Putzschienen in Lehmputz aus "Mörtel"

28.05.2013 DanielPULS



Hallo zusammen,

Wir sanieren gerade die unterste Etage unseres 100 Jahre alten Hauses.

Ich möchte gern Lehmputz an den Ziegelwänden haben. Der Alte Putz ist komplett entfernt und die Wände mit einer Stahlbürste komplett gereinigt.

Um die Wände halbwegs gerade hinzubekommen, würde ich gern mit einem "Abziehschlitten" (einfach mal Googlen wer es nicht kennt) mir die "Putzschiene" aus Mörtel (etc.) erstellen um diese als Abziehlehre zu benutzen.

Hierzu meine Frage, was kann ich da für Mörtel nehmen, ohne das ich Probleme mit "durchdrücken" durch den Lehmputz etc. bekomme?

Lehmputz wollte ich gern den von "lehmdiscount" (Rapido-Universallehmputz) nehmen, hat den hier schon mal jemand verarbeitet - Gibt es da Erfahrungen mit dem Material?

LG Daniel



ich



habe zwar noch nicht mit Lehm geputz, habe aber ständig an der "Nahtstelle" zu tun. ich kann mir nicht vorstellen, daß sich der Putz nicht abzeichnet.
Gegenvorschlag (ungeprüft !): Leisten aufschrauben, abrichten, Leisten wieder abschrauben - Schlitz zuputzen. Wäre nach meiner Bauerfahrung aufgrund der Lehmeigenschaft sicher weniger riskant und machbar.



Vergessen zu erwähnen



Hallo,

Vielen Dank für die Antwort, ich habe vielleicht vergessen, das es auf den dann abgerichteten Putz noch mal eine dünne Schicht oben drauf geben soll, die dann "geglättet" wird.

LG Daniel.



Wir haben Holzleisten genommen...



Hallo,

wir haben das ähnlich gemacht:
Auf die rauhe Ebene Lehmunterputz dünne Holzleisten abgerichtet und eingeputzt, später über diese Holzleisten abgezogen.

Nach der Trockung die Holzleisten vorsichtig rausgepuhlt, mit Lehm aufgefüllt und dann über die (mittlerweile feste) Wand abgezogen.

Nach ordentlicher Trockung haben wir dann Lehm-Edelputz aufgezogen.


Das ging vom Ablauf eigentlich relativ problemlos,
aber man sieht immer noch deutlich wo diese Leisten waren.
Obwohl der Edelputz ca. 4mm über der eigentlichen Stelle aufgezogen wurde, und in diesem Schritt die Leisten gar nicht mehr da waren.

Scheint mit Dichte/Trocknungsverhalten oder so zu tun zu haben...

Hat einer Ideen, wie man das "Durchschimmern" vermeiden kann?


Viele Grüße,
Mikesch



Farbe auf dem Putz



Hallo Mikesch,

Habt Ihr den Oberputz Natura gelassen oder gestrichen?

Wir möchten den Putz dann gern in "gebrochenem weiß" (typ Eierschale) und teilweise in grau abgesetzt streichen.

LG Daniel.



Lehm-Putzlehre



Ich nehme Lehmbauplatten in der gewünschten Stärke, die in passende Streifen geschnitten und statt üblicher Putzschienen angebracht, ein Abziehen des Lehmputzes auch an kritischen Stellen wie rund um die Fensteröffnungen erlauben. Sie verbleiben natürlich in der Wand und werden später mit dem Rest übergeputzt.


Ob man nachher noch etwas davon sieht, kann ich noch nie nicht sagen, soweit sind wir noch nicht.

Grundsätzlich habe ich aber alle Wände im Haus wieder Kalk, dem Ursprungsbaustoff, verputzt und nur bei den Wandheizungswänden eine Ausnahme gemacht. Inzwischen würde ich auch die in Kalk einbetten.



Hallo Daniel,



in einem Zimmer haben wir auf den Unterputz feineren Oberputz gezogen und den mit Lehmfarbe gestrichen,

ich dem anderen Zimmer haben wir direkt auf den Unterputz Edelputz aufgezogen, der hatte schon die gewünschte Farbe.


Den beschriebenen Effekt gab es aber bei beiden Arten...


Viele Grüße,
Mikesch



Putzlehren



Ich habe zwar auch noch nicht mit Lehm gearbeitet, aber mit Kalk. Ich habe die Lehren ausgerichtet und mit Putzhaken befestigt, dann immer zwischen den Lehren geputzt, abgezogen und die Lehren entfernt, die fehlenden Bereiche ausgeworfen, über dem schon abgezogenen Bereich als Lehre den Rest abgezogen (meist hat dieser Bereich dann durch Anziehen schon eine etwas höhere Festigkeit) und dann die Fläche komplett abgerieben oder gefilzt. Da sieht man keine Stellen. Wenn ich allerdings am nächsten Tag weitermache, dann sieht man diesen Übergang, weil er sich beim Abreiben nicht mehr einarbeiten läßt. Ich habe die Wände nachher nochmal mit dünnerem Putz abgefilzt und man sieht dann dort keine Übergänge mehr.

Beim Lehmputz könnte ich mir vorstellen, dass man diese Bereiche sogar besser anarbeiten kann - allerdings sollte man scharfkantige Abgrenzungen (Brettkante oder auch andere Lehrenkante) sollte man vermeiden.



Putzhaken



Ja, bei anderem Putz sieht man diese Stellen tatsächlich nicht, das kann man aber offensichtlich nicht 1:1 auf Lehm übertragen.


Was mich als Bau-Laie interessieren würde:

Wie schlägt man diese Monster ein, ohne dass gleich die ganze Bude einstürzt?


Stören die Putzhaken nicht, wenn man auf ebener Wand mit der Kartätsche abzieht?


Ich habe sie nach ein paar Türöffnungseinschalungen genervt weggelegt und benutze jetzt einfach nur Bretter zum Verkanten.


Back Tor topic: Kann man nicht ganz einfach die üblichen Schnellputzleisten, die in der Wand verbleiben, benutzen, wenn offensichtlich alles andere zu kompliziert scheint?


Nach ein bisschen Übung klappt es meist auch ganz ohne Abziehschienen, ab und zu eine 3m-Aluschiene anhalten und nachkorrigieren, das Augenmaß ist Entwicklungsfähig... ;-)



Putzlehren



Die Haken - anfangs störten sie auch, irgendwann hat man den Dreh raus und dirigiert herum. Bei 3m Deckenhöhe habe ich 3 Stck. pro Brett, das klappt ganz gut.

Ich habe aber auch schon Leute gesehen, die hatten Alu-U-Profile (relativ steif) einfach an die Wand gedübelt und ausgerichtet...und nachher die Schrauben schnell rausgedreht und Profil rausgenommen...das sah auch ganz brauchbar aus.

Bei Schnellputzprofilen habe ich festgestellt, dass man diese mühsamer ausrichten muß...öfter unterfüttern, weil die so labberig sind. Beim Abziehen mögen sie helfen, aber beim Abreiben ist mir aufgefallen, dass man zwischen den Leisten Dellen reibt...an den Schienen bleibt man irgendwann hängen und die schauen immer raus. Ich habe die in einem Raum verwendet und mich dann darüber geärgert.



oder



man putz ohne Lehren und richtet die Fläche mit einem Richtscheit ab - ähnlich wie beim Estrich.
Die vorgeschlagenen Putzlatten könnten natürlich auch gleich abgeschraubt werden, die Fläche wäre ja nun eben ....