Rückbau WDVS auf Sandstein/Bimsstein

17.09.2016 Mireille



Hallo,

wir haben ein altes Haus, Bj. 1904, das 2002 durch seitliche und rückwärtige Anbauten erweitert worden ist. Alles wurde vom Vorbesitzer mit Styropor gedämmt und außer der Armierung (mit Gewebe) unverputzt gelassen. So ist es nun seit 2006 geblieben. Dazu kommt, dass schlecht gearbeitet wurde und sich überall Undichtigkeiten befinden. An den Giebelwänden, das ist die Wetterseite, sieht man schwarze Algen und ein paar grüne Flechten. Im Dachgeschoss des Vorderhauses ist die Giebelwand auch von innen durchnässt, was zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit auf falsch eingebaute Fenster und Fensterbänke zurückzuführen ist, aber mit Sicherheit spielen auch die nassen Dämmplatten eine Rolle. Wir hatten dort schon Probleme mit Schimmel und einem Kellerschwamm.
Jetzt meine erste Frage: Können wir das WDVS mitsamt Armierungsputz in Eigenleistung zurückbauen und von einem Containerdienst entsorgen lassen, ohne dass die Krümel durch die ganze Nachbarschaft fliegen? Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, eine Wand aus 60cm Sandstein, nachträglich aufgemauert mit einer 30cm Bimssteinwand, mit Polystyrol zu dämmen. Eigentlich müsste sich da doch eine Dämmung erübrigen. Vor allem bei Bims.
Und meine zweite Frage bezieht sich auf die neuen Anbauten.....hier sieht die Dämmung schon sehr viel besser aus. Eine Firma hat mir angeboten, dort mit Quarzgrund zu Grundieren und anschließend zu veputzen.
Aber was ist mit den Stellen, an denen sich auch hier Algen gebildet haben. Das bedeutet doch, dass da Nässe ist. Kann man das einfach ignorieren und Quarzgrund drüber streichen, ohne einer weiteren Veralgung Vorschub zu leisten? Und trocknen die Dämmplatten tatsächlich von allein, sobald sie verputzt sind?
Schon mal vielen Dank im voraus für eure Antworten. Mireille



Ferndiagnose ist immer schwer



Was Sie zum ersten Teil geschrieben haben, ist einleuchtend, runter mit den Zeug. Für den zweiten Teil: was sind es für Wände, wie dick, was für eine Heizung haben Sie, was für Heizkörper? Wenn Sie neue Reifen brauchen, sagen sie dem Schrauber auch nicht nur, das Sie ein Auto fahren ;-) Bei den Undichtigkeiten können Fotos förderlich sein.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt



Ja, Ferndiagnose ist schwer...:-)



....erst mal danke für die Antwort. Also zu den Wänden....wir haben eine Bruchsteinwand , etwa 60cm dick. Und darauf ist mal vor über 50 Jahren mit Bimststein aufgestockt worden. Die Bimssteinwände sind noch ca. 30 cm dick.
Unsere Heizung ist auf jeden Fall die falsche für dieses Haus, aber wir müssen mit ihr leben. Gasheizung mit ganz normalen Heizkörpern und die Heizungsrohre unter Putz verlegt. Wir müssen mit der Heizung leben, weil sie erst 14 Jahre alt ist und unser Budget zusätzlich zu Dach, Dämmung und Außenputz eine neue Heizung nicht erlaubt.
Naja, ich bin in dieses Projekt geraten quasi wie die Jungfrau zum Kind. Ich wuschtel mich so durch und informier mich durch fragen fragen fragen. Ahnung hab ich überhaupt keine von der Materie, muss aber trotzdem entscheiden. :-)
Und zum Thema Sandstein und Dämmung und vor allem Rückbau eines WDVS aus Styropor, gibt es so viele Meinungen. Im Archiv hier hab ich auch nichts gefunden, was neuer war als 2006. Außerdem klang alles sehr verwirrend. Viel Streit, viele Meinungen. Tja, was tun? Schönen Abend oder besser gesagt Gute Nacht Mireille





Bitte auch bedenken, dass Eingriffe an der Fassade meistens EnEv relevant sind, d.h. dass danach Grenzwerte einzuhalten sind, die vorher wahrscheinlich nicht erreicht wurden.

