Sandsteinhaus-Fassadendämmung ! UNSICHERHEIT ! Energieberater

23.02.2014 Benno1982



Hallo ZUSAMMEN !

Wir wollen ein EFH kaufen und sanieren.

Es handelt sich um Massivbauweise.

Stockwerke :

EG = ist praktisch der Keller
1.OG = 1. Stock der Wohnfläche
2.OG = 2. Stock der Wohnfläche
DG = wird nicht ausgebaut

Die Wände vom EG und 1.OG sind 50cm dicke Sandsteinwände(Außen und innen verputzt)
Die Wände vom 2.OG sind 24cm Dicke Beton-Hohlblockwände(vermutlich)
2.OG wurde später aufgestockt, deshalb der Unterschied der Außenwände

Am letzten Freitag hatte ich Termin mit dem KFW-Energieberater (EB).

Fenster werden getauscht, es kommen Fenster mit Uw-Wert besser als 0,95 Wm2K rein.
Also Passivhausfenster nach Vorgabe des EB's.

Der Dachboden wird mit 24cm Mineralwolle_WLG 035 gedämmt.

Nun zu meinem Sorgenkind, die Fassade !

Hier soll ich min. 14cm WDVS_WLG 032 ringsum draufpacken.

Ich wollte ja die Fassade gar nicht anrühren, aber der EB meinte sofort,
wenn ich die Fenster neu mache und die Fassade nicht dämme, würde ich sofort Schimmel bekommen !

Ich kann das aber nicht so ganz glauben und im Netz gibt es auch genügend gegenteilige Argumente.

Komme selber aus der Baubranche !
(eigenes Fliesengeschäft und habe auch schon einiges gesehen)

Dashalb meine Frage an Euch :

Hab Ihr ähnliche Fälle bzw. könnt Ihr mir da ein paar Erfahrungen berichten.
Bin für jede Meinung/jeden Ratschlag dankbar !

Gruß

Benno



Energieberatung



Grundsätzlich hat der EB recht und es ist auch eine Vorgabe der KFW-Förderrichtlinien, das der U-Wert der Fenster nicht besser sein darf als der U-Wert der Wand. Es gibt sonst die erwähnten bauphysikalischen Probleme. Deshalb gilt es immer, zuerst die Wanddämmung zu bedenken und dann erst die Fenster.

Zudem erkaufen Sie sich die Energieeinsparung durch den Austausch der alten Fenster mit den 10-12fachen Kosten, da der Anteil der Fenster an der Fassade i. M. nur 10% beträgt, der U-Wert aber immer noch um das vierfache schlechter ist als der einer gedämmten Wandkonstruktion und der Preis eines (Kunnststoff-) Fensters mit dem Uw-Wert von 0,95 in der preiswertesten Version immer noch das 3fache eines entprechend preiswerten WDVS kostet.

Es spricht also alles dafür, erst einmal die Gebäudehülle zu dämmen, z.B. auch die oberste Geschossdecke oder das Dach und sich dann Gedanken über den Fenstertausch zu machen.

Das Problem bei diesen ganzen Energieberatungen ist, das die Eignung der EB leider nicht nachprüfbar ist. Der EB sollte im Grunde Architekt oder Bauingenieur sein mit vertieften Kenntnissen der Altbaukonstruktionen verschiedenster Baualtersklassen. Er muß zudem den Ist-Zustand des Gebäudes erkennen und beurteilen können und eventuell vorhandene BAuschäden (Feuchtebelastungen) auf ihre Auswirkung im Zusammenhang mit einer energetischen Sanierung beurteilen können.

Leider wird in den meisten Beratungen nur eine Dämmungsmaximierung betrieben ohne auf das eigentliche Objekt mit seinen speziellen Anforderungen einzugehen.

Was auch den Umfang einer normal finanzierten Beratung sprengen würde, da der Auftraggeber -Sie- sonst wesentlich mehr für eine BEstandsanalyse und eine wesentlich umfangreichere und detaillierte Vorplanung ausgeben müsste.
Wozu die meisten Bauherren nicht bereit sind.

Sie sollten die Eignung des EB also einmal überprüfen, nur jemanden nehmen, der nach BAFA-Standard berät und die erwähnten Qualifikationen nachweisen kann.



überhaupt sinnvoll...



..... alles zu dämmen?

Der EB kommt von KFW /BAFA.

Grundsätzlich frag ich mich halt ob ich überhaupt neue Fenster reinmache und die Fassade dämmen soll.

Bedeutet das mit den Fenstern im Umkehrschluss, dass wenn ich keine Außendämmung aufbringe, ich keine hochdämmenten Fenster einbauen darf?

Soweit ich mich erinnern kann, heißt es doch immer man soll Sandstein nicht einpacken.

Am liebsten würde ich den Putz der Fassade wegstemmen und den schönen Sandstein zum Vorschein bringen.

Aktuell sind 2-fach verglaste Kunststofffenster drin.
Keine Wand macht auch nur den Anschein nach Schimmel.

Bin hin und hergerissen, weil der EB voll auf die Dämmschiene fährt und man aber im Netz genug Berichte findet, die sagen das Dämmung eigentlich Sch.....
ist.

