Sanierung eines alten Backsteinbodens mit weißem Belag

06.09.2010



Wir haben eine alte Scheune, die früher als Stall genutzt wurde. Auf dem Boden befindet sich ein alter lehmverfugter Backsteinboden, der z.T. mit einem weißem Belag überzogen ist. Das ist vermutlich eine Folgeerscheinung der lieben Stallbewohner?

Nun möchten wir die Scheune gerne umnutzen, haben daher eine größere Öffnung in den Stall gemacht, um einen Sitzplatz u.a. bei Regen zu haben. Es soll also kein Wohnraum daraus werden, aber der Stall sollte in sofern sauber werden, dass wir unser Baby auch einmal über den Boden robben lassen können.

Welche Maßnahmen wären zur Sanierung, bzw. Reinigung des Stalls empfehlenswert?

Ich freue mich über Tipps!





Hallo,

kommt darauf an welchen Aufwand Sie betreiben wollen.
Wenn es nur eine art Terrasse werden soll reicht ein Belag aus Terrassendielen auf einer Unterkonstruktion völlig aus.


Grüße aus Schönebeck



Wenn



das ein Stall war, ist der Boden fäkalienbelastet. Und somit für Babys nicht unbedingt ein Spielplatz erster Wahl.
Terassendielen sind da schon ein guter Ansatz.
MfG
dasMaurer



Wg. Sanierung eines alten Backsteinbodens mit weißem Belag



Danke für die Idee mit den Dielen. Wir wollen aber in jedem Fall den Backsteinboden bewahren und den historischen Stil belassen. Der geöffnete Stall ist genaugenommen eine Hoferweiterung. Die Schadstoffe im Boden sollen raus, ohne den alten Charakter zu verlieren. Ist eine Reinigung des Bodens mit einem Sand-, oder Dampfstrahler vielleicht sinnvoll? Ist das weiße Zeug Salpeter oder Ammoniak?



Ammoniak...



ist ein Gas. Sie haben da vermutlich Kalksalpeterkristalle auf Ihrem Backstein. Das ist kein Schadstoff.

Ab und an kärchern wird den Salzeintrag Ihres Backsteins reduzieren.

Grüße

Thomas





Hallo,

das weiße Zeug sind (nach Viehhaltung) überwiegend auskristallisierende Nitrate.
Die kriegen Sie nicht in den Griff da hiermit auch der darunterliegende Boden kontaminiert ist.
Wenn da wieder Backsteine rein sollen müssen die alten raus, Unterbeton nebst Abdichtung rein und darauf andere, unbelastete Backsteine wieder drauf.



Grüße aus Schönebeck



Na,



vielleicht nicht ganz so betriebsam?

" um einen Sitzplatz u.a. bei Regen zu haben. Es soll also kein Wohnraum daraus werden"

Nicht alles, was man machen kann, ist in einer konkreten Situation sinnvoll.

@ Staubwolke

Ist der Boden vollständig überdacht?

Grüße

Thomas





Was hat eine Überdachung damit zu tun?

Grüße aus Schönebeck



Moin,



beim Dampfstrahlen aufpassen, dass ihr die Lehmfugen nicht gleich mit rauspustet und die Steine unterspült.

Gruss, Boris





Was hat eine Überdachung damit zu tun ...
Wenns draufregnet, ist das Aussenbereich und der Boden muss entsprechend ausgeführt werden (Gefälle nach aussen, frostsicheres Material ...). Wenns nicht draufregnet, ist das wie ein ungeheizter Innenraum.

Wegen dem Kind würde ich mir wenig Sorgen machen, oft schadet zuviel Sauberkeit den Kleinen mehr als zuwenig. Bei Wohnchemialien (Holzschutzmittel, Weichmacher, Kleber usw.) ist Nulltoleranz richtig; bei Erde, Sand, altem Mörtel muss man das nicht so eng sehen.

