Kalte, feuchte Wände: Erfahrungen mit Multipor (Mineralschaum) gesucht

22.11.2006


Hallo zusammen,
als "stolzer" Besitzer eines 60er-Jahre-Prachtbaus inklusive aller Bausünden aus der Zeit möchte ich nicht unnötig viele weitere Fehler machen, die mich letztendlich nur Geld und Nerven kosten.
Die Wände meines Hauses sind im Bereich der Fensterstürze und Außenecken extrem kalt, es liegt ein Temperaturunterschied von bis zu 4 Grad im Vergleich zu anderen Stellen der Außenwände vor. Leider freut sich der Schimmel in diesen Bereichen sehr über die kondensierte Luftfeuchte und das reichhaltige Nahrungsangebot in Form von leckeren Rauhfasertapeten. Letztere habe ich bereits teilweise wieder entfernt - und werde NIE mehr welche kleben. Ehrenwort. Einen Verputz mit Kalk oder Lehm ist deshalb schon beschossene Sache, ich tendiere eher zum Kalkputz da alkalisch und dadurch tödlich für meinen alten Feind, den Schimmel.
Aber die Ursache, nämlich die kalte Wand, beseitige ich dadurch nicht. Ich gehe daher mit dem Gedanken schwanger, meine Räumlichkeiten nach und nach von innen zu isolieren. Ich weiß sehr wohl, dass eine Außenisolierung weniger riskant wäre, aber mein Budget erlaubt mir höchstens die stufenweise Dämmung Raum für Raum. Die herkömmlichen Materialien wie Steinwolle, Rigips+Styropor etc. lehne ich ab. Selbst für Holzfaserplatten wird eine Dampfbremse dringend empfohlen. Glasschaumplatten sind mir etwas zu dicht; ich würde die Multipor Mineralschaumplatten favorisieren, denn wenn die Angaben stimmen, sind diese diffusionsoffen und feuchtereguierend, was mir sehr zugute käme. Und man hätte einen homogenen Wandaufbau aus mineralischem Material.
Gibt es bereits Erfahrungen mit diesen Platten, und wenn ja, welche? Ansonsten werden die Wände mit Kalk verputzt (Als Putzträger eine Schilfmatte oder Armierungsgewebe da ich dem alten Putz nicht mehr recht traue) und anschließend mit Kalkfarbe gestrichen. Aber kalt wären sie dann noch immer. Zusätzlich plane ich noch die Aufstellung eines Kaminofens im betroffenen Stockwerk. Denn seit ich mit 8KW das untere Stockwerk per Kaminofen aufheize, ist dort die Luftfeuchte um fast 15% gefallen und die Fensterstürze und Außenecken können auch nicht anders, als sich zu erwärmen. Und das man alle Feuchtigkeit schnell mal weglüften kann ist eine Lüge. Ich habe es probiert, und nur der Ofen kriegt es richtig trocken. Doch eine Einsparung durch das Zuheizen mit Holz merke ich am Ölverbrauch der Heizung nicht wirklich - aber das ist ein anderes Thema. Allerdings hätte die Zentralheizung auch keine Chance, meine Bude auf kuschelige 28 Grad aufzuheizen, was dem Ofen in kürzester Zeit gelingt. Und jetzt habe ich genug geschwätzt und warte sehnsüchtig auf Meinungen/Kritik/Inspiration...



Das für



eine Hozfaserdämmplatte eine Damnpfsprerre notwendig ist wäre neu. Den Schimmel bekämpft die Erhöhung der Oberflächentemperatur in diesem Bereich. Strahlungswärme kann hier auch hifreich sein.



Holzweichfaserplatte und Dampfbremse?


multipor-Mineralschauplatten

Dies wäre uns auch neu!
Wer gibt solche Empfehlungen weiter?
Sollte diese Variante als Innendämmung auf Massivbaukörper Anwendung finden, so werden diese eigentlich nur mit Lehm verputzt oder auch Kalk.
Eine Dampfbremse ist da nicht notwendig.
Trotzdem ist die Entscheidung hinsichtlich einer Mineralschaumplatte sinnvoll.
Hier können wir die "multipor" - Mineraldämmplatte empfehlen, die es in den Dicken 60, 80, 100, 120, 140 gibt.
Zulassungsnummer: Z-23.11-1501 am Markt existiert.

Grüße Udo Mühle



Dampfbremse laut Herstellerhinweis...



