Sanierung vom Fachwerk bei Feuchtigkeitsschäden



Sanierung vom Fachwerk bei Feuchtigkeitsschäden

Hallo Allerseits, ich habe da ein Problem mit meinem Fachwerkhaus Bj. 1992 von ehem. PMF.
Ich höre schon, wie hier welche aufstöhnen, aber es ändert nichts an der Tatsache, das dieses Haus ein sehr Schönes ist, und wir bis jetzt sehr zufrieden sind. Und von einer Baracke mit deren Klima möchte ich dieses Haus auf gar keinen Fall vergleichen!
Was bei unserem Haus jetzt ist, sind wohl versteckte Baumängel der Firma, teils auch hervorgerufen durch Abdichtungen mit Silikon, was ja nun im Holzbau eigentlich gar nichts zu suchen hat. Denn Wasser kommt rein, man kann halt kein Schirm übers Haus stellen, nur muß auch die Möglichkeit gegeben werden, dass dieses wieder raus kann! Und das ist hier nicht der Fall, unter anderem auch durch das Silikon.
Jedenfalls habe ich beim Fassadestreichen diese größere Schadstelle entdeckt, welche mein Zimmermann nun ausbessert. Es ist nicht die erste Stelle an so einer Stelle im Fachwerk, aber ich kann ja nun nicht jeden Winkel öffnen lassen, um zu schauen, ob noch alles in Ordnung ist.
Deswegen meine Frage an die Fachleute hier im Gewerke, gibt es Möglichkeiten, um solche Schadstelle eher zu entdecken, wie vielleicht durch Röntgen, Ultraschall oder dergleichen. Bäume werden jetzt ja auch so untersucht. Und wer, bzw. welche Firma bietet so etwas an? Oder welcher Fachmann kann zum Fachwerk aussagekräftige Meinungen bilden?
Desweiteren, wie kann ich, außer mit offenporiger Lasur, verhindern, das sich so etwas wiederholt? Sicherlich kann man es nicht grundsätzlich verhindern, aber die Ausmaße verkleinern.
Zum Schaden muß ich noch erwähnen, das nicht das erste Brett vom Leimbinder betroffen war, sondern das Zweite, und bei diesem Schaden, auch das Dritte.
Ich würde mich über sachdienliche Hinweise und Vorschläge freuen, und bitte keine abwertigen Meinungen zur Firma PMF, oder dann EPH, oder allgemein zum Fertigteilhaus, denn vom Prinzip her ist jedes Fertigteilhaus ein Fachwerkhaus, entweder man sieht das Fachwerk, oder ist verkleidet.
Im übrigen Verkleidet, wenn ich jetzt von außen Schalung in Form wie die Schwedenhäuser anbringen möchte, also die gerundeten Spundbretter ( komm grad nicht auf den Namen), muß ich da was beachten bei meinem alten Fachwerk?
Aber das wäre das allerletzte Mittel, um nicht mein/unser Haus entsorgen zu müssen.
Mit besten Dank erst einmal im Voraus!



Feuchtigkeitsschäden von Außen


Feuchtigkeitsschäden von Außen

Hallo D. Riegger, Fotos vor der Sanierung habe ich leider keine, man sah ja auch kaum was. Das hatte mich eben auch so erstaunt, das dann so ein Schaden zum Vorschein kam.
Es ist die Nordseite, also da, wo kaum Sonne, außer ganz in der Früh, rankommt. Ich habe diese Seite im August jetzt mit Lasur gestrichen, und bei dieser Ecke stellte ich fest, das irgendwie die Struktur des Holzes anders war. Und so stocherte ich mit dem Schraubenzieher, oder -dreher, und er verschwand im Gebälk. So holte ich mein Zimmermann, welcher dann diese Stelle öffnete, siehe Foto. Es ist wirklich nur Wasser von Außen, weil es eben nicht abgeleitet werden konnte durch die Silikonabdichtung der Fuge vom Werk her. Und so nahm eben die Verottung seinen Lauf, wer weiß wie lange schon. Der Querbalken ist ein Leimbinder aus 5 Brettern, deswegen meinte ich, dass das erste von Außen in Ordnung war, und das zweite wie auch das dritte Brett zersetzt war. Was man jetzt auf dem Foto sieht, ist das vierte Brett, welches wieder in Ordnung oder nur leicht angegriffen ist. Der senkrechte Balken ist wohl ein ganz normaler Balken, also kein Leimbinder. Und in ihm ist eben auch das Wasser rein, was man ja an der Verfärbung sieht.
So, mit der Baracke meinte ich manche User hier im Forum, welche die Häuser von PMF als Baracke mit unmöglichem Klima und als Zugbude verstehen wissen wollen. Was ich nach über 20 Jahren Wohnzeit hier in diesem Haus ganz und gar nicht bestätigen kann. Gut, ganz Winddicht ist es nicht, aber für ein Holzhaus ist das mal nicht schlecht, es lüftet eben besser. Und gefroren habe ich auch bei Minus 25 Grad hier in unseren Breiten darin noch nicht! Und das Klima hier drinnen ist auch immer gut, da kenn ich ganz andere Häuser in Massivbauweise, wo es total trocken und ungemütlich ist. Aber wir schweifen vom eigentlichen Thema ab....
Erst einmal vielen Dank, das Sie sich Zeit genommen haben, mir zu antworten!
Mit freundlichen Grüßen Lausi1261



intakte Eckverbindung


intakte Eckverbindung

So sieht eine noch intakte Eckverbindung aus, hoffe ich jedenfalls. Denn die Schadhafte, von den anderen Fotos, sah auch nicht viel anders aus.



