Hauskauf - Sanierung unbedingt nötig - nur wie !?




Hallo an alle,

vor einigen Wochen haben wir uns entschieden das Angebot, einen alten Bauernhof zu kaufen, anzunehmen. Momentan werden erst mal die Formalitäten geklärt. Bis wir überhaupt mal ins Haus kommen, werden mit Sicherheit noch 4 Wochen vergehen. Und genau diese 4 Wochen möchte ich nutzen und mich wenigstens "ein bischen" schlau machen.

Zum Grundstück:
11.000qm, 4-Seiten-Hof gebaut etwa 1850 (geschätzt, noch keine Unterlagen vorhanden), eigener Brunnen.

Zum Haus:
Kulturdenkmal mit der Anmerkung "Am Haus kannst schon Änderungen machen wie du willst. Hauptsache, danach ist wieder Putz drauf. Die Scheune auf der rechten Seite hat Sichtfachwerk, das muss erhalten bleiben. Rest ist egal". Inwieweit das jetzt stimmt, weiss ich natürlich noch nicht. Tatsache ist, dass am Haus das letzte mal im Jahre 2002 etwas gemacht wurde. Etwa die Hälfte aller Fenster wurden durch 15cm breitere Kunstoffenster ersetzt. Die Aussenmauer "links unten" wurde komplett neu gemauert, allerdings noch nicht verputzt.

Es existiert eine öffentliche Wasserleitung und die Brunnnenzuleitung. Auf der Brunnenleitung ist ein richtig schöner Druck drauf, da das Haus leicht am Hang liegt.

Elektrik kann man vergessen, die Leitungen, die man überhaupt noch sieht, sind zum wegschmeissen. Da ich allerdings Elektriker bin, mach ich mir zumindest in diesem Punkt keine (weniger) Sorgen.

Im Erdgeschoss befindet sich ein großer Flur, eine große Küche (dient gleichzeitig als Esszimmer) und ein großes Wohnzimmer. Man kommt vom Flur aus auch in den Keller (liegt direkt unter der Küche, Fläche: halbe Küche), das ehemalige Bad kann man nicht mehr als "Bad" bezeichnen, höchstens als Waschecke. Die kleine Duschecke hat ein Loch in der Wand aus dem Brunnenwasser kommt, der Abfluss fehlt komplett. Es hängen dort noch etwa insgesamt 10 Fliesen. Im gleichen Bereich befindet sich ein (Beton?)Becken mit kleinem Abfluss in dem das Brunnenwasser bis vor wenigen Jahren durchgehend zirkulierte. Der bisherige Bewohner hat hier allerdings einen kleinen Wasserhahn angebracht um das Wasser zu stoppen.
Unter der Treppe, die nach oben führt befindet sich eine kleine Staukammer, direkt dahinter liegt der ehemalige Hinterausgang des Hauses, welcher allerdings mit ein paar Brettern provisorisch verschraubt wurde.
Nochmal zur Küche: Der Boden erinnert an ein Wasserbett, da SÄMTLICHE Bodenbretter (da liegt noch PVC drüber) in eigene Richtungen verformt sind.
Zur Feuchtigkeit: Die Aussenmauern haben (geschätzt) 60cm Stärke. Lediglich in der Küche findet man an zwei Fensterinnenwänden (also auf der Mauer, nicht direkt am Fenster) etwas Schimmer. Dieser sieht allerdings auch nur sehr oberflächlich aus. Feuchtigkeitsgeruch und Moder konnte man hier überhaupt nicht feststellen.
Anmerkung: Der Keller liegt (ich konnte es bisher selbst noch nicht sehen) angeblich halb unter Wasser. Ob das nun Grundwasser oder versickertes Wasser von oben ist, weiss ich auch nicht.
Kurze Zusammenfassung der oberen Stockwerke: Im Gegensatz zum Erdgeschoss (geschätzt 2,2 Meter) hat das obere Stockwerk eine wesentlich niedrigere Raumhöhe (1,9 Meter?). Auf JEDER Decke befinden sich Gipsplatten, die ALLE durchhängen bzw in irgendwelche Richtungen verzogen sind. Insgesamt findet man im 1. Obergeschoss 8 Räume und die Treppe zum Dachgeschoss. Das Dachgeschoss ist NICHT ausgebaut, besteht lediglich aus der Holzkonstruktion und nimmt die komplette Fläche des Hauses ein. Man findet dort zwei Räume mit einer Fläche von jeweils etwa 9qm und ein absolut riesigen Raum, der den Rest des Hauses einnimmt. Nochmal eins nach oben und man steht direkt unter der Dachspitze. Allerdings auch wieder so hoch, dass man bequem stehen kann. Ich war dort lediglich 2 Minuten, da es viel zu heiss dort war und die Balken sehr verdächtig mit jedem Schritt gewippt haben. Holzwurmspuren konnte man dort auch erkennen.
Das Dach scheint komplett Dicht zu sein und schaut auch absolut sauber aus. Keinerlei Flecken, kein Moos, nichts. Von innen ist zu erkennen, dass auf den "Hauptdachbalken" nochmal komplett Bretter vernagelt wurden. Dachziegel lassen sich so von innen überhaupt nicht erkennen, geschweige denn, dass man irgendwie nach aussen schauen könnte.

