Kellerwände in Heizungsraum




Guten Tag liebe Forumsmitglieder,
wir sanieren seit einiger Zeit ein Bauernhaus welches vor 1900 errichtet wurde. Ein genaues Datum konnten wir noch nicht ermitteln. Das Haus ist aus Tonziegeln gemauert.
Der Keller wird nur als Lager für Eingemachtes u.Ä. verwendet und soll vorerst nicht saniert werden. Er ist als Gewölbekeller gemauert und mit über die Jahre verschiedenen Putzen und Farben versehen welche alle merhe oder weniger abplatzen. Der richtige Belüftung wurde in den vergangenen Jahrzehnten keine Aufmerksamkeit gewidmet. Trotzdem ist er nicht besonders feucht.

Nun zur eigentlichen Problemstellung:
Im Heizraum muss einiges an der Installation erneuert werden. In diesem Zuge möchte ich die Wände in einen optisch und technisch akzeptablen Zustand versetzen um später nicht hinter Rohren u.Ä. arbeiten zu müssen. Den Putz (Zementputz) an der Außenwand und an einer Wand welche in Richtung eines nicht unterkellerten Teil des Hauses zeigt habe ich entfertnt. An der Außenwand sind die Ziegel feucht. Ich würde die Ziegelsteine gerne unbehandelt und unverputzt lassen wenn aus technischer Sicht nichts dagegen spricht. Die Fugen möchte ich neu verfugen. Im Heizraum ist es immer recht warm. Der übrige Keller hat das ganze Jahr über eine Temperatur zwischen 10°C und 18°C.

1. Können die Ziegelsteine offen bleiben?
2. (Falls die Regierung es anders wünscht) Womit kann ich die Ziegel am besten weiß streichen?
3. Welcher Mörtel eignet sich für die Fugen?

Ich bedanke mich herzlich im voraus.
Viele Grüße aus Wesel,
Julius Freymayer





Neben der Bestandsaufnahme zur Kontrolle auf relevante Baumängel, die zur Feuchtebelastung im Keller beitragen könnten, sollte die Kellerbelüftung effektiv verbessert werden.

Der Zusammenhang zwischen Lufttemperatur und Wasserdampfgehalt wird hier erläutert und kann berechnet werden.

http://www.pb-schilling.de/baubiologie/luftfeuchte-rechner/

Der Keller sollte aber nicht zu stark auskühlen. Am besten Stoß- und Querlüften.

Dies lässt sich mit automatischen Lüftugsanlagen organisieren. Da wird man unter Entfeuchtungssteuerung, Kellerlüftung etc. bei der Internetrecherche fündig. Es gibt auch Lüfter wo diese Steuerung integriert ist.

Da ist mittlerweile ein größeres Angebot an Alternativen und Konkurrenz am Markt verfügbar. Für Bastler ergibt sich hier auch ein spannendes Betätigungsfeld, mit preiswert verfügbaren Scheckkarten-Computer so was selber zu bauen.

Die Fugen sollten (Mindestlösung) mit einem groben Kalkmörtel aus Kalkhydrat und Sand, oberflächenbündig verschlossen werden um eine Beschädigung der Ziegelflanken zu vermeiden.

Vorgängig befördert ein auskratzen die Saltzreduktion etwas.

Eine gute Arbeitsanleitung ist hier zu finden:

https://www.youtube.com/watch?v=ltFRjpRcbWQ

Ein Mörtelrezept gibt es unter http://www.ziegelkontor.de

Die Wande können mit Sumpfkalk gestrichen werden, ein tradiertes Konzept was je nach Umfang der Feuchte- und Salzbelastung mehr oder weniger haltbar ist.

Sumpfkalk bekommt man auch beim "Biberbaumarkt" für etwa 9 Euro pro Kübel (ggf. im Markt vorbestellen).

Eine dauerhafte Lösung besteht in der mechanischen Entkopplung von Grundmauern und Verputz.

Dazu nimmt man eine Noppenbahn mit Putzträgergewebe, die gibt es von der Fa. DÖRKEN und heißt DELTA-PT.

http://www.doerken.de/de/produkte/keller/delta-pt.php

Darauf kommt ein Kalkfeinputz und prima.

Da kannst du den Herrn Edmund Bromm, auch hier in der Community kontaktieren, er präferiert solche Systeme.

In Zusammenhang mit der Heizungsmodernisierung und Brennstoffeinsparung kann der Synergismus genutzt werden.

So liefert der Einsatz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zur Brauchwassererwärmung ganzjährig kühle trockene Luft.

Die Wärmepumpe wird mit einer eigen Photovoltaikanlage gespeist , so spart man Brennstoffkosten ein, insbesondere im Sommer, wo der Kessel einen schlechten Nutzungsgrad hat und kann an jeder verbleibenden Kilowattstunde Solarstrom beim Eigenverbrauch noch die Differenz von 14 Cent zum Netzbezug für sich vereinnahmen.



Danke



Hallo.
Vielen Dank für die ausführlichen Hinweise, damit komme ich wirklich weiter. Auch die angegeben Links sind sehr hilfreich. Ich werde auf Wunsch der meiner Frau die Lösung mit Sumpfkalk aufgreifen. Ich habe mich dazu noch weiter informiert und schon eine Quelle aufgetan. (Von der Qualität der im Bieberbaumarkt vertriebenen Produkte bin ich leider nicht überzeugt).
Viele Grüße aus Wesel