Kalkgipsputz in Kombination mit Kalkputz ?

04.05.2007



Hallo,
unsere Wohnung wird zur Zeit verputzt. Dazu wird Knauf Marmorit Rotkalk Grund als Unterputz verwendet, anschließend soll Marmorit Rotkalk Fein als Oberputz darauf.
Zur Zeit wird der Unterputz aufgebracht. Dabei habe ich festgestellt, dass die Putzer offenbar stellenweise mit Kalkgipsputz von Knauf nachbessern, also über bestimmte Stellen, an denen es Aufplatzungen oder Risse gab, nochmal mit dem Kalkgipsputz drübergehen. Bisher hatten die das nur stellenweise gemacht (hatte mich schon über die unterschiedlichen Färbungen,weisse Flecken an manchen Stellen gewundert). Aber heute lagen in der Wohnung 14 x 30 kg Säcke, also wollen sie das wohl auch noch im größeren Maßstab tun ?

Ist das denn in Ordnung bzw. üblich ? Im Verhältnis zu sonst rd. 400 Säcken Grundputz sind 14 Säcke zwar wenig, aber ist dann nicht trotzdem der Kalkputzeffekt hin, wenn mit Kalkgipsputz ausgebessert wird ?

Zum Schluss soll ja nochmal mit Rotkalk Fein über alles drübergegangen werden. Ist vor diesem Hintergrund das Vorgehen des Putzers vertretbar ? Mir geht es nicht um die "reine Lehre", sondern eine gute Verarbeitung und ein gutes Raumklima durch Kalkputz.

Danke für Eure Einschätzung,
Thomas



ich habe mir gerade die



Seiten angesehen, die dieses Produkt in den schönsten Farben schildern ...
Ich glaube ja daran nicht so sehr!
Bei diesem werbewirksamen Mischmasch kann man mich nicht überzeugen ...
vor allem, wenn die Formulierungen sich so anhören: "Wasserrückhaltemittel, Verarbeitungsmittel und Luftporenbildner"
evtl. auch *forum 70000* da nachlesen!
Von gesundem Kalkputz ist in allerlei Werbung viel zu lesen .... bloss der Glaube daran stellt sich bei mir nicht ein.
Letzten Endes muss der Putzer dafür gerade stehen, ob es geht oder nicht ... oder der "Besteller" - was immer man bestellt das bekommt man!
Hört sich blöd an - ist leider so!
Mir gefällt dieser Mischmasch nicht!

FK



Die Antwort hilft mir leider auch nicht weiter...



also wirklich nicht.

Thomas



Welche Antwort ...



würde Ihnen denn weiter helfen?

FK



Kalkgipsputz in Kombination mit Kalkputz



Hallo Thomas,
unabhängig von Deiner Frage zur Verträglichkeit der Putze würde mich interessieren, warum der Unterputz gerissen ist.
Konstruktionsbedingte Risse können wieder auftreten, egal, ob mit Gips- oder Kalkputz nachgebessert.
Nur wenn die Risse im Unterputz verarbeitungsbedingt sind, wie z.B. Sackrisse, können sie mit dem Oberputz beseitigt werden, doch dann brauche ich keinen anderen Putz.
Bitte schildere doch einmal, wo die Risse aufgetreten sind und wie sie aussehen:

1.Hat sich der Putz an den Rissflanken abgelöst?
Das kannst Du überprüfen, wenn Du mit einem Schraubenzieher- oder Messergriff den Riss quer zur Laufrichtung abklopfst. Wenn der Klang am Riss dumpfer wird, hat sich der Putz dort gelöst, wenn nicht, läuft der Riss in der Wand weiter.

2. Welcher Untergrund ist im Rissbereich vorhanden?
3. Wie lange stand der Putz, als die Risse auftraten?
4. Wie dick ist der Putz im Rissbereich?

Nun zum Putz selber:
Es macht grundsätzlich keinen Sinn, einen anderen Putz in das System einzubringen, nachbessern kann man am besten mit dem selben Material oder dem Oberputz.
Schädlich ist die Materialkombination Gipsputz und Kalk- Gipsputz grundsätzlich nicht.

Zur Bemerkung von F. Kurz:
Da der verwendete Putz sowohl für Innen und Außen und für maschinelles Verarbeiten eingestellt ist, enthält er Zusätze, die es Innen für die Putzfunktion nicht braucht und die den Putzern die Verarbeitung erleichtern sollen. Notwendig ist das Zeug nicht.
Frag doch einfach, warum die Handwerker mit diesem Putz arbeiten und warum die Risse aufgetreten sind! Bin gespannt auf Deine Antwort.

Viele Grüße
Georg



Kalkgipsputz in Kombination mit Kalkputz



Hallo,
zunächst vielen Dank für die Antworten. Ist ja schon mal beruhigend, dass die Materialkombination generell kein Problem ist.

Die Risse sind nur an wenigen Stellen, und immer nur ein paar cm lang und vielleicht 1 mm breit. Sie gehen meines Erachtens nicht bis ins Mauerwerk, sondern scheinen mir eher Schrumpfungsrisse zu sein, die durch das Trocknen des Putzes entstanden sind. Der Putz löst sich dort (bisher) auch nicht.
Der Untergrund ist jeweils gemauert, aus alten Ziegelsteinen. Teilweise ist der Putz an manchen Stellen ca. 3 - 4 cm stark, im Mittel kann sicher mit 2 cm Putzstärke gerechnet werden. Der Putzauftrag ist erst wenige Tage alt.

