Schornstein

28.05.2006



Hallo,

ich habe massive problem mit meinem Schornstein.
Ich heize mit Holz (17% Feuchte vom Schornsteinfeger gemessen)
und habe dennoch mit versottungen zu kaempfen.
Selbst bei Aussentemperaturen von 18° sind die Abgase
am Schornsteinkopf einfach zu feucht: 70-80% bei 40°.

Nachdem ich dieses Jahr den Schornsteinkopf erneuern musste,
will ich das nicht noch einmal machen.

Warum sind die Abgase so feucht?

Was mich so wundert ist, dass der Schornstein sein
100 Jahren benutzt wird und das nie der Fall war.



Mehr Input:



Guten Abend Herr Exner
Ich bräuchte ein paar mehr Fakten:
wirksame Schornsteinhöhe?
lichter Schornsteinquerschnitt?
Schornsteinmaterial/bzw. Aufbau?
Kopfausführung?
Führung durch Kaltbereich?
Daten und Bauart der Feuerstätte?
Leistung?
Abgastemperatur?
Abgasmassestrom/Volumenstrom?
Nacheizfläche/Wärmetauscherart?

Schöne Grüße
J.F.Bartmann





> wirksame Schornsteinhöhe?
5.6 meter
aussenliegend

> lichter Schornsteinquerschnitt?
180 mm

> Schornsteinmaterial/bzw. Aufbau?
Ziegel

> Kopfausführung?
Ziegel

> Führung durch Kaltbereich?
ja, 2,6 m
Ist aber zur Zeit nicht relevant, da der Boden
auch 18Grad warm ist. Fuer den naechsten Winter
wird der Bereich im Boden und der Kopf noch waermeisoliert.

> Daten und Bauart der Feuerstätte?
> Leistung?

schwedischer Gussofen von 1905, Brennraum schamotiert
(foto kann ich heute abend liefern)
schaetzungsweise 4-5KW
Der Raum mit 80m³ wird jedenfalls schoen warm (>23°)

> Abgastemperatur?
180 bis mehr als 200°

> Abgasmassestrom/Volumenstrom?
das kann ich nicht messen, wie koennte ich es messen?

> Nacheizfläche/Wärmetauscherart?
der brennraum hat einen durchmesser von ca 20 cm
und eine hoehe von 50 cm. Wobei ich diesen
beim Heizen mit Holz nur zur Haelfte (sprich 2-3
Scheite) befuelle.

Mich wundert das insbesondere, da mein Nachbar
eine vergleichbare Anlage hat und bei 40° eine
Feuchte von nur 40% hat.



so sieht der Ofen aus



habe ich mich an die Community angemeldet, dann klappt
das auch mit dem Bild.

Achso, der Blumentopf steht natuerlich nur im Sommer
auf der Krone :-)





Hallo, da bin ich wieder.
Die wirksame Schornsteinhöhe ist in Ordnung, jedoch kann ich mit "außenliegend" nicht viel anfangen, das hieße außen am Gebäude, aber bei 2,6 m im Kaltbereich meinen sie wohl an der Außenwand, aber im Gebäude. Aber das spielt eigentlich keine große Rolle. Etwas ungewöhnlich ist der Querschnitt mit 18 cm. Ist der Schornstein ausgeschleudert worden? Bei einem Ziegelschornstein sind es meistens 26 x 26 (ca.) Licht Weite. Bei der Kopfausführung handelt es sich (hoffentlich) vermutlich um Kaminkopfklinker, also kein saugender Stein, der wäre sonst schnell am A.. kaputt.
Kaltbereich mit 18 Grad und 2,6m ist auch keine wirkliche Versottungsursache. Die Abgastemperatur wäre am Schornsteieintritt mit 200 Grad voll im grünen Bereich.
Beim Ofen wird es schon spannender. Der Feuerraum ist ziemlich klein, wenn sie den mit wenig Holz befüllen, und eventuell noch die Verbrennungsluft drosseln wird es nass und kalt im Schornstein weil sie für einen (vermutlich)ungedämmten Schornstein nicht mehr genug Abgasvolumen erzeugen, geht ihnen auch die Temperatur im Schornstein in den Keller. Möglicherweise sind die am Ofen vorhandenen Verbrennungslufteinlässe ohnehin zu gering für Holzbrand. Die alten Kanonenöfen waren auf Kohle als Brennstoff ausgelegt. Um es kurz zu machen: Die Abgastemperatur am Sch-Kopf muss mindestens 60 Grad betragen. Das heißt: Mehr und stärkeres Feuer machen, Holz muss schnell und sauerstoffreich verbrannt werden. Alternative: Taupunkt des Abgases senken, z.B. durch Nebenluftvorrichtung am unteren Reinigungstürchen (dazu Rücksprache mit dem schwarzen Mann notwendig) Möglicherweise ist der Schornstein auch durch Regen so durchnässt dass er gar nicht auf Temperatur kommt, dann wäre eine Kopfabdeckung ("Meidinger Scheibe") gut. Ob der Schornstein die letzten 100 Jahre nicht schon vor sich hingesottet hat ist jetzt wohl kaum noch fesstellbar, allerdings waren früher meist mehrere Feuerstätten und der Küchenherd das ganze Jahr in Betrieb. Somit war der Schornstein immer temperiert, hatte wenig Temperaturschwankungen und hat halt immer gezogen weil er warm war. Versottung ist meist ein Anzeichen von Fehlbedienung der Feuerungsanlage. Durch Anschluss einer weiteren Feuerstätte wäre ihr Problem vielleicht auch zu beheben. Die Länge des Verbindungsstückes zum Schornstein spielt vermutlich keine große Rolle, es sei denn es wären noch mehrere Umlenkungen vorhanden.
Die wahrscheinlichste Ursache ist aber ein zu schwaches Feuer.
Falls der Putz am Schornstein schon versifft ist muss auf jeden fall erst die Versottungsursache beseitigt werden, sonst können sie alle 4 Wochen streichen.
Also viel Glück bei der Ursachensuche und schöne Grüße aus dem verregneten Odenwald
J.F.Bartmann
P.S. Der Ofen ist übrigens sehr schön und auf jeden Fall erhaltenswert.



