Fragen vor dem Kauf




Ich habe nächste Woche einen Besichtungungstermin für mein Bauernhäuschen.
Nun ist meine Frage an alle die diesen Schritt schon hinter sich haben: Welche Fragen sollte ich an den Makler stellen?

Mir geht es dabei weniger um konkrete Baufragen, sondern um rechtliche Dinge. Kann ja sein das der eine oder andere schon mal Probleme oder Überraschungen erlebt hat, die man so nicht erwartet hat.
Also, es währe schön wenn ihr mir antworten könntet. Alle wichtigen Fragen die euch so einfallen. Oder auch andere Dinge auf die ich achten sollte.
Ich glaube das interessiert bestimmt auch viele andere Leser.

MfG Ralf



Fragen



Ich erlebe immer wieder, daß die Frage nach der Baugenehmigung oder der letzten genehmigten Nutzungsänderung nicht gestellt wird. Dann großes Erstaunen, wenn die Rückbauverpflichtung im Außenbereich droht.

Grüße



Fragenkatalog:



1. Blick ins Grundbuch,welche Lasten oder Rechte dritter sind eingetragen (z.B. Wegerechte, Nießbrauch-und Wohnrechte,Bankhypotheken etc.).
2.wer ist der juristisch eindeutig definierte Besitzer
3.welche Baulasten liegen vor? Z.B. Einspruch des Nachbarn beim Fensterbau o.ä.
4. Sind alle vhd. Gebäude auf offiziell genehmigt? Gibt es sog."Schwarzbauten" o.ä.
5.Wie siehts aus mit dem Denkmalschutz? Welche Anforderungen werden gestellt?
6.Wenn Du Umbaumaßnahmen vor hast, unbedingt vor dem Kauf schon die Nachbarn um Genehmigung erfragen (hier hielt ein schriftliches Gespräcksprotokoll)
7. Falls Handwerksfirmen am Bau vor kurzem 1-2 Jahren) Arbeiten ausgeführt haben,laß Dir die Rechnungen vorlegen wegen evtl. Rückgriff auf Gewährleistungsansprüche.
8.Schornstein-und Heizungszustand: wie sieht damit aus, was sagt der Kaminfegermeister dazu, alles okay oder gibts da Sanierungsvorgaben,evtl. sogar vhd. Korrespondenz?#
9. Bestimme Du selbst den Notar, bei dem protokolliert wird. (Makler haben da oftmals Kontakte zu unseriösen Notaren)
10. Zahlung bei vhd. Altlasten sollte treuhäderisch über den Notar laufen.
Viel Erfolg wünsch ich Dir beim Hauskauf ! Laß Dich nicht über den Tisch ziehen,immer locker bleiben aber in der Sache bestimmt handeln.



nette und wichtige fragen,



nur beim Makler völlig fehl am platz.
ein seriöser makler wird sie nicht beantworten wollen und und sich auf seine funktion - nämlich die anbahnung eines kv-abschluss zwischen verkäufer und interessent berufen (nicht mehr, nicht weniger), einer aus der schmierigen ecke, wird ihnen notfalls das blaue vom himmel lügen.
also stellen sie die fragen dem verkäufer - der dann auch haftet, wenn er sie arglistig täuscht.
den rat mit dem Notar IHRER wahl bitte ich sie unbedingt zu beherzigen, es gibt da bisweilen "interessengemeinschaften" und langjährige beziehungen.
legen sie den entwurf des notariellen kv unbedingt ihrem Anwalt vor - auch der ordentliche, gut weitergebildete notar ist nicht ihr interessenvertreter (und auch nicht der des verkäufers - er ist im besten sinne objektives organ der rechtspflege), auch wenn sie ihn i.d.r. bezahlen müssen. ich habe leider in der letzten zeit einige ganz schlimme verträge lesen müssen, wo es notare versäumt hatten, eine entscheidendende änderung der gesetzlichen regelungen zugunsten des käufers (da geht es um lasten für anschluss- und ausbeiträge, die zum kaufzeitpunkt bereits entstanden sind) einzuarbeiten. und auch sonst viel schruz.
wenn sie auf bestimmte eigenschaften des objektes wert legen, lassen sie sich vom verkäufer im notariellen Vertrag zusichern, sonst gilt: "gekauft, wie gesehen"
eventuelle aussagen des maklers können sie vor gericht in die Tonne treten - der verkäufer weiß dann nie mehr etwas von irgendwas und ihr makler ist leider gerade pleite.



Nachbarn!



Hallo Ralf,

Sie sollten sich vor einem Kauf unbedingt mit Ihren zukünftigen Nachbarn mal auf eine Tasse Kaffee treffen. Zum einen lernen Sie so die Menschen kennen, die wahrscheinlich die nächsten Jahrzehnte neben Ihnen leben werden. Unterschätzen Sie niemals den Ärger, den Ihnen Nachbarn bereiten können!
Zum anderen wissen die Nachbarn häufig sehr gut über das Haus, dessen (Umbau-)Geschichte und das Grundstück bescheid. Die können Ihnen sagen, wo z. B. im Garten der Bauschutt vergraben ist oder wo bei der Sanierung gepfuscht wurde.

Noch etwas zum Thema Makler: In aller Regel ist die Provision des Maklers an den Kaufpreis des Objektes gekoppelt. Daher kann er schon aus seinen eigenen wirtschatlichen Interessen nicht daran interessiert sein, ein Objekt schlecht zu machen und somit den Kaufpreis und seine Provision zu mindern. Unser Makler wußte damals komischerweise nichts vom Denkmalschutz unseres Hauses... Daher kann ich Ihnen nur dringend raten, sich um alle wichtigen Punkte SELBER zu kümmern - schließlich ist es auch Ihr Geld. Und wie Fr. Ingenkamp schon schreibt, zählt später nur das geschriebene Wort vor Gericht.

Viel Erfolg!



Danke,



für die nützlichen Informationen.
Wer in mein Profil geschaut hat, hat dort sicherlich das Objekt gesehen, welches ich kaufen möchte. Es ist schon sehr alt und sanierungsbedürftig, so dass man sicherlich nicht allzu hohe Erwartungen haben kann. Und es sicherlich auf ein "gekauft wie gesehn" hinausläuft.

Der Kaufpreis ist ein symbolischer Euro, trotzdem will der Makler eine Gebühr von ca. 12000€ kassieren, was sich aus dem ehemaligen Kaufpreis von 200000€ herleitet.
Ist das gerechtfertigt?



nicht wirklich?



maklerprovisionen sind frei vereinbar, also sicher kann man 12.000 euro für 0 euro kp vereinabaren :-))) nur, wer tut das?
wichtig ist, dass sie mit dem Makler zu einer übereinkunft kommen, bevor er tätig wird - ihnen also beispielsweise das haus zeigt - dann hätten sie vermutlich stillschweigend angenommen. (terminvereinbahrungen u.ä. gehören sicher noch nicht zur maklertätigkeit, sondern sind vorvertragliche leistungen). und machen sie es schriftlich.