Kellerabdichtung von außen



Kellerabdichtung von außen

Hallo Zusammen!

Wir sanieren ein Siedlungshaus (DHH, BJ 1956) und möchten in diesem Zuge auch die Kellerwand vertikal Abdichten um Feuchteschäden an den Innenwänden zu vermeiden und die Luftfeuchtigkeit auf ein normales Level zu bekommen (aktuell zwischen 80-100%). Der Keller ist ansonsten trocken, also keine sichtbare Feuchtigkeit. Die Kellerräume sollen nicht als Wohnraum dienen aber wenn möglich als Werkstatt und zum Wäsche aufhängen und Sachen lagern.

Die Kellerwand besteht aus Stampfbeton der gegen das Erdreich gegossen wurde. Wir haben probehalber mal ein Stück ausgeschachtet (Bild anbei).

Uns stellt sich jetzt die Frage ob das ganze mit vertretbaren Kosten zu bewältigen ist. Kann der unebene Stampfbeton verputzt werden oder muss eine Betonwand vorgeschalt werden? Schadet der bisherige Wandaufbau der Substanz? Was macht Sinn, was nicht?

Vielen Dank schonmal und viele Grüße!





Wieso fragt ihr nach den Kosten für die Maßnahme wenn ihr gar keine Schäden habt.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nach den umfänglichen Schachtarbeiten mit Lockerung des "dichten" Erdreiches sich dann welche ergeben.

Wenn ihr was gegen Feuchte Kellerluft tun wollt, dann solltet ihr euch über den Zusammenhang von relativer Luftfeuchte, Lufttemperatur und Wasserdampfgehalt vergegenwärtigen.

Relative Luftfeuchte ohne Temperatur, ist so wie wenn man die Kerbe ins Boot ritzt. Wir finden hinterher niemals raus wie "feucht" oder "trocken" es im Keller wirklich ist.

http://www.pb-schilling.de/baubiologie/luftfeuchte-rechner/

Da solltet ihr prüfen von wo ggf. feucht warme Luft zuströmt. Der Unterschied zwischen 60 und 90 Prozent relative Luftfeuchte macht bei geringer Raumtemperatur nur wenige Gramm Wasserdampf aus.

Hierfür würde ich nicht das ganze Haus ausgraben um das zu lösen.



Vielleicht ist eine neue Kellertür



die effektivere Lösung?

Mario hat völlig recht. Nach dem was du schreibst, scheint kein Problem mit der Bausubstanz vorzuliegen.

Warum habt ihr das Fundament überhaupt freigeschaufelt, wenn die Kellerwand ok ist?



kellernutzung



Und Wäschetrocknen wird die Luftfeuchte weiter anheben, wenn nicht gut weggelüftet wird. Und wie wird gegenwärtig gelüftet ?





Die "Klimatisierung" des Kellers kann ggf. auch durch eine Brauchwasserwärmepumpe unterstützt werden, die im Zusammenhang mit der Erneuerung der Heizung eingebaut wird.



Danke für die Rückmeldungen



Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Prinzipiell habe ich natürlich nichts dagegen den Aufwand und die Kosten zu sparen!

Im Moment wird quasi dauerbelüftet. Sind die Kellerfenster geschlossen bildet sich Kondensat an diesen. An den Wänden bröckelt teilweise der Putz schon von alleine runter. Das hat mich eben über eine Vertikalabdichtung nachdenken lassen.

Ich kann natürlich aber auch nicht ausschließen dass die Feuchtigkeit von unten kommt. Ein Raum im Keller ist ohne Betonschicht, sondern mit Backsteinen ausgelegt. Evtl. kommt die hohe Luftfeuchtigkeit auch daher?

@Hartmut: Wir haben nicht bis zum Fundament gegraben. Das sind ca. 40-50cm. Wir wussten nicht aus was die Kellerwand besteht und wie diese beschaffen ist. Deshalb die Probegrabung.

@Mario: Eine BWWP ist nicht geplant. Brauchwasser wird über die außenliegende LWWP miterwärmt werden. Allerdings wird eine KWL verbaut werden. Evtl. könnte diese bis in den Keller..





"Dauerbelüftung"

Du schreibst es ja selber. Wenn ich jetzt gerade in Leipzig aufs "Wetter" schaue, habe ich außen 25 Grad bei 52 Prozent relativer Feuchte. Der Keller hat 16 Grad bei 65 Prozent relativer Feuchte.

Das heißt ein Kubikmeter Kellerluft enthält knapp 9 Gramm Wasserdampf, in der Außenluft sind es reichlich 11 Gramm. Wenn ich die jetzt in den Keller leite muss sich zwangsläufig die relative Feuchte erhöhen und an Wandoberflächen die nur ein wenig kühler sind als die Raumluft wird sich Kondensat bilden.

Hygroskopischen Salzen, die baustoff- oder altersbedingt vorhanden sind, verstärken diesen Effekt noch zusätzlich.

Also das "Problem" muss grundsätzlich aus einer anderen "Richtung" bearbeitet werden. Erst wenn diese Ursachen abgestellt sind kommen wir hier weiter.



Feuchte von aussen ...



Hi, wie die Vorposter schon schrieben, das muss nicht von außen kommen. Nichstdestotrotz, wir hatten Probleme im Sockelbereich unseres Schuppens dessen Räume genutzt werden, zu hohe Feuchte und bröselnde Wände innen. Als wir vor 3 Jahren den Garten neu angelegt haben und damit auch die Erdanfüllung erhöhen mussten, haben wir ein ähnliches Fundament freigelegt, grob überputzt, dann an einem schönen heißen Tag mit Bitumenpampe überstrichen und Noppenfolie davorgestellt. Dann wieder die extrem lehmige Erde des Unterbodens zurück angefüllt, gestampft. Schon ging die Feuchte innen zurück , kein Putz mehr innen der wegbröselt. Arbeit und Zeitaufwand gabs, Kosten für Material war extrem überschaubar.
Gruß