Ist die Verlegung von Massivholzdielen direkt auf Deckenbalken möglich?

31.12.2008



Hallo Boardies,

auch auf die Gefahr hin, dass ähnliche Fragen bereits oft gestellt wurden wären für mich einige Meinungen zu o.a. Thema hilfreich.

Aktuell haben wir einen teilrenovierten Speicher (Fenster, Dämmung, etc.) der mittelfristig weiter ausgebaut werden soll.

Bei der Verlegung des Bodens stellt sich mir die Frage, ob eine Verlegung von Massivholzdielen direkt auf den Deckenbalken (siehe beiliegende Skizze) möglich/sinnvoll ist (Balkenabstand ca. 45-50cm).

Für mich besteht ein wesentlicher Vorteil in der geringen Aufbauhöhe, da keine zusätzlichen Lagerhölzer zum Einsatz kämen. Nachteil wäre, daß der Boden voraussichtlich nicht 100% eben wäre, da die Deckenbalken nicht "exakt" liegen (leichte Höhenunterschiede). Könnte ich aber denke ich akzeptieren.

Ist hier ein eventuelles "Arbeiten" der Balken langfristig ein Problem, oder sollte die Verschraubung hier ausreichend Halt schaffen?

Anmerkung: Zwischen den Balken (in der Skizze zukünftig mit "Dämmung" vorgesehen) liegt aktuell "magerer Beton" o.ä. Dies möchte ich vor Ausbau zur Gewichtsreduktion/Entlastung entfernen.

Für einige Meinungen wäre ich dankbar,
beste Grüße,
Björn



Gleiche Holzfeuchte - dann funktioniert´s



Hallo Björn,
die Dielen können ohne Bedenken auf die vorhandenen Balken geschraubt werden, wenn die Ebenheit keine allzugroße Rolle spielt. Je dicker die Dielen sind, desto weniger werden sie sich durchbiegen. Der Trittschall wird allerdings stärker zu tragen kommen und auch der Luftschall, wenn die Masse "magerer Beton" herausgenommen wird. Wenn möglich, einen Statiker vor Ort zu Rate ziehen und drinnen lassen.
MfG
Bernhard Fürstberger



Dielen werden seit...



...Jahrhunderten direkt auf Balken befestigt, das hält besser als filigranes Bastelwerk. Statt der konventionellen Nägel sollten aber besser Schrauben verwendet werden. Der Ausgleich kann mit Distanzhölzern zwischen Diele und Balken durchgeführt werden, früher wurde vor Ort gespaltene Unterlagen dafür verwendet.

Ganz wichtig: Raumlang verlegen, oder auf den Balken stoßen. Das geht mit "Tütenware" in Fixlängen von ca. 2m i.d.R. nicht. Bei Ihren Balkenabständen sind 24mm Stärke gut ausreichend, oder Sie nehmen eine 28er Diele.

Zum Beton: Ist das ein Erdgeschoßboden gegen unbeheizt, oder ein Boden im 1.OG gegen beheizten Wohnraum? Bei EG sollte der Beton unbedingt 'raus, im OG würde ich prüfen (Statiker) ob die Gewichtsreduktion überhaupt erforderlich ist. Bei den kurzen Balkenabständen scheint es mir aus der Ferne fraglich. Was wollen Sie wegdämmen? Wärmedämmung brauchen Sie gegen gleichfalls beheizte Räume nicht, und den Schall können Sie noch am ehesten mit Masse reduzieren. Wenn Sie also statt Betom Mineralwolle 'reinpacken, wird es nicht leiser, sondern lauter.

Grüße

Thomas





Hi Björn ich denke du brauchst das Gewicht in der Decke, denn wenn du keine Bodenpfetten am Dach hast stehen die Sparren auf den Deckenbalken und wenn diese nicht durchgehend sind bekommst du Probleme statikmässig.Bodendielen direkt anschrauben sehe ich kein problem muss mann hlt ausgleichen-viel Spass Ebbi



...danke schon mal



für die verschiedenen Anmerkungen!

Bzgl. der zwischen den Balken vorhandenen 'Masse' (magerer Beton) haben wir von einem Architekten die Empfehlung diese zur Gewichtsentlastung zu entfernen. Genaueres gibt es nicht, Hinweis war, daß bei "Bewohnung" der Fläche die Belastung steigen würde (durch Möbel, Bodenbeläge, Personen etc.) und eine vorherige Entlastung gut wäre. Ich kann dies nur so wiedergeben, ohne die Sinnhaftigkeit beurteilen zu können.