So, das war mal die Kurzbeschreibung des Hauses. Zur Situation:
Mein Eindruck und der von einigen Bekannten ist immer der gleiche "Man, da brauchst viel Zeit, da hast die nächsten 10 Jahre viel zu tun. Allerdings findest du so ein 'Schätzchen' nur einmal im Leben". So gesehen sind wir uns alle einig.

Jetzt zum Plan:
Da wir (dank eines Hauskaufes!) NICHT im Geld schwimmen und die nächsten Jahre einiges abbezahlen dürfen, können wir es uns nicht leisten, das Haus in Ruhe zu renovieren und gleichzeitig in unserer bisherigen Wohnung weiterzuwohnen. Deswegen muss man "flott-flott" einen bewohnbaren Zustand herstellen um danach einen Raum nach dem anderen angehen zu können. Bisher ist geplant, dass wir in den ersten Tagen (wir beschränken uns auf das Erdgeschoss) das ehemalige Badezimmer, die Küche und das Wohnzimmer "entkernen". Also alle sich noch dort befindlichen Möbel raus, PVC aus der Küche und Teppich aus dem Wohnzimmer entfernen. Alle sich im Weg befindlichen Türen aushängen. Schimmel in der Küche "fachgerecht" entfernen. Danach alle Bodenbrette entfernen und die Substanz der sich darunter befindlichen Konstruktion anschauen.
Genau da kommen wir jetzt allerdings an das erste größere Problem. Vom Gefühl her sollte die untere Konstruktion trocken sein, wie gesagt war von Feuchtigkeit nichts zu merken bisher. Angenommen das aber doch Feuchtigkeit, Schimmer oder ähnliches gefunden wird, hab ich keine Ahnung wie man fortfahren sollte. Ist es trocken, kommt der nächste Knackpunkt: Kann ich da einfach Steinwolle reinklemmen und dicke OSB-Platten als "Grundfußboden" draufschrauben? Darüber dann vielleicht ein zweite OSB-Schicht und dann eine schwimmende Lage um den endgültigen Bodenbelag aufbringen zu können (Laminat, Fliesen, whatever) ?
Badumbau und Badausbau sollte relativ gleichzeitig stattfinden, allerdings weiss ich nicht inwieweit die Wänder dort erst noch getrocknet werden müssen. Hier erfahr ich erst in ein paar Wochen weiteres.


So, ich hoffe, dass ich mich halbwegs deutlich ausgedrückt habe. Ich werde in den nächsten paar Stunden noch ein paar Bilder mit hochladen, um die Situation zu verdeutlichen. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein wenig helfen könntet, da ich mit Fachwerkmaterie nicht so viel Erfahrung habe. Das mit dem Boden war auch nur ein reines Gedankenspiel und beruht auf meiner Erfahrung eines Scheunenausbaus bei Freunden vor einigen Jahren. Dort haben wir eine ehemalige Scheune in eine komplette 4-Zimmer-Wohnung mit Heizung, Fenster und kleiner Gallerie ausgebaut. Die "Scheune" steht heute noch und hat keine "Pfusch-am-Bau"-Probleme. Sollte es hierfür einfachere und effektivere Lösungen geben, bin ich für jeden Vorschlag dankbar.

