Innendämmung verschiefertes Fachwerkhaus

26.09.2009



Hallo!

Ich möchte unser verschiefertes Fachwerkhaus aus dem Baujahr 1894 von innen dämmen und gleichzeitig den Schallschutz verbessern.

Ist-Wandaufbau von innen nach außen:

Tapeten/Fliesen
ca. 1 cm Putz
ca. 12 cm Balken aus Nadelholz
ca. 12 cm Ausfachungen aus Ziegeln und hauptsächlich aus Lehm
Holzverschalung ca. 4 cm
Verschieferung (keine Hinterlüftung!)

Ich möchte innen eine Dämmung anbringen, die auf jeden Fall den Schallschutz verbessern sollte. Hier bin ich auf Gipskarton oder Gipsfaserplatten gestoßen, die mit einem Abstand von ca. 4 cm mittels Federschienen an der Wand befestigt werden. Der Zwischenraum zwischen den Schienen wird dann mit Mineralwolle gedämmt. Dies soll dann über 10 dB Schallschutzverbesserung geben.

Welche Dampfbremse müsste dann am besten verwendet werden?

Wäre es am besten die Dampfbremse zwischen zwei Gipskartonlagen anzubringen?

Was nicht geht:

- keine brennbaren Materialien (3-Stöckiges Mehrfamilienhaus!) z.B. aus Holzwolle.
- Materialien, die schwer sind (Statik+Kosten!)



Link zu einer möglichen Innenschale mit sehr guter Schallschutzverbesserung



http://www.rigips.de/download/planen_bauen/32150.pdf
(dient nicht der Werbung, sondern nur der Demonstration eines möglichen Aufbaus)



Schon wenn ich.....



Rigips lese und höre werde ich aggressiv. Was ist denn hier los? Alles nur noch voller Energieberater, Baumarkt Bastler und Unfähiger. Wir schreiben uns oft den Arsch wund, dass dieser Pfeffer zu vermeiden ist. Und warum ?
Aber naja, baut mal alle schön euer Rigips, Gelbe-Elendwolle und blaue Super Sperrfolie sd > 100 ein. Helfen können wir eh nicht. Das können nur Energieberater, die sind bestens ausgebildet von der Staatspropaganda.:-)

Ronny



Moin Peter,



wohnst du an ner lauten Straße? In Sachen Schallschutz wären erstmal die Fenster dran....dann weitersehen und -hören.

Du Glücklicher hast noch Lehm, also mach so weiter z.B. Schilfmatten & Lehmverputz, Lehmbauplatten - Schallschutz kriegst du zuallererst durch Masse.

Für konstruktive Antworten zu Rigips & Co. versuchs lieber bei "bau.de".

;-) Boris



@Boris



Ja ich wohne an einer Straße mit hoher Verkehrsdichte. Daher muss der Schallschutz dringend verbessert werden.

Derzeitig ist der Schallschutz eine Katastrophe, weil die Wand sehr dünn ist. Fenster schließen gut und sind Doppelfenster mit Argonfüllung. Da die Fenster erst 15 Jahre alt sind, sollten sie noch nicht ausgetauscht werden.

@ Ronny

Ich las hier im Forum, dass der Sd-Wert bei Sichtfachwerk im Bereich von 2,5 liegen sollte. Bei mir hingegen liegt kein Sichtfachwerk, sondern eine Verschieferung (ohne Hinterlüftung) vor. Ist dort mit ähnlichen Dampfbremsen zu arbeiten? Der Systemhersteller empfielt eine "feuchteadaptive Dampfbremse". Ist dies sinnvoll oder nur teurer?



Hallo Peter,



du könntest mal einen Fensterbauer fragen, ob er z.B. bei dir im Schlafzimmer lediglich das Glas tauschen könnte, bzw. nur die Flügel.
Es gibt unter der Bezeichnung "Phonewell" recht dünne Platten, die gute Werte bringen sollen, habe ich aber noch nicht mit gearbeitet.
Gegen die Vibrationen von schweren Lastern wirst du allerdings schwerlich was ausrichten können....

Gruss, Boris



so ungern ich es sage,



aber in diesm Fall hilft nur Masse, d.h. Gewicht.

Statik und Kosten sind nicht dramatisch..das wars.

Gruß...J.



@Boris



Phonewell scheint eine Wellpappe zu sein. Leider brennbar und daher nicht geeignet. Die Innendämmung soll die Brennbarkeit des Hauses reduzieren statt erhöhen. Die Innendämmung auf Basis von Gipskartonplatten (z.B. in der schwereren Feuerschutzausführung), Stahlfederprofilen und Mineralwolle ist wohl das sinnvollste für diesen Einsatzweck. Oder gibt es andere kostengünstige Alternativen, die ebenso nicht brennbar sind? Und welche Dampfbremse ist empfehlenswert?



schwere Lösung



@ Jürgen

Zumindestens müssten schwere Lösungen, die also noch über die 10-15 dB der Schwingabhänger/Stahlprofillösung + GKB 12,5 mm -Lösung hinausgehen auch im Trockenbau errichtbar sein.

Das Haus wird während der Bauarbeiten in einer Wohnung weiterhin bewohnt. Zudem soll keine Trocknung erforderlich sein. Lösungen mit viel Feuchtigkeit wie Lehm etc. fielen weg auch wenn der das Kriterium der Unbrennbarkeit erfüllt.

Man könnte natürlich auch statt einer Lage GKB 12,5 mm zwei Lagen GKF 12,5 mm verwenden. Das ist dann etwa drei Mal schwerer. Die Platten wiegen dann etwa 20 kg/m². Dazu noch die Unterkonstruktion mit 40 mm Mineralwolle und den Profilen. Die Gesamtmasse läge dann bei etwa 25 kg/m² bei einer Verbesserung von über 15 dB.

Das Gewicht der derzeitigen Wand liegt bei ca. 130 kg/m².

Müsste dann zur Verbesserung um 15 db bei einem monolithischen Baustoff nicht das Gewicht der Wand um ca. 150% also ca. 200 kg/m² steigen?

Dass die tiefen Frequenzen nicht ausfilterbar sind, ist mir bekannt. Störend sind aber vor allem PKW im mittelfrequenten Bereich.

Das wäre für meinen Fall keine geeignete Lösung. Zumal dann der Wärmeschutz nicht wesentlich verbessert würde. Eine dicke Lösung kommt wegen der Kosten, Wohnraumverluste, Fensteranschlüsse etc. nicht in Frage. Es muss schon eine sehr schlange Lösung sein.

Als Trockenbaualternative gibt es auch noch Mineralwollelamellen, die direkt auf die Wand geklebt werden und auf die dann die Gipsplatten geklebt werden. Da ist nur die Schallschutzverbesserung nicht so gut und die Lösung ist nicht vollkommen trocken.

Die Billigvariante ohne die teuren Spezialstahlprofile mit einfachen Dachlatten wie im Dachausbaubereich üblich, kommt auch aufgrund des Schallschutzes wohl nicht in Frage.



@Peter



Phonewell is Pappe mit Sand drin, Rigips ist Pappe mit Gips drin - was brennt besser???

Im Kopp am besten vorne Stroh und hinten Sand - wenns brennt brauch man nur nicken.....

;-) Boris



B1 versus A2



@ Boris

http://www.wolf-bavaria-systeme.de/TechDaten.html

Phonewell ist leider B1. Daher nicht geeignet.



Und ausserdem,



isses nur für Trittschalldämmung... hatte ich falsch abgespeichert.

Danke für den Hinweis, Boris