Der Boden ist wie erwähnt ein Speicherboden, eine Wärmedämmung gegen das Erdgeschoss ist also nicht erforderlich. Ich wollte tätsächlich Schall dämmen und war mir hier nicht bewusst, daß die Dämmfähigkeit scheinbar direkt mit der Masse des Dämmstoffes korreliert. Ich hatte eigentlich vor, den schweren Magerbeton durch Mineralwolle o.Ä. zu ersetzen.

Das mit dem Raumlang verlegen wird übrigens schwierig, da dieser 10m lang ist. Müsste man also auf die Balken stossen.....mmmhh...mal schauen....

Interessant finde ich, daß niemand geschrieben hat, daß die direkte Befestigung der Dielen auf den Balken _nicht_ zu empfehlen ist. Wenn ich das Thema bei Freunden angeschnitten habe hiess es immer "Du brauchst eine Unterkonstuktion da die Balken arbeiten". Vielleicht eine Wandersage.....?

beste Grüße,
Björn



Abgesehen davon...



...daß auch 10m lange Dielen erhältlich sind, kann man auch, wie früher schon, auf den Balken stoßen, ggf. unter Verwendung eines oder 2er Querfriese.

Arbeitende Balken...

Also weglaufen werden sie sicher nicht. Reissen und ggf. Drehversuche fanden auch eher in der Jugend der Balken statt. Das Arbeiten des neuen Dielenbodens ist interessanter. Die Dielen sollten um 10% HF haben, zum Rand zu sollte eine ca. 10 (längs) bzw. 20mm breite Fuge (quer zur Verlegerichtung) eingehalten werden.

Grüße

Thomas



Hallo



Ich habe den selben Deckenaufbau gehabt.
So wie du habe ich einen Filz zw. die Balken und den Boden gelegt.
Wenn du die aber verschraubst, kannst du den Filz auch gerade weglassen, denn die Geräusche werden übertragen.
Ich habe einfach in den Bereich, wo auf deinem Bild Dämmung steht, 2 Vierkanthölzer reingelegt und den Boden damit verschraubt.
Somit ist der ganze Holzboden schwimmend verlegt, es gibt keine Schallübertragung auf die Balken und zus. sind die Bodenbretter nocheinmal unterstütz und höher wird das ganze auch nicht.

mfg
walze



@ Walze



Filz wäre mir zu weich, aber es gibt sicher verschiedene Qualitäten. Ich bevorzuge Streifen aus Holzweichfaserplatte, Dichte ca. 0,25. Auch wenn verschraubt wird, können diese Streifen die Schallübertragung etwas verringern, vorallem gleichen sie kleinere Unebenheiten aus und verhindern eine Reibung Dielung - Balken, sind also durchaus sinnvoll.

Die beschriebene Variante mit "schwebenden" Lagerhölzern im Balkenzwischenraum sollte nur realisiert werden, wenn im Vorfeld statische Bedenken ausgeräumt worden sind. Mit den Balken je zweifach verschraubt bildet der Dielen-Boden in gewissem Maße eine statische Scheibe, deren Stabilisierungswirkung z.B. im älteren Fachwerk häufig erforderlich ist. Das sollte also besser der Statiker drübergeschaut haben.

Grüße

Thomas



@ Thomas



Hallo Thomas

Ich hatte vorher einen Statiker da und es ist auch kein Fachwerkhaus bei mir (aber trotzdem 150 Jahre alt).

zu den Filzstreifen:
ich hab bei mir latexierte Kokosmatten-Streifen (10mm dick) verlegt.
Als der Fußboden fertig war haben wir die Fußbodenleisten festgemacht. Nach dem Einzug und nachdem alle Schränke gefüllt waren, ist der Boden an einigen Stellen zusammengedrückt worden, obwohl mir vom Verkäufer gesagt wurde, dass das nicht passiert.
Deshalb dachte ich, bei nächsten Mal würde ich Filz nehmen.

Gruß Walze



Der Verkäufer...



...ist offensichtlich von der Belastbarkeit /m² ausgegangen. Bei größeren Flächen und gleichmäßiger Belastung funktioniert das ja auch wunderbar. In Deinem Fall gab es aber Punktlasten, und da sieht es gleich ganz anders aus.

Die beschriebenen HWPl sind billig zu haben, man kann sie selbst zurechtschneiden, und sie werden garantiert nicht in sichtbaren Größenordnungen zusammengedrückt.

Grüße

Thomas