Falls es hier Leute/Firmen gibt, die aus der nähe von Chemnitz sind und sich das ganze mal anschauen können/möchten, ich scheue mich NICHT, das Ganze einem Profi in die Hand zu drücken.

Wie gesagt, das Haus muss bewohnbar werden. Hierzu zählt Küche, Wohnzimmer und Bad. Der Rest kann dann in den nächsten Monaten/Jahren so nach und nach gemacht werden.

Vielen Dank für eure Antworten.


Grüße.






P.S.: Um den Keller trocken zu legen vermute ich, dass man einen Graben um das Haus ziehen, Bitumenanstrich und Dämmplatten befestigen und ein Drainagerohr Verlegen muss. Auch das gehört logischerweise zur "Bewohnbarkeit".





Hallo,
die beste Antwort hast Du ja schon gegeben:
"Ich scheue mich NICHT, das Ganze einem Profi in die Hand zu drücken."
Zitternde Balkendecken und vermutete Feuchtigkeit unter dem Küchenboden - das sollte jemand, der sich auskennt, anschauen. Manches, wie die durchhängenden Gipsplattendecken, mag auf unsachgemässe Montage zurückzuführen und deshalb harmlos sein. Über den Zustand der Abwassernetsorgung schreibst Du gar nichts.
Die Idee, schon recht bald im Umbauobjekt zu wohnen, halte ich für gut; man spart manchen Weg, die Miete und kann auch Randstunden viel besser ausnutzen, als wenn man dauernd zwischen Baustelle, Wohnung und Arbeitsplatz unterwegs ist.



kleine Anmerkung



eine Erfahrung bezüglich der Bewohnbarkeit (ich mach das gleiche auch seit einem jahr).
Du kannst immer wieder Wohninseln schaffen, allerdings werden sie bis zum "Ende" der Baumaßnahmen immer wieder fast komplett zunichtegemacht.
Stichwort Küche (als wichtigstem Raum): kann man da ZUERST Boden, Fenster, Heizen, Innenputz, Elektrik, Wasser machen? und dann im restlichen Haus?
Wie siehts mit der Winterfestigkeit aus? Da geht doch sicher auch viel Arbeitszeit drauf...

Richtet euch bitte auf ein Provisorium ein, ich bin damit gut gefahren.
Andererseits ist das Sofort-Drin-Wohnen die beste Art sein Haus kennenzulernen.
die besten Wünsche,
Peter



weitere Infos



Hallo nochmal,

vielen Dank fuer die bisherigen Antworten. Wir haben uns heute noch einige Kleinigkeiten genauer angesehen:
Der Keller hat eine etwa 5cm dicke Schlammschicht auf dem Boden liegen, da die drei "Fenster" (Tageslichtluken? Kerkerfenster?) seit Jahren einfach offen sind. Tageslicht konnte man nicht mehr all zu viel erkennen, da die am Keller angrenzende Wiese ueber die Jahre kraeftig gewachsen ist. Mehr wie etwa 20 Nacktschnecken konnte ich im Keller nicht finden. Die Waende sind zwar feucht, Schimmel oder Pilze konnte ich auch nicht erkennen. Die Feuchtigkeit liegt wahrscheinlich am Bodenschlamm, der ueber die letzten Jahre reingespuelt wurde.
Die Kueche ist zur Haelfte "gefliesst". Rote Tonfliesen, die mit anscheinend viel Muehe vor zig Jahren verlegt wurden. Die zweite Haelfte der Kueche und das angrenzende Wohnzimmer sind mit Dielen ausgelegt. Sowohl die Fliesen, als auch die Dielen sind in einem gewissen Masse feucht. Diese Feuchtigkeit kommt soweit ich es erkennen konnte allerdings von OBEN, da auf dem kompletten Kuechenboden ZWEI SCHICHTEN PVC und im Wohnzimmer EINE SCHICHT PVC und drueber EIN Teppich liegt. Da war ueber die letzten Jahre wahrscheinlich null Luft und Licht dran. Die Feuchtigkeit scheint gottseidank nur oberflaechlich zu sein. Ausser ein oder zwei Stockflecken konnte ich keinen groesseren Schaden erkennen. Die Raumhoehe betraegt 2,30 Meter.
Im ersten Stock ist der Boden auch komplett mit Dielen ausgelegt. Im Flur liegt auf den Dielen noch ein "Belag" der vor Jahren noch sehr gepflegt wurde......schaut aus wie ein Hartkarton......Feuchtigkeit konnte ich NICHT erkennen, allerdings riecht es etwas feucht (ist schwer zu beschreiben), die Tapeten loesen sich zum Teil (definitiv wegen Feuchtigkeit) ab. Raumhoehe im ersten Stock ist zweigeteilt. Die "linke" Haelfte des Hauses hat einen dickeren Boden und eine dickere Decke, Raumhoehe betraegt knapp 2 Meter. Die rechte Haelfte ist "normal" und hat eine Hoehe von 2,30 Meter.

