Heu oder Stroh als Dämmmaterial

12.04.2011



Hallo,
ich weiß nicht, ob diese Frage seltendämlich ist, aber könnte man für die Dämmung der obersten Geschoßdecke nicht ebensogut Heu verwenden, z. B. statt einer Hanfmatte?
Nicht lose geschüttet, sondern so wie ein kleiner gepresster Heuballen zerfällt. Wenn man den aufschneidet hat man ca. acht 15cm dicke, leicht gepresste Scheiben ,die man gut in eine Holzunterkonstruktion stopfen könnte.

Hat da sich schon mal jemand Gedanken zu gemacht?



Da...



..hätte ich zuerstmal Bedenken bzgl. Nagetieren.
Heu und Stoh ist da wohl "Futterrelevant".
Hanffasern aus denen die Hanfmatten gemacht werden, soweit ich weiß nicht.

Brandschutztechnisch ist das sicher auch nicht so ohne weiteres sinnvoll. Ich würde es bei mir nicht ausprobieren wollen.

Gruß
Michael



Bedenken



hätt ich auch.
Wir haben so etwas vergleichbares auf unserem Scheunen/Hausdachboden bei der Sanierung vorgefunden. Da hat man, weil es nichts anderes gab, Stroh auf den Dachboden gekippt. Beim Aufräumen kamen uns dann zuerst 4 niedliche Katzenbabys, danach Hinterlasssenschaften von Generationen von Mardern ( Oh Mann können alte Eier stinken ), eine reichliche Skelettsammlung von Kleintieren und viel nicht näher zu benenndes Kleinstgetier in Käfergröße entgegen.... Eine wahre zoologische Fundgrube. Darüberhinaus war das Ganze noch brandgefährlich, da darin lose verlegte alte DDR- Kabel herumlagen.
Ich würd mir so etwas jedenfalls nicht wieder freiwillig über bewohnte Räume legen.
Immer noch juckend bei der Erinnerung
anna



Moin Schütte,



das Thema gabs auch schon mehrfach hier im Forum, google doch mal rein.

Weitere Infos gibt's hier:

http://www.fasba.de/

Gruss, Boris



Heu



welches mehrer Jahre lagert, soll nicht mehr an Tiere verfüttert werden, da sich darin ein Schwarzschimmel ansiedelt, der zu Tod der Tiere führen kann. Selbst bei bester Lagerung setzt ein natürlicher Verrottungsprotzess ein. Dein Plan funktioniert nur für Keller in Nebengebäude, wo im Sommer das Heu regelmäßig erneuert wird durch Fütterung und Neueinlagerung. Im Wohnhaus aus den bereits genannten Gründen der Vorschreiber nicht empfehlenswert. Es gibt allerdings Experimentalbauten mit Wänden, die mit Strohballen gedämmt wurden. Deren Ausführung ist mir aber fachlich nicht geläufig.



Naja,



ein bißchen anders als lose auf den Boden gestapelt wie in einer unbewohnten Scheune stelle ich mir das ja schon vor. Das Heu/Stroh wäre komplett von Latten umschlossen und ich denke, da verrottet es kaum.
Sicherlich kommen die Nagetierchen überall durch, aber das tun sie bei allen Materialien früher oder später. Ihr Futter finden sie woanders definitiv leichter. Die Katzen und die Eule halten Mäuse bei uns auch sehr kurz.
Anderes Viehzeugs hat sich zum Glück in den letzten zehn Jahren auch noch nicht für unseren Dachboden interessiert.

Ich frage mich manchmal, ob nur Materialien gut sein sollen für die geworben wird und mit denen jemand Geld verdient.





Sie brauchen dafür eine bauaufsichtliche Zulassung.
So wie das hier:

http://www.fasba.de/images/stories/fasba/downloads/oeffentlich/pruefzeugnisse/z-23.11-1595(2009).pdf

Sie können ja mal hier posten:

http://fasba.de/phpBB/?variation=

… aber vergessen Sie, dass das günstiger wird als z.B. Zellulose, iss auch "nur" geschreddertes Altpapier.


Grüße aus Schönebeck



Klingt zwar nachvollziehbar...