Wenn ich Fenster und Fassade nicht dämme und das Geld für Heizung und Solar ausgebe, finde ich kann man auch einiges rausholen.

Bin gespannt auf Eure Antworten.

Gruß

Benno



Sandsteinhaus - dito



Hi Benno, wir haben genau das gleiche Thema, auch Bauernhaus gekauft, Bj. 1922, Sandstein - dieser allerdings unverputzt. Wollen außen auch nicht verputzen, überlegen aber evtl. wg. einer geeigneten Innendämmung. Aber es tut mir weh, etwas auf die Hausmauer zu Kleben und Dämmung muss immer verklebt werden.
Wir sind inzwischen so weit, die Fenster (20 Jahre alt, funktionieren alle top, 2fach verglast) zu lassen, da das Haus nie die top-Isolierung erreichen wird und die Fenster die dann auch nicht brauchen / sollen. Das sah auch der Energieberater so. Fassade lassen, Fenster lassen (außer wg. der Optik ersetzen), Innendämmung mit Kalziumsilikatplatten, darauf Kalkputz (ohne Zementbeimischung!), evtl. auch Lehmputz, alles kapillaroffen.
Aber ja, es ist sehr schwer.
Und kommt ein anderer Fachmann, erklärt er anderes. Jeder hat ja auch seine Vorliebn.
Wünsch dir alles Gute und die richtige Entscheidung zu finden!
LG, Heidi





Mich würde halt mal interessieren warum ich wirklich dämmen soll ?

Das Haus steht schon über 100 Jahre.

Es sind 2-fach verglaste Fenster drin und Heizkörper.
Nirgends Schimmel oder ähnliches zu sehen.

Bevor ich nun für Fenster und Fassade jeweils knapp 20.000€ ausgebe, will ich erstmal alles hinterfragen.

Das ein Fenster nicht besser sein soll wie die Fassade klingt für mich nachvollziehbar.

Aber laut EB soll ich eh eine Lüftungsanlage einbauen.
Die könnte ja auch dafür sorgen, wenn ich nur neue Fenster reinmache, dass der Luftaustausch gesichert ist.

Dann wirds wohl auch keinen Schimmel geben ?!

Fakt ist halt leider, dass man 10 Fachleute fragt und jeder sagt was anderes.

Wenn ich mir die VIDEOS von Hr.Dipl.Ing. K.F. anschaue,
bin ich davon überzeugt gar nichts machen zu müssen.

Wenn ich die 20.000€ der Fassadenkosten auf meine Heizungsanlage oben drauf packe,
kann ich Heizungs- und Trinkwasser unterstützte Solaranlage einbauen lassen.

Im ganzen Haus kommt eh eine nagelneue FBH rein.

Die Woche muss ich zur Bank wegen dem Finanzierungsplan und bin total verunsichert was ich machen soll.

Danke

Gruß

Benno



Was dämmen ?



moin,
paar Überlegungen zu eurem Vorhaben :
1. Fenster neu machen ist zwar löblich , vielleicht tuts aber auch ein Glastausch ? Oder Austausch gegen neue 2fach isos - gern in Holz ;-) - ; gibt die kfw bei "Einzelmaßnahmen" zwar nicht her . Spart aber die
2.Fassadendämmung ( Fenster nicht besser als Fassade ?!
Die Ersparnis bei Fassadendämmung nicht nicht sonderlich erheblich , könnte auch bei irgendwann nächster anstehender
Sanierung gemacht werden - vielleicht ohne Styro-WDVS ?

3.Dachbodendämmung meint hoffentlich die Oberste Geschoßdecke , hier ist im Vergleich die höchste Einparung zu erwarten - im Vergleich Aufwand/Kosten
4.Heizungssanierung kann wirtschaftlicher sein als Fassadendämmung
5.Wenn kfw , denkt über ein Effizenzhaus nach , 100 oder 130
gibt ähnliche Konditionen , aber mindert die Anforderungen (zB.Fenster!), braucht aber EB ,der's rechnen will/kann !
viel Erfolg
Jürgen Kube



Hab ich mir auch schon überlegt...



... nur 2fach verglaste Fenster reinzumachen.
Da wird der EU wahrscheinlich ausflippe. :-)

Mit Dachbodendämmung mein ich oberste Geschossdecke.

Bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube beim Effizienzhaus ist immer Fassade dabei.

Die bestehende Heizung ist aktuell eine Ölheizung mit Festbrennstoff Unterstützung.... d. h. Ich kann zusätzlich zum Öl auch Holz dazugeben.

Gruß



Du bist der Bauherr



und davon würde ich mich nicht abbringen lassen. In erster Linie solltest du dein Haus, dein grundgesetzlich und grundbuchlich verbrieftes Eigentum, so behandeln wie es dir gefällt. Und wenn du eine Sandsteinsichtige Fassade möchtest, dann mache sie auch so. Weder die KFW noch der EB übernimmt Verantwortung für die Baumaßnahmen, die dir nahegebracht werden. Und wenn ich das schon höre, eine Zwangsbelüftng einzubauen wenn die neuen Fenster zu dicht sind, was für ein Unsinn soll das eigentlich sein? Mach das Haus äußerlich genau so wie du es haben willst, und nur die damit vereinbaren energetischen Maßnahmen würde ich vornehmen (Heizung, Böden, zum Ganzen passende Fenster). Vergessen wird immer, dass nicht nur das Heizen Kosten verursacht. Auch eine Lüftungsanlage will gewartet werden, braucht Strom, ein WDVS will regelmäßig gestrichen werden usw....



