Elektroinstalltionsplan beschaffen

22.03.2011



Hallo,

ich möchte in einem Haus von 1938 die Leitungen reparieren. Dazu wäre es sinnvoll den Verlegungsplan der Ekektroleitungen zu haben. Der Besitzer hat diesen Plan nicht. Gibt es eine Möglichkeit diesen irgendwoher zu beschaffen? Ich denke da an eine Behörde oder ähnliches.

Vielen Dank im Voraus



Verlegeplan



Hallo Frank,

ich glaube nicht, dass es solche Pläne bei einer Behörde gibt. Elektropläne sind auch heute nicht Bestandteil der Baugenehmigungsplanung.
ist denn seit 1938 nichts mehr an dem haus gemacht worden? Dann müsste doch die Elektrik relativ einfach sein und gut nachzuverfolgen? ich glaube, Du musst den Plan selber erstellen.

Gruß

Maccaroni



...



Hallo,

bei einem solchen Alter stellt sich doch auch generell die Frage, ob die Leitungen überhaupt noch OK sind!

In meinem Haus - BJ. 1921 - war der größte Teil noch auf dem ürsprünglichen Stand. Dazu Kreuz und quer, über mehrere Generationen immer wieder neue Abzweige gebastelt. ... Das Ganze obendrein noch kreuz gefährlich, da die Isolierungen der alten Hauptleitungen aus Wachspapier oder Stoff inzwischen total vergammelt waren. Kein Schutzleiter, und nur 1.5 mm² Querschnitt.

Schaus Dir nochmal an und entscheid dann, ob Du den Kram drin läßt und nur reparierst, oder am Besten gleich komplett neu machst.

Gruß, aus Berlin



Mal ehrlich....



eine ordentliche Fachplanung und dann nach geltenden DIN-VDE Normen neu installieren ist der einzige richtige Weg.

Alles anderen Empfehlungen sind falsch, unfair und kosten in der Folge viel Geld, mitunter auch das Leben.


Grüße Alex



Stefan



Fragst Du als E-Firma oder als zukünftiger Besitzer ? Da Du schreibst, Du willst reparieren und der Besitzer besitzt nicht ... !



Detaillierte



Installationspl?ne (im Sinne von den Leitungsverlauf in der Wand darstellend) sind nicht einmal in gro?en aktuellen Gewerbeprojekten ?blich, au?er bei Einlegearbeiten, wo vor dem Betonieren die Leitungen in die Schalung gelegt werden. ?bliche Pl?ne umfassen nur die Positionen von Schaltern, Lampen, etc. und die Stromkreiszuordnungen. Diese Pl?ne hat dann:
- der Fachplaner (f?r ein paar Jahre)
- der Elektriker (vermutlich noch k?rzer)
- der Auftraggeber

In EInfamilienh?usern gibt es mit etwas Gl?ck irgendwo Grundri?pl?ne mit den Positionen von Lichtschaltern, Steckdosen und sonstigen Anschl?ssen, die mit noch viel mehr Gl?ck auch noch ?hnlichkeiten mit der Realit?t aufweisen (gilt i.a. f?r Anlagen nach etwa 1960 bei Neubauten und umfassenden Renovierungen).

Die ?blichen Methoden im Bestand lauten: Alle Deckel ab, Durchgangspr?fer mit langer Hilfsstrippe besorgen und durchklingeln. Ist tapeziert, vorher alle(!) Tapeten ab, damit man keine Dosendeckel ?bersieht. Kann man Anfang und Ende einer Leitung nicht zweifelsfrei orten (= es gibt ABzweigungen unterwegs) - weitersuchen, notfalls mit Hammer und Mei?el.

Wenn die Originalinstallation in Rohren ist, kann man mit viel Gl?ck alle russischen Erweiterungen herausrei?en, in die Rohre neu einziehen und dann die gew?nschten Erweiterungen ordentlich machen, aber in der Realit?t bleiben da selbst bei gut ausgef?hrten Anlagen nur vielleicht 50% des (mageren) Ursprungsbestands ?ber.

Die Leitungsisolierung ist ?brigens mitnichten Wachspapier sondern Gummi mit Baumwollumh?llung als mechanischen Schutz, das ?ndert aber nichts daran, da? dieser Gummi mit hoher Wahrscheinlichkeit hin?ber ist. Es gibt Leitungen, die noch den jeweiligen Kaiser (Wilhelm/Franz Joseph) erlebt haben und in bester Ordnung sind, aber vertrauen w?rde ich auf keinen Fall darauf.



Moin Stefan,



ein schöner Traum den du da hast........aber diesen Plan musst du denk' ich selber machen.......

Was willst du "reparieren" und wieso?

(Ich hab nix gegen alte Leitungen, die alten Dinger mit pechgetränkter Baumwollwicklung im Bleimantel sahen bei uns besser aus als so manche PVC-Nachfolger, wo die Weichmacher sich bereits verabschiedet hatten.....)

