Aussenputz - Sockel erneuern

19.03.2007



Hallo! Nachdem wir innen nun fast fertig sind mit den dringendsten Arbeiten , steht nun die Feuchte Aussenwandseite an.

Und zwar haben wir einen Sockel, etwa 3 cm überstehend, den der Vorbesitzer mit Spaltklinkern belegt hatte. Das war sicher gut gedacht (?), führte aber offenbar dazu, daß die Feuchtigkeit zwischen die Verblendung und das Mauerwerk eindringen konnte und dort nun seit Jahren ihr Unwesen treibt. Hinzu kommt noch, daß die darüber liegende Glattputzfassade (leider wissen wir nicht, womit verputzt wurde ) mit einer total dichten Farbe gestrichen wurde, die von der darunter befindlichen Feuchtigkeit z. T. weggesprengt wurde, auch Eis hatte sich dort im letzten Winter kräftig gebildet!
Die Innenwände (mit dicker Tapete verklebt!) waren auch total feucht - das Putz kam uns entgegen. Wir haben den losen Putz abgeschlagen, die Wand ein halbes Jahr abtrocknen lassen - mit viel Lüften - und dann mit Kalk neu verputzt und gestrichen. Die Wände sind innen - im Moment zumindest - trocken (luftfeuchtigkeit im Raum bei 30 %).

Wir wollen nun - sobald es wärmer ist - den Sockel und den Putz - soweit feucht - abschlagen. Auf den Sockelvorsprung müßte so eine Metalleiste? Dann neu Verputzen - und es müßte ja auch wieder eine Farbe drauf. Die gesamte Wand können wir jetzt leider nicht neu verputzen - das ist fin. nicht drin -also erstmal nur Reparatur und Schadenseingrenzung (vielleicht geht später mal mehr). Optisch würden wir die Seite einfach "zweifarbig" gestalten.

Ach so, die Wand ist nicht unterkellert und der Boden bis zur Wand hin zubetoniert. Wir wollen hier auf mindestens 2 m Breite den Beton entfernen und das Fundament aufgraben - da müßte dann wohl so ein schwarzer Blocker ran? Sperren irgendwelcher Art haben wir offenbar nicht ...

Habt Ihr nun einen Rat für uns zu einem sinnvollen Vorgehen? Was für Material würdet Ihr empfehlen? Vor allem auch für die Farbe?

Vielen Dank für Eure Hilfe - Ihr habt hier schon sooo viele gute Ratschläge erteilt .... M.



Außenputz- Sockel erneuern



Hallo Melanie,
investiert Geld und Zeit statt in die Abdichtung des Fundaments lieber in die Erneuerung des Putzes oberhalb des Sockels.
Wenn der Sockel aus Werkstein (sauber vermauerten, geraden, rechteckigen Natursteinen) besteht, legt ihn frei, lasst die Fugen austrocknen, verfugt ihn neu und schrägt die obere Kante mit einer Fase an, damit Wasser ablaufen und nicht an den Putz spritzt.
Zum Verputz reicht oberhalb des Sockels ein einfacher Kalkputz aus, als Anstrich nehmt eine Kalk- oder eine Silikatfarbe.
Als Beispiel stelle ich zwei Fotos einer Putzsanierung (vorher und nachher am Sockelbereich)ein. Der Plan der Bauherrengemeinschaft war, eine Abdichtung nachträglich einbauen zu lassen, davon konnte ich Sie abbringen!

Viele Grüße
Georg Böttcher



Außenputz- Sockel erneuern



Sockel nach der Sanierung



Das sieht gut aus!



Aber leider vermute ich, daß wir einen aus "Ausschußziegeln" gemauerten Sockel haben (aus diesen besteht offenbar das gesamte Haus, jedenfalls die Innenwände - die äußeren müssen wir ja erst freiklopfen ;-)).



anbei ein Foto





Typisch "dichte Sockelbekleidung"



Auch bei Ziegeln wirken die Übergänge von Mörtel/Stein kapillarbrechend bzw. mindern den Feuchtetransport, so das nach etwa 3-4 Steinlagen kaum noch Wasser "aufsteigt" (keine Salzbelastung o.ä. vorausgesetzt). Durch die diffusionsdichten Kacheln und die Farbe kann aber selbst dieses wenige Wasser nicht abdunsten und hat zu den sichtbaren Schäden geführt. Nehmt doch erstmal die Kacheln ab, entfernt zumindest die Farbe (evtl. auch den Putz) bis zur Oberkante der Schäden und laßt die Wand den Sommer über abtrocknen, im Herbst dann mit geeignetem Putz verputzen...
Regenwasser sollte auf der Betonplatte natürlich nicht zum Haus fließen, am Haus könnt ihr ja zur Spritzwasserreduzierung einen 40cm breiten Streifen groben Kies auf die Oberfläche des Betons legen. Dann solltet ihr mit minimalem Aufwand eigentlich wieder trocken wohnen. Natürlich sind andere Schadensursachen möglich, aber nicht wahrscheinlich, und bevor man hierfür Geld ausgibt, das man nicht hat...
Noch ein Buchtip zum Thema: Bauphysik und Denkmalpflege, H. Künzel, Frauenhofer IRB Verlag, isbn 3-8167-7144-0, ca. 39 €, teuer aber billiger als überflüssige Renovierungsmaßnahmen (bei UNI-Bücherei leihen?). Euer Foto hätte man als Lehrbeispiel abdrucken können... (s. Seite 18)

Gruß Frank



Danke Frank



das bestätigt prinzipiell unser Vorgehen ... wir sind schon ganz gespannt, wie die Situation hinter den Spaltklinkern ist. :-(

Da wir - leider - vermutlich keinen Natursteinsockel haben, bewegt mich immer noch die Frage, welchen Putz/welche Farbe wir "unten" verwenden sollten ...