Mich würde halt mal interessieren warum ich wirklich dämmen soll ?



Weil du sonst keine Förderung von der KfW bekommst ;-)

Wir haben aufgehört, über KfW nachzudenken, als wir erfahren haben, daß man einen Energieberater beauftragen muß.

Wenn Fenster erneuert werden müssen, sollten sie auch erneuert werden und da 3-fach Verglasung kaum noch teurer ist als 2-fach, warum dann nicht die "Bessere" nehmen?



"Müssen" muss man eigentlich wenig



... nur wenn man halt loslegt und auch noch Fördergelder und vergünstigte Kredite mitnehmen möchte, dann muss man sich halt an die damit verbundenen Spielregeln halten...
Ob und wie und wann sich was finanziell "rentiert", sollte Dir ein unabhängiger Energieberater eigentlich nachvollziehbar vorrechnen können, das ist sein Job... Diese Vorgehensweise ist jedenfalls allemal besser, als zusammengeklaubte Videos aus dem www zu schauen, die per se keine objektive Informationsquelle sein können, wenn sie schon mit einem gewissen Grundgedanken gedreht worden sind... Als Endergebnis sollte da dann auch irgendwas in Euro und Cent und nicht in Prozenten stehen...

Dass es auch keine einfach abzuarbeitende Liste mit Maßnahmen gibt, ist wohl durch das erlebte Beispiel mit dem Zusammenwirken von Fenstern und Fassade klargeworden... Bei dem angedeuteten Betrag von 20.000 Euro wird wohl ohnehin das eine oder andere vom Wunschzettel verschwinden müssen...

Nach dem groben Eindruck durch Deine Schilderung scheint "Heizung" und "Dämmung der obersten Geschossdecke" vom Kosten/Nutzen-Faktor her am sinnvollsten zu sein... eine "alte" nicht optimierte Öl-Feststoff-Kombi dürfte wohl vom Gesamtenergienutzungsgrad bei rund 60% ankommen, bei der Deckendämmung, die man üblicherweise wohl auch selber durchführen kann (dann gibt's allerdings die Förderung nur wieder mit Problemen) frage ich mich allerdings, wie die genannten 240mm zu rechtfertigen sind...

MfG,
Sebastian Hausleithner





Hallo,

das ist im Prinzip erst einmal DEINE Entscheidung. Nicht die des EB, noch die sonstiger Experten. Ich persönlich finde es eher unsinnig mit einem Altbau auf Teufel komm raus Passivhaus-Standard erreihen zu wollen. Dämmen geht so ins Geld dass es sich rein vom Geld her kaum oder gar nicht lohnt. Ich habe mich für das Minimum entschieden (KfW Denkmal = 160) weil mir die Vermeidung von Schäden wichtiger war als das letzte an Dämmung rauszuholen.

Zudem darfst du nicht vergessen wie das Aufbringen einer dicken Außendämmung das Aussehen des Hauses verändert. Auch zu beachten sind die Dachüberstände, oftmals muss dann nämlich auch noch das Dach angepasst werden.

Ich würde, wenn für dich die Wände nicht zu kalt sind und es wirklich nirgendwo Schimmel etc gibt, auf eine Fassaden-Dämmung verzichten. Ich habe für den subjektiven Kuschelfaktor gedämmt und weil ich eine Wandheizung wollte. Wichtig sind Kellerdecke und oberste Geschossdecke.

Viel Erfolg.

LG,
Tina



Dämmwahn



Also ich bin ebenfalls großer Fan von Konrad Fischer und bin auch sicher, dass der gute Mann in vielen Punkten Recht hat und behält.

Dieser Dämmwahnsinn hat schon einige Schäden verursacht, ich würde das Risiko nicht eingehen.

Zu deiner Fassade:

Einfach den Putz runterkloppen ist nicht, dazu solltest du vorher eine Genehmigung beim Bauamt / Denkmalamt einholen, nicht überall ist nämlich auch alles erlaubt. Oft wird einem ja auch vorgeschrieben mit was man sein Dach zu decken hat, ähnlich ist es mit der Fassade oder Farben an der Fassade.

Zur Dämmung:

Frage dich einmal, warum du dämmen sollst: Um Energie zu sparen. Nun geh das Problem doch an der Wurzel an:

- wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass es sich für den Menschen in Räumen mit warmer Wandfarbe durchschnittlich 2 Grad Celsius wärmer anfühlt, als mit einer kalten oder weißen Wandfarbe. Alleine da hast du schon ein enormes Einsparpotential.

