Ratschläge für Boden und Wandaufbau




Hallo allerseits,

in unserem Haus haben wir sämtliche Aussenwände vom Gipsputz und den Rigipsplatten, sowie der vorhandenen Glas/Steinwolle befreit. Gleiches gilt auch für den Holzdielenboden (40mm), der mit Kleber, PVC, Teppich, Holzwolle und Laminat um 3cm erhöht war!


Ich habe bereits bei mehreren Sanierungen mitgeholfen und möchte nun in Erfahrung bringen, ob ich etwas schlicht übersehene habe - Danke im vorraus an dieser Stelle!!! ^_^


Die nun offene Ziegelwand soll nun nach dem folgenden Schema aufgebaut werden:

Ziegelwand > Holzlattung (40x60mm) - Thermohanfdämmung (40mm) > Lehmbauplatte (16mm) > Lehmputz (fein mit Farbpigmenten)

Die Lehmbauplatten werden vertikal versetzt damit keine Kreuzfugen entstehen und vorher der Verputzen mit Feinputz erhalten sämtliche Fugen eine Arminierung!


Dielenboden (40mm) > Holzwolletrittschalldämmung (5mm) > Holz-Klickparkett (15mm mit 3mm Nutzschicht)

Der Parkettboden soll nicht verklebt oder geschraubt werden. Der Dielenboden, also die Abweichungen entsprechen der Toleranz von 3mm und sind größtenteils leicht U-förmig gewellt.

Die Hälfte des Hauses ist Teilunterkellert, im Keller steht ein Werkstattofen. Die nicht unterkellerte Hälfte soll im Bodenbereich zusätzlich eine Dampfsperrfolie (2mm) erhalten. Wie sieht es mit dem Erdgeschoß im unterkellerten Bereich, dem Obergeschoß und Dachgeschoß aus?

Hat Jemand von Euch OSB-Platten auf einem Dielenboden und anschließend Parkett darauf verlegt? Mir wurde diese Variante für das Obergeschoß und Dachgeschoß angeraten!


Gruß vom Lande
Chris



Innendämmung



Keine Hohlräume in der Innendämmung!
Ihre Variante ist nicht kapillaraktiv; ohne Dampfbremse ist der Aufbau durch Kondensatbildung gefährdet. Auch mit Dampfbremse ist er zu unsicher da es für Laien nahezu unmöglich ist eine Dampfbremse wirklich luftdicht anzuschließen.
Ich empfehle Ihnen Holzfaserdämmplatten hohlraumfrei mit dem passenden Systemkleber aufzukleben und zu dübeln. Darauf wird geputzt.
Eine Variante ohne Kleber ist der Anbau von UdiinReco von Unger- Diffutherm.
Eine dritte Variante ist das hohlraumfreie Aufkleben von Rigitherm- Trockenputzplatten.
Alle Varianten setzen voraus das die Außenwände nicht durch Schlagregen aufgefeuchtet werden bzw. austrocknen können. Innendämmung heißt die einbindenden Bauteile wie Decken und Innenwände, die Fensterlaibungen, die Fenster, die Lüftung und das Heizungssystem darauf abzustimmen bzw. einzubeziehen.





Habe als Innenausstatter gelernt, bevor ich Informatik und parallel Kommunikationsdesign studiert und abgeschlossen habe, mein Bruder ist Architekt und Statiker, und im Bekanntenkreis haben wir neben Juristen auch eine Menge Handwerker, nebenbei bemerkt!

Ich dachte ich bekomme hier ein paar Anregungen, doch der moderne Bauingenieur rät immer zu Styrodor oder Holzfaserplatten, diese dann schön verkleben, in Verbindung mit einer Dampfsperre/bremse. Richtig installiert ist der gesamte Innenraum schön isoliert und verschlossen, nichts atmet mehr und Schimmel/Schwamm sammelt sich dort wo die Bremse/Sperre beschädigt wurde oder an den sog. Wärmebrücken. Wieviele Wohnungen und Häuser wir bereits entkernt haben, weil Schimmel alles kaputt gemacht hat, kann ich schon nicht mehr sagen...

Warum verbaut man denn ökologische Werkstoffe wie früher? Dampfbremse/Sperre verbaue ich lediglich im Dach und eventuell im Boden oder Zwischendecken. Setze eher darauf das die Person weiß wie man richtig lüftet!



Wand- und Bodenaufbau



Was sagt denn dein ganzes qualifiziertes Umfeld dazu?

Lose an die Wand gestellte Hanfplatten sind wie schon gesagt wurde nicht sehr kapillaraktiv.
In der Hinsicht sind tatsächlich vollflächig an die Wand angesetzte Holzfaserplatten schadensresistenter.
Mineralschaumplatten sind auch eine Möglichkeit.
Dies vermeidet Wärmebrücken durch Holzträger-
allerdings müßten die Platten dann verputzt oder die Lehmplatten aufgeklebt werden.

Bei sehr rauhem Untergrund würde ich Zellulose in deine Unterkonstruktion einblasen. Das gewährleistet engen Kontakt zur Wand.

Dampfbremsen sind nicht unbedingt notwendig (-sperren ohnehin nicht),
wenn die Luftfeuchtigkeit entsprechend geregelt wird.

Bei erdberührten oder unterkellerten Böden würde ich immer eine Feuchtigkeitssperre vorsehen- die Erika von Börner scheint mit ca 2,5 €/qm die günstigste zu sein.
Soll der Boden nicht gedämmt werden?

Statt Parkett besser zB massive Eichendielen verlegen-
einfacher und zuverlässiger als Fertigparkett.
Trittschalldämmung ist beim Erdgeschoßboden nicht notwendig

Bei Zwischendecken sind Dampfbremsen unnötig.
Massivdielen sind haltbarer als Fertigparkett mit dünnen Furnierschichten.
Trittschalldämmung besser darunter herstellen durch Gewicht oder schwimmende Verlegung des Dielenbodens, sofern er nicht zur Aussteifung benötigt wird.

Andreas Teich



Innendämmung



Hallo Chris,
Ihrem Kommentar entnehme ich das Sie mit Ihrer geballten Kompetenz an Fachwissen nebst dem Ihres Umfeldes eigentlich keine Hilfe von uns brauchen.



Holzfaserplatten verschimmelt?



Kannst du sagen woran es lag, dass die Holzfaserplatten verschimmelt waren?
Nur im Erdgeschoß oder auch in Obergeschossen?
Lag es am Schlagregen, feuchten Wänden, Kondensat etc?
Bis wie hoch über dem Fußboden waren die Platten geschädigt?

Wenn Dauer- oder länger andauernde Feuchtigkeit vorliegt sollten die natürlich nie verwendet werden, ebenso wie andere organischen dämmstoffe.
In solchen Fällen sollten Mineralschaum, Glaschaum und notfalls XPS oä verwendet werden- zumindest im unteren Wandbereich.

Dampfbremsen/-sperren müssen definitiv nicht zwischen beheizten Etagen verwendet werden-
nur dort, wo große Temperaturunterschiede mit möglichem Kondensatausfall vorkommen könenn.

Andreas Teich