...Ihre Lösung und Variante, aber alle Vorredner haben es bereits geschrieben.
Viele Dinge sollten beachtet werden und außerdem leben wir auch nicht mehr im Mittelalter.
Da war auch die Lebenserwartung nicht sehr hoch!!!
Ungeziefer, Pilze Schimmel und sicherlich noch 'ne Menge mehr, wird sie dann begleiten.
Auch wenn von Holz umschlossen sein soll, Kleinstinsekten werden immer sich den weg bahnen.
Versicherungstechnisch wird es halt auch problematisch.
Überdenken Sie noch mal Ihre Lösungen, denn bei Hanf liegen Sie genau richtig.
In keinster Weise Insekten und Ungezieferbefall.


Grüße Und Mühle



Hallo,



danke für eure Beiträge.
Ich habe noch etwas gestöbert und gelesen, dass es wichtig ist,dass der Dämmstoff (z.B. Hanf) eiweißfrei ist und daher keine Futterquelle für Insekten etc. darstellt. Das ist doch sehr einleuchtend.
Denn allein von der Struktur her war es mir nicht klar, warum Heu/Stroh nicht zum Einsatz kommen sollte wenn Hanf oder auch Papierflocken funktionieren.



Siehe:



"...Heu und Stoh ist da wohl "Futterrelevant".
Hanffasern aus denen die Hanfmatten gemacht werden, soweit ich weiß nicht.
..."

Vermutlich hat eben dieses Eiweiß auch mit dem verrotten des Materials zu tun.
Hanfdämmstoffe scheinen diesem Prozeß ja nicht zu unterliegen oder?

Gruß
Michael



Kompost...



...lagert man nicht auf dem Boden.

Ihre "Dämmung" wird bei unweigerlich anfallendem Kondenswasser nicht gut aussehen, das liebe Vieh wird fröhliche Urständ feiern - vergessen sie es einfach. Andere haben den Gedanken schon vor Jahrhunderten zu den Akten gelegt - oder warum baut heute keiner sonst so "preiswert"?

GRüße

Thomas





@Michael: Ja, so wirds wohl sein.

Ansonsten ging es mir gar nicht darum möglichst preiswert (oder billig) zu sein, aber es war für mich ein interessanter Gedanke etwas verwenden zu können, was ich selbst habe, bzw. herstellen kann.
Fusseliges Altpapier möchte ich jedenfalls auch nicht auf dem Dachboden haben.



Mir scheint, …



… hier wird mitunter Heu und Stroh durcheinandergeworfen:

Heu ist ein klassisches Futtermittel fürs Viehzeug, Stroh dagegen wurde in der Vergangenheit außer zum Einstreuen in die Ställe durchaus auf verschieden Weisen als Baumaterial benutzt. Welches Nutztier frisst denn Stroh, bzw. welches Tier überhaupt (außer Mikroorganismen)?



Liebe helfende Hand,



nimm 'mal den denkenden Kopf zu Hilfe:

Was soll wie "funktionieren"? Weil keiner weiß, was Du vorhast, ist Deine Frage so nicht beantwortbar.

Grüße

Thomas



@Christian Bisping



"Welches Nutztier frisst denn Stroh, bzw. welches Tier überhaupt (außer Mikroorganismen)?"

Heu ist zwar leckerer, aber auch Stroh wird durchaus gefressen. Aus eigener Erfahrung weiß ich zu 100% dass das auf Pferde zutrifft. Es gibt sogar welche, die man auf Späne stellen muss, weil sie sonst ihre gesamte Einstreu auffressen. Und bei Pferden mit Figurproblemen wird auch durchaus das Heu mit Stroh gemischt. Ich würde davon ausgehen, dass auch andere Tiere Stroh fressen.



Denn...



...produziere nicht nur Einzeiler. Aus Deiner Zeile geht nicht hervor, daß Du eine Geschoßdecke dämmen willst. Daß jemand an eine Ausgangsfrage A ein allenfalls tangierendes Anliegen B anhängt, ist hier eher die Regel als die Ausnahme.

Stroh hat im Lehm eines Wandaufbaues oder Putzes allenfalls die Funktion der Armierung, um das Reißen zu verhindern. Ein Eigengemisch Stroh/Lehm als Schüttdämmung ist das Ganze weder historisch verbürgt noch geeignet. Thomas Kehle hat eine Lehm-Hobelspandämmung im Angebot, vielleicht wäre das ein Dämmaterial für Dich?

