Welcher Putz: Mischmauerwerk Ziegel/Lehm

09.02.2003



Hallo, möchte altes Haus mit Mischmauerwerk Ziegel/Lehm sanieren, sowohl Innenputz (partiell) als auch Außenputz (vollständig) sind zu erneuern. Derzeit außen alter Zementputz auf Rabitz-Gewebe (Mischmauerwerk)und am Giebel ein ? Kalkputz ? auf Ziegelmauerwerk ca. 1 cm Stärke, innen wahrscheinlich Kalkputz. Baujahr ca. 1826. Welcher Putz für innen und außen ist zu verwenden, ist ein Kalkputz einsetzbar, wenn ja taugen hochhydraulische Reinkalk-Putze (z.B.Bayosan)etwas oder gibt es spezielle Empfehlungen/Erfahrungen ? Sind Putzträger erforderlich, wenn ja welche sind empfehlenswert ?

Danke im voraus Bernd



welcher putz



hallo bernd, sie sind hier sicher auf dem richtigen weg. gegen einen hochhydraulischen kalkputz ist nichts einzuwenden. ein putzträger ist bei einem mischmauerwerk oder bei Fachwerk nicht ganz ohne sinn. ein guter putzer kann das vor ort sicherer entscheiden. als putzträger kann man auf ziegeldraht zurückgreifen. funktionieren tun aber auch rapitz-gewebe. bei einem kalkputz, den ich für mich auch für draussen verwenden würde muss man einfach ab und zu mal ums haus gehen und ggf. mal an stark von schlagregen betroffenen stellen nacharbeiten. das kann aber einige jahre dauern. aber warum nicht für innen lehm? lässt sich leicht Verarbeiten und trägt zu einem noch besseren Raumklima bei. aber zu beiden materialien gibt es hier ja ausgesprochene spezialisten, welch so hoffe ich, sich auch noch zu wort melden werden. schöne grüsse chr. bernard



Putz



Auf jedem Fall Kalkputz verwenden, wegen der Atmunsfähigkeit bzw. Dampfdurchlässigkeit.
Die Fa Bayosan ist vorallem auf Sanierputze spezialisiert. Bei stark beanspruchte Fassaden, die Fa. Bayosan anrufen um evtl. auf mineralische Zutaten fragen. Die Idee mit dem Lehmputz innen unterstütze ich, es gibt inzwischen schöne mit mineralische Farben gefärbte Lehmputze. Bei unterschiedliche Untergründe evtl einen Hafputz anbringen (oder ein Gewebe).
mfg
J.E.Hamesse



Putzfertigprodukte



Im Innenbereich ist der Lehmputz ilangsam auf dem Vormarsch und dies nicht nur, weil die paar guten Lehmbauer dies sagen und auch tun und vormachen, sondern weil eben langsam die Leute wieder Nachdenken und sich über Wohnklima und Wohngesundheit und auch Energetik sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Bei den Außenputzen bin ich nicht gerade ein Verfechter von Bayosan oder ähnlichen Erzeugern, da diese Baustoffe sich zwar Reinklalk, Kalkglätte oder ähnlich benennen und wenn man dann die Datenblätter oder auch die Anwendungsberater auf ihre sogenennten Plastifizerer zur besseren Verarbeitbarkeit anspricht und erFahren möchte, was das für Zusätze sind, bekommt man meisten Achselzucken oder gar keine Antwort. Und somit sind diese Baustoffe im Lehmhaus oder auch anderweitig immer mit einem gewissen Fragezeichen behaftet. Und wenn man dann noch mit etwas offenen Augen durch die Baulandschaft geht und sich eben einmal Objekte beäugt, welche erst einige Jahre frisch mit diesen Produkten saniert wurden und sie nach kürzester Zeit dann schon wieder dastehen, dann muß man sich doch einfach fragen, was da nicht stimmt. In dieser Plattform sind z.B. histor. Kalkputzanbieter etabliert (Limestone) oder es gibt auch wirkliche histor. Putzhersteller, die mit natürlichen Zuschlagstoffen arbeite. Die Fa. BALTUS: Bremer Muschelkalkprodukte oder die Fa. Falkenlöwe. Ich denke damit etwas weitergeholfen zu haben und verbleibe mit einer Guten Nacht, der Lausitzer Lehmbauer



