Altbau Dachausbau und Dämmung ohne Dampfsperre

28.12.2011



Hallo zusammen,
wir möchten unseren Dachboden gerne dämmen und ausbauen.
Unter den Ziegeln befindet sich eine "Fliesbahn".
Geplant ist zwischen den Sparren Dämmwolle einzubringen, hierauf eine Querlattung mit Dachlatten anzubringen und dann mit Gipskarton zu verkleiden. Nun ist die Frage ob eine Dampfsperre unbedingt notwendig ist, da es sehr schwierig sein wird diese auch wirklich dicht zu bekommen. In den Dachziegeln befinden sich diverve "Lüftungsziegel" (pro Meter ca. 1).
Freuen uns auf Eure Beiträge / Anregungen.



Dachausbau



Ihr Dach ist sehr wahrscheinlich nicht unterlüftet eingedeckt worden. Sie können die Sparrenzwischneräume deshalb nicht einfach dämmen und von innen schließen, da Ihnen die Entlüftungsmöglichkeiten auf der Oberseite der Sparren fehlen. Die Windsperrbahn, die auf den Sparren aufliegt, kann auch von eindringendem Regenwasser, z.B. bei starkem Wind, durchfeuchtet werden. Diese Feuchtigkeit schlägt dann auf Ihre Dämmung durch. Den vorhandenen Aufbau müssen Sie deshalb als erstes überprüfen.

Sollte die Dacheindeckung nicht mit KOnterlattung/Lattung unterlüftet sein, müssen Sie ab der Sparrenoberseite mit einer Unterdeckbahn oder einer bituminierten, diffusionsoffenen Holzfaserplatte (DWD-Platte), einer KOnterlattunge zur Unterlüftung und einer Lattung neu eindecken lassen.

Die Sparrenhöhe ist darüber hinaus wahrscheinlich nicht ausreichend um die erforderliche Dämmstärke einzubringen. Hier sind mindestens 14 cm nötig bei einem Dämmstoff der Klasse 035.

Statt der Dampfbremse/Dampfsperre in Folienform auf der warmen Innenseite = UNterseite der Dämmung könne Sie eine OSB-PLatte mit abgeklebten Fugen (ein für diesen Zweck konzipiertes Systhemklebenband) und Anschlussfugen an die angrenzenden Bauteile montieren.

Die Winddichtigkeit ist ein absolutes Muss, um Feuchteschäden aus Raumluftfeuchte (Kondenswasser)in den kalten Bereichen (z.B. schlecht zu dämmender Spalt zwischen dem ersten/letzten Sparren und der Giebelwand) der Konstruktion zuverlässig zu vermeiden.



Dämmen und ausbauen für was?



Hallo Zottelmam,

Wenn ich mir das Fenster so anschaue, vermute ich mal, dass der Raum nicht mehr viel hergibt, wenn Ihr die Dämmung noch tiefer in den Raum legt.

Wenn Ihr tatsächlich 14cm dämmen wollt, dann werdet Ihr entsprechend weniger Standhöhe im Raum haben. Fragt sich halt, für was Ihr den Raum nutzen wollt.

Bei all den Dämmüberlegungen würde ich mir auch die Giebelmauer kritisch anschauen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Danke für die schnellen Beiträge!
Haben uns den Dachaufbau noch einmal genau angesehen:
die Dachziegel liegen auf einer Lattung, darunter ist eine graue Unterspannbahn (auf der Außenseite "gummiert") diese ist von außen auf den Sparren fest. Wenn wir jetzt Dämmwolle zwischen die Sparren bringen, dann die Dampfbremsfolie und zum Schluß die Verlattung und Gipskarton - müsste es doch reichen - oder?
Fragt sich bloß wie wir die Dampfsperre bei dem großen Dachbalken anbringen bzw. wie man den Zwischenraum dahinter am besten dämmt. Ist es wichtig, dass die Dampfbremsfolie auf der Dämmung liegt? Oder können wir die Schrägen hinter dem Balken zwischen den Sparren dämmen und die Folie gerade runterziehen? Dann hätten wir aber einen großen hohlen Luftraum.... .

Der Dachboden ist übrigens nicht als echter Wohnraum geplant - wir stellen uns einen kleinen urigen Raum vor mit Sitzkissen und Co zum relaxen.
Und keine Sorge was unsere Giebelmauer betrifft - das Foto ist ein wenig ungünstig - unsere Wände sind 65 cm dick :-)





Die Folie ist eine "DeltaMaxx" Unterspannbahn,(die jute teuer)
d.H. das euer Dach nicht allzu alt ist, bzw. kürzlich Saniert wurde, also ist auch eine Konterlattung vorhanden (Latten, die längs auf dem Sparren sind)
Die Flächenlüfter werden wohl Provilaktisch eingebaut worden sein.

Ob nu auf ne Dampfsperre(bremse verzichtet werden kann, hängt auch davon ab, welche Dämmung eingebaut werden soll. Bei Normaler Glaswolle würde ich nicht darauf verzichten. Bei Hanfdämmung würde es ohne gehen.





Ich würde niemals in derartiger Bausubstanz eine Dampfsperre verlegen, da man damit die gesamte Bauphysik ändert. Die Schwachpunkte in diesem speziellen Fall ist der senkrechte Teil der Dachkonstruktion (Trempel), da man dort die Dampfsperre DAUERHAFT nicht richtig dicht bekommt. Desweiteren müsste man die Dampfsperre bis zur Traufe Verlegen und dort an das Mauerwerk luftdicht anschließen, also NICHT nir an der Fußpfette antackern. Dies dürfte technisch nicht ohne erheblichen Aufwand gehen. Man sollte auch erwägen, das sich an der Innenseite einer Dampfsperre Kondenswasser bilden kann. Dieses läuft nach unten und durchnäßt dort die Konstruktion.
Wenn man die Dampfsperre weglassen würde, muß man damit rechnen, das die Dämmung Feuchtigkeit aus dem Innenraum aufnehmen wird. Diese Feuchtigkeit allerdings wird über die diffusionsoffene Unterspannbahn nach außen wieder abgeführt.
Bei einem Neubau sieht die Sache völlig anders aus, da dort alles auf eine wirkungsvolle Dampfbremse ausgelegt ist und man diese auch handwerklich noch gut Verarbeiten kann.
Ich bin der Meinung, das eine nicht vorhandene Dampfsperre 100x besser ist als eine fehlerhaft verlegte.