- des weiteren ist für dein Wärmeempfinden das Klima hauptsächlich verantwortlich. Feuchte Luft lässt sich schlecht heizen und es fühlt sich kälter an, als wenn du ein ausgeglichenes Raumklima hast. Also klatsch dir Lehmputz an die Wand, erstens bekommst du wunderschöne warme Farben und zweitens ein bombastisches angenehmen Wohlfühlraumklima. Abgesehen davon absorbiert der Lehm auch so manche Gerüche.

- aus eigener Erfahrung kann ich dir eine träge Wandheizung empfehlen. Mein Vater (Architekt) hat sich an der Ostsee eine "Versuchswohnung" gebaut. Die Wohnung ist von vorne bis hinten "offen" (Glasfronten) und wird lediglich durch eine auf ca. 21 Grad warme Wandheizung "auf Temperatur gehalten". Diese Wärme wird mittels eines Luftwärmetauschers erzeugt, was ca. 600€ Stromkosten im Jahr ausmacht. Für die Gemütlichkeit und die ganz kalte Jahreszeit gibt es noch einen Kachelofen.

- Böden: Laminat und dergleichen fühlen sich immer kälter an, als echtes Holz. Gutes Laminat kostet lockere 25€/m², für 18,90€/m² bekommst du schon fertig geschliffene Fichtendielen in B Qualität (mehr Äste, sonst top). Für 22,50€/m² bekommst du verleimte Bambuspaneele, die sind härter als Eiche und sehen auch schick aus.

Es gibt sicherlich noch sehr viel mehr Bereiche in denen du deinen Wärmebedarf optimieren kannst, das sind also nur einige Beispiele. Ich bin überzeugt, dass du auf eine Außendämmung getrost verzichten kannst, wenn du im Innenbereich konsequent auf natürliche und atmende Baustoffe setzt. Die Kosten dafür sind auf keinen Fall höher, aber deine Lebensqualität wird sich eher steigern, als wenn du dich in Plastik einbaust und künstlich belüftest.

By the Way: Ich bin nur ein einfacher Steinmetz, habe aber durch meinen Vater und meine Berufserfahrung und eigene Projekte ein wenig Erfahrung. Ich baue mir selbst gerade eine Altbauwohnung aus und setze auch dort konsequent auf natürliche Materialien. Wobei ich das auch wegen des Einsparpotentials mache.

Dach dämmen macht natürlich Sinn, aber auch da solltest du dich mal schlau machen. Eine Freundin hat neulich mit Holzwolledämmung gedämmt, interessanter Stoff - aber bin da noch nicht eingearbeitet, daher kann ich dazu keinen Tipp geben.

Liebe Grüße,

Till





Der Energieberater hat sich eindeutig für Dämmung ausgesprochen beim letzten Telefonat.

Er meinte, solange der Sandstein trocken ist, kann man den ohne Bedenken dämmen.

Nur einer feuchter Sandstein wäre nicht dämmbar.

-------------

Nächstes Problem :

Die eine Hauswand (15 Meter) ist auf der Grundstücksgrenze.
Hier dürfte man nur mit Mineralwolle dämmen, wegen Brandschutz.

Zudem ist der Spalt zwischen meiner Hauswand und der des Nachbarn nur ca. 60cm breit.

Wie soll man da ein Gerüst reinbekommen, bzw. überhaupt vernünftig arbeiten können ?

Also, wenn ich da nicht dämmen kann, kann ich es auch gleich lassen.

Nur 75% der Fassade zu dämmen macht ja keinen Sinn, oder ?

Grüße

Benno

----------


kurze Zwischenfrage :

Wir wohnen zur Zeit im Neubau :

- Wände 24cm Poroton T14... keine Dämmung
- Fenster alle 3-fach verglast
- Heizfläche ca. 280qm ( mit FBH und HK in manchen Räumen)

Gaskosten pro Monat : 230€

Ist da okay ???



Was soll der Energieberater auch anderes sagen?



Er trägt die Verantwortung dafür, daß Sie die EnEv einhalten und dafür eine Förderung bekommen. Die Frage ist doch: wie wichtig ist Ihnen diese Förderung?

Auch für den Sandstein wird es erst gefährlich, wenn er durch Tauwasser-Ausfall naß wird, weil falsch gedämmt wurde. Solange nicht gedämmt wird, oder verhindert wird, dass sich Tauwasser absetzten kann, hast du auch mit dem Sandstein kein Peoblem.



oft



wird der Sandstein ja erst durch das Aufbringen von Dämmung nass. Wenn Sie jetzt schon so viele Zweifel haben würde ich die Finger davon lassen, und mir ggf. einen anderen Energieberater suchen, oder noch besser: Einen Architekten, der nicht von der KfW-Bank eine Provision erhält. Mit einem Architekten machen sie auch ohne Dämmung mit alternativen Modernisierungsmaßnahmen etwas schmuckes aus Ihrem Haus. Mit der schönen Sandsteinfassade!





Habe zum Glück einen Architekten in der Verwandschaft...

er meinte, er würde es erstmal nicht einpacken.
Klar hat der nix berechnet oder so, aber der ist sehr fit in seinem Beruf und hat auch schon einiges gesehen.





Na da kann es doch nicht besser sein. Auf den Rat des Architekten hören und an anderer Stelle versuchen Energie einzusparen. Dann ist doch alles prima.

