Keller mit kalkputz verputzen




Aktuell sind wir dabei den Keller unseres Hauses BJ 65 zu renovieren.
Der Keller ist mit Hohlblocksteinen gemauert. Im Sockelbereich haben wir den Putz (Kalkzement) entfernt,
da dieser teilweiße sandet und abbröckelt. Nun möchten wir den Sockel ca. 50cm hoch mit Kalkputz
(Weißkalkhydrat + Sand + Wasser) neu verputzen.

Nun zu meiner Frage. Ab der Fliesenoberkante sieht man noch ca. 6 cm hoch das Beton-Fundament. Da drauf
befindet sich eine Dachpappe worauf die Hohlblocksteine gemauert wurden.

Wie muss ich verfahren wenn ich nun mit Kalkputz den Sockel neu verputzen? Kann ich bis an das Betonfundament mit verputzen
oder muss ich eine Horizontalsperre einbringen? Das  Fundament hat einen Vorsprung von ca. 2cm.
Die gemessene Mauerfeuchte beträgt ca. 20% - 40%:

An einer Hausecke dringt mehr Feuchtigkeit ein (Vermutlich von der Entwässerung). Wie kann ich diese Ecke von außen abdichten?



Innenputz



Sie sollten zuerst die Ursache klären die zum Versagen des alten Sockelputzes (der ist eigentlich außen dran!) geführt hat.Ich vermute Sie meinen Den Putz im Keller im unteren Bereich an der Außenwand. Es besteht sonst die Gefahr das der neue Luftkalkputz schon nach 6 Monaten wieder runterfliegt und nicht erst nach 50 Jahren wie sein Vorgänger.
Möglich das die äußere Abdichtung des Kellers am Fußpunkt nicht richtig funktioniert und Wasser auf der Abdichtungsbahn und über die erste Lagerfuge nach innen gelangt. Die überstehende Bahn an der Wand abschneiden, eine kleine Dichtkehle mit Dichtmörtel und/oder Dichtschlämme anformen (Gibt es im Baumarkt).
Eine Feuchte Ecke klingt nach defektem Fallrohr, nicht gewarteter Dränanlage oder, was ich für das wahrscheinlichste halte, Kondensatausfall an der Wärmebrücke.
Wieso liegt Ihr Kellerfußboden auf der Höhe Fundamentoberkante?



Weitere Infos



Danke für die Info Herr Böttcher.

Die Feuchtigkeit von 20% - 40% haben wir auch an den Innenwänden gemessen. Demnach muss die Feuchtigkeit von unten kommen.

Die Sockelfliesen haben ein Höhe von 5 cm, das Fundament schaut ca. 2cm (Fundamenthöhe ca. 7cm ab Kellerboden) über die Sockelfliesen hinaus, wo man auch eindeutig
die Dachpappe als Trennung von Fundament und Mauerstein sehen kann. Der Boden wurde mit Stampfbeton gemacht.
Wir vermuten das der alte Kalkzementputz die Feuchtigkeit über die 50 Jahre nicht aus der Wand geleitet hat. Aus diesem Grund möchten wir den Keller mit reinem Luftkalkputz
ca. 50 cm hoch, neu verputzen. Ist das so möglich? Kann der alte Putz an der restlichen Wand (oben) dran bleiben?

Was bedeutet Kondensatausfall an der Wärmebrücke?



Kellerputz



Warum der Fußboden so tief liegt weiß ich zwar immer noch nicht aber lassen wir das.

Ihre Vermutungen sind falsch, Ihre Messergebnisse unbrauchbar. Das die Feuchtigkeit von unten kommt kann man daraus nicht ableiten.
Ich weiß das klingt hart aber so ist das nun mal.
Der alte Putz hätte bzw. hat Feuchtigkeit sehr gut aus der Wand geleitet, jedenfalls besser als Luftkalkputz. Normalerweise sind Kalkzementputze (wenn das überhaupt einer ist, Sie glauben das nur) kapillar besser leitend da etwas dichter als reine Luftkalkputze. Die sind dafür etwas diffusionsoffener. Die Grenzen zwischen beiden sind fließend, was Diffusion und Kapillarität betrifft.
Verdunstende Feuchte in flüssiger Form kann man sehr gut in ihrer Ausdehnung anhand der Feuchtehorizonte, das sind weiße Linien an der Wand, erkennen. Sie zeigen die kapillare Steighöhe bzw. die Grenze zwischen hygroskopischem und überhygroskopischem Bereich an. Darunter ist die Wand feucht, darüber trocken(er).
20-40% Feuchte sagt gar nichts, das sind nur Zahlen die eine qualitative Aussage wie- oben ist es trockener wie unten- zulassen. Feuchte kann man nur messtechnisch im Labor bestimmen, wenn man mal von der CM- Methode absieht. Gemessen wird im Labor die Bauteilfeuchte in Masse- Prozent.
Damit kann man auch noch nichts anfangen, die Zahl muss erst mit Hilfe von spezifischen materialtechnischen Kennwerten (Porenraum, Dichte) und dem Raumklima in den Durchfeuchtungsgrad umgerechnet werden. Erst damit kann man einschätzen wie feucht die Wand wirklich ist.



Innenputz alt



Ok. Also der alte Putz hatte eine bräunliche Farbe. Die Kalkfarbe darauf, hatte dunkle Flecken. Beim Abschlagen des Putzes roch es muffig. Im oberen Teil der Wände haben wir eine Feuchte von ca. 10% gemessen. Die Mauerfugen an den Außenwänden sind feucht. Was wäre ein denkbares Sanierungskonzept?, das der neue Putz wieder 50 Jahre hält.



Kellersanierung



Auch wenn ich mich wiederhole:
Zuerst die Feuchtequellen feststellen. Dann kann man die Sanierung planen.