Kalkputze beachten



Der Antwort von Udo Mühle ist wenig hinzuzfügen.
Wie gut oder wie schlecht ein Kalkputz ist hängt ganz entscheident vom Wetter ab.Sonne ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt. Für Kalk Aussen-
putze, ist behangenenes Wetter (ein paar Tage lang)das Beste .Ideal sind Frühjahr und Herbst.
Lange feucht halten ist wichtig, nur solange der Putz feucht bleibt, kann er Co2 aus der Luft einbauen .Wenn du innen mit Lehmputzen arbeitest,solltest du aussen in jedem Fall zementhaltige Putze entfernen.Salop-innen offen aussen offen.....(beim Anstrich auch darauf achten )....Gruss aus Hohenlohe



Kalkputze beachten



Der Antwort von Udo Mühle ist wenig hinzuzfügen.
Wie gut oder wie schlecht ein Kalkputz ist hängt ganz entscheident vom Wetter ab.Sonne ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt. Für Kalk Aussen-
putze, ist behangenenes Wetter (ein paar Tage lang)das Beste .Ideal sind Frühjahr und Herbst.
Lange feucht halten ist wichtig, nur solange der Putz feucht bleibt, kann er Co2 aus der Luft einbauen .Wenn du innen mit Lehmputzen arbeitest,solltest du aussen in jedem Fall zementhaltige Putze entfernen.Salop-innen offen aussen offen.....(beim Anstrich auch darauf achten )....Gruss aus Hohenlohe





Innen Lehm na klar. Außen muss man aber noch einiges berücksichtigen. Gerade bei Mischmauerwerk muss der Putz nicht nur den Stein vor Nässe schützen sondern auch vor Temperaturschwankungen. Und da gibt es klare Regeln für einen Putzer. Unterschiedlich schwere Baustoffe werden unterschiedlich die Wärme aufnehmen , und damit zu unterschiedlichen Zeiten sich ausdehnen. Faustregel : je leichter ein Stein je geringer muss das E-Modul des Putzes sein oder je höher muss der Putzdämmeffekt sein. Wenn zum Bsp. Kalksandsteine Poroton und Betonstürze mich an einer Fassade angrinsen, dann dämme ich diese oder hänge eine Rabbitzfassade davor. Geht der Bauherr nicht mit ,bleiben nur noch super sonder Faserarmierte eventuell vollflächig mit Gewebe eingebettete Leichtputze.
Will er das auch nicht, gehe ich . Alles andere führt nur zu Regress. Die Atmungsaktivität ( Diffusionswiederstand ) der infragekommenden Putze steht auf den techn. Merkblättern. Wo die Mär herkommt Kalk atmet und Kalk-Zement nicht, weiß ich nicht.
Grundsätzlich ist aber ein Kalkputz weicher und spannungsärmer als ein Kalk-Zementputz. Ein E-Modul unter 2000 sollte man anstreben. Das nützt aber niemanden , wenn der Untergrund aus Temperaturgründen verrückt spielt.
Zum Thema Chemie: Ich kenne keinen hydraulischen Hersteller, der in seinen 30kg Tüten nicht irgendwas drin hat. Irgendwelche "Wasserrückhalter" , Fließmittelhilfstoffe oder Reaktionsverzögerer sind mehr oder weniger immer drin. Der Lehmputz von Bayosan zB. hat letzten Herbst nach Spülmittel gerochen. Im Spülmittel ist ein Tensit und das ist unter anderem ein Luftporenbildner bzw. in der Bauchemie auch ein Fließmittelhilfsstoff. Ist schon komisch , da Lehm normalerweise geruchsneutral ist.
Im übrigen darf laut Din ein Kalkputz bis zu 5 % Zement enthalten und schimpft sich immer noch Kalkputz.
Wenn man ews also auf den Punkt bringt: Günstiger Preis für Fassade wäre zb. der MFL von Quick-mix ( andere haben auch solche Materialien )das ist ein laut Din Kalkputz ,Faserarmiert und wichtig : hydrophobiert.Den noch mit einer Silikatfarbe gestrichen und dann ist Ruhe im Karton. Alternative ist Dämmen, da spart man wenigstens ein bischen Energie.
Im E-Fall einfach vom Hersteller eine Volldeklaration anfordern.
Viel Spaß und Holzauge sei wachsam Herr Zähr