Ich bin übrigens in einem Haus welches komplett aus Sandstein gebaut ist aufgewachsen. Wir hatten keine Dämmung drauf, das Klima im Haus war immer sehr angenehm und innen wurde an einer Giebelseite der komplette Putz abgenommen und der rote Sandstein war sichtbar, was einfach wunderschön war. Vielleicht bin ich auch deshalb Steinmetz geworden? Wer weiß das schon...

Ich wünsche viel Erfolg und Glück und Freude am neuen Haus!





Wenn ich keine Fassade dämme, bedeutet das aber im Umkehrschluss, dass die 3fach verglasten Fenster auch nicht nötig sind ?



3-fach verglaste Fenster



.. sind meines Wissens nach Standard im Passivhaus. Wenn man diesen Standard nicht anstrebt, sind diese Fenster auch nicht nötig. Zumal bauartbedingt diese Fenster oftmals sehr dicke Kunststoffrahmen haben, keinerlei Sprossen und so auch nicht immer ästhetisch passend sind. Wenn es neue Fenster sein sollen, würde ich doppelverglaste Fenster nehmen, die fachgerecht eingebaut und abgedichtet werden.



3-fach Verglasung...



...beschlägt von Außen, 2-fach Verglasung beschlägt von Innen - wir haben uns für Ersteres entschieden, wobei es wohl auch eine spezielle Beschichtung gibt, die das Beschlagen verhindern soll.





Einfachglasfenster sollen ja laut Herrn Konrad Fischer auch ausreichen und sogar besser sein, da überschüssige Feuchtigkeit im Raum immer am kältesten Bauteil kondensiert.

Doppelglasfenster halte ich dennoch für ok, allerdings im Altbau nur dann, wenn es Holzfenster sind. Mit Kunststoffenstern habe ich persönlich sehr schlechte Erfahrungen gesammelt, vor allem was die Qualität und die Stabilität angeht.

Holzfenster sind auch einfach schöner und ihr Geld wert. Zumal man diese ja Streichen kann, wenn Kunststoffenster mit der Zeit vergilben oder dreckig werden, wird es schwer diese wieder "schick" zu machen...

Die beste Dämmung, so hat man mir gesagt, sollen allerdings Kastenfenster bringen. Wäre ja eventuell auch passend zum Bauwerk?

Da sollen aber ruhig die Spezis was zu sagen, ich kann auch nur aus meinen Erfahrungen in meinen bisher bewohnten Wohnungen berichten...



Wärmedämmung



http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Waermedaemmung_ja-nein.pdf





Wenn ich es richtig gelesen und verstanden habe,

dann ist eine 10cm Dämmung vollkomen ausreichend ?

Welche Heizung würden Sie dann für meinen massiven Bau empfehlen ?
igentlich soll ja überall FBH rein...

Nach meiner Interpretation bräuchte ich dann eine träge Heizung für meine dicke Sandsteinwand... mit ca. 10cm Dämmung



Dämmung



Schade!
Was Sie verstanden haben sollten ist das jedes Haus, jede Baumaßnahme individuell aber ganzheitlich betrachtet werden sollte.
Keine Ahnung was Ihr Haus braucht, ich kenne die Gegebenheiten nicht.
Dazu braucht man jemanden der diese Gesamtheit im Auge behält und die Fachleute dafür untereinander koordiniert, also einer der das alles- und nicht nur die Dämmung einer Außenwand- im Griff hat. Ein sanierungserfahrener Planer mit Blick für Ganze und kein Schmalspurspezialist.





Ich habe das schon so weit verstanden,
dass alles aufeinander abgestimmt sein sollte.

Ich frage mich halt aber auch, warum der EB von min. 140mm WDVS spricht,und eigentlich zu 160mm geraten hat, obwohl anscheinend max. 120mm ausreichen ?

Er hat bei sich selbst 200mm drauf.....

Man könnte meinen die bekommen Provision von der Industrie...





Über diese Zusammenhänge können Sie sich jede Menge Videos bei Youtube anschauen - und zwar von beiden Lagern.

Da gibt es massig Reportagen und spannende Vorträge zu exakt diesem Thema.

Ich persönlich würde mich nie und nimmer in so ne Plastikhaut mit künstlicher Beatmung einpacken lassen wollen.

Fakt ist eins: Die EnEV ist was, was den Menschen mit seinen Bedürfnissen völlig außer Acht lässt. Die Verbesserungsvorschläge die ich oben genannt habe sind im Vergleich von Kosten zu Nutzen heller Wahnsinn... Wenn man allein mit der Wandfarbe den Raum GEFÜHLT 2 Grad wärmer bekommt, dann spart man wahnsinnig viel Energie - und streichen muss man eh. Schlussendlich geht es ja um ihr Gefühl und nicht um das, was das Thermometer anzeigt... Ähnlich ist es ja auch mit dem genannten Lehmputz Bodenbelägen usw.

