Nach dem Abriß ist vor dem Neubeginn: Dachbodenausbau

04.03.2014



Hallo Gemeinde,

wir sind gerade dabei unseren Dachboden zu entkernen. Bisher wurden etliche qm alte Dämmung und Spanplatten ausgebaut. Nun beschäftige ich mich zunehmend mit der Frage, was danach kommt. Die Fläche soll neu aufgeteilt werden und es sollen drei Zimmer sowie ein kleine Bad entstehen. Beim Abriß des alten Ausbaus (Ständerwerk aus Holz mit Sparschalung und darauf Spanplatte) haben wir reichlich Holzschädlingsfraß vorgefunden. Vor allem im Splintholz (Schalbretter) die teilweise komplett aufgefressen waren. Als der Ausbau noch stand gab es auch vereinzelt Fraßgeräusche. Ich gehe momentan davon aus, daß das große Fressen vorbei ist. Leider ist partiell aber auch der Dachstuhl betroffen. Die Deckenbalken scheinen unversehrt zu sein. Offensichtlich gab es schon vor der Erstellung des alten Ausbaus partiell Schädlingsprobleme da zwei der Pfosten stark bebeilt sind. Ich will nach Abschluß des Abrisses den Dachstuhl nochmal von einem Fachmann begutachten lassen, da auch einige Streben ausgebaut wurden, der soll sich das dann mal ansehen. Zum Hebst hin wollte ich dann mit dem neuen Dachausbau beginnen. Reicht diese Zeitspanne eures Erachtens aus, einen aktiven Schädlingsbefall anhand von frischen Fraßspuren festzustellen? Sollten vorbeigend Maßnahmen gegen Schädlinge getroffen werden und wie würdet ihr mit den befallenen Balken umgehen? (weitere Bilder im Profil)

Zum Ausbau:
Vom neuen Ausbau wird eine Wand genau auf der Tragenden Mittelwand des darunter liegenden Geschosses stehen. Ist es sinnvoll diese Wand massiv auszuführen, da man ja auf dem vorhandenen Wandkopf ansetzen kann, statt diese in Ständerwerk auszuführen?

Fußboden:
Momentan ist der Dachboden eine große Fläche. Mal abgesehen von der einen Mittelwand, die evtl. massiv ausgeführt werden soll schwebt mir vor einen einheitlichen Fußboden zu schaffen. Dazu soll die Balkenlage mit Kanthölzern aufgefüttert werden. Den entstandenen Zwischenraum würde ich mit Perlite oder dergleichen füllen die vorhandene Schüttung würde ich drin lassen. Auf die Kanthölzer sollen dann Dielen klassisch genagelt werden oder OSB auf Sparschalung. Die zu erstellenden Trennwände würde ich dann auf den Fußboden stellen. Ist dieses Vorgehen korrekt? Sollten noch irgendwelche Zwischenlagen eingezogen werden zum Schallschutz oder schließt sich das mit den darauf stehenden Trennwänden aus? In einem Bereich liegt der Fußboden über einer offenen Veranda, dort würde ich die alte Schüttung entfernen und mit Perlite dämmem (evtl. auch Zellulose) Die Dampfbremsfolie würde ich dann direkt unter die Dielen legen.

Dachschrägen:
Ich würde gern mit Zellulose dämmen (Isolfloc etc.) Dazu hatte ich mir hier im Forum schon einige Anregungen geholt was die Nachträgliche Dämmung im Dach betrifft. Ich bevorzuge Momentan folgenden Aufbau:
Seitlich leisten an die Sparren schrauben, dann Holzweichfaserunterdachplatte passend an den Leisten verschrauben. Sparren auffüttern und ausgleichen mittels seitlich angeschraubter Bretter. Der Zwischenraum wird dann mit Zellulose vom Spitzboden aus ausgeblasen. Was wäre jetzt innen eine Sinnvolle Beplankung, wenn man zb. Wandheizung( als Alleinheizung) realisieren will? Welches Wandheizsystem bietet sich an, wenn man auch das Budget im Auge behalten will?



Das Haus



hat nur einen Eingentümer, von daher ist der volle Handlungsspielraum gegeben. Zum Thema Baugenehmigung: Das DG war ja bereits ausgebaut als Wohnraum (1990). Es liegt dafür auch eine komplette Statik vor und der Ausbau wurde damals auch auf dem offiziellen Wege genehmigt. Zumindest was die Deckenlasten angeht ändert sich ja im Prinzip nicht viel. Die Sparren würde ich nochmal rechnen lassen, weil ja durch die Dickere Dämmung (anderes Material und ander Aufbau) andere Lasten abzutragen sind. Wie gesagt, wenn alles raus ist wird eh der Zimmermann geholt, weil da noch einiges zu klären ist.



