Wer kennt Schwerkraftöfen?

19.08.2008


Ich suche nach einer Möglichkeit, die alten Ölöfen im Haus zu ersetzen. Ein Kollege erzählte mir von den DDR-Schwerkraftöfen und das ein Hersteller noch Heizungen nach diesem Prinzip produzieren würde. Eine Heizung, an der kein Schnickschnack ist, der kaputtgehen kann, finde ich grundsätzlich interessant, Holzheizung war sowieso geplant, nur kennt sich im Westen niemand damit aus. Wer kann mir mal die Vor- und Nachteile dieses Systems erklären?



google mal ...



nach 'forster heizung'



und hier:



http://de.wikipedia.org/wiki/Schwerkraftheizung

da kann man aber auch selber draufkommen ...



bei Google



tauchten außer Anzeigen nur seltsame Comics mit Schwerkraftofen auf, an Wiki hatte ich dann nicht mehr gedacht. Erstmal schönen Dank, wenn noch jemand berichten könnte, wie alltagstauglich das Ganze ist, wäre ich dankbar. Ist ja immer eine Frage des Standpunktes, bei kaltem Bad und launischem Durchlauferhitzer könnte so eine veraltete Technik schon richtig komfortabel sein...



Hallo



in meiner Lehrzeit (vor fast 30 Jahren) habe ich diese Heizungsanlagen in der DDR mit eingebaut. Das sind riesige Öfen, die mit sehr groß dimensionierten Leitungen in den Häusern verlegt wurden. Ok, es brauchte keine Pumpe, wenn die Heizung gut verlegt war (mit den entsprechenden Gefälle auch der einzelnen Leitungen).
Nur der Wirkungsgrad dieser Heizungen war besch..... eiden. Die Öfen waren nur auf Festbrennstoffe (Holz/ Kohle) ausgelegt. Da hat man große Holzstücke reingelegt und fast ohne Wiederstand zum Schornstein rausgeheizt. Mein Vater hat bis heute noch so eine Anlage im Haus. (Möchte sie gerne modernisieren). Ich finde keinen Grund, warum man so eine Anlage wieder zum Leben erwecken sollte. Es waren offene Systeme (mit offenen Ausdehnungsgefäßen auf dem Dachboden an der höchsten Stelle), man braucht rießige Rohrdimensionen (damit es auch eine Schwerkraft geben kann), es ist eine sehr träge Heizung und sehr ineffektiv.
Überlegen sie es sich noch mal. Ich kenne wirklich keinen, der seine alte Schwerkraftanlage noch betreibt. (von denen die ich kenne)
Es gibt bessere und effektivere Möglichkeiten zu heizen.

Grüße H. Köhler



Danke für die Info,



jedenfalls verstehe ich jetzt, warum an dem Dinosaurier nichts kaputtgehen konnte ;-)
und werde weiter nach der eierlegenden Wollmilchsau unter den Heizungen suchen



Wie schnell brauchst Du einen?



Da können wir sicherlich aushelfen bzw. unterstützen.
Rückmeldung bestenfalls gleich per mail direkt.

Suchenundfinde Grüße
Udo



nicht brandeilig,



bin noch am planen, voraussichtlich in 2 Jahren gibt´s dann einen Rundumschlag mit Heizungsanlage, Heizkörper, Solaranlage und Dämmung





ich werden einen wasserführenden kaminofeneinsatz nehmen, wo man Stückholz und auch pellets verfeuern kann. der pellettank reicht für 4 tage . sobald man holz auflegt, setzt die pellet-automatik aus. sobald die temperatur im brennraum sinkt (wenn das holtz verbrannt ist ) setzt die pelletautomatik wieder ein.

kann man auch mit förderschnecke und einem pelletsilo anstelle des vorratsbehälters am Ofen benutzen.
das teil hat je nach ausführung zwischen 16 und 23 kw, wobei 80% der heizleistung wasserseitig ist und 20% luftseitig.

es gibt auch mittlerweile "küchenhexen" die mit pellets als heizungsunterstützung laufen; mit backfach und kochplatte drauf.

gruss christian



schwerkraftofen



wie den von Dir beschriebenen wurden u.a. in Blankenburg/Harz hergestellt von den zu DDR-Zeiten so genannten "Harzer Werken". Leider ging dieser Betrieb, wie viele, ein wenig den Bach runter, nett ausgedrückt.
Es gibt einen Nachfolgebetrieb, ich weiß aber nicht, ob das die Firma ist, von der Du schreibst.
Versuchs mal unter blankenburg/harz, öfen, michaelsteiner Straße etc.
viel spaß beim googlen
wünscht Dir Doris, in der Nähe von blankenburg seit 1990 ansässig.





hier habe ich mal nen datenblatt von so ner küchenhexe.. ist sehr interessant:
Nennwärmeleistung 23kw, wasserwärmeleistung 15kw
holzscheitlänge 33cm,
dieser ist zwar nicht mit pelletautomatik, müsste es aber auch zum nachrüsten geben.
hier der link:

http://www.ctm-heiztechnik.de/Thermokochherd.31.0.html?&cHash=01a228ea89&tx_ttproducts_pi1[backPID]=31&tx_ttproducts_pi1[product]=20



IBC-Heiztechnik



stellt immer noch Gußkessel her ( die hießen zu DDR-Zeiten GK-Kessel) und waren ebenso verbreitet wie die Forster Kessel.

Einfach mal anfragen.

Die Vorteile einer Schwerkraftheizung sind der nicht vorhanden Elektroenergieverbrauch durch nicht vorhandene Pumpen. Wenn Sie einen guten Heizungsbauder finden, der die Auslegung der Rohrdimensionen und einen hydraulischen Abgleich beherscht, dann werden auch alle Heizkörper warm. Das beherrscht aber nicht mehr jeder (obwohl es Bestandteil der Ausbildung sein muss!).
Nachteile sind eine höhere Korrossion in den Rohren und im Kessel, größere Rohrdimensionen und eine nicht mehr zeitgmäße Regelungsmöglichkeit. Die Einhaltung der geforderten Abgaswerte, die ihr Schorni kontrollieren wird, ist nach der Novellierung der BImSchV mit einem solchen Kessel höchstwarscheinlich nicht möglich, aber es wird eine Übergangszeit bis 2024 geben. D.h. Ihr Kessel wird zwar eine Dreckschleuder sein, aber noch 15 Jahre lang laufen dürfen (wenn nicht irgendein Normenausschuß bis dahin die Novellierung der Novellierung beschlißen wird, das ist in Deutschland nicht auszuschließen).
Ich persönlich würde abraten von einem solchen Vorhaben.

MfG
Frank