Neue Fichte Dielen haben Schleifspuren. Kann man das reklamieren?

09.06.2015 Jodie



Hallo,
es wurden neue Fichte Dielen verlegt. Anschließend wurden sie von einem Fachmann geschliffen und versiegelt.
Jetzt sind Scheifspuren im Boden, die nicht schön aussehen.

Der Fachmann sagt, den Boden betrachtet man nur im stehen und dann sieht man die Scheifkreise nicht. Ich müsse dies als Toleranz sehen und so akzeptieren.

Es wurde mit einem runden schwarzen Gitter geschliffen.
Anschießend befanden sich keine schwarze Steine unter dem Lack. Diese schwarzen Steinchenhaufen (oder Schleifstaub) hat der Mann weg geschliffen (nachdem ich sie ihm gezeigt habe) aber die Kreise sind leider immer noch da.

Muss ich das sohin nehmen oder bekommt man die Kreise irgendwie wieder weg?

Über eine Hilfe würde ich mich sehr freuen.

Jodie



Foto von den Scheifkreisen in den Fichtedielen



Foto von den Schleifkreisen nach dem noch mal übergeschliffen wurde, sind die schwarzen Steinchen weg aber die Schleifkreise sind geblieben.



Sieht...



...man die Kreise im Stehen?

Grüße

Thomas



Fachmann = MyHammer?



Fachmann = MyHammer?

Ich bin da def. kein Fachmann, aber für mich sieht das inakzeptabel aus.

Wir haben Eiche Massivholzdielen und ich hab auch schon Fichte und andere Massivholzdielen gesehen, aber solche Schleifspuren noch nicht.

Grüße



Schleifspuren



Wenn diese Schleifspuren von normaler Stehhöhe aus und bei normaler Beleuchtung sichtbar sind ist es ein Mangel.
Wenn das Licht wie zB bei Balkontüren oder vorhandenen Lampen üblicherweise als Streiflicht einfällt und dabei die Schleifspuren sichtbar sind ist das ein Mangel.

Wenn du jedoch die Spuren erst siehst, wenn du auf dem Boden kniest oder durch eine Lampe Streiflicht erzeugen mußt, um die Schleifspuren zu sehen ist es kein Mangel.

Maßstab bei der Mangelfeststellung ist immer der normale Betrachtungsabstand im Stehen.
Das gilt auch für die Feststellung von Staubeinschlüssen, Schleifkörnern etc

Andreas Teich



Schleifschäden



Diese "Arbeit" hat kein Handwerker gemacht, sondern ein Pfuscher. Normalerweise schleift man solche Feinheiten entlang der Faserrichtung und braucht bei der nachbesserung auch keine Maschine dafür.

Habt Ihr, Jodie, die Rechnung schon bezahlt? Wenn ja, dann gilt die Leistung als anerkannt.



Eine ausgebesserte Stelle im Stehen fotografiert



Ganz lieben Dank für die vielen Antworten.

Diese ausgebesserte Stelle habe ich im Stehen fotografiert, man sieht sie auch im Stehen.

Die rechte Schraube hat der Tischler mit Fichtekitt (so heißt das glaube ich) zu gemacht, der die Dielen verlegt hat.
Die linke dunklere Stelle hat ein "Raumausstatter-Parkettlegemeister" (so steht er im Telefonbuch) mit einer Kartusche zu geschmiert.

Der Flur hat nicht so viele Schleifkreise, der sieht etwas besser geschliffen aus als das Zimmer. Hat der Mann evtl. das schwarze Scheifgitter zu lange benutzt, weil es z.B. abgenutzt war und hätte getauscht werden sollen?

Die neuen ungeschliffenen Dielen waren A Qualität also am Untergrund kann es gar nicht gelegen haben.



Weitere Stelle im Flur



Diese weitere Schraube wurde auch mit Zeug aus der Kartusche zu gemacht und die Stelle drum herum, da scheint das Holz heller und ist nicht so glatt, wie die restlichen Dielen.

Der Mann hat da noch mal drüber geschliffen. Als ich fragte, ob da noch Versiegelung drauf muss, meinte er ich solle da Vollpflege Finish Care ( ist eine Pflege für Erst- und Unterhaltspflege von Pallmann) drüber machen, dann würde man die helle Stelle nicht mehr sehen.

Das Foto wurde im Stehen aufgenommen. Die Stelle ist am Rand, wo sich 2 Dielen treffen, die gekürtzt wurden. Das Foto ist nicht so gut geworden aber man kann die helle Stelle im Stehen sehen.



Foto einer weiteren versiegelten Schraube leider direkt vor der Türschwelle



Hier sieht man das Material gut, welches mit der Kartusche eingedrückt wurde.



Grundsätzlich...



ist Lack auf Nadelholz Mist; aber Ihr habt das ja so beauftragt.

Die Schleifspuren wird man vermutlich auch im Stehen sehen. Leichte Schleifspuren sind bei der Verwendung eines Tellerschleifers hinzunehmen. Ob das hier noch unter "leicht" rangiert, lässt sich aus der Ferne nicht sagen. Sicher jedoch ist, der Schliff wurde schlecht gemacht. Oder es haben sich einzelne gröbere Körnchen unter das Gitter geklemmt.

