Feuchtigkeit im Spitzboden




Liebe Forumsteilnehmer/-innen,

und dann habe ich noch ein Problem:
Wir haben die Wandheizung im OG mit Lehm einputzen lassen und entsprechend viel Feuchtigkeit ins Haus bekommen. Die Wände sind aber inzwischen trocken. Im DG habe ich Boden, Wände und Kehlbalkenlage mit OSB ausgekleidet und mit Zellulose ausblasen lassen. Die Folie unter den Dachpfannen ist diffusionsoffen.
Die Zellulose auf dem Boden des Spitzbodens ist offen ausgeblasen worden. Nun wollte ich dort drüber auch noch die OSB-Platten Verlegen und stellte fest: Die Balken des Dachstuhls oberhalb der Kehlbalkenlage sind feucht und schimmlig.
Als ich das merkte, war das Dach allerdings auch noch mit Schnee bedeckt, so dass die Hinterlüftung nicht funktionieren konnte.
Mir wurde nun erklärt, dass die Zellulose und die Balken unterhalb der Kehlbalkenlage nicht feucht geworden sind, mit Schneeschmelze und weiterem Trocknen des Hauses und dem Sommer sich das Problem quasi von selbst lösen würde.
Was meinen Sie: Darf ich so optimistisch sein?

Fragt
Friederike Sittler



Viele Fragen ...



- die Folie unter den Dachpfannen ist diff.offen: mit welchem sd-wert?
- gibt es eine sauber konstruierte, durchgehende Lüftungsebene = Konterlattung zwischen Pfanne und Unterspannbahn, die von der Traufe bis zu First inkl. ausreichender Belüftungsöffnungen/-querschnitt durchläuft?
- Its die OSB-Bekleidung dampfdicht in den Fugen und zu den angrenzenden BAuteilen abgeklebt worden?

Wenn die Sparren feucht und schimmelig geworden sind (Verdunstungsfeuchte aus dem Lehmputz) deutet das auf nicht ausreichende Belüftung im Spitzboden hin und unkontrollierte Konvektion aus dem OG in´s DG.

Wenn Sie den Sparrenzwischenraum unter der Folie mit Zellulose ausgeblasen haben, kann sich durch den Druck beim Ausblasen die Folie gegen die Unterseite der Pfanne drücken, wenn die Lüftungsebene fehlt. Abtropfendes Kondensat kann die Folie und die Dämmung durchfeuchten. Hier muss normalerweise eine diff.offene Holzfaserplatte das Gefach nach außen schließen, um dem Druck beim Ausblasen standzuhalten.

Auch eine diff.offene Folie kann bei starkem Feuchteandrang vin innen auf der kalten Innenseite Kondensat bilden, das die Dämmung durchfeuchtet.

Eine offene Zelluloselage ohne Windsperre ist bei einem belüfteten Spitzboden eine fehlerhafte Dämmung.

Wenn Sie die offnene Zelluloselage mit einer OSB-Platte abdeckeln, entsteht Kondensat an der Unterseite der OSB-Platte. Statt der OSB-Platte können Sie nur einen sehr diff.offene Holzfaserplatte verwenden oder Sie bauen die OSB-PLatte wie eine hinterlüftete Fassade auf.



Versuch vieler Antworten



Uff, vielen Dank erstmal. In dem Metier kenne ich mich nur leider so gar nicht aus. Also versuche ich es mal mit der Rechnung meines Dachdeckers:
- Unterspannbahn Delta Maxx plus
- Konterlattung 30/50 S10
- Traglattung 30/50 S10
First als Lüftungsfirst unter Verwendung von Firstrolle und Firstklammern
- Grat als Lüftungsgrad unter Verwendung von Gratrolle und Klammern
- Ortgang, Anschluss mit Walzblei

Die OSB-Platten hatte ich in Eigentleistung verlegt und nicht abgedichtet. Nur an den Dachfenstern war der Trockenbauer da und hat diese abgedichtet.

Die Dämmspezialisten befanden den Aufbau für gut.

Die Zellulose wurde nur offen ausgeblasen, sollte aber immer noch mit OSB abgedeckt werden. Ich kam nur nich sofort dazu. Seufz.

Beantwortet das die Fragen?



Dann ...



... kann es eigentlich nur an dem ungewöhnlich hohen Feuchteeintrag durch die Lehmputzarbeiten liegen und einer dafür unzureichenden Lüftung im Spitzboden.
Trotzdem haben Sie das Problem der unkontrollierten Konvektion durch die nicht abgeklebten OSB-Stösse und den fehlenden dampfdichten Anschluss an alle anschließenden Bauteile. Diese Details sind nicht zu unterschätzen.

Sie müssen eventuell über eine zusätzliche kontrollierte Querlüftung im Spitzboden nachdenken (Giebelseiten)

Die offene Zelluloselage dürfen Sie trotzdem nicht einfach mit OSB abdecken.
Sie dürfen natürlich schon, aber dann ...



Spitzboden feucht



Hat der Spitzboden überhaupt Giebelseiten zum Querlüften? - es steht da etwas von Lüftungsfirst und Lüftungsgrad.

Wenn das Dach abgewalmt ist, dann wird es schwieriger mit der gewünschten Querlüftung.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Stimmt leider



Das Dach ist abgewalmt.