Bilder habe ich schon zum Teil aufgearbeitet und werde sie in den naechsten Tagen mal mit raufspielen.

Da es, wie im ersten Beitrag schon erwaehnt, in den naechsten paar Wochen mit der Renovierung losgehen wird, stellen sich mir nun noch ein paar entscheidende Fragen, die ich gerne klaeren moechte, um nichts grossartig kaputt zu machen:
Wie erwaehnt liegt in der Kueche zur Haelfte Fliese, zur Haelfte Diele, im Wohnzimmer komplett Diele. Ich moechte in beiden Raeumen komplett Laminat verlegen. Um dies zu machen, werde ich auf jeden Fall saemtliche Dielen mal herausnehmen. Das muss ja auch erstmal alles wieder durchtrocknen. Ich bin mir sicher, dass sich 90 Prozent der Dielen wieder verwenden lassen, die schauen, soweit ich es heute erkennen konnte, noch ziemlich perfekt aus. Wie geht es aber mit dem weiteren Aufbau weiter? Soweit ich es bisher hier im Forum lesen konnte, sollte man Laminat nicht direkt auf Dielen verlegen. Ich wuerde mich hier auf ein paar helfende Tipps freuen.


Danke im Voraus.



Gruesse.



Ein Dielenboden...



...ist keine Unterhose ("Das muss ja auch erstmal alles wieder durchtrocknen").

Bevor Ihr Euere Baukasse für Pipifax verpulvert (Laminat auf wiedergetrocknete Dielen :-(, sucht Euch einen sanierungserfahrenen Architekten. Was Ihr so schreibt, deutet darauf hin, daß Ihr schon im ersten halben Jahr mehr Geld verplempern werdet, als der Archi über die gesamte Bauzeit kostet. Auch wenn Ihr peu a peu bauen müsst, zuerst muß bei solchen Maßnahmen ein in Etappen umsetzbarer Plan her, und den kriegt Ihr nicht aus dem Forum.

Damit Ihr nicht zukünftig zur "Ach hätten wir doch" - Fraktion gehört, geht vor dem Kauf mit einem Sachverständigen durch. Das Forum ist voll mit Gruselgeschichten, was ein blauäugiger Hauskäufer alles übersehen kann.

Grüße

Thomas





Kann die Bemerkung von T. Böhme nur unterstreichen ... Zuerst, bitte, geht es zuerst mal ausschliesslich um die Substanz, also tragende Balken, Trockenlegungen (falls erforderlich), Leitungswege (Abwasser, Trinkwasser, Heizung, Strom), und dergleichen. Was muss raus, was muss neu gemacht werden, und wo sollen welche Leitungen durch. Wenn Ihr das ohne reifliche Überlegung und genauen Plan macht, darfst Du später deine liebevoll geputzten Wände wieder aufreissen, weil Du nicht daran gedacht hast, dass Du zum Obergeschoss ein Fallrohr für das Bad brauchst. Die Dielen bleiben vorerst drin, wie sie sind, wenn sie noch begehbar sind und die Balken darunter noch gut sind, bis diese Phase abgeschlossen ist.
Wenn Du das alles nicht selber beurteilen kannst oder willst, ist ein Fachmann unumgänglich.
Noch ein paar Bemerkungen:
Laminat, na ja ... muss das sein? PVC-Beläge waren auch mal der Boden der Wahl, heute haben wir berechtigterweise den "Raus damit" - Reflex.
"Der Keller hat eine etwa 5cm dicke Schlammschicht auf dem Boden liegen, da die drei "Fenster" seit Jahren einfach offen sind". Ein kausaler Zusammenhang zwischen Schlamm und Fenster offen ist hoffentlich NICHT gegeben, sonst würde ich mal hier anfangen und mir erst später Gedanken über die Bodenbeläge machen!