Grüße

Thomas



Lieber



Jan, an anderer Stelle suchst Du eine Lösung für Dämmung mit Zeitungspapier.
Mal ehrlich - wenn man sichs nicht leisten kann, mit normalen Mitteln ein Haus herzurichten und später auch zu unterhalten, sollte man zwar nach Alternativen suchen - aber nicht nur bei den Baustoffen. Ich denke mal, Du bist zwar handwerklich geschickt, hast aber diesbezüglich keine Ausbildung. Sonst würdest Du wohl etwas "realer" bauen wollen. Du mußt ja nicht die neuen Baustoffe kaufen - aber dann baue doch bitte so, wie es seit Jahrhunderten üblich ist. Dass da mal auf eine ungewöhnliche Frage mehr als nur ein "ja" kommt - das verzeih uns bitte, ebenso wie meine Offenheit!
Übrigens kostet ein Heuballen auch 3 bis 4 Euro !



Wenn wir nun schon bei den "Sprüchen" sind...



..."Probleme brauchen Lösungen, keine Fantastereien".

Durchaus ein Spruch, der sich so mancher beim "realen" (Olaf, Recht hast du) Bauwahnsinn mal zu Gemüte führen sollte.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass es Leute gibt, die das Rad (welches seit Jahrhunderten gut funktioniert) neu erfinden wollen.


Grüße
Martin



Kurztexte zur Denkmalpflege (Frauenhofer Institut)



Wärmedämmung von Lehm
=====================
Lehm hat eine hohe Rohdichte von 2000 kg pro Kubikmeter und ist damit ein guter Wärmespeicher. Die Wärmedämmung kann durch die Beimischung von Stroh oder anderen leichten Zuschlagstoffen mit niedrigen Wärmeleitzahlen erhöht werden. Diese Zuschläge sind unproblematisch, da selbst Leichtlehm mit einem Anteil von nur noch zehn Volumenprozent Lehm einen in sich stabilen Baustoff ergibt.
Bei unterschiedlichen Raumgewichten (erste Angabe) in kg pro Kubikmeter ergeben sich folgende Wärmeleitzahlen (zweite Angabe) in Watt pro meter mal Kelvin:

Massivlehm 2000 1,13
Strohlehm 1600 0,73
Stroh-/Leichtlehm 1200 0,47
Stroh-/Leichtlehm 1000 0,35
Stroh-/Leichtlehm 800 0,25
Leichtlehm 600 0,17
Leichtlehm 400 0,12
(Angaben nach Volhard).

Bei historischen Altausfachungen wurden meist Strohlehmmischungen von 1600-1800 kg pro Kubikmeter verarbeitet. Bei Aufbringung einer inneren Schale aus Strohlehm von 800 kg pro Kubikmeter ist der k-Wert geringer als bei der Neuausfachung, dürfte aber in den meisten Fällen auch nach Wärmeschutzverordnung ausreichend sein.

(in Auszügen, Quelle: http://www.baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=1988017185284)



Du hast meinen Einwand tatsächlich...



...nicht verstanden!

Stroh-Lehm hat naturgemäß Stroh als Bestandteil. Sagt ja der Name schon.

Stroh-Lehm funktioniert seit Jahrhunderten. Wiedersprich mir, wenn ich mich da irre.

Heu-Lehm?? Nie gehört! Warum nie gehört? Weil`s vermutlich nicht funktioniert. Würde es funktionieren, hätten auch die Altvorderen es schon herausgefunden. Denn Heu gibt es ja auch schon relativ lange. Den Begriff der "Altvorderen" verwende ich bewusst, den im Regelfall geht es hier um Häuser die mit deren Wissen gebaut wurden.

Wenn man Heu (oder auch Altpapier) in größeren Mengen zur Verfügung hat, einfach ausprobieren. Wenn´s klappt ist gut, wenn nicht, bleiben wir eben beim "alten Rad".

"?90!? Junge ich frag? mich, wer es jemals so eilig haben kann."

Sehr treffend der Satz, insbesondere im Bezug auf die Instandhaltung von Fachwerkhäusern.

