Wandheizung und Lehmputz

07.01.2009



Hallo

Wir sanieren einen Altbau (BJ 1897) und wollen eine Wandheizung (fast ausschließlich Außenwandflächen) in Verbindung mit einer Wärmepumpe zur Beheizung verwenden. Heizungsbauer hat diesbezüglich Erfahrungen und mit der Ausführung wurde bereits begonnen (Tiefenbohrung getätigt und Wärmepumpe in Betrieb genommen).
Nun bestehen unsererseits einige Fragen, auf deren Beantwortung ich von den zahlreichen fachkundigen Teilnehmern hoffe.

Die Außenwände des Obergeschosses sind in einem Teil des Hauses als 36er Vollziegelwand (großzügige Fugen - teilweise 1:3) ausgestaltet. Kalkputz wurde entfernt. Anderenorts waren es nur 24er Ziegelwände, welche mit Porit vorgeblendet wurden.
Allerdings besteht unsererseits die Frage, ob die Heizschlaufen direkt aufs Mauerwerk gebracht werden oder ob eine Art Dämmung zwischengebracht werden kann/sollte damit die Wärmeverluste minimiert werden? (Später soll noch eine Außendämmung aufgebracht werden.)
Wäre eine Schilfrohrmatte, Weichholzfaserplatten oder sonstige Trockenbauplatten (Fermacell...) eine Lösung?
Schließlich muß auch die Putzschicht halten.

Daraus ergibt sich die 2. Frage. Wir wollen Lehmputz verwenden. Der Heizungsbauer teilte mit, dass Heizungsrohr (Kunststoff-Metall-Verbundrohr 14mm Außendurchmesser) inkl. Klippschiene 23mm hoch ist. Wie stark muß man diese mit Putz überdecken (wird für Überstand der Elektrodosen über Rohbauwand benötigt)?

Ich habe im Forum gelesen, dass die Elektrodosen nicht mit Gips eingesetzt werden sollten. Warum? Oder galt das nur für "reine" Lehmwände?

Ich weiß war viel, trotzdem vielen Dank für Tipps und Infos.

MfG Volker



Lehmwandheizung



Hallo Volker,
baue mir gerade auch eine Wandheizung mit 12 mm weichem Kunstoffummantelten Kupferrohr ein. Da ich zunächst keine Außenwanddämmung anbringen möchte, habe ich auf der Innenwandseite mit 4 cm Holzfaserplatte gedämmt. Innenwanddämmung ist mit Wandheizung hins. Tauwasser, etc., in vielen Fällen unkritisch.
Montage:
Dann bringe ich provisorisch zunächst Estrichgitter an die zu belegene Wand an; verbinde die Teile mit Kabelbinder; schneide an Fernstern, Türen, entsprechend Löcher aus; überlege mir den Verlauf des Heizrohrs; nehme das ganze ab und lege es auf den Boden; wickle das weiche auf Rollen gelieferte Rohr ab und montiere es mit Kabelbindern auf dem Gitter (möglichst mit 2 Personen arbeiten); nehme das Ganze auf und befestige es der Wand zunächst mit Winkelnägel, später mit Tellerdübel.
Die Alternative mit Klemmschienen ist bei Kupferrohr m. E. schwieriger, da es leicht zu Knicken kommen kann und man bei geringen Biegeradien Probleme bekommen kann. Verbundrohr bzw. Kunstoffrohr ist wahrscheinlich diesbzgl. leichter und schneller zu montieren.
Die Heizkreise werden, wie bei einer FBH, dann an die Heizkreisverteiler HKV angeschlossen und befüllt und druckgeprüft. Das befüllen über die HKV ist auch recht einfach. Luftblasen sind kein Problen. Dann noch Einstellung der Durchflussregler an den HKV, wie im Plan vorgesehen. Bei mir habe ich allerdings nur eine grobe Berechnung gemacht und die HK jeweils ca. 50 m lang gemacht.

Innenwanddämmung würde ich auf keinen Fall (mehr) machen, wenn eh eine Außenwanddämmung geplant ist. Macht die Sache einfacher und nimmt keinen Raum weg. -> Fenster und ggf. Türlaibungen brauchen nicht extra ausgestemmt werden; die Befestigungen der Klemmschienen sind ohne Dämmung absolut unproblematisch; Die Wand wird als Wärmespeicher effektiver genutzt, da sie mehr Wärme von Innen abbekommt. Habe selber Holzweichfaserplatten Innen verwendet. Durch das Drahtgitter und der Holzfaser hält der Lehm übrigens sehr gut. Der Aufbau (Drahtgitter + Heizungsrohr) ist übrigens auch nur zwischen 15-19 mm. Die Rohre werden dann noch so um 1,5 cm überputzt. Die Elektrodosen werden dementsprechend schon möglichst bündig auf Oberkante Putz angebracht. Alternativ könnte man die evtl. auch tiefer setzen, um beim Verputzen der einzelnen Lehmschichten etwas weniger Hinderungsstellen für die Abziehlatte zu haben und anchließend mit extra Aufsatzringe "auffüttern". Geht aber auch so.

