Ein zusätzlicher Eintrag von Masse (Gewicht) kann bei diesen Decken zu einem statischen Problem werden. M. E. dürfte das auch nicht nötig sein, da schon mit dem vorgesehenen Heizestrich mehr Masse eingebracht wird.