Lehmputz auf Blockbohlenwand

17.01.2005



Die massive Blockbohlen-Aussenwände, mit zu erwartenden Setzungen von 2-3 cm pro Geschoss (lt. Hersteller ca. 1%) sollen nach Wunsch des Bauherrn teilweise mit einer Wandflächenheizung ausgestattet und anschliesend mit Lehm verputzt werden. Der Hersteller empfiehlt eine Vorsatzkonstruktion = aufwändig und teuer.
Gibt es jemanden mit Erfahrungen bezüglich Lehmputz auf Untergründen wie Blockbohlen-Wände o.g. Setzungsverhalten.
Klaus Peter Baubiologe-Lehmbauer



Blockbohlenwand



Hallo Klaus Peter,

die vom Hersteller angegebenen 1% sind mit Vorsicht zu betrachten. Wenn dem Haus und somit dem Holz nicht genügend Zeit zum 'Setzen' und Anpassen an die Umgebung gegeben wurde, sind Schwindungen bis 20cm (über gesamte Länge) möglich.

Es stellt sich außerdem die Frage, warum eine solide Blockbohlenkonstruktion verputzt werden soll. Für den Einbau einer Wandheizung sollte man eine das Schwinden aufnehmende Wandscheibe integrieren. Über eine steife Unterkonstruktion aus Lattung ist dies schlecht möglich. Ich würde eine 2cm Schilfrohrmatte als zusätzliche Wandscheibe vorziehen; diese ist durch ihren Aufbau in der Lage, Bewegungen des Holzes aufzunehmen, ohne sie an die Putzschicht weiter zu geben. Die Randbereiche der Wandscheibe sollten nicht auf diekten Stoß gearbeitet werden, um ein 'Arbeiten' der Scheibe zu garantieren.

Viel Glück



Wandheizung / @ Uwe Berghammer



Hallo Herr Berghammer,

las gerade, daß Sie im März in Bayreuth einen Vortrag halten über Wandheizungen.

M.E. stehen die grundsätzlichen Vorteile der Wandheizung außer Frage. Das Prinzip wird jedoch von großen Teilen des Heizungsbauer-Gewerbes aus diversen, häufig diffusen Gründen abgelehnt.

Ein Aspekt innerhalb dieser ablehnenden Haltung ist häufig der Wärmeverlust der Wand. Gibt es dazu - speziell für Fachwerk - Vergleichsrechnungen gegenüber anderen Prinzipien, als Simulation oder auch in situ?

Gruß aus BS

Bernd