Was Herr Böttcher über die Holzofenfetischisten schreibt mag ja aus umwelttechnischer Sicht absolut richtig sein. Aber wenn ich mir überlege, dass eine Freundin von mir ihr Holzhaus (mit dünner Torfdämmung, die zum Teil zerbröselt ist und ohne gedämmten Dachstuhl und mit teils defekten Kastenfenstern, ca. 120m²) aus den 30er Jahren mit einem Schwerkraftofen ebenfalls aus dieser Zeit das ganze Jahr mit 600-700 Euro beheizen kann (und da ist´s warm!), dann frage ich mich ernsthaft ob wir wirklich auf dem richtigen Weg sind. Ein neuer Ofen hätte sicherlich eine noch wesentlich bessere Leistung - ich mag gar nicht drüber nachdenken.

Umwelttechnischer Blödsinn ist allerdings auch der Dämmwahn, denn was bei der Produktion von dem Zeug an CO2 in die Luft geblasen wird, spart man laut manchen Berichten am Ende auch gar nicht ein. Mal abgesehen davon, dass ihre Erben das Zeug mal irgendwann wieder abkratzen dürfen, wenn es nicht nach zehn Jahren von alleine abfällt. Soll ja vorkommen - man schaue sich einfach mal die Berichte an und unterhalte sich mit so manchem Gewerk was man so auf Baustellen trifft. Erst heute hat mir mein Heizungsbauer einiges von diversen Schäden und erhöhtem Energieverbrauch in neu gedämmten Häusern berichtet.

Liebe Grüße...

PS: Herr Böttcher: bitte nicht als Angriff werten, ich finde es toll, dass Sie diese PDF zur Verfügung stellen, es war interessant zu lesen und mit vielem gehe ich absolut konform!





Hier mal einige Berichte, der Einfachheit halber:

http://www.youtube.com/watch?v=JZGfE3VyUjQ

http://www.youtube.com/watch?v=OJ-XHHHZ8N8

http://www.youtube.com/watch?v=AWD0HeZLufM

http://www.youtube.com/watch?v=cHkK30uIfLY

Es gibt natürlich noch wesentlich mehr darüber zu sehen, einfach mal selbst schauen oder den angebotenen Links folgen.

Auch wenn es nicht direkt zu Ihrer Frage passt, sehr spannend finde ich diese Konstruktionen eines Schweizer Architekten:

http://www.youtube.com/watch?v=9wzqp7zXSkE


Viel Spaß!





Ich kann auch beide Lager verstehen und die Argumente beider Lager sind ja auch nachvollziehbar ....zumindest stellenweise ;-))

Es geht mir halt nur tierisch auf den Leim, dass ich hier auf wildfremde Menschen hören muss/soll und gar nicht weiß, ob das, was die erzählen stimmt.

Wenn ich dieses Jahr direkt das WDVS draufpacke, werde ich nie erfahren, ob es wirklich Sinn gemacht hat, weil ich keine Vergleichswerte ohne WDVS habe.

Das betrifft das oft genannte Raumklima, ebenso wie die Heizkosten.

Mit den Fenstern ist es ja genauso.
Lasse ich mir 3fach verglaste reinbauen oder nicht ?

Wenn ich in einem Jahr entscheiden sollte doch kein WDVS zu machen, dann waren die teuren Fenster auch für den A.... !

Das ist halt sau nervig, wenn man jetzt schon alles nur wegen der Finanzierung festlegen muss.

Die Bank sagt ja nicht, "ach wir finanzieren jetzt mal den Anfang Herr..... und wenn Sie nächstes Jahr noch die Fassade machen wollen, können wir ja noch einen Kredit von 25.000€ separat aushandeln"



Guter Ansatz!



Wohne doch ersteinmal eine gewisse Zeit im Haus um dann eine Ahnung zu bekommen, ob ein WDVS etwas wäre. Nur: Ob es tatsächlich etwas spart kann man dir nicht vorrechnen. Für dein spezifisches Haus und deine spezifischen Bedürfnisse gibt es nämlich keine zutreffenden Tabellen. Das weisst du erst dann, wenn du eins drauf packst und auf den Kostenzähler guckst. Nur dann ist es ja zu spät. Du solltest vielleicht grundsätzlich abwägen, ob dir die Taube auf dem dach wichtiger ist als der Spatz in der Hand, soll heissen, das verlockende Versprechen einer nicht bezifferbaren Heizkosteneinsparung abwägen mit dem Ist-Zustand, wonach du jetzt eigentlich exakt weisst woran du bist. Denn dein jetziges haus müsstest du ja bis zu jedem einzelnen Ziegelstein kennen. Ich würde mir schon deshalb kein WDVS draufpappen, da mir niemand garantieren kann dass ich das System nicht in 10 Jahren wieder sanieren muss. Und dass ich kosten sparen werde garantiert mir natürlöich auch niemand. Ich weiss nur ganz sicher, dass mein Haus hinterher hässlich ist.

Was die Finanzierung angeht: Die sollte keinesfalls maßgeblich sein für die Art und den Ablauf deiner Sanierung! Suche dir einen fähigen Finanzberater, und die Kredite kommen so wie du sie brauchst, dafür ist der Mann da. Wir haben glücklicherweise so einen gefunden.





