Stallgebäude sanieren

10.08.2005



Hallo, ich hoffe meine Fragen hier richtig Formulieren zu können. Ich versuch es einfach mal und sag auch ein bisschen was zum drumherum.
Wir wohnen am Hof meiner Eltern, wo bereits vor ca. 15 Jahren ein neues Wohnhaus errichtet wurde. Leider hat sich mein Vater nicht um die alten Stallgebäude gekümmert (in einem Teil sind bereits Heizungsraum und unsere Werkstatt), sondern die wurden seit Jarhen so belassen wie sie waren. Nutzung derzeit lediglich nur als Stellfläche, Gartengeräte, Blumentöpfe, Hühnerstall, aber eben in einem schlechten Zustand bzw. ungepflegt! Mein Freund und ich wollen jetzt am Hof einiges erneuern. Wir haben eine eigene Wohnung, somit soll der Stall (evtl. ein Teil soll abgerissen werden) als Garagen für uns, Hühnerstall,Arbeitsbereich f. Pflanzen etc. hergerichtet werden und nicht zum Wohnbereich werden. Der Teil der abgerissen werden soll wäre ein geeigneter Platz für einen Nutzgarten und der jetzige Nutzgarten könnte zum Wohngarten werden (derzeit nicht vorhanden).
Die eigentlichen Fragen sind jetzt, wo fängt man am besten an? Wie saniert man das Mauerwerk (ich glaube Sand- und Bruchstein)? Wie bekommt man einen Teil am besten trocken (Außenmauer am Werkstattbereich - der Rest ist nicht nass oder nicht so fest, diese Mauer ist aussen relativ hoch mit erdreich aufgefüllt)? Was macht man mit den Dachbalken! nur die schlechten austauschen? komplett erneuern?
Ich weis, dass dies jetzt viele Fragen sind und ich bin mir nicht sicher, ob ich hier mit meinen Fragen richtig bin, wäre aber für Antworten sehr dankbar.

Liebe Grüße
Karin





Hallo Karin,
wir sind auch gerade dabei, ein ca. 200 Jahre altes Haus im Schwarzwald zu sanieren.
Das Bruchsteinmauerwerk im Stall war lehmverputzt, sehr dreckig, sehr salzbelastet und der Lehmputz zu großen Teilen nicht mehr vorhanden. Wir haben die Fugen ausgekratzt, ausgesaugt, bei Salz sollte man nicht mit Feuchtigkeit arbeiten, und anschließend mit einem reinen Kalkmörtel und etwas Ziegelmehlanteilen ausgefüllt. Den Mörtel haben wir uns selbst angemischt.
Mauer trockenlegen haben wir durch freigraben gemacht, jetzt bleibt sie frei bis zum herbst, dann kommt Folie dagegen und wieder etwas Erdreich und fertig. Sie wird nicht abgesperrt, damit die Feuchtigkeit jederzeit verdunsten kann. In unseren Stall kommt unser Badezimmer und der Heizungsraum. Alte Balken haben wir durch Zimmerleute ergänzen lassen, neue dazwischen eingezogene Balken sind rausgeflogen, da sie das Gefüge gestört haben, die alte Konstruktion war viel klarer, übersichtlicher und stabil. In unserem Haus wurde der Heuboden tiefer gelegt, und diese ganzen Balken mußten raus, sie waren eh ziemlich verrottet. Ich würde immer soviel wie möglich der alten Bausubstanz erhalten. Auch wenn sich manchmal Holzwurmbefall an Balken zeigt, sind die im Inneren noch absolut stabil und tun ihren Dienst. Im übrigen haben wir die Erfahrung gemacht, das alte Bausubstanz qualitativ oft wesentlich hochwertiger ist, als neue.
Vielleicht konnte ich Dir ein wenig helfen.
Viele Grüße aus dem Schwarzwald
Sabine



Leider erkennt man immer erst nach vielen Jahren ob der gewünschte Erfolg auch eintritt



Gerade bei Stallwänden ist größte Vorsicht angemahnt.
Ob der Lehm.- aber auch Kalkputz lange hält bleibt sehr fraglich.
Besser eine Trennung vom Untergrund durchführen. Dazu gibt es einige Info auf meiner Homepage unter Schriften nachzulesen.