Bodenaufbau mit SGS

04.11.2009



Liebe Forumsmitglieder,

in den letzten Beiträgen kam wiederholt Fragen zum Bodenaufbau mit Schaumglasschotter in verschiedenen Varianten,wir möchten uns daran anschliessen und unsere Variante zur Diskussion stellen.

Wir haben im EG die Dielen im Esszimmer & Wohnzimmer entfernt, darunter waren Balken (Halbrund) und Hölzer in verschiedensten Varianten direkt im Erdreich (Lehm, nach unten zunehmend Kies, obendrauf Spreu mit Mäusenester und Mäusemumien)verlegt.
Die Fundamente sind (Bruch)Sandsteinmauern, darauf Fachwerk.
Wir haben nun ca 25cm ausgehoben (alles staubtrocken!) und wollen wiefolgt den Boden aufbauen:
- Schaumglassschotter direkt auf das Erdreich,
1.Schicht leicht einrütteln, Gesamthöhe ca. 20 cm
Oder ist hier doch ein Geovlies zwischen Erdreich/SGS
nötig?
- Geovlies auf den Schaumglasschotter, darauf neue
Lagerhölzer (ca. 5*6 cm)mit Filzstreifen obenauf
Lohnt sich hier die Verlegung von Lagerhölzern aus Eiche?
- Zwischen den Lagerhölzern Verfüllung mit
Schüttdämmung (5 cm), Zellulose oder Perlit, was ist
empfehlenswerter?
Daher auch das Geovilies damit es nicht in den SGS
verschwindet
- darauf "neue alte" Dielen
Ist nun eine Dampfbremse zwischen Dielen und Schüttdämmung zwingend erforderlich?
Haben wir irgendetwas übersehen? Probleme mit aufsteigender Feucht gab es auch beim alten Bodenaufbau nicht...

Vielen Dank für Eure Hilfe,

Djamila



Geofließ



wird empfohlen, damit sich das GSG nicht mit dem Erdreich vermischt. GSG sind ja kleine Kügelchen, sie werden durch ein Geofließ vor dem Abrutschen geschützt. Geofließ wird eigentlich überall dort verwendet wo sich verschiedene Materialschichten nicht vermischen sollen. Ganz klassisches Beispiel ist ein Reitplatz..

http://www.technopor.com/Anwendungen/perimeterdaemmung/unter_der_bodenplatte/

gibt einen Beispielaufbau. Anstatt der Betonbodenplatte kann man auch andere Materialien verwenden. Bei uns eben Dernoton. Betonplatten zu gießen im Altbau ohne Fundament ist keine so ganz gute Geschichte unserer Erfahrung nach, da sich Betonplatten gerne verselbstständigen.

Man kann im übrigen auch GSG als Schüttdämmung verwenden. Siehe hier http://www.liaver.com/index.php?id=18

Ich finde, dass GSG ein ziemlich genialer Baustoff ist. Vor allem kann man später keine 'Gammelprobleme' bekommen und man kann eine Belastbarkeit erreichen auf der sogar tragende Wände gestellt werden können.

LG Deborah



GSG



Vielen Dank für Ihre Information
ich wusste bisher noch gar nicht dass es auch rundes Schaumglasgranulat gibt.
Der Schaumglasschotter soll natürlich die Betonplatte entbehrlich machen, ist aber kantiger, verdichtungsfähirger "Schotter" unterschiedlicher Größe...

Mit freundlichen Grüßen,

Djamila



GSG



Hallo Djamila,
der Aufbau ist soweit ganz in Ordnung.
Ein Geotextil zur Trennung ist nicht erforderlich, Ihr wollt das GSG ja nicht wieder ausbauen.
Der Einbau in zwei Lagen mit Verdichtung ist auch in Ordnung, das Einrütteln bewirkt eine gute Verzahnung mit dem Untergrund, so werden Setzungen vermieden.

GSG sind übrigens keine "kleinen Kügelchen".
Zufällig habe ich eine Materialprobe der Fa. Technopor davon auf meinem Schreibtisch liegen.
Das Granulat der Fa. Liapor, das Deborah genannt hatte, ist für den Zweck über den wir reden nicht geeignet und nicht vom Hersteller dafür zugelassen.
Liaver nennt als Anwendungsmöglichkeiten den Einbau als lose, NICHT DRUCKBELASTETE Schüttung in Deckenzwischenräumen, in senkrechten Wandzwischenräumen und als Zuschlagstoff für gebundene Schüttungen, Leichtbetone usw.
Das Granulat von Technopor sind gebrochene,kubische Stücken mit 20-30 mm Kantenlänge, die sich durch ihre Rauhigkeit gut verzahnen.
Über die reden wir hier, setze ich mal voraus.

Ein Geotextil (oder eine Trennfolie) darauf, um das Einwandern feiner Dämmschüttung zu vermeiden, ist auch in Ordnung.

Dann wird das erste Problem auftreten:
Die höhenmäßige Ausrichtung und sichere Fixierung der Lagerhölzer auf der Trennlage.
Ich würde das mit einer Höhenausgleichsschicht aus Beton (ca. 6-8 cm) auf Trennfolie lösen.
Darauf können die Lagerhölzer sicher positioniert und fixiert werden.
Betonplatten "verselbstständigen" sich übrigens gar nicht gern.
Als Schüttdämmung zwischen den Hölzern ist Perlit die bessere Wahl.
Auch hier hätte ich eine Alternative anzubieten:
Stufenfalzplatten aus Holzweichfaser mit integrierter Traglattung für Dielung.
Trommel- und Pumpeffekte unter der Dielung werden so vermieden bzw. gemindert.

Viele Grüße

Viele Grüße



Betonplatte



Sehr geehrter Herr Böttcher,

vielen Dank für Ihre Information, wir haben natürlich den den kantigen Schotter (Geocell)gemeint.
Wenn wir eine 6-8cm Betonplaate einbauen wird es sehr knapp mit der Aufbauhöhe (oder mit der Dämmung), daher hoffen wir auf diese verzichten zu können. Die Holzfaserplatten mit Lagerhölzern sind in der tat sehr interessant. Wir werden uns hier mal nach örtlichen Lieferanten umschauen.

Mit freundlichen Grüßen,

Djamila