Innenisolierungen

05.03.2008



Hi ich hätte mal eine frage zu Innenisolierungen
Es handelt sich um ein 1775 erbautes Haus
im 1 Stock und im Speicher Fachwerkaufbau
im Erdgeschoss Mauerwerk

hab mir schon einiges Durchgelesen
und ich finde die Isolierung mit 5cm Schilfrohrplatten
und dann Lehmputz hort sich am besten an
die Dämmwirkung von Schilf ist wohl nicht so gut aber ausreicht
meine Fragen Waren

Braucht Mann bei Schilf auf Fachwerk keine Dampfsperre
und hat jemand Langzeiterfahrung mit Schilfinnendämmung

würde mich sehr Freuen um Info



Schilfdämmung



Hallo Thomas,

Schildämmung ist gar nicht das schlechteste. Hierbei ist allerdings der Taupunkt zu beachten / zu berechnen. Schilfdämmung kann zwischen 2 und 10 cm angebracht werden, der Taupunkt muss im Lehmgefach liegen.

Je nach Stärke der Dämmung muss ein entsprechend dicker Ausgleichsputz innen angebracht werden, dann die Schilfmatten und abschließend die Putzschicht.

Eine Dampfsperre/-Bremse sollte nicht eingebaut werden.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Schilfdämmung 2



Hallo,

schließe mich der Meinung von Christoph an. Die Schilfmatten am besten in den feuchten Lehm pressen, dabei kann man ein Brett und Hammer zu Hilfe nehmen, damit sie hohlraumfrei im Lehm sitzen. Befestigung mit Tellerdübeln ist auch sinnvoll. Keine Schlag- sondern Schraubdübel verwenden, sonst fällt dir das Gefach noch raus! Befestigung hängt aber grundsetzlich von deinem Untergrund ab!

Gruß Rainer



Schilfdämmplatten...



...stehen wir eher kritisch gegenüber!
Wesentlich bessere Systeme sind am Markt und auch für den Selbstbauer einsetzbar.
Wir empfehlen da Holzweichfaserdämmsysteme, aber eben nicht die mit N+F, sonder die mit Stufenfalz.
Dabei geht es uns nicht um die Nichtverwendung der Schilfprodukte schlecht hin, sondern um deren Handling, Verschnitte, Qualitäten usw.
Die Holzweichfasersysteme sind bei weitem überlegen und auch die Werte sind viel besser.

Was die Problematik mit dem Taupunkt betrifft, stimmen wir aber vollends mit zu.
Berechnung des Wärmedurchganges sollte unbedingt erfolgen!
Und dann auf das Ganze eine Wandheizung verlegt, mit Lehm verputzt und ein super Ergebnis ist zu erwarten.

Diffusionsoffene Bauweise mit HWF bedarf keiner Dampfsperre, denn dies wäre tödlich! Auch bei Schilfdämmung nicht.

Handwerklicher Gruß

Udo Mühle



Ich habe gute Erfahrungen ...



wenn auch noch nicht wirklich 'Langzeit'.
Meine beiden 24er Giebel im DG (Massivzziegel) habe ich mit jeweil 5cm Schilfdämmung in Lehm + Wandheizung versehen.
Udo's Bedenken bezüglich der Handhabbarkeit kann ich teilen - wenn ich gewerblicher Verarbeiter wäre.
Als Privatmann fällt die Zeit nicht ganz so ins Gewicht - der Preisvorteil überwiegt hier m.E. (10€/m² die 5cm Claytec-Matte).
Solange man keine komplizierten Schnitte machen muss (ich hatte Schrägen und Fenster zu meistern) sollten die Verarbeitung aber auch flott von der Hand gehen.
Dafür habei ich mir wohl die Finger mehr zerschunden ... mit Blut gebaut quasi ;-)





Danke schon mal für die Schnellen Antworten und Anregungen

Das mit dem Schilf sehe ich genauso wie der Jens
Die kosten sind fiel geringer als die Holzweichfaserdämmung
Und der Größeren Zeitaufwand für die Arbeit falt nicht ins gewicht da ich eh vorhab viel selber zu machen