Danke für die Antworten



Hallo T.Böhme, Hallo Jens Petersen,

vielen Danke für eure Antworten. Mir ist klar, dass ich auf diesem Gebiet absoluter Anfänger bin. Und mir ist auch klar, dass es das beste wäre (ist!) wenn ich da mal einen Architekten durchjage, aber.....

...um die Kommentare mal zu beantworten:
---
Zitat: "Der Keller hat eine etwa 5cm dicke Schlammschicht auf dem Boden liegen, da die drei "Fenster" seit Jahren einfach offen sind". Ein kausaler Zusammenhang zwischen Schlamm und Fenster offen ist hoffentlich NICHT gegeben, sonst würde ich mal hier anfangen und mir erst später Gedanken über die Bodenbeläge machen!

Ich hab das mit den "offenen Fenstern" etwas unglücklich ausgedrückt. Es sind "Löcher in der Wand", es existiert keine Fensterscheibe, kein Fensterrahmen, nichts. Einfach nur das "gemauerte Fenster". Und das auch noch auf exakter Bodenhöhe. Jeder heftigere Regen spült also wirklich Erde und Schlamm in den Raum. Da es insgesamt drei "Fenster" sind, bin ich mir SICHER, dass der Dreck, vor allem, da er überall die exakt gleiche Höhe hat, nur durchs Wetter hereingespült wurde.

---

Zitat: Zuerst, bitte, geht es zuerst mal ausschliesslich um die Substanz, also tragende Balken, Trockenlegungen (falls erforderlich), Leitungswege (Abwasser, Trinkwasser, Heizung, Strom), und dergleichen....weil Du nicht daran gedacht hast, dass Du zum Obergeschoss ein Fallrohr für das Bad brauchst.

An Abwasser, Trinkwasser, Heizung und Strom haben wir bereits gedacht. In dieser Richtung glaube ich nicht, dass wir überhaupt etwas vergessen haben. Die "eigentliche" Heizung (also Heizkessel, Steuerung....) wird erst nächstes Jahr angeschafft, die passenden Leitungen werden aber jetzt schon Raum für Raum mitverlegt. Strom, Nutz-, Trink- und Abwasserleitungen sind im Plan mit dabei.

---

Zitat: Laminat, na ja ... muss das sein? PVC-Beläge waren auch mal der Boden der Wahl, heute haben wir berechtigterweise den "Raus damit" - Reflex.

Das ist jetzt gerade mein eigentliches Hauptproblem!! Für Laminat haben wir uns entschieden, da es "unserer" Meinung nach mit Abstand das beste Preis-Leistung-Verhältnis hat. Ich müsste nur endlich mal erfahren, wie ich das verlege, da jetzt die unterste Schicht aus Dielen (und, wie erwähnt, in der Küche zur Hälfte aus Tonfliesen) besteht. Die Dielen müssen ja atmen können, der Laminat soll obendrauf aber auch sauber und gerade liegen. Wärme- und Schallschutz sollte man gerade hier nicht ausser acht lassen.

---

Zitat: Bevor Ihr Euere Baukasse für Pipifax verpulvert (Laminat auf wiedergetrocknete Dielen :-(, sucht Euch einen sanierungserfahrenen Architekten. Was Ihr so schreibt, deutet darauf hin, daß Ihr schon im ersten halben Jahr mehr Geld verplempern werdet, als der Archi über die gesamte Bauzeit kostet. Auch wenn Ihr peu a peu bauen müsst, zuerst muß bei solchen Maßnahmen ein in Etappen umsetzbarer Plan her, und den kriegt Ihr nicht aus dem Forum.