Gerade bei Bruchstein und Bims würde man nicht erwarten, dass so eine Wand ohne Dämmung die vorgeschriebenen Grenzwerte erreicht.

gruß

GE



Bruchsteinwand



meine dicken Bruchsteinwände habe ich vor 13 Jahren gedämmt - da der Frost im Winter fast immer bis innen durchschlug. Damals gab es Schimmel - nunmehr bin ich frei davon und die Wand hat ca, 16°C Oberflächentemperatur im Winter (Kachelofenluftheizung), Algen auf der Fassade sind eine Folge einer guten Dämmung und werden durch die Dünnputze nicht ebseitigt. Dazu sollte man einen Kalkputz auftragen. Das bedeutet aber, dass das Gewebe mit angedübelt werden muß. Und Nässe in der Wand kann auch Kondensat sein und muß nicht von außen kommen. Da hilft nur eine Beratung vor Ort.



Beratung ...gutes Stichwort...



......das ist ja das Problem. Mittlerweile waren eher zuviel Firmen beratend vor Ort. Deshalb weiß ich einfach gar nichts mehr.
Allerdings waren sie sich alle einig darin, dass die Nässe von außen kommt, Man kann richtig zusehen, wie die Giebelwand bei starkem Regen innen nasser und nasser wird. Der Regen dringt vor allem durch die falsch eingebauten Fensterbänke, aber auch an anderen Stellen wird die Wand bei Regen nass. Mehrere Experten, die sich das angesehen haben, waren alle der Meinung, dass das daran liegt, dass die Dämmung an vielen Stellen undicht ist und Wasser hinter die Dämmplatten läuft. Alle anderen Wände im Haus haben keine Probleme mit Feuchtigkeit oder Schimmel.
Leider war keine Firma bereit, die Platten zu entfernen. Daher würden wir es gern selbst machen, aber ich finde nirgendwo Erfahrungsberichte. Ich denke, es wird eine riesige Sauerei werden und das Styropor meilenweit durch die Nachbargärten fliegen. Aber ich sehe keine Alternative. Ich glaube nicht, dass Polystyrol hier der geeignete Dämmstoff ist. Momentan denke ich über Calciumsilikatplatten nach. Als Immendämmung.



Hallo Mireille,



ja das Material muss runter!

Ja es ist schwer eine gute Beratung zu finden hast Du schon mal Kontakt mit dem Naturhaus Saarbrücken, Hans Welscheid gehabt?

Wir arbeiten seit Jahre sehr gut zusammen.

Grüße Gerd



Vielen Dank



Ich werd mich mal mit denen in Verbindung setzen.



@ Mike



Habe jetzt erst gelesen, dass du Infos zu den Wänden im "Neubau" wolltest. Leider kann ich dazu nicht viel sagen. Die Garage unten ist unverputzt, das Mauerwerk sieht nach Porenbetonsteinen aus. In der Etage darüber klingt alles hohl, wenn man gegen die Wände klopft. Wahrscheinlich sind da noch Gipskartonplatten über dem Porenbeton. So hört es sich jedenfalls an. Die Wände sind ca. 20cm. dick. Alles Baujahr 2002. Undicht ist die Dämmung vor allem um die Giebelfenster rum. Da ist einfach nicht richtig fertig gebaut worden und man findet Stellen, durch die es hinter die Dämmung regnen kann. Der Anschluss vom Balkondach sieht ähnlich aus, außerdem ist darüber eine Schiene vergessen worden. Und unterhalb des Balkons ist die Regenrinne zu schmal, um das Styropor vollständig zu "überdachen" und es regnet praktisch von oben in die Dämmung rein. Ich mach später mal Fotos und stell sie ein. Grüße Mireille