Sie können einige Backsteine des Belags einmal ganz reinigen und beobachten, ob wieder Ausblühungen kommen. Falls ja und Sie das nicht wollen (es ist ein ästhetisches Problem), müssen Sie verfahren wie O. Struve beschrieben hat.





Danke für die Antworten! Ja der Boden ist komplett überdacht! Die Steine selbst haben kaum weiße Ausblühungen. Die Ausblühungen sind nur im Bereich der Lehmverfugung, d.h. zwischen den Steinen.

Wir wollen den Boden, den alten Charakter erhalten, daher wollen wir auch nicht alle Steine entfernen, obwohl das sicher die sauberste Lösung wäre. Wir dachten eher an eine Art der Reinigung. Beim Abstrahlen mit Sand würde uns vermutlich der ganze Lehm um die Ohren fliegen. Beim Abstrahlen mit Wasser müssten wir vorsichtig sein, dass es nicht zu nass wird. Richtig?





Durch Sandstrahlen oder abkärchern bekommen Sie die Oberfläche zwar optisch sauber, den Salzen effektiv entgegenwirken können Sie hiermit nicht.
Ob das notwendig ist können nur Sie entscheiden.
Der Boden wird ohnehin meist einen feuchten Eindruck machen, das liegt daran, das Nitrate bis etwa 50% rel. LF in Lösung bleiben und erst bei Luftfeuchten darunter auskristallisieren.

PS. Ne schöne Terrassendielung kann doch durchaus passen.

Grüße aus Schönebeck

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Anbei zum besseren Verständnis ein Foto von unserer Scheune. Es ist, wie man sieht, noch nicht fertig. Der Hof wird noch gepflastert und die Seitenöffnungen werden verputzt. Der Tip mit den Dielen ist wirklich nett gemeint, aber zum Charakter der Scheune gehört für uns der Backsteinboden. Wir wollten lediglich mit begrenztem Aufwand den Boden säubern, nicht etwas komplett anderes daraus machen. Eine Wunderwaffe gibt es wohl nicht und vielleicht sollten wir einfach mal probieren den Boden dampfzustrahlen und abwarten, was passiert.





Wie gesagt, es wird überwiegend einen feuchten Eindruck machen und gelegentlich, wenn die LF unter 50% sinkt weiß Salzkristalle geben.
Beides für Ihre Nutzungsvorhaben nicht schlimm und auch nicht gesundheitsschädlich.

Grüße aus Schönebeck





Danke! Es stinkt halt nur, aber es war nun mal ein Stall. Langfristig, wenn dort auch noch ein Pizzaofen eingebaut wird, eine suboptimale Kombination, aber wenn man da nicht so richtig was machen kann, schade.





Das stinkt?

Glaub ich nich.

grüße aus Schönebeck





Trotz Baustaub, habe ich noch hab ich eine gute Nase und kann gut unterscheiden, was geruchsmässig normal nach leicht feuchtem Lehm riecht, oder nach "Ex-Ausscheidungen" von den lieben Ex-Viehern ;-). Die Stallbewohner genossen dort jahrzehntelang die Vollpension, daher wohl kein Wunder. Wir wollten "nur" mit Minimalaufwand diesen Bereich etwas neutralisieren.



Stallgeruch...



...findet unabhängig vom Glauben statt. Da der Bereich ja aber offen bleiben soll, ist das sicher kein Thema.

Eine Reduzierung der Kapillarwirkung und damit eine Verringerung des Auskristallisierens könnte mit einer (ggf. mehrfach angewandten) dünnen Wasserglaslösung erreicht werden. Werner Gensky (hier im Forum zu finden) hat einige Erfahrungen mit Wasserglas, am besten 'mal direkt anschreiben.

Grüße

Thomas





Vielen Dank für den Tip mit der Wasserglaslösung. Da mach ich mich gleich mal schlau.

Grüsse,
Staubwolke