Gerry



Wandheizung einputzen



eine Innendämmung brauchst du nicht wenn das haus noch von aussen gedämmt wird.
ratsam ist es erst einmal eine lehmschicht aufzubringen vor der instalation der wandheizung.daserhöht die speicherkaperzität,lehm speichert bekanntlich wärme sehr gut.in der regel wird wandheizung dreilagig eingeputz,d.h.
der erste putzgang wird auf dem rohr abgezogen, in den zweiten putzgang wird ein armierungsgewebe eingelegt und dann kommt der end/oberputz.
frag dein heizungsbauer ob das rohr im beheizten zustand eingeputz werden muß,wegen der ausdehnung.
deine dose solltest du nicht auf endhöhe einsetzen,das klappt oft nicht mit den putzstärken und wenn die zuweit rausgucken hast du am ende ein problem.
benutz aufputzringe wie gerry sie empfohlen hat.
viel erfolg thomas



Lage der Armierung bei Wandheizung



Hallo Thomas,
ich wollte die Wandheizungsrohre ca. 1,5 - 2 cm überputzen, wobei auf ca. 1 cm Unterputz halt 0,5 - 1 cm Oberputz drauf kommt. Ist es besser, das Armierungsgewebe in den Unterputz zu legen oder könnte ich es auch in den Oberputz einarbeiten?
Bzw. soll das Armierungsgewebe näher am Rohr oder an der Putzoberfläche liegen? Hab irgendwo gelesen, dass das Gewebe im obersten Drittel der Putzschicht eingearbeitet werden soll (Zählt hierbei die Lehmschicht, in der sich die Rohre befinden auch dazu ???).


Gerry



Hallo Gerry,



das Gewebe sollte in das obere drittel der gesamten Putzlage eingebracht werden.
Am besten also wie Thomas beschrieben hat, in den Unterputz das Gewebe einarbeiten und dann nochmals mit Oberputz überziehen.

Grüße Gerd



Vorgehensweise


Wandaufbau Wandheizung

Die angeratenen Hinweise der bereits gegebenen Antwortschreiber ist im groben betrachtet richtig.
Die Variante mit den Estrichmatten drunter (@ Gerry) ist aber blödsinnig, denn es gibt Klippschienen!
Außerdem aufwendig und wie er selbst sagt, man muß mit 2(!) Mann arbeiten.

Kurz und knapp:
- Klippschienen aufbringen und Rohr eindrücken
- auch Stellen mit berücksichtigen, die als kritsch
anzusehen sind (Fensterleibung, verbaute Ecken/Wandbereiche)
- Eltdosen setzen (max. 5mm über Rohrhöhe und ohne Gips!)
- billigen Baukleber einsetzen!
- Rohrsystem unter Wärme mit Grundputz verputzen
- nach leichtem anstocken nochmals dünn darüber und Gewebe einarbeiten
- Durchtrocknen lassen (komplett!) und gut Lüften!
- Jetzt Oberputz oder Feinputz auftragen (ohne Wärme!)

Die Putzstärke wird sicherlich 30 mm Grundputz betragen und dann eventuell 10 mm Oberputz oder 3 mm Feinputz.
Die Dosen alle mit Putzdeckeln schließen!

Wir arbeiten maschinell, also der Lehm wird aufgespritzt und somit benötigt man auch keinen vorherigen Lehmputzauftrag!
Wir putzen manchmal 7-8 cm stark am Stück auf!
Wie wurde die Poritmauer mit der Bestandsmauer ausgeführt?
Ist da Luft dahinter?
Vor dem Auflegen der Heizung auf diesen Flächen eventuell mit einer Saugminderung arbeiten!

Trotzdem wäre eine Begehung zur besseren Beratungsunterstützung notwendig.

Schauen Sie sich doch hier in der Bildergalerie einmal die verschiedensten Wandheizungsverlegearbeiten an.
Bei Bilder: auf "Suche" gehen und dann ganz einfach Wandheizung einmal eingeben.

Handwerklicher Gruß
Udo Mühle



Wandheizung und Lehmputz



Hallo und danke für die guten Hinweise.

Natürlich soll eine Außendämmung aufgebracht werden. Aber Zeitpunkt (evtl. erst in 2-3 Jahren) ist noch offen und wir wollen in der Zwischenzeit nicht frieren (Heizung wurde mit Dämmung berechnet) und außerdem möglichst effizient heizen.

Wir wollen aber eben auch keine Baufehler begehen.
Ist halt ne verzwickte Lage und vielleicht macht man sich zu viel Kopf.

Volker



Vorgehensweise blödsinnig - na ja???



