Fachwerk außen dämmen - Entkopplung von Holz und Mineralwolle

13.04.2011



Hallo,

ich habe an meinem ca. hundertjährigen Haus aus Ziegelmauerwerk ein 2x2m Zierturm, der als Fachwerk ausgeführt ist (13er Ständer, Gefache mit Ziegel ausgemauert). Das Fachwerk war die längste Zeit verkleidet (ursprünglich Holz, dann Eternit). Ich habe einen Moment mit dem Gedanken gespielt, es offen zu lassen. Da jedoch zumindestens eine Seite stark bewittert ist und sich das ganze in einer Höhe befindet, die ein regelmäßiges Ausbessern zu einer teuren Angelegenheit werden lässt (Gerüst, etc.) bin ich jetzt doch entschlossen es wieder zu verstecken - diesmal unter Putz.
Aus verschiedenen Gründen (Lärmschutz, Brandschutz, habe es schon) möchte ich dafür beidseitig mit Putz kaschierte Mineralwolleplatten (8cm) verwenden. Nun habe ich in diesem Forum gesucht und schon einiges von den Nachteilen von Mineralwolle auf Holz gelesen. Um sie trotzdem zu verwenden und dabei die Nachteile zu umgehen/verringern sind mir folgende Lösungsmöglichkeiten in den Sinn gekommen:
1) Schichtaufbau von innen nach außen
-Putz
-Fachwerk ausgemauert
-diffusionsoffene Folie / analog Unterspannbahn
-8cm Mineralwolle (geschraubt in Ständer und Schweller)
-Klebemörtel + Armierung
-Oberputz
oder:
2) Schichtaufbau von innen nach außen
-Putz
-Fachwerk ausgemauert
-2-3cm Traglattung, dazwischen Zellulose, Hanfwolle o.ä.
-8 cm Mineralwolle (geschraubt in Traglattung)
-Klebemörtel + Armierung
-Oberputz
Kann ich damit die Feuchtigkeit wirksam von den Balken fernhalten oder verschlimmere ich das Problem sogar noch? Gibt es ggf. noch eine bessere Idee?
Oder ist es eventuell so, dass die innenseitige Putzkaschierung der Mineralwolle bereits ohne weitere Massnahmen die in der Mineralwolle ggf. gehaltene Feuchte vom Holz fernhält?

Beste Grüße,
Helge



Keine deiner Lösungen...



...sind langanhaltend.
Trenne Dich von diesen Gedanken, denn über kurz oder lang wirst du da erhebliche Bauschäden bekommen.
Wenn Fachwerkkonstruktion, dann immer homogene Wandaufbauten wählen.
Entweder in Lehm gebettete Heraklithplatten verwenden und diese zusätzlich mechanisch befestigen und darauf dann einen zweilagigen Kalkputz incl. Glasfasergewebeeinlage.Baufolien oder ähnliche Planen haben am Fachwerk bei Überputzung nichts verloren.
Nur bei Verschalungen werden Winddichtungsbahnen eingesetzt.
SD-Werte beachten.

Handwerklicher Gruß,
Udo



Thermofassade



Sie können Stauss Fassadengewebe vor die Konstruktion spannen, mit reinem Luftkalkmörtel Verputzen und mit Thermo-Fill S oder Thermifill S40 dämmen. Der gesamte Aufbau ist diffusionsoffen und auf Dampfbremsen kann verzichtet werden. Desweitern ist diese Konstruktion nicht brennbar A1, Verottungssicher und voll recycelbar.

Grüsse Thomas



Vielen Dank ... und nachgehakt



Vielen Dank für Eure Hinweise.
Und nochmal wegen der Mineralwolle nachgehakt: ich habe verstanden, dass es auf Fachwerk wesentlich besseres als Mineralwolle gibt. Wenn ich die Mineralwolle nun aber z.B. aus finanziellen Gründen nehmen müsste - gäbe es da eine Art "Lösung des geringsten Übels" unter Einbeziehung der Mineralwolle, oder muss ich, egal, wie ich es aufbaue, mit verfaulten Balken innerhalb von zehn Jahren rechnen?

Vielen Dank für Eure Hilfe,

Helge



Nach gewisser...



...Zeit sicherlich doch!
ist aber eine Lösung, die man am Objekt genauestens definieren muss.
Ferndiagnosen sind da leider nur die halbe Miete.



Helge



2003 habe ich mit einem ähnlichen Aufbau meine Fassade gedämmt. Damals kannte ich diese Forum nicht. Nun ist es halt dran und ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten. Als fachlichen Beitrag für diese Runde hatte ich schon mehrmals angeboten, die doch laut Vorhersage inzwischen eingetretenen Feuchteschäden mittels einer Untersuchung vor Ort zu dokumentieren, um andere zu warnen. Das schien bisher auf kein Interesse zu stoßen. Ich selber konnte bisher keine Schäden feststellen, habe auber auch noch keine Bohrung gesetzt. Der Unterschied zu deinem Lösung ist aber, daß ich 10 cm Dämmung auf Grund und Traglattung gewählt habe, welche ebenfalls mit summe etwa 10 cm Dämmung ausgestopft wurde. Da innen zum Teil Fachwerk, zum Teil vom Vorgänger HWL auf Fachwerk verblieben ist (war bewohnt), dürfte mögliches Kondensat weit außerhalb der Fachwerkwand entstehen. Ich glaube (!) nicht, das es bisher zu faulenden Balken gekommen ist, wie gesagt, eine genaue Untersuchung steht noch aus. Ich selber werde mir wohl die Mühe machen, nach 20 Jahren Standzeit die Fassade an einer Stelle zu öffnen. Was bis dahin nicht passiert ist, wird wohl auch kaum eintreten wenn sich die Faktoren nicht wesentlich ändern.

MFG