komisch ist es aber doch



Hallo, vielen dank fuer die schnelle Antwort.

Das ganze Problem beschaeftigt mich jetzt schon drei Jahre
und muss jetzt endlich geloest werden.

den Querschnitt von 18cm haben hier viele Hauser.
mit 'aussenliegend' meine ich genau das, was sie sagten.
Geschleudert ist der Schornstein nicht worden.

Als kaminkopf habe ich jetzt die ganz normale Klinker
von 1905 genommen, ich hatte KAGO-Steine drauf, aber das
war doch grosser Pfusch geworden, so dass ich das
kurzerhand abgerissen habe. Jetzt wird noch mit steinwolle
isoliert und dann verschindelt. oben kommt dann noch ein
Edelstahlplatte und das "Huetchen" drauf.
Der Kaltbereich wird auch noch isoliert.

Das ich oben 60Grad haben muss habe ich mit dem
Berechnungsprogramm aladin (ich glaube DIN4105)
auch schon ermittelt, aber um diesen Wert zu schaffen
muss ich ein richtiges schmiedefeuer machen.
Wenn die Holzscheite richtig schon durchgeglueht sind,
dann will ich doch die Waerme im Raum halten?

Was mich so besonders wundert ist, das mein Nachbar
sogar einen laengeren Schornstein hat und bei
40° austrittstemperatur nur 40%. Und der Ofen hat
einen noch kleineren Brennraum.
Wenn ich nur Kohlen auflege, dann habe ich eine
ebenso hohen Wert.

Heute kommt noch mal der Schornsteinfeger vorbei (wohnt
um die Ecke), so dass ich mal wegen der Nebenluftvorrichtung fragen werde.

Kann es sein, dass das eigentliche Problem der
Ofen ist, der einfach zu klein fuer den Schornstein ist?
Ich habe ja sogar noch einen zweiten von dieser Sorte,
den ich aber nicht immer im Betrieb habe.
Ich muss unbedingt noch mal messen, wenn beide Oefen
an sind.

anbei noch ein Bild vom feuerteufel zwischen den
Ofentueren.

P.S.: zum Messen habe ich mir Funk-Hygrometer angeschafft.
Die sind relativ selten, da die meisten Messgeraete
nur die Temperatur uebertragen. Somit kann ich beim Heizen die Werte pruefen :-) und muss nicht immer aufs dach



vielleicht liegts am Holz



sollte mind.3 Jahre getrocknet sein.Event.vorhandenen Bodenrost abdecken und Holz nur im Aschebett verbrennen.
Haben nach lesen des Buches "Feuer im Ofen-Glück im Haus " v.Eisenschink unseren Guß-Jotulofen entsprechend geändert und sind seitdem begeistert von Brenn/Zugverhalten und geringen Holzverbrauch.Haben von Ende Dez.bis Ende März 06 jeden Abend den Jotul angezündet und erst jetzt die Asche (1 Eimer) entfernt.Funktioniert wunderbar ohne zurückbleibende Holzreste, ohne typischen Brandgeruch des Ofen bzw.der Asche vor allen ohne Rauchentwicklung am Schornstein.Ist event.für Sie einen Versuch wert.
Viele Grüße aus der Eifel



erfolge - man glaub es kaum



Vielen Dank fuer den Buchtip, werde ich mir
unbedingt mal zulegen.
ich habe den Rost durch eine Platte deaktiviert,
die Zuluft kommt von vorne.
Allerdings nehme ich die Asche immer raus, da
der Schornstein so zieht, das sie nach ein paar
Tagen rausgeflogen waere.

ABER, DENNOCH ERFOLGE !!!
Unter der Feuerstelle ist noch ein Geschoss und
der Keller - der Schornstein geht noch ca. 6 meter
in die Tiefe bis die Klappe kommt.
Nach Rueckfrage beim Schornsteinfeger habe ich das
Stueck unter dem Ofen abgedichtet - ganz simpel
mit zwei Lagen steinwolle.
Danach hatte ich traumhafte Werte: 60°C/33%RH bei
einem kleinen Feuerchen. Ich beobachte das jetzt
noch mal die Tage und werde noch mal meine Erfahrungen
zusammenschreiben.
Es muss also irgendwo im Keller noch ein Loch geben,
oder es sind die Verwirbelungen beim Gaseintritt in
den Schornstein gewesen, obwohl der eintrittswinkel
stimmt.