Durch...



...die (wie ich zu erkenne meine) Dickschichtlasur bleibt das Holz von Außen lange optisch intakt, während es von Innen schon völlig vergammelt sein kann. So haben Sie ja Ihren Schaden auch erst durch Zufall entdeckt, wie Sie selbst sagen. Ich würde in Zukunft auf Dickschicktlasuren verzichten und was "undichterem" arbeiten. Dickschichtlasuren dichten weitestgehend ab. Dann haben Sie den "Silikoneffekt" direkt auf dem Holz. Zudem erkennt man auf dem nächsten Bild (das mit der "intakten" Ecke)ohne Ende Spalte zwischen Holz und Mauerwerk. Da läuft das Wasser rein (in den schmalen Spalten wird es förmlich eingesogen), aber nur schwer wieder raus. Schon gammelt es. Wie sind denn die Gefache ausgemauert? Was ist das Türkisfarbene auf dem einen Foto? Kunststoffdämmung? Und darüber nur Blender?



Spalten


Spalten

Diese Spalten, das ist auch meine Vermutung, das es daran liegen kann.
Denn so wie Sie es schreiben, ist es wohl wirklich, Wasser kommt rein, aber nicht wieder raus. Und das dass Kondenswasser ist, glaub ich nicht wirklich. Erstens ist das Fenster darüber vom Schlafzimmer, wo kaum geheizt wird, und dann durch 2cm starke Fermacell Platten im Inneren mit Diffusionsfolie zum Holz abgedichtet, wo soll da die Feuchtigkeit herkommen. Wenn es ein Bad wäre, ok., da ist es auch deutlich wärmer.
Nun ist diese Stelle freigelegt, und schon nach 3 trockenen Tagen ist das Holz spürbar trockner geworden.
Ja, diese Dickschichtlasur, diese ist vom Werk her aufgebracht worden, ich selber nehm nur offenporige Lasuren. Das Holz glänzt jetzt nur, weil ich es wirklich erst vor zwei Wochen gestrichen habe, mit dieser Lasur.
Dann diese Ausmauerungen im Gefache. Es wurde eine Masse über der bläulichen Platte gegossen, darin wurden dann die ca. 3cm stärken Riemchen gedrückt, so das es aussieht, als sei es gemauert. Im Winter sind diese Spalten nicht da, da ja das Holz quillt, diese sind wirklich nur bei warmen Temperaturen da. Und das bzw. die Masse mit den Riemchen arbeitet gar nicht, hart wie Beton. Und das ist wohl der Knackpunkt.
Was macht man da, womit könnte ich diese Spalten dichtbekommen? Aber wiederum nicht so dicht, das auch wieder keine Feuchtigkeit entweichen kann. Welchen Kompromiß könnte man da eingehen?
Wie haben die das früher bei den alten Fachwerkhäusern gelöst, auch da wurden die Gefache doch ausgemauert. Sicherlich hatten die auch ganz andere Holqualität....
Mit besten Dank nochmals für Eure Rückmeldungen, vielleicht ergibt sich doch noch ein Lösungsweg. Auf alle Fälle werde ich trotzdem im Winter die Möglichkeit der Schwitzwasserbildung beobachten! Wie macht man das am besten? Mit einer Wärmebildkamera?



Wenn...



...das blaue da tatsächlich Styropor ist, ist die Sache eigentlich klar. Wie der Vorschreiber schon sagt, die Wand ist starr und absolut "dicht", da wird rein gar nichts an Feuchte gepuffert, gespeichert oder reguliert. Das heisst, die Spalten um die Balken sind, und das völlig egal ob durch Kondesation von Innen oder durch Beregnung von außen (an der Stroporgedämmten Wand fällt im Winter übrigens auch von außen massig kondeswasser an, das die Fassade hinunter bzw. in alle Ritzen läuft, da brauch es überhaupt keinen Regen) ständiger Schwachpunkt, da einzig atmender Part im Bauteil. Was hier Abhilfe schaffen könnte, weiss ich als Laie auch nicht, einfaches Abdichten mit den üblichen Mittelchen wird nicht weiterhelfen, das geht nach kürzester Zeit durch die Dehnung/Schrumpfung des Holzes kaputt und das Problem ist wieder da, vielleicht noch schlimmer als vorher



Oje



na vielen Dank erst einmal für die doch nützlichen und nachdenkenswerten Hinweise!
Der Wandaufbau besteht so. Auf den Holzbalken, also dem Wandgerüst, wurde die Folie draufgemacht, dann zwei Lagen Fermacell als Innenabschluß befestigt. Danach die Wand im Werk gedreht, in den Gefachen dann ca. 8cm Styropur, das weiße, darauf das blaue, eine Hartschaumplatte o.ä., dann die Masse, worin die Riemchen gedrückt wurden. Und ihr habt alle Recht, alles Materalien, welche keine Feuchtigkeit, egal woher, aufnehmen und regulieren kann.
Na mal sehen, wie ich meine Sanierung nun weiter machen kann. Auf alle Fälle nochmals vielen Dank, und fals jemanden noch was einfällt, mann kann hier bestimmt noch seine Meinung dazu äußern!
Mit freundlichen Grüßen aus der Lausitz



Ich sehe nicht...



... wie so etwas langfristig funktionieren soll. Es hat wohl seine Gründe dass diese Firma nicht mehr existiert.

Ich würde da eine hinterlüftete Vorhangfassade mit zusätzlicher Dämmung davorhängen solange das Tragwerk noch intakt ist. Dann ist natürlich nichts mehr mit Sichtfachwerk, aber das ist ja ohnehin "pseudo".