Die Kittungen sind schlampig gemacht und nicht richtig verschliffen.

Grüße

Thomas



Nadelholz versiegeln



Wo mit versiegelt man denn Nadelholz?

Die Beratung über die Versiegelung war wohl auch "schlampig". :(
Leider habe ich mich über die Versiegelung vorher selbst nicht genau informiert und dem Parkettmeister vertraut.

Grundiert wurde mit Allbase von Pallmann (alkoholbasierende Rollgrundierung), stinkt wie...
Anschließend kam Pall X 96 drauf.

Schleift man besser mit einer Walze und dann bekommt man keine Schleifkreise rein?

Habe seit Ende Januar einen Wasserschaden und das ganze einer Sanierungsfirma zur Instandsetzung übergeben. Die haben mir dünne Dachlatten verlegt und der Bauleiter meinte, der Tischler habe ihm gesagt, so schmale Dielen verlegt man heute nur noch nach der neuen DIN Norm. Anderes Material gäbe es nicht haben sie mir mit 3 Männern ( 1 Bauleier, 1 Niederlassungsleiter und der Bauschaumtischler mit den Dachlatten) vor Ort erklärt.
Ich habe daraufhin selbst eine Holzfirma gefunden, die "richtige" Dielen (breitere) verkauft u. dem Bauleiter die Adresse gegeben. Darauf hin haben sie die schmalen Dielen nach 4 Wochen (wo nichts passierte) wieder raus gerissen.

Dann wurden die Dielen verlegt, die ich selbst ausgesucht hatte. Jetzt sind die guten Dielen drinnen und dabei haben sie mir auch noch Geschwister (aus einem Paket) verlegt, was ich vorher auch nicht wusste und jetzt diese Versiegelung.

Die ausgebesserten Stellen sieht man deutlich bei tageslicht im Stehen, die Scheifkreise und die dunkleren Flecke sehe ich auch im Stehen.
Heißt dass, es müsste alles runter geschliffen werden und neu versiegelt werden, damit es am Ende gut aussieht?

Ganz lieben Dank für die Infos!



Schleifspuren im Dielenboden



Wenn das im Stehen deutlich sichtbar ist muß alles neu geschliffen und behandelt werden.
Bei neuen Dielen muß die Oberflächenbehandlung so erfolgen, daß keine Seitenverleimung mit Abrißfugen verfolgt.

Es muß also eine entsprechende zugelassene Grundierung verwendet werden- das sollte aber aufgrund ausdrücklicher Freigabe des Lackherstellers erfolgen, wobei die Verarbeitungsanleitung des Herstellers beachtet werden muß.
Das läßt du dir besser vorher geben und bestätigen.

Ich würde bei Dielen aber nur ölen, sodaß auch partiell Reparaturen erfolgen können und Seitenverleimung gar nicht vorkommen kann.

Solche Sanierungskolonnen sind nicht unbedingt qualifiziert, wie du schon bei den Auskünften zur Dielenbreite bemerkt hast.
Dann besorgst du das Öl auch besser selber oder gibst die Materialien genau vor.

Dielenböden würde ich nur mit der Walzenmaschine in Längsrichtung schleifen- feines Gitter ist allenfalls beim Lackzwischenschliff sinnvoll.

Die Schleifspuren lassen sich außer durch Schleifen nicht beseitigen.
An solchen Stellen hält der Lack deutlich weniger aus und die Verschmutzungsgefahr ist wesentlich größer.

Andreas Teich



Nun,



unter diesen Voraussetzungen ist ein Neuschliff (mit einer Walzenschleifmaschine) wohl unumgänglich. Allerdings ist ein Feinschliff mit dem 120er Gitter durchaus üblich und Stand der Technik, nur eben darf das Ergebnis nicht so aussehen. Ich vermute eine ungeeignete Maschine (außermittige Lastverteilung, also eher ein Gerät aus der Reinigungsbranche), minderwertiges Schleifmaterial und / oder schlampiger Schliff eines unambitionierten Zeitgenossen. In diesem Zuge ist ein farbig halbwegs passender Kitt zu wählen (etwas dunkler als die Fichte, da diese nachdunkelt) und die Kittstellen besser zu verschleifen als gehabt. Eine Hobeldiele in A-Sortierung hätte bei sauberer und sorgsamer Verlegung gar nicht geschliffen werden müssen...

Zur Oberfläche: Ein wachsfreies Bodenöl aus der Naturfarbenecke, wie zum Beispiel von Natural, womit ich seit langer Zeit arbeite, erzielt weitaus bessere Ergebnisse. Das ganze muß nämlich, etwas Pflege vorausgesetzt, über Jahrzehnte zumeist nie geschliffen werden, Regenerierung genügt für lange Zeit.

Generell: Die Beauftragung von Generalisten (Sanierung komplett) entpuppt sich allermeist als Fehler.

Grüße

Thomas