@ Bonotho: Ein guter Kommentar! :-)

Ich schrieb ja vorhin über das alte Holzhaus einer Freundin. Wie erwähnt, sind da einige Schäden und sie arbeitet sich da eben Stück für Stück durch. Sie hat zum Beispiel wegen der defekten Torfdämmung eine Holzwolledämmung außen aufgebracht. Die Lösung finde ich zwar nicht optimal und könnte im schlimmsten Fall auch für Schäden sorgen, allerdings macht sie halt Schritt für Schritt und spart sich teuere Finanzierungen.

Ich schrieb ja bereits vorher, dass man vieles zur Verbesserung in Eigenleistung beitragen kann - wenn man eben die Zeit und die Muße hat sich mit den Materialien zu beschäftigen.

Wenn du nach einem längeren Zeitraum merkst, dass es ohne eine Dämmung wirklich nicht geht (was ich stark bezweifele), dann kannst du dir mit Sicherheit für eine Fassadendämmung auch nachträglich Kredite und Förderungen an Land ziehen. Ein Jahr reicht dabei allerdings nicht aus, du solltest schon über mehrere Jahre beobachten. Was du bis dahin an Energie eventuell mehr verbrauchen solltest, steht ohnehin in keinem Vergleich zu dem, was eine Dämmung bzw. der Kredit dafür am Ende kostet - es sei denn die Energiepreise ziehen nochmals extrem kräftig an. Selbst dann brauchst du ja am Ende dann aber Energie...

Schau dir mal das Video mit dem Schweizer Architekten an. Einfach nur genial, gerade die Aufrechnungen über die Kosten und den Energieverbrauch finde ich hochspannend. Klar, das hilft dir mit deinem Haus nicht weiter, aber es wird dich definitiv inspirieren.

:-)



Lasse ich mir 3fach verglaste reinbauen oder nicht ?



Warum denn nicht? Bei uns war der Preisunterschied nicht wirklich relevant, also haben wir uns dafür entschieden. Schadet doch nicht und später doch austauschen ist dann tatsächlich teuer!



ENEV



An bonohto und Nooto:
Haben Sie die ENEV gelesen?



ENEV



lesen oder nicht lesen ist hier nicht die Frage …

sondern evtl auch: Verstehen … 

Wenn z.B. innert 10 Jahren amortisierbare Maßnahmen nicht gedeckelt sind, dann ist es nicht nötig … 

oder

… wenn mit anderen Mitteln die Einsparungen erreicht werden können … dann …

Wenn ich das so lese, werden keinerlei angedachte Maßnahmen sich innerhalb der 10 Jahre amortisieren … 

… dann der Glauben, dass man von der KFW was geschenkt bekommt … oder wenn man den alten Buddha zitiert sich dann an ihn anlehnen kann … ist KG-Niveau … wo wie das "Statement" … dies oder das sei eine "Verschwörungstheorie" ist auch so ein Todschlagargument … 

Dass sich die heutzutage gebauten oder eingesetzten Dämmfassaden in 20 Jahren in Luft auflösen ohne rückgebaut zu werden … ist auch nur ein rosaroter Traum … auch wenn es 300 m2 Ungerholztraumplatten sind werden die Entsorger und Müllraumbesitzer sich das vergolden lassen … und der Bauherr darf wie immer die Zeche zahlen … 

und das zusätzlich zu den evtl aufgetretenen Bauschäden die dadurch entstanden sind …

Mahlzeit … 

aber: Jeder ist seines Glückes Schmied … 

Ich würde keinerlei Dämmstoff verwenden, wenn man anders auch Sparen kann und trotz alledem eine warme Wohnung hat … ohne viel "warme Luft" … 

Tante Klara (die Sonne) machts uns vor … und die "Baumeister" vor uns haben das prima verstanden "mit der Sonne" zu bauen und nicht "mit der Industrie" … 
;-)

auf jeden Fall: Gutes Gelingen … 

FK



Danke



natürlich habe ich die ENEV gelesen, es ist eine äußert schlecht gemachte Vorschrift, die in sich nicht schlüssig ist, und die es anzuwenden der Erfindung eines neuen Berufes bedurfte: Energieberater. Aus rechtlicher Sicht ist nur ein einziger Paragraph daraus relevant, nämlich der von Slow-House zitierte. Und um die Amortisation zu berechnen bedarf es eines Energieberaters, der mit Tabellen und Normwerten hantiert.

Ich persönlich bezweifle außerdem die Verfassungsmäßigkeit dieser Vorschrift. Auf welcher Basis mir der Gesetzgeber vorschreiben will, dass ich eine Dämmung an meinem altbau anbringen soll, anstatt eine Stuckfassade zu rekonstruieren, erschließt sich mir nicht:

- Art 5 (2) "Kunst und ... sind frei." Stuckfassade=Stadtbaukunst;
- Art 13 (1) "Die Wohnung ist unverletzlich." Im weiteren Sinne ist damit das Grundstück, also mein Privatraum gemeint.;
- Art 13 (7) "Eingriffe und Beschränkungen dürfen im übrigen nur zur Abwehr einer gemeinen Gefahr oder einer Lebensgefahr für einzelne Personen, auf Grund eines Gesetzes auch zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere zur Behebung der Raumnot, zur Bekämpfung von Seuchengefahr oder zum Schutze gefährdeter Jugendlicher vorgenommen werden." = Kann ich bei der ENEV nicht erkennen.
- Art 14 (1) "Das Eigentum ......werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt." i.V.m.
- Art. 14 (2) "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."
= Ist mit der ENEV nicht gegeben.

und nicht zuletzt: Art 19(1) "Soweit nach diesem Grundgesetz ein Grundrecht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes eingeschränkt werden kann, muß das Gesetz allgemein und nicht nur für den Einzelfall gelten. Außerdem muß das Gesetz das Grundrecht unter Angabe des Artikels nennen."

