Wandaufbau und Heizung

31.12.2005



Wir haben vor 3 Jahren ein ca. 200 Jahre altes Haus gekauft, da? im Eg und 1. OG aus Sandsteimmauerwerk besteht.
Das 2. OG ist Fachwerk , und dieses wollen wir nun Renovieren, es steht seit ca. 20 Jahren leer wurde aber beheizt.

Auf dem Außenwänden ist eine ca. 3 cm starke dunkel graue fast schwarze Heraklitschicht die Vergipst ist.
Die Fenster sollen durch neue ersetzt werden.
Der Vor und Rücklauf der Heizung läuft an den Außenwänden sichtbar entlang, wobei alle 2 - 4 m kleine Heizkörper montiert sind.
Für mich stellt sich nun die Frage,ob ich den ganzen Aufbau der Wand und der Heizung erhalten soll oder ob ich alles entfernen soll.

Falls alles raus soll, wie gehe ich dann weiter was schlagt Ihr vor.

Auf eure Antworten bin ich schon gespannt und verbleibe mit freundlichen Grüßen Markus Böcherer



Mehr Details



Hallo Markus,
Um dir geauere Auskunft zu geben müsstest du erstmal noch den geaueren Wandaufbau, am besten von außen nach innen beschreiben. Dann wäre natürlich noch wichtig, wo für dich die Reise hingehen soll. Legst du wert auf baubiologisch einwandfreie Baustoffe? Hast du interesse an einem angenehmen Raumklima? Oder möchtest du nur möglichst schnell und preiswert Wohnraum?
Der von dir beschriebene Aufbau ist meines erachtens aus den 1970 er Jahren um möglichst schnell und ohne großen Aufwand die Fachwerkwand dicht und verputzbar zu bekommen.
Fakt ist, dass das ganze nicht besonders gesund ist für den Menschen und dass auch sicherlich kein besonders gutes Raumklima herscht, wahrscheinlich sehr trocken!



Gewünschte Details



Hier der gwünschte Wandaufbau von außen nach innen.

1. Teilweise verputz, teilweise sichtbares Fachwerk mit Putzresten ( Großteil Putz abgefallen )
2. Fachwerkkonstruktion mit Sandstein ausgemauert.
3. Heraklitplatten
4. Gipsschicht mit Tapete.

Ich habe den Gips an einigen Stellen einschließlich der Heraklitplatten geöffnet und das Holzwerk darunter kontrolliert.
Das Holz war stets in gutem Zustand.
Der Wohnraum soll später Vermietet werden das heißt aber nícht das mir egal ist ob ich meine Mieter vergifte oder nicht.
Ich möchte gerne eine Lösung die man bedenkenlos vermieten kann, aber Vergolden kann ich die Wohnung auch nicht, ich denke du versethst was ich meine.
Freue mich über eine Antwort und wünsche einen Rutsch mit allem was dazu gehört

Gruß Markus



Sieht doch gut aus.



Hallo Marco

Vergiften wirst du schon keinen, jedenfalls nicht schlimm ;-).
Ich halte nur überhaupt nichts von den Sauerkrautplatten, weil da irgendwie was nicht paßt ich meine zementgebunden und Holz??.
Das einzige, was bei deinem jetzigen Wandaufbau wirklich unbefriedigend ist, ist die Wärmedämmung. Du erreichst mit diesem Aufbau nur einen Wärmedurchgangskoeffizienten von U=1,5-2,0 W/(m²K).
Das könntest du lösen, indem du Innen einen 3-7cm dicken Putz oder eine 5-12cm starke Leichtmörtelschicht anbringst.
Da gibt es auch bauphysikalisch keine Bedenken (Feuchtetransport für Rücktrocknung)
Problem hierbei ist der blöde Gipsputz auf der Heraklitplatte.
Auf Gips hält nämlich nichts besonders gut, da beim Verputzen Wasser an den Gips kommt und der sich ablöst. vielleicht nicht komplett aber doch soviel, das der neue Putz mit runter fällt.
Da das Haus ja außen sowieso verputzt ist oder war, würde ich einfach außen eine Dämmung anbringen und darauf eine hinterlüftete Vorsatzschale. Wahlweise als Deckelschalung oder verschiefert oder verschindelt. Da hängt es vielmehr von den örtlichen Gegebenheiten ab.
Hierbei kann ein U-Wert von unter 1,0 erreicht werden.
Die Heizkosten bezahls im Endeffekt ja aber nicht du ;-).

Fakt ist, dass du außen etwas machen mußt (Putz bröckelt oder ist schon weg).
Dann kannst du auch gleich wärmeschutztechnisch etwas machen.
Du vermeidest dadurch zusätzlich das eindringen von Feuchtigkeit in das Fachwerk (schlagregen).