Nachtrag: Da haben wir uns überschnitten. Schön recherchiert (oder besser gegoogelt, denken müssen wir ja nicht mehr, laut Werbung).
Was haben diese Zahlen mit der Frage "Heu oder Stroh" zu tun? Das Wort "Heu" taucht in deinem Sammelsorium nämlich nicht auf!
Macht´s doch einfach so, wie es sich über Jahrhunderte entwickelt und bewährt hat. Wo liegt da das Problem??



Ich habe immer nur ...



... von Stroh geredet.

Unsere Alten hatten gleichermaßen Stroh und Heu zur Verfügung. Dass man zumeist Stroh genommen hat, liegt auf der Hand.
Heu ist Futtermittel, darum wertvoll. Stroh hatte man eher über. Bei der Dämmwirkung dürfte Stroh dem Heu überlegen sein, zudem weniger Nagetierfreundlich. Stroh zu nehmen liegt daher nahe.
Heu (sprich Gräser) lässt sich da eher als Armierung einsetzen, was man hier auch tatsächlich vereinzelt gemacht hat. Aber im Vergleich zum Strohvolumen eher eine Randgruppe.

Es wurde ja bereits festgestellt, dass hier Heu und Stroh evtl. durcheinander geworfen werden. Ich habe mich auf Stroh bezogen, wobei sich meine Idee, Ungezieferressistenz durch Lehmzusatz - auch auf Heu anwenden liesse. Nur da kenne ich keine Dämmwerte. Die dürften erheblich schlechter sein als beim Stroh.



Komisch,



nach dem Einzeiler nun der Alleinunterhalter. Der's auch nur theoretisch wissen will. Wer ernst genommen werden will, sollte auch etwas dafür tun.

Die Antwort war schon da: Eine Schüttdämmung (Ausgangsfrage!) aus Lehm und Stroh selberhergestellt ist weder historisch verbürgt, noch mit vertretbarem Aufwand machbar.

Grüße

Thomas



die



Eingangsfrage, auf der Du so bestehst, lautete:
"Hallo,
ich weiß nicht, ob diese Frage seltendämlich ist, aber könnte man für die Dämmung der obersten Geschoßdecke nicht ebensogut Heu verwenden, z. B. statt einer Hanfmatte?"

und Heu ist Heu und wird nicht zu Stroh !!





Und ganz oben drüber steht "Heu oder Stroh"!

Ich werde mir in Zukunft verkneifen, hier spontane und nicht zu ende gedachte Gedanken wie diese Frage von vor einem Jahr zu stellen. Ist das hier ein Umgangston im Moment...



Umgangston?



Hier ist niemand "unhöflich" geworden. Kontrovers darf es doch wohl noch zugehen?

Die Selbsthilfegruppe verschreckter Bautheoretiker tagt woanders.

Grüße

Thomas



Nein



deine Frage ist schon berechtigt und so wie Du im Gedanken nicht frei bist, kommen auch die Antworten frei von der Seele.

"Jan" war nur der Auslöser, das Thema neu aufzukochen und die alten Schreiber bekommen die Info, daß da einer wieder was zum Thema geschrieben hat - obwohl ich dachte, daß Thema hätte sich erledigt Du hattest Dich ja eigentlich abschließend geäußert.

Neben meinen Bedenken zum mitlebenden Getier bleibt der Einwand, daß die Heu/Strohballen durch das Auftrennen in Lagen locker werden und im Brandfall zum wahren Brandbeschleuniger werden. (siehe erster Einwand von Michael).



… und sie fressen es doch!



In einem früheren Leben, ich noch selber Hanfpflanzen auf dem Balkon gezüchtet habe, gab es sehr wohl kleine Tiere, denen die Pflanze schmeckte. Das Läuseproblem ließ sich ja noch in den Griff bekommen, aber die Spinnmilben haben einmal fast die gesamte Jahresernte vernichtet.



@Christian



You made my day! ;-)



der



Hartmut sieht alles ..........



Panne:Maschine



an Brücke - ich habe da einen Fehler - man kann die Antwort nicht abschicken, da der Bildtext sich übers "Antwort speichern" schiebt. mehrmaliges Öffnen brachte nichts.



Probleme beim upload?



Versuchs nochmal, bitte.