ZWISCHENDECKENDÄMMUNG MIT SCHAFWOLLE

02.06.2006



hallo, wir planen unser haus generell mit flockenwolle zu dämmen, so auch die Zwischendecke welche aus 16/24er holztrams besteht die beidseitig mit rauhschalung verkleidet werden. nun meine frage: da die Dämmung der zwischendecke wohl nicht so wesentlich ist (da dg mal bewohnt wird und gute innendachdämmung geplant ist) jedoch der tramzwischenraum in höhe von 24 cm viel Dämmmaterial erfordern würde hätte ich nun gerne gewusst ob es nachteilig ist nur etwa 15 cm zu dämmen unbd den rest frei zu lassen (v.a. bezügl. schallisolierung u.ä.)? auch würde mich interessieren ob hiefür das auslegen einer papierfolie o.ä. sinnvoll wäre oder ob ausschießlich das einfüllen der flockenwolle zwischen das Holz ausreicht. ich hoffe auf eure tips und wünsche noch einen schönen tag
lg sandra



Vorsicht bei Schafwolldämmungen,



wenn die Schafwolle nicht chemisch (z.B. mit Eulan, einem giftigen Zeug) gereinigt ist, besteht große Mottengefahr. Ich kenne leider viele Bauherren, die anfangs der 90er Jahre auf die clever gemachte Schafwolldämmwerbung reingefallen sind und nun ein Haus voller Motten haben.
Nicht umsonst sind in Deutschland Schafwolldämmstoffe vom Markt verschwunden.



Außerdem



sollte man nicht vergessen, daß eine gute Schallisolierung nur mit schweren Materialien gewährleistet werden kann. Wir haben unsere Decken mit Lehmwickeln gefüllt, diese oben und unten dicht mit Strohlehm verstrichen, so daß die Stärke der Decke etwa 12 - 14 cm beträgt. Mal abgesehen davon, daß eine solche Decke auch reichlich Wärme speichert, ist es eine angenehme Ruhe im Haus - und wir haben zwei Kinder ...



Lehmfüllung



auch ich würde meine Decke mit einr Lehmschüttung versehen.
Blindboden einbauen und Strohlehm einbringen. Ist preiswert und hat sich seit vielen Jahrhunderten bewährt. Masse bringt die beste Schalldämmung, wenn die Statik das zulässt.



LEHMSCHÜTTUNG IN ZWISCHENDECKE; Schafwolle - Mottenschutz



hallo und besten dank ihr zwei experten! - ich hab die lehmvariante anfangs kurz mal ins auge gefasst aber dann wegen dem gewicht wieder verworfen, denke aber dass evt. eine leichtlehmschüttung möglich ist und werde diesbezüglich - dank eurer info - sicher genauere infos einholen um die dzt. geplante schafwolldämmung in zumindest den zwischendecken durch lehmschüttung auszutauschen.
übrigens: meines wissens wird in österreich wolle vorwiegend mit mitin ff (nicht mit eulan) imprägniert wobei ab september 06 die verwendung von mitin verboten ist und wolle stattdessen mit mystox mp mottensicher gemacht wird (erfüllt lt. info ökotex-kriterien) - habt ihr diesbezüglich genauere infos?!
herzlichen dank und liebe grüße aus dem südl. burgenland
sandra



Mottenschutz bei Schafwolldämmstoffen funktioniert eigentlich nur



mit chemisch hergestellten-leider auch giftigen- Mitteln. Mir ist bis heute kein gesundheitlich unbedenkliches,auch kein ökologisch hergestelles Mittel bekannt,das wirklich gut und langfristig funktioniert.



Drei Experten wären



sicherlich mindestens einer zu viel ...
Bei all den chemischen Mittelchen wäre ich skeptisch, warum wohl könnte etwas verboten werden, obwohl doch jahrelang verwendet!? Dann lieber Materialien verwenden, die sich seit Jahrhunderten bewähren, kein Sondermüll und wiederverwendbar. Sollte es mit der Statik eng werden: Wir haben unter einem Balken, der schon etwas angeknabbert war, einfach einen Raumteiler als Fachwerkkonstruktion mit Zapfen und Holznägeln installiert. Kann man prima Blumentöpfe und Bücher reinstellen - und sieht so aus als ob es schon immer so war.