Ja, danke für die Kritik. Aber gerade ich als Anfänger würde mal gerne wissen, WARUM man keinen Laminat auf Dielen Verlegen soll. Ich hab hier schon einige Beiträge gelesen, wo man "blos nicht" und "nein, auf keinen Fall" hört. Das WARUM wird aber leider oft ausgelassen. Lass mich mal etwas "spinnen": Wie wär es, wenn man auf die Dielen (Vorausgesetzt, sie sind trocken, sauber und erhalten) Mineralwolle legt, um dort dann mit Trockenestrichplatten eine schwimmende Oberfläche zu erzeugen. Darauf dann noch eine Trittschalldämmung und Laminat. In der Küche bzw im Flur das Gleiche, mit dem Unterschied, dass man statt Laminat dort auch Fliesen verlegen kann.
Zähle diesen letzten Vorschlag bitte nicht als "schon in die Tat umgesetzt", sondern wirklich nur als VORSCHLAG. So würde man es doch in jedem Haus machen können, oder? Mir stellt sich hier immer nur die EINZIGE Frage: Kann das Holz, die Dielen, die Unterkonstruktion dann noch atmen? Wenn NEIN: Genügt es "irgendetwas" zusätzlich mit einzubauen/zu beachten oder ist diese Vorgehensweise komplett falsch und würde mir das Haus ruinieren?


Wie Ihr seht drehen sich meine Fragen wirklich nur um das Thema Boden/Decke. Das ist für mich der entscheidende Punkt, um den es geht. Ich hoffe, dass ich hier noch die paar entscheidenden Punkte finde, um nicht diesen Schritt falsch zu machen.



Danke nochmal


Grüße



Haussanierung



Liebe Saniererungsneulinge,

das Problem was Ihr habt ist (um es mal salopp auszudrücken) das Ihr gar nicht wissen könnt, was Ihr alles nicht wisst.
Klingt blöd, ich weiss...
Aber das ist nun mal so, bleiben wir bei den Leitungsplänen:
Selbst für gestandene Planer sind Leitungspläne im Bestand eines alten Hauses immer so eine Sache. Oft kommt es in der Praxis anders als man denkt. Sich als Laie hinzustellen und zu schreiben- alles kein Problem, habe alles im Griff- zeugt schlichtweg von Unwissen.
Erst wenn Ihr fertig seid mit der Installation HLS/ELT, wisst Ihr was ich meine.

Zum Laminat:
Theoretisch ist das Verlegen von Laminat ganz leicht, jedenfalls wenn ich einen völlig ebenen geraden Fußboden habe. Und da habe ich so meine Zweifel, ohne vorher Eure Fußböden gesehen zu haben.
Was das Laminat mit Euren alten Dielen in ein paar Jahren anstellen kann?
Eigentlich nichts. Aber das Wasser, das unvermeidlich im Laufe der Nutzung unter das Laminat in die Dielung gelangt und nicht wieder heraus kann, das kann eine ganze Menge.
Ich habe Dielen gesehen, die sich nach ein paar Jahren unter einem dichten Belag in Humus verwandelt haben.
Das soll Euren Optimismus nicht bremsen.
Vielleicht kommt Euch aber doch einmal die Erkenntnis, das man Erfahrung nicht im Baumarkt kaufen oder sich in Foren anlesen kann.
Ihr könnt Sie Euch entweder selber durch die Versuch/Irrtum- Methode aneignen oder gleich zu jemanden gehen, der sie hat (damit meine ich nicht OBI).