Innen scheint das Ganze zwar nicht optimal aber dennoch zufriedenstellend gelöst.

Gruß Thorsten



Und weiter gehts



Auf der einen Seite hast du mich beruhigt, nur habe ich 2 Probleme.

1. Die Fassade isz Denkmalgeschütz.
2. Ich habe hier in verschiedenen Beträgen gelesen das hinter den "Sauerkrautplatten" das vorhandene Holzwerk wegen Feuchtigkeit vermodern kann.
Wenn ich jetzt renoviere sollte es doch so sein das in 10 Jahren nicht alles kaputt ist.
Bis jetzt ist das Holz einwandfrei, soweit ich es beurteilen kann.
Allerdings stand die Wohnung 20 Jahre lang leer und die Fenster waren nicht gerade dicht.
Falls ich die Wände wirklich so belasse kann ich dann die Heizung mit aufputz verlegten Rohren und im Abstand von 2 - 4 m montierten Heizkörpern belassen.
Bin gespannt auf deine Antwort.
Bis bald Markus



Der Wandaufbau ist nicht ideal,



aber der Aufwand diesen in einen "fachwerkgerechten" zu änmdern ist enorm. Schäden sind wie festgestellt keine da oder?
Der finanziellen Aufwadn einer Dämmung mit z.B Weichholzfaserplatten ... steht in keinem Verhältniss zum Ertrag.



Wie gehts dann weiter



Schäden habe ich keine feststellen können.
Wenn nun neue Fenster eingebaut werden muß ich teilweise die Laibungen wieder anputzen und desweiteren sind einzelne Zwischenwände entfernt worden an diesen Stellen müßze ich auch den Putz ergänzen.
Betseht hier die Gefahr das ich später Risse in der Wand bekomme.

Gruß Markus



Wenn



das Verputzen fachgerecht ausgeführt wird nicht. Vorrausgesetz das die wegfallenden Wände keine tragende Funktion hatten.

Viele Grüße Gerd Meurer



Bleiben nicht mehr viele Möglichkeiten?!





Bleiben nicht mehr viele Möglichkeiten?!



Hallo Markus,
das mit dem Denkmalschutz ist so eine Sache. Da kommt es auch immer drauf an, wie und vor allem wem du begegnest.
Ich meine welchem Sachbearbeiter o.ä. Mit Vernünftigen Argumenten kann man da auf der Wetterseite oft auch eine Vorsatzschale erreichen, wenn man in anderen Punkten auf die Denkmalbehörde eingeht. Sind meist auch nur Menschen, wenn auch oft mit sehr unpraktischen Ansichten.
Die Sauerkrautplatten sollten in der Stärke kein Problem darstellen, da sie eigentlich nicht wirklich als Dämmstoff, sondern eher als Putzträger zu bewerten sind. Erst ab einer Stärke von über etwa 5 cm könnten diese aufgrund von Tauwasserbildung Sorgen bereiten.
Kritisch wird es nur, wenn Regenwasser von außen in die Gefächer eindringt und nicht mehr raus kann.

Wahrscheinlich ist es in deinem Fall wirklich besser auf zusätzliche Dämmmaßnahmen zu verzichten und dein Augenmerk auf ein passendes Heizkonzept zu legen.
Davon habe ich allerdings leider zu wenig Ahnung um dir sinnvolle Ratschläge zu geben.
Nur soviel, es gibt da ein Diagramm wo auf der einen Achse die Oberflächentemperatur aufgetragen ist und auf der anderen Achse die Raumtemperatur.
In dem Diagramm ist dann ein Bereich definiert, der als behaglich empfunden wird.
Hier gilt etwa je größer die Oberflächentemperatur der Wand ist, desto kälter kann die eigentliche Raumtemperatur sein und man fühlt sich dennoch behaglich(Windstill bei -10 Grad auf dem Feldberg).
Da die Raumtemperatur bei dir nur mit viel Energieaufwand hoch gehalten werden kann, solltest du Wert auf eine hohe Oberflächentemperatur der betreffenden Wände legen. Hierzu gibt es bestimmt viele Beiträge in der Datenbank des Forums.

Wir könn ezu dem Thema aber auch gerne noch mal telefonieren, wenn ich nicht gerade Unterwegs bin ;-)

Grüße ins Breisgau

Thorsten



Gerade



durch den bauwerkserhalteneden Effekt einer Wandheizung durch die Erhöhung der Oberflächentemperaturen würde ich immer diese Art von Heizung empfehlen.

Gerd Meurer