LEHMSCHÜTTUNG ÜBERZEUGEND; GEWICHT WICHTIG-Erreichung?!



hallo nochmals, zunächst mal danke für die tollen und echt hilfreiche und raschen beiträge von euch - haben mich sehr zum nachdenken und suchen nach für uns praktikablen alternativen zur wolle angeregt. zumindest bei der dämmung der zwischendekcen ist die wolle mal "gefallen".
bei meinen "rasch"überlegungen und basierend auf euren infos hab ich nun an folgende, im vgl. zur wolle mit ca. 14 kg/m3 an eine mit nunmehr etwa 220 Kg/m3 schwere dämmung gedacht:
1 m3 lehm-holz-schüttung gemischt mit 1 m3 hanfhaaren (ist dies gammelsicher oder wg. der hanfhaare eine zugabe von Kalk ratsam?)
oder wäre eine Schüttung mit lehmgranulat und zugabe von Stroh besser - bis zu welchem verhältnis ist die strohbeigabe möglich um eine gute schallisolierung zu erreichen (wichtig um gewicht zu reduzieren).
eine kleine, aber wichtige anmerkung: die deckenbretter (durchschnittl. 10 cm breit) der rauhschalung sind an jedem tram (abstand 70 cm) mit jeweils zwei drahtstiften (durchmesser 3 mm, länge 70 mm) angenagelt und müssen auf alle fälle mal mind. 3 cm Lehmputz (auf stukkaturrohr) tragen, wieviel gewicht geht sich da bei der schüttung noch aus? oder sollten wir zusätzlich noch eine Befestigung der bretter an den trams anbringen (phhuuu: schweiss, nagelnagel)- wenn ja bitte ich um bekanntgabe der art bzw. des am besten zu verwendenten materials).
ich hoffe wieder auf eure tollen antworten und hilfreichen, nachvollziehbaren infos!
bis dann sag ich mal "mahlzeit"
lg sandra



Mahlzeit!



Sie sind ja wirklich hartnäckig! Also: Das Stroh im Lehm bringt die Wärmedämmung, weil viel Luft enthalten ist, der Lehm hat die Masse und bringt die Wärmespeicherfähigkeit und den Schallschutz. Verhältnisse entsprechend der Notwendigkeiten und Randbedingungen. Weitere Zusätze sind nicht notwendig, da der Lehm fast allem was er umschließt das Wasser entzieht sozusagen. Inwieweit Ihr Deckenaufbau belastet werden kann, kann hier nicht beantwortet werden, das weis ein Statiker vor Ort. Der weis auch, wie der Blindboden ausgeführt werden sollte, oder ob die Schüttung auf die Bretter geschüttet werden darf. Rieselschutz würde ich empfehlen. Fertig gemischte Schüttungen finden Sie gewiß unter dem Stichwort "Lehmbaustoffe" oder der gleichen. Da erfahren Sie auch, wie schwer die Schüttung genau ist. 220 kg/m³ sind allerdings recht leicht will ich meinen.
Warum wollen Sie 3 cm Putz auftragen?



Ausrüstungsmaterialien für Schafwolldämmungen



lt. unseren aktuellen öster. Unterlagen von der Fa. Daemmwool, wird weiterhin mit dem unbedenklichen Ausrüstungsstoffen Mitin (Harnstoffderivat) für den Mottenschutz und dem Flammschutzmittel Boralin gearbeitet.

Trotzdem gibt es wie bereits mehrfach angedeutet, wesentlich einfachere und wirkungsvollere Befüllvarianten.
Eine Kombination aus Masse und Dämmstoff sollte es sein und diese richtet sich stets nach der statischen Gegebenheit.
Wir setzen da eine den jeweiligen Prämissen angefertigte Holzlehmschüttung ein (fast trocken!!) und zusätzlich kann man dann unter den fertigen Dielenboden Zellulose oder die Holz-Lehmschüttung von KETHO einblasen.

Grüße ins Nachbarland

Udo Mühle



Und wie wird auf Dauer das faulen verhindert?



Alles organische Material fängt bei ausreichender Feuchte und der richtigen Temperatur an zu faulen.
Früher oder später entsteht dadurch auch Schimmel - gerade bei Schafwolle.
Deswegen war die "Einbauzeit" in Deutschland nur sehr begrenzt.
Und in Österreich ist das Klima auch nicht soviel anders.
Hören Sie auf den fachlichen Rat derer - die oben schon etwas kritisch dazu Stellung bezogen haben.