@Udo Mühle
Kann schon sein, dass diese Variante blödsinnig ist, weil natürlich die Verlegung am "Objekt" am sinnvollsten wäre. Für mich war es allerdings wesentlich einfacher, die Kupferrohre auf dem Boden "auszurollen" und zu biegen, als dies direkt an der Wand zu tun. Auch für andere Laien - möchte ich mal behaupten - wäre diese Variante einfacher (falls sie mit Kupferrohr arbeiten...). Für einen Profi, der mit dem Werkstoff tagtäglich und gut umgehen kann, mag das anders aussehen!

Zur blödsinnigen Variante selbst müßtest Du mal mit der Firma Wieland sprechen, die das besagte Kupferrohr cuprotherm vertreibt und das System mit dem Estrichgitter ausdrücklich für Wandheizung empfiehlt und in den Installationstips auch beschreiben.
Ich schliesse aus Deiner Meinung, dass Du das Klippschienensystem auch schon mit Kupferrohr benutzt hast und daher aus Erfahrung sprichst ?

Gerry



Vorgehensweise blödsinnig - na ja???



@Udo Mühle
Kann schon sein, dass diese Variante blödsinnig ist, weil natürlich die Verlegung am "Objekt" am sinnvollsten wäre. Für mich war es allerdings wesentlich einfacher, die Kupferrohre auf dem Boden "auszurollen" und zu biegen, als dies direkt an der Wand zu tun. Auch für andere Laien - möchte ich mal behaupten - wäre diese Variante einfacher (falls sie mit Kupferrohr arbeiten...). Für einen Profi, der mit dem Werkstoff tagtäglich und gut umgehen kann, mag das anders aussehen!

Zur blödsinnigen Variante selbst müßtest Du mal mit der Firma Wieland sprechen, die das besagte Kupferrohr cuprotherm vertreibt und das System mit dem Estrichgitter ausdrücklich für Wandheizung empfiehlt und in den Installationstips auch beschreiben.
Ich schliesse aus Deiner Meinung, dass Du das Klippschienensystem auch schon mit Kupferrohr benutzt hast und daher aus Erfahrung sprichst ?

Gerry



Ich



würde als Rohr eine Metallverbundrohr der Firm WEM empfehlen.

Das Rohr ist biegesteif und läßt sich mit einer Biegefeder einfach direkt an der Wand verlegen.

Grüße



@ Gerry



Unsere Erfahrungen rühren von Bauherren und Fachbetrieben her, mit denen wir seit vielen Jahren zusammenarbeiten.
Wir legen hin und wieder auch selbst Rohre mit auf, aber das eher in Ausnahmefällen.
Desweiteren können wir auch verschiedenste Systeme mittlerweile gut beurteilen und die entsprechenden Vor- und Nachteile herausarbeiten.
Die Variante Ihres angesprochenen Anbieters möge zwar so gemacht werden, doch sehen wir diese Verlegevariante als nicht so effizient an. Man erreicht kritische Punkte nicht optimal (Fensternischen und -leibungen, Sturzbereiche, Pfeiler, umbaute Segmente usw.).
Außerdem kommt hinzu, dass die gesamten Verrötelungen der befestigungsbereiche beim Lehmverputz derart störend sind, weil man an fast jedem Verbindungsdraht mit dem Aufzieher hängen bleibt, wenn nicht sogar dies wieder aufreißt.
Selbst mehrfach erlebt bzw. nachgearbeitet!
Komplett nerviges Arbeiten!!

Unsere Erfahrungen abschließend zusammengefaßt, bringen zum Ergebnis, dass die Endlosverlegung von Rollenmaterial aus Verbund- oder auch Kupferrohr mit Klippschienen am schnellsten und auch preiswertesten erscheint.

Frohes Schaffen weiterhin,
Udo Mühle



OK - kann ich nachvollziehen!



@Udo Mühe
Fensterlaibungen und andere vor - oder zurückstehende Bauteile sprechen natürlich klar für Klippschiene. Die Kabelbinder oder Befestiungsdrähte sind auch schon etwas hinderlich, da gebe ich Dir Recht.

Ich wollte zunächst auch mit Klippschiene arbeiten, habe aber bei versuchen gemerkt, dass ich das Biegen der Kupferrohre an der Wand nicht wirklich gut hinbekomme (auch nicht mit Biegefder) und habe mich deshalb für die andere Variante entschieden. Wahrscheinlich fehlt mir einfach die Übung oder das Talent...

@Gerd Meurer
Das Biegen der Metallverbundrohre ist wahrscheinlich leichter als bei weichen Kupferrohre, da ja sehr wenig Metall (wahrscheinlich Aluminium) im Rohr ist und dieses somit eigentlich eher als "Kunstoffverbundrohr" bezeichnet werden sollte. Das einfache Verlegen macht mich schon etwa neidisch ;-) WEM hatte ich auch in der engeren Wahl; hab mich dann jedoch aus einer Reihe von Gründen gegen ein Verbundrohrsystem entschieden.

Gerry