Viele Grüße



Hauskauf-Sanierung planen



Hallo und Guten Abend,

ich möchte Ihnen eigentlich nur empfehlen, professionelle Hilfe eines Architekten/Planers in Anspruch zu nehmen. Wir wollten auch anfangs mal nur nebenbei unser Fachwerkhaus sanieren, aber irgendwann kommt man zur der Erkenntnis (auch dank des Forums) dass es ohne professionelle Unterstützung nicht geht, die Planungen der verschiedenen Gewerke wachsen einem dann langsam über den Kopf und folgenreiche Fehler können die Folge sein. Unser finanzieller Spielraum war (und ist) auch sehr eng und gerade deswegen sind wir den sichereren Weg über einen Altbauerfahrenen Architekten gegangen. Das Risiko durch eigene Unwissenheit Fehler zu begehen, die das ganze Projekt gefährden, war uns einfach zu hoch. Wir können wirklich sagen, das das Honorar sehr gut investiertes Geld war.

Viele Grüße aus dem Muldental

Thomas Sedlaczek

PS: ich hoffe, das ganze liest sich jetzt nicht allzu pathetisch, aber es sind unsere Erfahrungen.
Wenn Sie Nähe Leipzig wohnen, könnte ich jemanden empfehlen...



Noch mal ins gleiche Horn gestossen



Hallo

Wir hatten bei unserem Haus von Anfang an einen altbauerfahrenen Architekten mit im Boot und trotzdem tauchen bei jeder Aufgabe und bei jedem Raum den wir uns vornehmen Probleme auf die nicht vorherzusehen waren. Man weiss eben nicht ob das Holz unter dem Putz vielleicht nicht doch an einer Ecke nur noch Mus ist. Man erkennt erst wenn man das Haus eine Weile kennt wo doch Wasser reinsickert (Keller, Dach, am Kamin, undichtes Fenster ...). Realistisch ist mit dem doppelten des vermuteten Aufwands zu kalkulieren, sowohl was den finanziellen als auch zeitlichen Aufwand betrifft. Wenn ihr schon mal eine Baugenehnmigung beantragt oder auf einen Handwerker gewartet habt wisst ihr wahrscheinlich was ich mit zeitlichem Aufwand meine. Ich würde auch davon abraten schnell-schnell etwas bewohnbares zu schaffen. Die Gefahr ist dabei groß über Mängel großzügig wegzugehen die später teure Problme machen. Wir hatten das Glück in einem Stockwerk zu wohnen und im anderen sanieren zu können. Das Haus war vorher aber durchgehend bewohnt und wurde einigermaßen gepflegt, klingt bei euch ein bisschen anders.

Zum Thema Boden in der Küche möchte ich sagen, dass es mir weh tun würde vorhandene Dielen und Tonfliesen ausgerechnet mit Laminat zu überbauen. Zwar schön billig aber das Anpassen an die krummen Wände ist kein Spaß und in 5 Jahren ist das Baumarktzeug, gerade in der viel genutzten Küche, schon wieder kaputt. Dielen abschleifen ist gar nicht sooo teuer (etwa vergleichbar mit dem billigsten Baumarktklickparkett +15 %), geht aber auch selber machen. Das Ergebnis bei unserem Lattenboden war sehr gut. Auf den Terracottaboden bin ich sogar ein bisschen neidisch, wieso überbauen?
Ist das Haus ein Einzeldenkmal? Bei uns (BaWü) gibts auch Auflagen zum Innenausbau, z.B. kein Laminat, kein PVC, kein skelettiertes Fachwerk ... . Außerdem sind Aussagen der Denkmalbehörden sind nur dann verbindlich wenn Sie schriftlich vorliegen ("... können machen was Sie wollen ..."). Es würde mich beim EINZELDENKMAL nicht überraschen wenn Sie zu einer Baugenehmigung Auflagen bekommen die Sie nicht erwartet haben (Stichwort Kunststofffenster) die den Bau teurer und komplizierter machen.

Gruß,

Markus

P.S.: Bitte jetzt nichts Falsches denken. Wir haben noch Spaß an der Sache obwohl wir auch auf der Baustelle wohnen. Also alles Gute und "gut Holz" :).





Es lohnt sich allgemein darauf zu achten, nur Materialien zu verbauen, die in Würde altern, vor allem in strapzierten Räumen. Also Terrakotta, Naturstein, Massivholz usw. verwenden. Das ist nur scheinbar teurer.
Bezüglich Denkmalschutz erbitten Sie vom Amt eine begründete Liste aller Auflagen, zwecks Planungssicherheit.