Und sollten wir den Beton nicht besser entfernen? Wir haben keinen Dachüberstand und es wird wohl immer eine Lücke zwischen diesem Boden und der Hauswand geben, durch die die Nässe rein, aber wohl kaum wieder raus kann?

Danke auch für den Buchtip, werde mal schauen, ob ich es mir leihen kann ...

VG, Melanie



Früher...



... hat man um den oberen Teil eines Brunnenschachtes einen Lehmkegel "angestampft", um das Einsickern von Oberflächenwasser in den Schacht zu verhindern. Wir haben dieses Prinzip bei der Trockenlegung unseres hangseitigen Fundamentes genutzt: ca. 1m breiter, 0,5m tiefer Graben mit Gefälle entlang der Außenwand gegraben, diesen etwa noch 3m vom Haus weg verlängert und dort ein ca. 2m tiefes Loch als "Sickergrube" gegraben, Steine mit Trasskalk verfugt (nicht verputzt!), an das Fundament einen Lehmkegel angeschüttet und abgerüttelt, so daß eine wasserdichte Lehmoberfläche entstand, alles mit Gefälle zum "Loch", alles stand einen Winter offen und hat hervorragend funktioniert, letzten Sommer haben wir Graben und Loch mit Mineralgemich verfüllt und darauf einen Weg angelegt, bzw. Blumen gepflanzt. Seit dem ist unser Gewölbekeller, in dem sich früher nach Dauerregen Pfützen bildeten, trocken!
Kenne eure genaue Situation nicht, aber müsste eigendlich auch bei euch funktionieren (falls neuer Putz und Farbe nicht bereits ausreichen): Wasser, das zwischen Bodenbelag und Hauswand eindringt, wird vom Lehm durch den Kies vom Haus weggeleitet und versickert irgendwo...
Aber wichtiger ist es, dem Mauerwerk Verdunstungsfläche im unteren Bereich zu geben, richtig trocken wird es im Erdreich eh nicht.
Im Übrigen ist Ziegelmauerwerk besser als sein Ruf (s. Buchtipp).

Gruß Frank (versuche gleich mal, Bilder einzustellen)



Bild 1





Bild 2





Bild 3





Danke nochmals -



das Problem ist nur - das geht bei uns leider nicht, denn am rechten Hausende (= tiefste Stelle) schließt sich die massiv betonierte Terrassentreppe an! Das ist ein "Bauwerk für sich", das wir definitiv da lassen müssen, wo es ist (Vorbesitzer war halt Beton-Fetischist - was soll man machen ;-))



Warum soll der Beton entfernt werden, der hält doch das Wasser ab?



Und warum das Fundament aufgraben?
Was versprechen Sie sich davon?
Was soll danach gemacht werden? Der "schwarze Blocker" verhindert doch nicht, dass das Fundament und der Sockel weiter feucht bleiben - weder von unten und auch nicht von innen.



Hmm ...



zwei Gründe scheinen uns dafür zu sprechen:

1. An der linken Hausecke haben wir das bereits machen müssen, weil dort die Fundament-Steine so locker waren, dass man sie herausnehmen konnte! (Vielleicht, weil dort jahrelang das kaputte Fallrohr für ordentlich Wasser gesorgt hat ...). Steine wurden dort neu vermörtelt, verputzt und der "schwarze Blocker" gestrichen bis ca. 30 cm über OK Boden - das hat alles ein Maurer gemacht. Ich hoffe, das war in Ordnung?? Wir wollen uns nun einfach vergewissern, wie der Zustand des Fundaments an dieser Hauskante (s. Foto) ist und ggf. ausbessern.

2. Da der Vorbesitzer Beton über alles liebte, ist der Boden bis an die Hauswand ran betoniert (was, nebenbei bemerkt, echt scheußlich aussieht). Am Übergang der Betonplatte zur Hauswand selbst sind einige Risse - und wenn wir die Spaltklinker abgeschlagen haben, wird der Abstand zur Betonplatte, in den dann das Regenwasser eindringen - aber wohl nicht wieder raus kann - größer. Deshalb dachten wir, es wäre besser, die Betonplatte auf ca. 2 m Breite zu entfernen - macht das Sinn? Und wie sollte man den Fundamentbereich dann sinnvoll gestalten - nachdem er ggf. neu verfugt und verputzt wurde?

Wir sind für alle Tips dankbar, die unser Problem (siehe Foto) zumindest nicht weiter verschlimmern ... einen Neubau können wir aus dem Haus eh nicht machen (und wollen wir auch gar nicht ;-))

VG, M.



Brauche nochmal Eure Hilfe ...



... der Sockel ist nun abgeschlagen und trocknet schon einige Monate vor sich hin. Es muß definitiv neu verfugt werden (auch hier einige Ziegelsteine lose), das wollen wir unbedingt noch in diesem Jahr machen - und dann ja neu verputzt. Ich lese und lese - und weiß einfach nicht weiter, weil alles so widersprüchlich ist: was für Mörtel sollten wir zum Verfugen nehmen und was für Putz? Fast überwiegend lese ich von MG III - aber das ist doch Zementmörtel/-putz und damit entsteht doch das gleiche Problem, das wir durch die Spaltklinker hatten, wieder (Nässe kann nicht "raus" und wird nach oben getrieben). Innen haben wir ja reinen Kalkputz eingesetzt - aber der ist doch für außen zu "weich", oder? Was würdet Ihr empfehlen?
Bitte laßt mich nicht hängen .... VG, M.