Holzschalung beim Dachausbau

25.11.2003



Ich habe vor einige Zeit einen alten Bauernhof (Hackenhof) in Niederösterreich (Weinviertel)geeerbt. Nun ist ein neues Dach dringend notwendig. Der Dachdecker hat mir nahegelegt das Dach gänzlich mit Holz zu Verschalen. Bringt das wärmetechnisch wirklich soviel bzw schaffe ich eine ähnlich gute Wärmedämmung auch ohne Verschalung. Ist der Aufpreis von 3500€/~180m² wirlich gerechtfertigt? Vielen Dank! Grüße!



Unterdach



Guten Tag Herr Salcher,

es ist nicht so sehr die Wärmedämmung im Winter, die hier verbessert wird. Einige andere Eigenschaften des Daches werden verbessert: der Schutz vor sommerlicher Hitze, die Sturmfestigkeit und damit die höhere Sicherheit vor Niederschlag im Schadensfall, der Wasserablauf auf einer zweiten Ebene bei undichten Falzen, Schlagregen oder gesprungenen Ziegeln, die Sicherheit vor Schmelzwassereintritt.
Es hängt aber auch von der Dachneigung und der Art der verwendeten Ziegel ab (steht in den Dachdeckerrichtlinien). Letztendlich gibt es auch noch die lokalen Bautraditionen. Was machen denn so Ihre Nachbarn ? Der Preis scheint in Ordnung zu sein, meine Ausschreibungsergebnisse liegen zwischen 32.-- und 43.-- DM /m² je nach Schwierigkeit und Größe. Ohne Unterdach brauchen Sie eine Folie, die billigste ca. 4.- €, dazu Ortgangverbretterungen und Traufbohlen, also so gewaltig wird der Mehraufwand für ein besseres Dach nicht.
Viel Erfolg !



Preisbewurf!



Sind wir nun im EURO-Zeitalter oder im DM-Denken! Bei modernen Dachkonstruktionen benötige ich heute keine Folien mehr, das beweisen die immer mehr ausgeführten wetterfesten Unterdachkonstruktionen aus Holzweichfaserplatten mit N+F. Abhängig immer vom gewählten Dachbelag natürlich! Danach eine Vollsparrendämmung und innenseitig mit einem Winddichtungspapier bespannt und mit Naturlatex verklebt. Ein guter Kontakt wäre in Österreich die Fa. Pellito, Hr. Gurtner, 07753-3328. Sagen Sie Ihm von mir beste Grüße und Sie werden sehen, daß dies eine gute Lösung für Sie sein könnte. Grüße aus der wunderschönen Oberlausitz von einem Lehmbauteam, Die Lehmwerk-ARGE.



Holzschalung



Sehr geehrter Herr Salcher,
ich denke Ihr Dachdecker hat Ihnen die Holzschalung nicht wegen der Wärmedämmung nahgelegt.
Der Grund ist vermutlich darin zu sehen, daß die Holzschalung einen sehr guten Beitrag zur Gesamtstabilität der Dachkonstruktion leistet und auch die Ziegeldeckung wesentlich besser und dauerhafter auf ein Dach mit Schalung anzubringen ist.
Der Rat ihres Dachdeckers ist augf jeden Fall gut für Ihr Bauwerk.
Viele Grüße Johann Müller



Vollschalung



Hallo,
für eine Vollschalung aus Holz spricht der sommerliche Wärmeschutz und die stabilität der Konstruktion. Leider ist diese Konstruktion zu Teuer. Holz & Bahn kosten ca an Material 6€.
Eine 22mm Holz-Weichfaser-Unterdachplatte kostet nur 4,50€ an Material und ist beim Verlegen auch günstiger, da mehr Fäche und nur ein Arbeitsgang nötig. Der sommerliche Wärmeschutz ist eben so gut wie Holzschalung. Die Wärmedämmeigenschaften sind besser als bei der Holzschalung.
Bei den Preisen in meiner Region kostet ein Weichfaserplattenunterdach ca 2500,00€ inkl Steuer.



Ist ein Unterdach zwingend erforderlich



Beim Ausbau eines alten Dachgeschoßes soll die Deckeung da diese noch sehr gut ist erhalten werden. Das Aufbringen eines durchgängigen Unterdaches ist alos nicht möglich.
Nun sagt der Dachdecker, dass eine Ausfphrung OHNE Unterspannbahn nicht zulässig und nicht dem Stand der Technik entspricht.
Stimmt dies?? Ist nicht auch eine Unterspannbahn in den einzelnen Sparrenfeldern denkbar?? oder kann darauf verzichtet werden und die Ausführung ist trotzdem den Vorschriften entsprechend??
Über eine qualifizierte Antwort würde ich mich sehr freuen.
Danke



Unterspannbahn



Sehr geehrter Herr Krämer,

in NRW (ich muß das soweit einschränken) ist mir zumindest keine Vorschrift bekannt, die in der Art einer eingeführten technischen Baubestimmung die Eindeckung mit Unterspannbahnen verlangt.
Allerdings gehen die Dachdeckerrichtlinien hiervon aus, deren Charakter aber mindestens umstritten ist.

Letztendlih liegt es in Ihrer eigenen Verantwortung als Bauherr, ob Sie den Bedenken Ihres Dachdeckers stattgeben oder sich darüber hinwegsetzen wollen. Dann sollten Sie das aber aus Haftungsgründen auch deutlich und schriftlich tun, damit der armee Mann nicht bluten muß für etwas, was er nicht zu vertreten hat.

Gruß