Welchen Innenputz verwenden?

07.02.2007



Hallo an alle Leser, es handelt sich nicht um ein Fachwerkhaus, trotzdem fühle ich mich hier im Forum richtig und hoffe auf Antwort. Wir haben ein Haus aus den 60er Jahren gekauft (Bims-Hohlblock), das vor Jahren schon vom Wirtschaftsgebäude zum Wohnhaus umgebaut wurde. Da innen mit styroporverkleidetem Rigips beplankt, nahmen wir nun bei der Renovierung zunächst den Rigips innen ab und möchten eigentlich innen mit Kalk Verputzen und streichen. Das Problem: teils etwas beschädigte (Löcher), etwas krumme Wände, die sehr dick verputzt werden müßten, um eine saubere Wand zu bekommen. Nachdem wir nun einen Verputzer gefunden haben, der auch in der Restauration arbeitet und schon Kalk verarbeitet hat, riet er uns (da an einer Hausecke wenig Feuchte durch einen Schaden von außen eindrang - was nun aber entsprechend abgedichtet wird -) einen Sanierputz Marmorit Popo als dicken Grundputz zum Ausgleich der Unebenheiten aufzutragen, dann dünn Kalkputz.
Aufgrund anderer Beiträge hier bin ich nicht sicher, ob dies die Lösung ist und hoffe auf Antwort, ob dies so OK ist oder ob es andere, bessere Möglichkeiten gibt. (Nachdem was ich im Internet gefunden habe, ist Marmorit Popo ein "kalkzementgebundener Trockenmörtel",WTA-zertifiziert)
Danke schon mal und Gruß Edith



Ich denke



das die meisten Ihnen hier eine reinen Kalk oder einen Lehputz empfehlen, ich übrigens auch.

Grüße aus Koblenz





heißt der wirklich "Marmorit Popo"
brüll, lach, wegschmeiß
Vielen Dank für das fröhliche Betthupferl



Sanierputz



Hallo Edith,

wenn Ihre Wandecke noch feucht ist, sollte sie erst trocknen, bevor verputzt wird.
Teurer Sanierputz muss auch nicht sein, Unebenheiten können Sie auch bei Kalkputz mit dem Grundputz ausgleichen.

Alles Gute





Danke für alle bisherigen Antworten!
Uns wäre ein reiner Kalkputz natürlich auch lieber. Welche Produkte für Grund- und Oberputz sind denn für dickere Putzstärken zu empfehlen? (die Angebotsvielfalt ist verwirrend und für einen Laien nicht zu durchblicken)
Und wie muß verarbeitet werden? (Zuerst Löcher zuputzen, dann in Lagen von welchen Stärken?) Wir möchten uns zunächst selbst informieren - aus Erfahrung mit Handwerkern vorsichtig geworden!
Danke und Grüße von Edith



Von



wo kommen Sie denn?

Grüße



Luftkalk



Hallo Edith, schauen Sie mal auf

http://www.solubel.de

da finden Sie alles von Ausgleichsputz, Unter-, Ober- und Feinputz bis Anstrich.

Das sollte Ihr Putzer auch Verarbeiten können.

Alles Gute



Welchen Innenputz verwenden?





Welchen Innenputz?