...unter www.gutex.de bei Konstruktionen -> Dämmung Außenwand von innen. Allerdings handelt es sich um einen Holzständeraufbau, nicht um direkt verputzte Holzfaserplatten. Da hätte ich wegen der Druckfestigkeit aber Bedenken; nicht dass man nach jedem Rempler an die Wand ein Loch zuputzen darf.
Eine Empfehlung für die Multipor-Platte ist mir aber herzlich willkommen und umso lieber. Die Platten gibt es auch in 20mm Stärke, die werde ich wohl hinter den Heizkörper kleben, um diesen nicht volle 5cm zum Raum hin versetzen zu müssen. Auch im Bereich des Fensters könnte die dünnere Platte helfen, denn bei geplanten 50mm Dämmstärke kriege ich das Fenster sonst nicht mehr auf...



Hallo zusammen!



Weiß jemand, ob die Multipor-Platte mit der Minopor von Hasit vergleichbar ist? Die Werte in den Datenblättern sind ja nahe zu identisch!
Eine Wandheizung in Lehm oder Kalkputz dürften da auch kein Problem sein, oder?
Über Erfahrungsberichte wäre auch ich sehr dankbar!

Gruß Frank Herzog



Erfahrungen zu Multipor



(=Hasit minopor = 045er Porenbeton):
Ich habe gute Erfahrungen als Innendämmung in Massivbauweise gemacht. Es gibt auch ausführliche Unterlagen zu verschiedenen Wandaufbauten dazu vom Hersteller Xella, der hier mal genannt sei. Da Sie den Wandaufbau nicht erwähnten: Im Fachwerk würde ich es nicht nehmen, da die Kapillarität nicht besonders so gut ist wie beispielsweise bei (dem viel teurerern) Calciumsilikat.
Verarbeitung: die Platten verlangen (wie üblich) eine ebene Wand, die muss eventuell erst mal her. Das Aufbringen selbst ist dann ein Kinderspiel, es sollte zusätzlich mit Armierung gearbeitet werden (falls nicht ein dickerer Putzauftrag erfolgt).
Gerade in der Heizkörpernische würde ich mehr als 2cm vorsehen, wenn möglich.

Tipp: für die Fensterlaibungen Laibungsplatten aus Calciumsilikat nehmen, die sind an dieser "kritischen", meist engen Stelle auch besser zu verarbeiten.
Falls an der Außenwand mit Gipsputz verarbeitet wurde: entfernen (Schimmel)!
Wärmebrücken einbeziehen!
Estrich: kann ggf. zu einer netten Wärmebrücke werden, am besten im Bereich der Innendämmung bis auf Rohdecke entfernen.
Das auf einen Kalkputz keine Dispersionsfarbe gehört, versteht sich vermutlich von selbst ;)



PS: Nur als Alternative sei gesagt, das Sie die Luftfeuchtigkeit u.a. auch mit einer kontrollierten Lüftungsanlage bestens in den Griff bekommen.

PSS: Meines Wissens nach sind die von den Holzfaserplattenherstellern angeboteten Oberflächen in der Tat eine Dampfbremse, um eine ungehemmte Diffusion in die Außenwand zu vermeiden.

Gutes Gelingen.



Wandaufbau/Bodenplatte etc.



Hallo Herr Göb,
mein Wandaufbau ist leider kein Fachwerk.
Ich habe 24er Hohlblocksteine als Außenwände, die von innen mit diversen Putzsorten vollgekleistert wurden aber immerhin halbwegs eben sind, mit Ausnahme der Hohlkehle am Deckenanschluß. Gipsputz wird wohl auch dabei sein. Aber spielt das eine Rolle, wenn die Multipor-Platten drauf sind? Dann sollte doch eventuell anfallende Feuchtigkeit nach innen abdampfen können - so hatte ich zumindest gehofft.
Die Fensterlaibungen machen paradoxerweise noch keine Probleme in Sachen Schimmel. An Calciumsilikat hatte ich auch gedacht, aber das Zeug ist unanständig teuer.
Den Estrich kann ich im Bereich der Dämmung entfernen, aber ich fürchte die Ecken sind dann auch noch kalt genug, denn an der Decke wurde absolut nix gedämmt. Kein Heraklith oder ähnliches von außen wo die Decke aufliegt, gar nix. Und eigentlich sollte man ja die Außendämmung an den berührenden Innenwänden einen Meter ins Innere ziehen um ganz sicher zu gehen. Aber das würde zum Weglaufen aussehen - vielleicht kommen hier die 2cm-Platten zum Einsatz.
Hinter die Heizung kriege ich aber nicht mehr als 2cm ohne Riesenaufwand. Aber ein bißchen ist doch besser als nix, oder?
Ich habe nächste Woche noch einen Termin mit meinem Schornsteinfeger, dann wird im oberen Stock noch ein Kaminofen installiert, und der sollte die kalten Fensterstürze und Ecken besser aufwärmen können als die chronisch durch nicht vorhandene Dämmung überforderte Zentralheizung.
Dispersionsfarbe und Tapeten werde ich nie mehr benutzen. Allerdings steht es in meinem Bad gerade unentschieden zwischen Gekkosol und Schimmel - mal sehen wer das Rennen macht bis auch dort die Multipor Einzug hält.
Die Unterstützung, die ich von Xella bereits bekommen habe, möchte ich lobend erwähnen; man hat meine Fragen zu meiner vollen Zufriedenheit beantwortet, mir Bezugsquellen und auch Systempartner (Pronatura für Lehmputz) genannt.



