Selbstangerührte Kalkfarbe beige und nicht weiß




Guten Abend zusammen! Ich habe nach einem erfolgreichen Anstrich mit gekaufter Kalkfarbe nun zum ersten Mal Kalkfarbe selbst angemischt: Weißkalkhydrat aus dem Baumarkt, heißes Wasser und Salz (Salz soll nach einem Rezept die Wischfestigkeit erhöhen).

Ich hatte erwartet, dass die Farbe andere Eigenschaften haben würde als die gekauften, z.B. nicht so wischfest zu sein. Auch im Vergleich z.B. mit Sumpfkalk als Grundlage. Was ich nicht erwartet habe, ist, dass sie nicht weiß ist. Die Farbe sieht eher wie Natur, ins beige, aus.

Woran kann das liegen?

Vielen Dank für eventuelle Hinweise.





Der als Kalkhydrat verwendete Baukalk (CL 90) muss einen Kalkgehalt von mindestens 90 Prozent haben. Allerdings kann hier noch nicht gewährleiste werden, dass nicht auch färbende Mineralien enthalten sind.

Solcherlei zeigt sich dann mit gelben-, grauen oder rosa Stich im Anstrich. Für Kalkfarben sollte man ausgesuchte besonders reine Kalke verwenden, die deutlich die Anforderungen der Norm übersteigen.

Auch werden diese Kalke gebrochen, gebrannt, mit Wasserdampf gelöscht und dann fein vermahlen. Taubes Gestein wird so ebenfalls mit verarbeitet.

Bei der Herstellung von Sumpfkalk hingegen, wird stückiger Branntkalk gelöscht, so das taube Mineralien bereits durch ein Sieb aufgefangen werden, können oder später bei der Grubenlagerung im Kalkteig wegen des höheren Gewichtes zu Boden sinken.

Also ich würde für eigene Anstricharbeiten nur Kalke verwenden bei denen der Hersteller die besondere Reinheit garantiert.

Der Otterbein bietet beispielsweise ein Weißkalkhydtat II CL 90-S an der einen hohen Weißwert hat.

Oder aber Sumpfkalk entsprechender Qualität verwenden und diesen ggf. mit Zusätzen versehen.

Was willst du den streichen? Welche Kalkfarbe hast du den vorher verwendet?

Von solchen Zutaten wir Kochsalz würde ich abraten. Kochsalz soll durch seine hygroskopischen Eigenschaften Wasser im Anstrich binden. Das sind aber alles teilweise unvollständig überlieferte "Rezepte" die ich nicht nachahmen würde. In Innenräumen ist die Feuchteversorgung der Kalkfarbe selten ein Problem.

Wenn du eine traditionelle, ökologisch einwandfreie und leicht zu verarbeitende Farbe haben möchtest, so empfiehlt sich auch die Herstellung einer Kalkkaseinfarbe aus Marmormehl, Schlämmkreide, Magerquark und etwas Kalk zum Kaseinaufschluss.



Wischfestigkeit erhöhen



Um die Abrieb- und Wischfest-Eigenschaften zu erhöhen hatte mein Vater jeweils etwas Milch ins Wasser gegeben. Damit entsteht ein Kaseineffekt, der die Farbe - sowohl Kalk- als auch Leimfarben - etwas stabiler und fester macht. Ob das heute mit der H-Milch, die fast keine Milch mehr ist, auch so geht, kann ich nur vermuten.

Für Kalkanstriche nehme ich auch nur sehr guten, reinen Sumpfkalk.





Ja, das ist die einfachste Lösung und funktioniert heute noch genauso gut.

Auf einen Liter unverdünnten (Sumpf-) Kalkteig kann 0,15 Liter fettarme Milch (1,5 % Fett) gegeben werden.

Auch bis zu 10 Volumenprozent Marmormehl kann in den unverdünnten Kalkteig gegeben werden und macht den Zwischenanstrich deckfähiger und offenporiger.

Eine zweckmäßige Anstrichfolge hatte ich hier mal beschrieben.

So sollte ein den kommerziellen Kalkfarben ebenbürtiges Anstrichergebnis erzielt werden können.

https://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/anstrich-mit-sumpfkalkfarbe-sehr-fleckig-278209.html

Sehr saugfähige Altuntergründe werden mit einer Seifenlauge (2 Gramm Pflanzenölseife auf 1 Liter warmes Wasser lösen) grundiert und in den matten aber noch feuchten Untergrund gestrichen.



Vielen Dank!



Vielen Dank für die Antworten und Empfehlungen!

Ich habe Weißkalkhydrat CL 90 von Fels verwendet.

Die Färbung durch Verunreinigungen hört sich plausibel an. Ich probiere einmal das Kalkhydrat von Otterbein und verwende den Rest des Kalkhydrats von Fels dann für Putz.

Gestrichen wird selbstgemischter Kalkputz. Davor hatte ich zum Testen die billige Kalkfarbe von Baufan verwendet.