Wenn Sie Kalkputz verwenden wollen, selber Hand anlegen und etwas Zeit haben empfehle ich Ihnen den Putz selber aus Sand 0-5 und Weißkalkhydrat zu mischen und auf die gute alte Art zu verarbeiten.
Falls erforderlich, tragen Sie vorher eine Haftbrücke aus dünnflüssigem Vorspritzmörtel(einfacher Zementmörtel) auf, der ca. 2/3 der Wandfläche abdecken sollte.
Darauf kommt als Vorputz und zum Ausgleich der Unebenheiten Kalkmörtel, ca. 2 cm dick aufgetragen. Reicht das nicht, nach dem Durchtrocknen die nächste Lage auftragen. Benutzen Sie dazu eine Kelle, durch das Anwerfen verkrallt sich der Putz hohlraumfrei am Untergrundund. Wenn so die Unebenheiten ausgeglichen sind und der Vorputz trocken ist, tragen sie den Oberputz auf, der ebenfalls aus Kalk und Sand 0-2 mm gemischt wird. Beim Putzen die Regel -weich auf hart- beachten; die Schichten sollten nach außen immer weicher werden. Firmen wie solubel bieten fertig gemischte Putze an, die sind dann natürlich teurer wie selbstgemischte. Theoretisch müsste das selbe drin sein, nämlich Kalk und Sand. Auf jeden Fall ist es für den Oberputz eine Alternative.
Falls Ihnen das alles zu umständlich ist, nehmen Sie handelsübliche werkgemischte Trockenmörtel. Als Ausgleichmörtel gibt es faserarmierte Leichtputze, die in Schichten bis 60 mm aufgetragen werden können. Allerdings sind diese werksseitigen Fertigmörtel keine reinen Kalkmörtel, es gibt i.d.R. einen Weißzemenanteil im Bindemittel und eine Reihe anderer chemischer Zusätze.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Kalkputz



@Georg Böttcher
Welchen Sand ? Fluß-oder Grubensand ? Oder ist das egal ?





An alle herzlichen Dank für die Antworten. Selbst machen kommt aus Zeitgründen leider nicht in Frage, also werden wir auf handelsübliche Materialien zurückgreifen müssen.
Gruß Edith

@ H.Meurer: kommen aus Nähe Fulda



Tendieren



Sie eher zum Lehm oder Kalk?

Wenn Sie in unserer Nähe wohnen würden würde ich Ihen mit einer Bemusterung mal beide Varianten vorsdtellen. Gerne kann ich Ihnen als Baustoffhändler auch entsprechendes Material anbieten.

Grüße Gerd



Innenputz



Zur Frage von Thomas Lingl:
es ist egal, wo der Sand herkommt, wichtig ist seine Kornzusammensetzung und -Form.
Sande mit hohem Feinkornanteil neigen mehr zum Schwinden und Reißen, lassen sich aber besser verarbeiten. gewaschene (scharfe) Sande werden fester, sind poröser, lassen sich aber schwerer verarbeiten (das Zeug rutscht wieder von der Wand, wenn ich zuviel mit einem Mal auftrage). Fluviale bzw. glaziogene Sande sind rundkörniger, ergeben geschmeidigere Mörtel und sind besser verarbeitbar. Sande aus Verwitterungsrinden des Porphyr o.ä. sind scharfkantiger und ergeben höhere Festigkeiten, lassen sich aber etwas schwerer in Form bringen. Ich richte mich nach meinem Gefühl; aber wenn man in der nächsten Kiesgrube Mauersand 0/5 oder Putzsand bestellt, kriegt man i.d.R. schon die richtige Körnung. Ansonsten sind die Unterschiede minimal und für einen normalen Allerweltsputz unerheblich, wenn man Schichtdicken, Trocknung und Härteregel einhält.
Werkgemischte Mörtel werden aus einzelnen Kornfraktionen für den jeweiligen Verwendungszweck speziell gemischt und verarbeiten sich natürlich durch ihren optimale Kornzusammensetzung besser, das ist aber für den Hausgebrauch nicht so entscheidend, wo es nicht auf Flächenleistung und Maschinengängigkeit ankommt. Hier und da ein wenig Pülverchen und spezielle Eigenschaften werden noch besser (das muß nichts Schlimmes sein!).
Wer sicher gehen will und immer die optimale Mischung möchte, der greife zur Sackware. Das ist wie mit Brötchenbacken: Aus Mehl, Salz, Wasser und Hefe geht das auch, aber wer eben besonders schöne Brötchen haben will und keine Zeit hat, nehme eine Fertigbackmischung.

Viele Grüße
Georg





Dankeschön Herr Böttcher !