Die Decken werden bei uns ebenfalls verputzt. Dort bilden sich teilweise blasenartige Löcher von ca. 1 cm, die dann offenbar wieder glattgezogen werden.

Ich bin mir mittlwerweile auch nicht mehr ganz so sicher, ob der Kalkgipsputz zum Ausbessern drübergezogen wird. Ich hatte zunächst gedacht, man sieht das an helleren Einfärbungen des Putzes. Ich habe jetzt aber im Internet Bilder von anderen Rotkalk-Baustellen gesehen, wo es genauso aussah, vielleicht wird der (sonst rotbraune) Putz generell weisser, wenn er trockner ist. Vielleicht geben die Putzer den Kalkgipsputz in geringeren Anteilen (wären ca. 3 - 4%) zum Rotkalk mit dazu, weil der sich dann besser verarbeiten lässt ? Kann das sein ? Am besten, ich frage am Montag mal die Putzer.

Ansonsten hätte ich noch eine Frage:
Wir haben eine ziemlich große Wohnung, ca. 215 m². Das zu verputzende Mauerwerk beträgt rd. 400 m², zzgl. 215 m² Decke. Was ist für diese Größe eine angemessene Arbeitsgeschwindigkeit ? Die Putzer sind bei uns inzwischen seit 2 Wochen Zugange und haben bisher vielleicht 35 % geschafft, meistens sind sie dort mit 2 Leuten...

Sprich: wie groß ist eine übliche Putzkollonne in großen Wohnungen, und wieviel m² machen die so am Tag (Unterputz)?

Danke,
Thomas

Nachtrag: Ach ja, der Putz (Marmorit Rotkalk) wurde uns empfohlen, da er baubiologisch sehr gut sein soll und gut zu verarbeiten ist. Wir wollten einen Kalkputz, weil es in dem Gebäude ursprünglich viel Schimmel gab.



Kalkgipsputz



Hallo Thomas,
bei Putzaufträgen von 3 und 4 cm muß man sich nicht wundern, das Risse entstehen, die können aber mit dem Oberputz ohne Qualitätsminderung beseitigt werden.
Da die Decken mit geputzt werden, vermute ich dort den Einsatz des Kalk-Gipsputzes.
Die großen Schichtdicken des Unterputzes bedingen eine lange Abbindephase des Kalkes; hier ist sich Zeit nehmen der bessere Weg. Wenn Du es eilig hast, wäre reiner Gipsputz die bessere Alternative gewesen.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Da frag ich mich doch immer wieder..



was das für "Profis" sein wollen die dem Kunden für innen ein hydraulisches Kalkputzsystem aufschwätzen weils so herrlich baubiologisch und "gut" gegen den vorhandenen Schimmel sein soll.Aber wär offensichtlich zuerst die Wände verputzt und dann die Decken dem trau ich auch sonst nix zu,da scheinen sie ein paar Jungs aus der Abteilung "Billig ist geil" abgekriegt zu haben. Viel Spaß noch ;)



Vielen Dank...



...für die Antworten, das hat mich jetzt doch beruhigt.

An Herrn Welsch:
Warum so voreilige Schlüsse ?

Den Kalkputz musste mir niemand aufschwatzen, dafür habe ich mich selbst entschieden. Lediglich das konkrete Produkt wurde vom Putzer empfohlen, und ich denke auch, dass das eine gute Wahl ist, habe jedenfalls über Rotkalk bisher nichts negatives gehört. Unsere Wohnung riecht jedenfalls schon jetzt wesentlich frischer und angenehmer als die vergipsten Nachbarwohnungen. Und dass Schimmel auf Kalkputz
keine Chance hat, liegt doch auf der Hand.

Ich habe auch nirgends davon geschrieben, dass die Decken nach den Wänden verputzt werden. Beide Arbeiten laufen ziemlich parallel, im Moment sind sie an der Decke weiter als an den Wänden.

Insgesamt machen die Arbeiten auch einen guten Eindruck, ich war lediglich wegen der zusätzlichen Kalkputzsäcke verunsichert. Und von wegen "Billig ist geil" - das gibts wohl eher bei Gipsputz. Hätte ich "billig" gewollt, hätte ich keinen Kalkputz genommen.

Aber nochmals Danke an alle im Forum,
viele Grüße,
Thomas



Kalkgipsputz in Kombination mit Kalkputz



Lieber Thomas,
ich will Dir ja die Freude an Deinem antifungiziden Putz nicht nehmen, aber irgendwann in den nächsten Monaten ist Dein Kalkputz durchgehärtet und dann genau so fungizid wie jeder andere abgebundene Putz, egal ob Gips, Lehm oder Kalk als Bindemittel drin ist.
Gegen Schimmel hilft eine gute Heizung, angepasstes Lüftungsverhalten und diffusionsoffene, dämmende Außenwände besser.

mfG
Georg Böttcher



Danke...



für ihren Eintrag Herr Böttcher, so viel zum Thema Schimmel!!!



Danke,



ich weiss, da streiten sich die Geister. Trotzdem bin ich froh über die Entscheidung und denke, es war die richtige. Geholfen hat mir dabei übrigens dieses Forum, in dem diverse Einträge von den positiven Eigenschaften des Kalkputzes berichten, z.B.

http://www.fachwerk.de/wissen/putz-gipsputz-52477.html

Viele Grüße,
Thomas