Gruss, Boris



Elektroinstalltionsplan



Vielen Dank erstmal für die vielen Antworten.

Ich möchte bei jemandem anderen einen Fehler beheben. Es geht um eine Zuleitung ins Bad, die keine Spannung mehr führt. Nun möchte ich die fehlerhafte Leitung ausfindig machen (Wozu ich den Plan gebracuht hätte) und diese neu Verlegen.

Ich selbst bin Elektriker aber für Automatierungstechnik und habe dies noch nie gemacht. Hat jemand von euch ein Dokument, was einen groben Überblick über die Thematik der Hausinstallation gibt ohne dass ich mich zu tief in die VDE Vorschriften reinlesen muss?

Gruß
Stefan



kannst



Du denn nicht eine Meßspannung (auch von der anderen seite einspeisen) anlegen (vorher Zuleitung trenne) und dann mit Meßgeräten das defekte Kabel suchen. Bis zum Fehler müßte das doch gehen.



Puh



Es gibt schon ein paar Standardwerke zum Thema Hausinstallation, zum Beispiel den Hösl (http://www.buecher.de/shop/fachbuecher/die-vorschriftsmaessige-elektroinstallation/hoesl-alfred-ayx-roland-busch-hans-w-/products_products/detail/prod_id/23907500/) oder Kiefer, Gerhard, VDE0100 und die Praxis.

Um Bestandsinstallationen der letzten 100 Jahre zu durchschauen sind diese Bücher aber wohl nur bedingt hilfreich, sind aber sicher brauchbar, da sie Hinweise auf Alarmzeichen enthalten, über die man in so einer Installation stolpern könnte.

Die Fehlersuche in so einer Bestandsbastelei erfordert Geduld und Findigkeit. Man könnte mit einem Tonfrequenzgenerator die Leitung verfolgen (das funktioniert zuverlässiger als die Leitungssucher aus dem Baumarkt und verfolgt außerdem halbwegs zuverlässig die richtige Leitung und nicht irgendeine), ansonsten hilft nur Abzweigdosen öffnen und suchen, dabei vorzugsweise in der Nähe des Badezimmers beginnen und Richtung Verteiler vorarbeiten. Ohne Tapeten-/Farbschäden geht das nicht ab, keine Chance. Deckel findet man übrigens (mit Glück) durch Klopfen auch durch die Tapete.



Moin Stefan,



ich bin kein Elektriker, hab aber gerade die Erweiterung/Erneuerung hinter mir und kann das wiedergeben, was mir mein VDE-treuer Elektriker beigepult hat:

Wenn in dem Bad keine WaMa und Trockner betrieben werden, reichen 3x1,5 NYM. Standard ist heute alles über FI laufen zu lassen, eine Nachrüstpflicht besteht aber m.W. nicht.

Was du da gross suchen willst kapier' ich ehrlich gesagt nicht: Das Bad hängt wahrscheinlich nur auf einer Sicherung und das ist die wo im Rest vom Haus nix passiert, wenn du sie rausmachst. Die 3 Adern ab und abkneifen.

Die neue Zuleitung zum Badverteiler kannst du nach "ästhetischen" Gesichtspunkten neu ziehen und die alte in der Wand lassen, oder?


Grüsse, Boris



Erste Regel:



geglaubt wird in der Kirche und nicht beim Strom! Das kann sonst ganz schnell neben der Kirche 2m unter der Erde enden.

Also im Zweifelsfall einfach für die Zeit der Arbeiten alle Leitungsschutzschalter ausschalten/Sicherungen herausschrauben.

Die alte Leitung einfach zu belassen ohne das andere Ende abzuklemmen ist eventuell unzulässig, sicher aber höchst unelegant. Hier hilft einfach nur systematische Suche nach Abzweigdosen in allen angrenzenden Räumen. Auch die Frage, ob irgendwo Nägel eingeschlagen, Löcher gebohrt o.ä. wurden kann recht nützlich sein um den Fehler einzugrenzen.

Weiters könnte man bei abgeschaltetem Strom Stromkreis für Stromkreis Durchgangsmessungen machen, um zumindest zuzuordnen auf welchem Stromkreis die beschädigte Leitung hängt, darauf hoffend, daß nicht alle Leiter der Leitung unterbrochen sind (einfach mal eine Durchgangsmessung von jedem Schutzschalter/jeder Sicherung zu jeder Ader der unterbrochenen Leitung, dann von der N-Schiene zu jeder Ader und schließlich von der Schutzleiterschiene, sobald man Durchgang findet jede Ader einzeln von der Schiene abschrauben bis man die richtige hat).

Nur: ich vermute ja eine lose Klemmstelle. So an dieser Klemmstelle noch andere Verbraucher hängen, die zufällig noch funktionieren, kann das ganz schnell brandgefährlich werden, wenn TN-C vorliegt und der PEN unterbrochen ist können auch rasch mal Leute auf dem Boden liegen! Hier ist Eile geboten!