Schraubenlöcher im Dielenboden stopfen

17.05.2012 Bea



Hallo,
ich habe in einer alten Wohnung die Spanplatten abmontiert und einen darunter gelegenen Vollholzdielenboden freigelegt. Er ist unbehandelt und halbwegs gut erhalten. Allerdings hat er durch die Spanplatte ganz viele Schraubenlöcher und darüberhinaus auch größere Löcher im Holz, die z.T. bis zum Unterboden reichen.
Ich möchte die Löcher gerne stopfen, weiß aber nicht was dafür am besten ist ob ich einen Fugenkitt dafür nehmen soll oder Holzleim mit Sägemehl vermissen und reinstopfen. Kann mir jemand einen Tipp geben, womit das am besten geht ohne zu großen Aufwand.
Achja ich möchte den Boden reinigen, feinabschleifen und danach mit Hartöl einlassen.
Danke!



Löcher stopfen mit Schleifstaub ...



... ich würde den Schleifstaub vorziehen, da er farblich zum Holz passt. Evtl. wäre aber auch ein ausdübeln sinnvoll.

Stell am besten mal ein Foto rein, damit man die Oberfläche sehen kann.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Foto: Schraubenlöcher im Dielenboden stopfen



Hallo Frank,
danke für Deine Rückmeldung.
Hier also das Foto vom Boden. Die Löcher sind unzählig, da unzählige Schrauben im Boden waren. Die Schrauben waren 1,5cm lang und der Kopf 5mm im Durchmesser.
Die helle Stelle im Boden kommt vom schrubben, dort hab ich mich schon mal mit Seife und Bürste drangemacht.



Was soll denn hinterher drauf?



Man hat den Eindruck, dass durch die Einwirkung das Wischwassers das eine Loch durch Quelleung schon etwas besser geworden ist. Da die Löcher ja sicher nicht vorgebohrt worden sind, sollte sich die 'Substanz' noch im Boden befinden.
Wenn der Boden geschliffen werden soll, würde ich mir zuerst anschauen, wie er vor dem letzten Schliff aussieht und bis dahin nur die Löcher einfach mal 'wässern', z.B mit der Spritze. Sieht das alles immer noch unerträglich aus, geht das mit dem Schleifstaub sicher gut. Als Bindemittel für den Staub eignet sich meistens das Öl, dass hinterher auch drauf soll. Auftragen mit Kartuschenpresse, Leerkartuschen gibts im Internet. Danach Endschliff.
(Mir ist einmal in der Werkstatt unbemerkt eine Leinölflasche umgefallen und hat sich auf den Schleifstaub auf dem Boden ergossen.
Als ich das ein paar Tage später bemerkt habe, war das Ergebnis mindestens so fest wie Beton).

Dübeln würde ich eher nicht, erstens wegen der Arbeit (Vorbohren) und zweitens könnte ich mir vorstellen, dass das Stirnholz der Dübel nach dem Schliff anders aussieht und der Fußboden hinterher Masern hat.
Sollte man aber noch Restholz der gleichen Qualtät haben, könnten man mit dem Messer auch einfach ein paar passende Späne schneiden und in die Löcher einschlagen (manchmal tuns sogar Streichhölzer).

Ich würde einfach mal eine Probe machen.

Viel Spaß und gutes Gelingen wünscht
Götz



Kleine Löcher in Diele stopfen ...



... spontan habe ich auch erst daran gedacht, dass durch Quellen schon was gehen kann.

Götz hat das ja schön erklärt.

Grüße

Frank



Schraublöcher...



...schließen sich nicht von allein. Hebt den Schleifstaub des 80er oder 100er Schliffes auf. Weißleim 1:3 verdünnen und beides zu einem gut spachtelfähigen Kitt mischen. Gut in die Löcher drücken.

Für größere Löcher wie lose Äste ist dieses Verfahren nicht geeignet. Hier nimmt man Querholzscheiben (gibt's in verschiedenen Größen im Baumarkt) und bohrt für diese ein Loch mit dem passenden Forstner-Bohrer, dann in Maserrichtung einleimen. Verputzen.

Mit 120er Korn endschleifen. Das Hartöl sollte wachsfrei sein und am besten von einem Naturfarbenhersteller kommen.

Grüße

Thomas



Reihenfolge beim Bohrlöcher stopfen?



Vielen lieben Dank für die hilfreichen Tipps!

Ich hab ein paar Testlöcher gewässert, aber die Holzfasern haben sich leider nicht so aufgestellt, dass das Loch kleiner geworden wäre.

Nächstes Wochenende hab ich mir eine Schleifmaschine organisiert und werde den Schleifstaub sammeln und danach laut Anleitung von Thomas mit Leim vermischen und reindrücken.

In welcher Reihenfolge soll ich denn vorgehen?

1.) Schleifen mit 80/100 Körnung
2.) Bohrlöcher verschließen, Mischung 1:3 wie Thomas vorgeschlagen hat (Soll ich einen tag warten, bis next stepp?)
3.) Feinschleifen mit 180 Körnung
4.) Staub entfernen und gründlich saugen
5.) Einölen und Polieren (Hartöl Nr. 126 von Auro/Biomilan ohne Wachs!)

Die Schleifmaschine, die ich mir von Auro/Biomilan ausborgen werde ist "multitasking-fähig", sprich sie kann schleifen und einlassen und polieren (Schleifgitter und unterschiedliche pads und Schaffell).



Feinschliff...



...mit 120er Korn genügt völlig. Vorher aber nochmal den 80 bzw. 100er Schliff zum Entfernen der Kittreste.

Geölt wird mit dem weißen oder beigem Superpad (25mm dick). Schaffell ist unnötig, das kostet nur sinnlos Geld.

Der Grundschliff wird aber üblicherweise bis Korn 120 mit der Walze geschliffen. Danach der 120er Gitterschliff und dann das Öl.

Grüße

Thomas



Punkt 5 einölen...



... hier das Technische Merkblatt genau lesen. Es hat nur eine offene Zeit von 10 Minuten und es braucht einen Zwischenschliff für den Folgeauftrag.

Ein Sättigen der Holzfaser über eine längere offene Zeit ist bei dem Öl nicht vorgesehen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Boden abspachtelnn



Wenn du wieder eine geschlossenen Oberfläche haben möchtest empfehle ich den Boden einmal komplett mit einer geeigneten Holz-Spachtelmasse abzuspachteln, danach zu schleifen und entsprechend mit Hartöl oder geeignetem Öl-Wachs aus dem Naturbausoffladen zu behandeln.

Bei Schleifstaub darauf achten, das dieser auch fein genug ist (sonst geht er in kleine Löcher nicht rein) und nicht zu viel Leimanteil enthält (sonst fällt es bei größeren Löchern ein)
Ich verwende ein trockenes Spachtelpulver auf Zellulosebasis das es in verschiedenen Farbtönen gibt. Das ist sehr fein, trocknet schnell und verhält sich anschließend wie das Holz selbst.
Wirklich große Löcher müssen aber natürlich "gestopft" werden.