All das ist bei der ENEV nicht gegeben. Mich wundert es überhaupt, dass die ENEV die Bezeichnung Vorschrift tragen darf, es ist de facto nicht mehr als eine Empfehlung der Bau- bzw. Energiewirtschaft.



ENEV



An bonotho: Ich vermute Sie haben sie weder selber gelesen und demgemäß auch nicht verstanden.
Es geht hier nicht darum ob jemanden etwas gefällt oder nicht.
Mich stört es das hier über Dinge diskutiert wird die man gar nicht kennt.
Lieber bonotho, wenn Sie was gegen die ENEV haben sagen Sie konkret was Sie stört, wo das steht und warum Sie das falsch finden. Dann kann man darüber auch diskutieren



Ich hatte es schon mal geschrieben



Entweder man hat Stuhlgang oder man macht den Pott frei... wer ein Gebäude "anfasst", der muss sich auch an die Spielregeln halten. Welche jetzt genau gelten, bestimmt damit u.A. die EnEV, die als Verordnung quasi Gesetzescharakter hat. Man kann das bedauern oder halt nicht gut finden, das ändert aber nichts an der Tatsache an sich. Wer sich vorsätzlich dagegen sträubt oder zuwider handelt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
Die ENev beinhaltet weit mehr als die Auflistung von u-Werten und Dämmstoffdicken, nirgendwo steht geschrieben, dass man sein Haus in 14 oer 16 cm "Plastik" einpacken muss... oder 3fach-verglasung einbauen muss...
Nebenbei: das älteste WDV auf Styroporbasis funktioniert seit 56 Jahren einwandfrei... das Haus übrigens auch... und das nicht nur, weil es ein "Vorzeigeobjekt" für Lobbyisten ist...

MfG,
Sebastian Hausleithner



Gerne



ich bin kein Bauingenieur, aber der Umgang mit Gesetzen und Verordnungen ist mein täglich Brot.

An der ENEV stört mich, dass sie ein Betätigungsfeld für Verkaufsberater der Bauwirtschaft geschaffen hat, die sanierungswilligen Eigentümern Angst und Schrecken einjagen und ihnen Maßnahmen einreden, die sie gar nicht wollen. Bestes Beispiel hieran ist diese Diskussion ausgelöst von den Zweifeln von Benno. Ein Berater sollte Zweifel aus der Welt schaffen und sie nicht erst sähen.

Und soweit zutrifft, was Sie, Herr Hausleitner über die ENEV und ihrer Zwanglosigkeit schreiben - diese Einschätzung teile ich im Übrigen - ist die ENEV faktisch überflüssig. Denn es versteht sich m.E. von selbst, dass ich sowohl beim Neubau als auch bei der Sanierung die jeweils effizienteste Maßnahme wähle. Aber eben in Absprache mit einem Architekten und darauf basierend ein tragfähiges Finanzkonzept. Faktisch jedoch erlebe ich immer wieder, dass das Pferd von hinten aufgezäunt wird: Der unkundige Sanierungswillige hört von der ENEV und zinsgünstigen KFW-Krediten, und lässt sich von den KfW-Beratern die zur Finanzierung passenden Baumaßnahmen "aufschwatzen". In diesem Kreislauf steht das eigentliche Bauprojekt also ganz am Ende der Betrachtung. Und die Ursache für diese Entwicklung sehe ich in der ENEV und dem Umgang mit ihr, nämlich dass man sie zuvorderst als Qualitätsplakette in Prospekten sieht und aus dem Munde von Maklern und Beratern. Ich denke ein Architekt bekommt problemlos ohne ENEV ein Bauprojekt hin, dass der eigentlichen Zielsetzung dieser Vorschrift voll entspricht.

Und noch eins: Mit der Einführung der ENEV hat man es jedoch unterlassen, eine administrative Infrastruktur bei den Bauordnungsbehörden zu schaffen, die sie überwacht. Das überlässt man Beratern und ihren Energiegutachten. Eine Überwachung der ENEV findet faktisch nicht statt, abgesehen von diesen Gutachten, ein Zahlenwerk, dass jeder Gutachter entsprechend der Bauherrenzielsetzung erstellt, liegt der Behörde nichts vor. Damit ist die ENEV eigentlich wirkungslos. Faktisch wird jedoch ständig kolportiert, dass die ENEV die Dämmung von Häusern vorschreibe. Und das ist falsch. Daher: Eine schlecht gemachte Vorschrift. Technisch mag sie konsistent sein, juristisch ist sie es nicht.