Theorie und Praxis



Wenn ich eine Statik habe, würde ich mir nicht noch eine holen, bloß weil sie schon ein paar Jahre her ist - meine Meinung.

Eine Mauer auf eine Mauer setzen, halte ich schon für statisch relevanter - zumindest sollte da mal jemand mit fachlich fundiertem Hintergrund daruf gucken. Allerdings würde ich eher den Boden einheitlich Verlegen und dann den Rest in Trockenbau ausführen.

Bei der Zellulose-Dämmung auf die Unterspannbahn achten - jeder der die Einblasdämmung anbietet, wird dir erzählen, dass das geht. Unabhängige Meinungen werden aber bestätigen, dass die sich nach außen wölben und deine Hinterlüftung zudrücken kann. Für Zellulose-Dämmung gibt es jedenfalls spezielle Unterspannbahnen.

Wenn ich in meinem Haus Fraß-Geräusche gehört hätte, wäre mir Himmel-Angst geworden - auf keinen Fall hoffen, dass sich das schon irgendwie gibt!



Meine Meinung



....es ist ja auch nur eine Reko. Das mit der unterspannbahn leuchtet mir ein, weshalb ich ja die Holzweichfaserunterdachplatte an deren Stelle verwenden wollte.

Die Fraßgeräusche, nunja, hoffen werde ich nicht, aber egal, was man macht bleibt ja immer ein Restrisiko. Ich habe jetzt gut 3 qm Konstruktionsholz ausgebaut ( ohne Spanplatten) und damit auch 95% des befallenen Holzes entfernt. Damit dürften nun auch die Chancen steigen, dem Rest Herr zu werden.



Wenn



Fraßgeräusche hörbar waren würde ich definitiv einen Holzschutzexperten holen, vorzugsweise wenn es deutlich Plusgrade hat. Bei uns war das Viehzeugs (aller Wahrscheinlichkeit nach Hausbock) auch über den Winter ruhig und wird dann vermutlich wieder aktiv bis wir ihm den Garaus machen lassen.

Die Trennwände würde ich eher auf den Rohboden stellen. Was ist sonst, wenn man aus irgendeinem Grund mal in einem Zimmer die Dielen erneuern will?

Zum Thema Schallentkopplung hab ich mal was ganz skurriles gehört. Und zwar zwei Ständerwände und dazwischen nur oben befestigte lose hängende Bahnen Dachpappe. Sollen so gut Schall dämmen, dass man von Gesprächen im Nebenraum absolut nichts hört. Keine Ahnung wie viel da dran ist...



Wie gesagt ....



der Halzspeziealist wird eh geladen, wenn alles raus ist, dann sehen wir weiter. Mit dem Stellen der Trennwände auf dem Rohboden / Balkenlage habe ich auch schon gegrübelt. Aber was mache ich, wenn ich eine Trennwand genau zwischen zwei Balken längs einziehen will? Soll ich da dann zwischen den Beiden Balken dickere Kanhölzer quer einziehen, die die Wand tragen? Was ist mit dem Fußboden, der hängt ja dann am überstenenden Ende bis zur Wand in der Luft.
Mir erschien es da noch am vernünftigsten einen klassischen Dielenboden enzuziehen (Vernagelt auf Balkenlage plus Auffütterung) über die gesamte Fläche und die Trennwände darauf zu stellen. Sicher Schalltechnisch nicht die eleganteste Lösung.



Naja



solche Zwischenwände stehen dann auf der ohnehin vorhandenen Dielung quer zu den balken oder sehe ich das falsch? Ich dachte es sollen Balken - vorhandene Dielen - Lagerhölzer mit Dämmung dazwischen - neue Dielen werden. Dann hätte ich die Wände auf den "Blindboden" gesetzt. Bei nur einer Dielung müssen die Wände natürlich auf die, zumindest wenn sie parallel zu den Balken laufen.



Dar alte Boden



...soll vorher eigentlich entfernt werden, weil ich
a) wissen will was darunter los ist
b) ist die Neue Fläche größer als die alte Fußbodenfläche was einen vernünftigen Aufbau erschweren würde.

Die Auffütterung soll eigentlich nur deshalb geschehen, daß die Schwellen auf denen die Dachstützen stehen im Fußboden verschwinden. Dafür gehen zwar 10cm Geschoßhöhe verloren, aber man hat einen einheitlichen Boden ohne Stolperkanten.