Sehe ich das richte das man für die Schilfrohrplatten
Einen Lehmputz auf das Fachwerk auftragt
Dann die Matten Andrückt
mit Dübel befestigt (reicht es wenn man wie bei einer Styroporisolierung zwei Dübel in die Mitte und an jeder
Ecke einen Dübel Überlappen zur nächsten Platte also 6 Dübel Pro platte oder braucht man mehr
und bringt man die Dübel an den ausfachungen Lehm ? Stein oder an den Holzbalken an)
ist einen Wandheizung an Außenwände aus Fachwerk echt sinnvoll
oder eher schädlich für die Wand hab ich auch irgendwo gelesen

Grus Thomas



Zur Verarbeitung



Claytec empfielt 5 Befestigungspunkte pro m². Ich bin da etwas paranoider und habe die Dübel nach eigenem Ermessen reichlicher verteilt.
Ansonsten wird es genau so gmacht wie von Rainer Schenk beschrieben. Viel Erfolg!



Schilf contra Weichfaser



Wer als Selbstbauer Schilfdämmung verschafft und einmal daran denkt, daß die Dämmeigenschaften schlechter sind als bei Holzweichfaser, der sollte auch daran denken, daß man sich einmal eine Wärmedurchgangsberechnung erstellen lassen sollte.
Naturdämmstoffe sind kein Garant für hohe Sicherheit, was Schimmel, Fäulnis, Schädlingsbefall etc. betrifft.
Außerdem sind die Anbindebereiche der Dämmebene sehr kritisch und sehr sensibel auszubilden.
Ein guter Fachbetrieb stößt da bereits teilweise an seine Grenzen!
Wie sieht das dann erst beim Do it yourself-Fachmann aus?

Desweiteren ist bei der Verlegung auch darauf zu achten, daß die Halmrichtung waagerecht erfolgt, damit nicht der sogenannte Abrutscheffekt beim Verputz entsteht.

Verdübelungen stets fest mit dem Untergrund und niemals auf die Herstellervorgaben vertrauen (wenn möglich immer mehr!!) und auch auf die unterschiedliche Untergrundbeschaffenheit muß mit geachtet werden.
Holzkonstruktionen, Lehmausfachungen, minerlische Untergründe usw.
Demzufolge auch stets unterschiedliche Dübelauswahl und -tiefen.

Eine Wandheizung auf den Innenseiten der Außenwände macht immer Sinn. Alternativ, wenn die erst benannten Flächen nicht ausreichen, können zusätzlich Innenwandbereiche mit hinzugezogen werden.

Ich hatte einmal eine Baustelle in Jena zur Besichtigung, da fielen plötzlich die Schilfmattenstücke von der Wand, trotz dessen, daß es eine angebliche "Fachfirma" verbaut hatte! Trotz Dübelung!!!!!!

Aber Sie scheinen ja Fachmann genug zu sein, um objektiv zu entscheiden, ob eher schwabberige Schilfrohrdämmungsplatten anzubringen leichter erscheint oder das Anbringen von Holzweichfaserdämmungen zu teuer sich definiert.

Unsere Kunden gestehen uns bisher alle ein, daß die Variante mit Stufenfalzplatten von DHD Doser wesentlich angenehmer, zügiger, akurater und auch handlicher zu Verarbeiten sind.
Und die thermischen Werte sind dazu auch noch besser.

Handwerklicher Gruß

vom Lehmbauer



@Udo: Das liest sich ja ...



fast wie eine Warnung vor etwas Bösem, was Du hier aussprichst.