@Norman Körper



Wieso "leider kein Fachwerk" ;) - in diesem Fall können sie Multipor wenigstens nehmen.
Gips und Feuchtigkeit verträgt sich nicht; durch die Innendämmung wird in der Übergangszone Dämmung / Außenwand etwas Feuchte entstehen. Das ist "normal" und wird im Sommer wieder trocknen - deshalb sicherheitshalber Außenwände wie eine Kellerwand behandeln.
Wenn sie die CaSi-Platten nur für die Laibungen verwenden ist das nicht so teuer.

(Nur so am Rande: Die Feuchtigkeit wegheizen - davon halte ich in sofern wenig, weil es einfach Energieverschwendung ist. Falls sie eine Ofen mit Außenluftzufuhr haben, sollten sie trotzdem Lüften, eine Innendämmung "arbeitet" am besten bei dauernden Luftfeuchten von 40%-50%. Eine KWL ist das um Größenordnugnen sparsamer und fürs Innenklima zuträglicher)



Vielleicht...



...sollte trotzdem noch einmal eine Außendämmung überdacht werden? Optisch wird's dem Bauwerk wohl kaum schaden, Sandsteingewände oder ähnliches wird Ihr Haus ja vermutlich nicht haben.

Natürlich ist ein knappes Budget ein Argument, aber doch nicht unbedingt eines gegen eine Außendämmung. Ob man nun jedes Jahr einen Raum oder alle 2 Jahre eine Außenwand dämmt, sollte sich nicht viel nehmen.

Ich hätte gern außen gedämmt, aber der Zierrat der Fassade hat's verhindert...

Grüße

Thomas



Optisch kann man da nix mehr kaputt machen...



...aber da gibt es einige Kleinigkeiten, die mich an der Außenisolierung abschrecken.
Das Haus steht zu 2/3 im Hang. An den betreffenden Wänden im Keller befindet sich bereits kein Putz mehr, dafür blüht auf dem Betonboden heftig der Salpeter.
Ein knappes Vierteljahr, bevor ich die Hütte gekauft habe, wurde der Keller komplett neu verputzt wie ich später erfahren mußte.
Kurzum: Ich brauche einen Bagger, um das Ding auszugraben und rundum trocken zu legen. Wie ich den Kellerboden sanieren oder trocknen soll, weiss ich noch nicht, vielleicht hilft schon eine Drainage.
Die Horizontalsperre scheint noch intakt, denn der Putz fällt (bisher) nur im Keller ab. Dennoch habe ich Bedenken, dass Feuchtigkeit ins Erdgeschoß und eventuell auch bis in den zweiten Stock vordringt. Die notwendigen Baggerarbeiten und die Abdichtung würden die knappe Kasse zusätzlich strapazieren, und angesichts des Schimmelbefalls in einzelnen Räumen besteht Handlungsbedarf.
Zusätzlich erschwert würde das Vorhaben durch die Tatsache, dass der Dachüberstand an den Giebelwänden keinesfalls für eine brauchbare Dämmstärke reichen würde. Und die Ziegel, die auf meinem Dach liegen, gibt es nicht mehr. Wobei wir wieder bei den leidigen Kosten wären.
Zielich verfahrene Situation, oder?



Überzeugt,



das sind gute Gründe.

Falls die Wände mit Dispersionsfarben oder Öllacken"veredelt" wurden, sollten diese besser vorher ab. Mit der Sanierfräse von Festool geht's am besten.

Gutes Gelingen

Thomas



Ja, Ölfarbe im Bad, Dispersion zum Glück nur auf Tapete.



Und die Bäder müssen warten, denn die Wasserleitung verläuft in der Außenwand. Da wäre Innendämmung eine echte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für den ersten kalten Winter
:-)

Viele Grüße und Danke für die Tipps