Was die Heizung angeht, war ich kurzzeitig von der Idee der Heizleisten begeistert. Mußte aber bei Recherchen hier im Forum feststellen, daß es wohl keine Alternative zu einer Wandheizung ist. Ich würde gern schon bei der Wandheizung bleiben, befürchte aber, daß ich meine spilleriegen Sparren (10x12) nicht noch mit dem Zusatzgewicht dieser Lehmbauplatten beglücken sollte. Gibt es alternativen, die mit weniger Tonnage zu Buche schlagen oder sollte man dann lieber auf Fußbodenheizung ausweichen?



Zum Thema Holz und Holzschutz



Moin,

vielleicht kann ich von der Ferne ein paar Hinweise zum Thema Holzschutz geben.

"Reicht diese Zeitspanne eures Erachtens aus, einen aktiven Schädlingsbefall anhand von frischen Fraßspuren festzustellen?"
Grundsätzlich könnte man sagen das Anhand der "Fraßspuren" (was man sieht, wird als Nagsel bezeichnet und sind die Auscheidungen der Insekten, an diesen man auch die Art bestimmen kann) ein aktiver Befall zu erkennen wäre, da jedes holzzerstörende Insekt eine bestimmte Ausflugzeit hat. Diese Ausflugzeiten beginnen im Frühjahr (April) und gehen in Ihrer Kernzeit bis in den Sommer (August).
Es ist aber nicht gesichert das nun jedes Jahr unbedingt ausgeflogen werden muß, da dies wierderum an den Entwicklungsstufen zum Vollkerv (Vollinsekt) hängt. Diese Dauer der Entwicklungsstufen ist nun auch wieder abhängig zum einen von der Insektenart und dessen Lebensumstände. Zum Beispiel der Hausbock brauch für eine Generation (Ei-Larve-Puppe-Vollkerv) je nach Quellenlage 2-12 Jahre. Diese steht in Abhängigkeit zum Nahrungsangebot (junges Holz - altes Holz/viele Proteine - weniger Proteine) und den Lebensumständen (Holzfeuchigkeit/Temperatur der Umgebung).
Also wie man sich nun vorstellen kann ist das Thema sehr komplex und einen Ausbau ohne ausreichende Untersuchung vorzunehmen halte ich nicht für sinnvoll.

"Sollten vorbeigend Maßnahmen gegen Schädlinge getroffen werden und wie würdet ihr mit den befallenen Balken umgehen?"
Ich würde für die weitere Planung eine Untersuchung des Dachstuhles empfehlen. Dabei sollten der Befall, die Befallsintenistät und eine Prüfung der Restquerschnitte berücksichtigt werden. An Anhand der Feststellungen kann man eine Kostenplanung für diesen Bereich durchführen.
Was grundsätzlich wichtig ist, um nicht von unvorhergessenen Kosten überrascht zu werden.

Ich hoffe, das ich weiterhelfen konnte!



Trockenbau



Die Wand muss nicht zwangsläufig massiv aufgebaut werden, sondern kann auch im Trockenbau errichtet werden, zum Beispiel mit Fermacell Gipsfaserplatten.

Trockenbau hat gleich mehrere Vorteile:

1) Du sparst dir das Schleppen der schweren Steine ins Dachgeschoss.

2) Die Wand ist schneller fertig als die Massivwand.

3) Nach der Spachtelung kannst du direkt tapezieren oder streichen.

4) Da kein zusätzlicher Putz nötig ist, wird unnötige Feuchtigkeit im Raum vermieden.

Wenn du schon weißt, wie du den Raum nachher nutzen möchtest, kannst du übrigens schon die Elektroinstallation beim Aufbau der Wand direkt integrieren. Dann hast du hinterher nichts mehr damit zu tun.

Viel Erfolg!





Hallo Hensel,

was den Fußboden angeht, bin ich ganz deiner Meinung. Lieber den alten raus und gucken, was darunter los ist.
Wenn du dann den neuen Boden aufbaust, solltest du auch die Wärmedämmung im Blick behalten, die ist gerade beim Dachbodenausbau ja auch immer ein Thema
(Stichwort EnEv 2009: Dämmung oberste Geschossdecke). Du könntest zum Beispiel Dachboden-Dämmelemente von Fermacell nehmen, die sind speziell für diese Zwecke ausgelegt.

Viel Erfolg!



gequirte sc*****



Wenn du dein Dachgeschoß ausbaust wird eher Trittschall eine Rolle spielen.
Die dämmebene verschieb sich dann aufs dach!
Gedämmt wird ja immer da wo warm auf kalt trifft. Wenn du unter dem Dach zu warm nimmst spielt die oberste Geschoßdecke keine Rolle mehr!

Fermacell könntestdu trotzdem nehmen um das Dach zu verschalen. Die Frage ist nur warum????