Klar brichst Du eine Lanze für Holzweichfaser - Du hast Deine
Erfahrungen sicher auf vielen 1000m² Wandfläche erworben.
Sicher ist Holzweichfaser auch der Mercedes unter den Dämmstoffen.
Aber so problematisch wie Du die Schilfdämmung hier darstellst
ist sie sicher nicht. Das sage ich - mit Verlaub -
mit einer Erfahrung von gerade mal 20m² - ohne Abrutscheffekt
und mit falscher Halmrichtung ;-)

Wir Selberbauer sind jedoch wohl leidensfähiger als
profesionelle Verarbeiter. Zeit ist nicht unbedingt Geld -
dafür ist letzteres meist chronisch knapp. Ich glaube die Materialkosten
von HWF-Platten bewegten sich vor einigen Jahren in doppelter Höhe gegenüber Schilfplatten.
Ich würde mich wundern, sollte es jetzt anders sein.
Genau *das* ist für viele aber auschlaggebend - das ich vielleicht 2 Tage
länger für den den Einbau brauche nehme ich in Kauf!

Und:
Wir reden hier nicht von billigen Produkten (im Sinne vom Geld in der Tasche).
Wer sich wie wir für eine Bauweise mit Naturprodukten entscheidet muss manche
Kröte schlucken, denn es ist nun einfach mal teuer!

Und:
Daß jedes Produkt korrekt verarbeitet werden muss, das versteht sich
wohl von selbst - insofern kann ich Dein Pseudoargument der abgefallen Schilfplatten
in Jena hier nicht gelten lassen.

Verstehe mich bitte nicht falsch, ich achte Deine Kompetenz und
Erfahrung auf diesem Gebiet und will Dir diese auch nicht absprechen!
Manche Dinge sehe ich halt aus einer anderen Perspektive.



Schilfisolierung



Wir haben unser gesamtes Fachwerkhaus innen mit Schilfmatten isoliert! Natürlich gut befestigt, geschraubt. Aber wichtig: Die Schilfmatten mit einer Lehmschlämme getränkt, um den Lehmaufbau der Außenwände durchgängig von innen nach außen zu gewährleisten - die Fachwerkbalken danken es uns seit 10 Jahren! Holzweichfaserplatten kamen bei uns nicht in Frage, da wir bewußt nur mit Lehmbaustoffen gearbeitet haben.

Gruß

R. Lehner





Hallo Richard
Ein Wunder schönes Haus Was ihr da Habt





Hallo
Udo Du hast da schon recht die Wärmeisolierung mit Holzweichfaserdämmsystemen ist Bestimmt um einiges Besser
Das Problem ist Das es einiges An Quadratmetern Werden und Schilfmatten sind doch Günstiger ich denk auch über Holzweichfaserplatten nach

Das muss ich mir aber Noch Durchrechnen wenn ich die Genaue Flache habe
Und auch noch einen Fachmann dazugezogen habe
Und ein richtiger Leihe bin ich auch nicht ich hab einige Hauser von Außen mit Vollwärmeschutz Verarbeitet





Das ist ein spannendes Thema mit der innenisolierung.
Ich habe als Verarbeiter seit 10 Jahren nur positive Erfahrung mit der Schilfrohrisolierung gemacht und bislang noch keinen einzigen Schadensfall. In letzter Zeit aber fordern immer mehr Kunden den Einbau von Holzweichfaserplatten. Ich habe bis jetzt die Finger davon gelassen aus Respekt vor der Taupunktproblematik, eben weil die besagten Platten ja viel höher dämmen als Schilfrohr. Wer hat hier Langzeiterfahrung und kann davon berichten ? Wärmedurchgangsberechnung schön und gut. Laut Aussage von Claytec lassen sich für den in meiner Praxis oft vorkommenden Fall der Bruchsteinwand nur Werte vermuten... wer schon mal so eine Wand im Querschnitt gesehen hat weiss warum. Abgesehen von unregelmässigen Fugen besteht so ein Wandaufbau im Kern oft aus Mauerwerksresten .
Noch ein Argument gegen die HolzPlatten: In Verbindung mit einer Wandheizung sind jene deswegen problematisch, da wir es hier ja mit wesentlich dickeren Auftragsstärken auf der Platte zu tun bekommen , bei einer Überdeckung der Heizschlangen von min 1 cm und einer Rohrstärke von 15mm kommen da gerne 30mm Putzstärke zusammen. Wenn ich die Hersteller richtig verstehe ist aber nur eine max. Putzstärke von 10 mm erlaubt.Gibt es hier Erfahrungen ?