Auch ein Gewölbekeller..

31.03.2010



Hallo,
wir haben auch einen Gewölbekeller, auf dem ist ein Garten.
Unser Problem ist recht deutlicher Wassereinbruch durch die gesammte Decke.
Wie ist die Konstruktion eines solche Kellers??
Wurde vor 100 Jahren bereits Dachpappe oder Bitumen zur Abdichtung verwendet?? Oder ist der Wassereinbruch als normal an zu sehen?
Von der Menge: Es könten sich schnell Stalaktiten bilden...

Mein Gedanke zur Abhilfe waren bisher, Garten abgraben, Pappe aufbringen...dann bin ich in 20 Jahren fertig und die Obstbäume weg oder ich habe ggf. beim Ausbaggern sogar ein Loch in der Decke..
2te, Überdachen wie ein Treibhaus. Nicht unbedingt preiswert, dass gute Stück ist recht groß.
3te, Drainage in den Senken der Wölbungen und die große Wassermenge abführen, dann bräuchte der Garten auch nicht gegossen werden, wie bei der Überdachung, aber wie trocken wird der Keller dadurch??

Irgendwie habe ich noch keine richtige Lösung gefunden. Hat jemand eine Idee??
Danke im vorraus

Mark



Gewölbekeller im Garten



Hallo Mark,
Wir brauchen noch ein paar Informationen:
1. Wie tief liegt der Scheitel des Gewölbes im Boden?
2. Was ist das für ein Gewölbe (Tonne, Preußische Kappen auf Stahlträgern...)
3.Aus welchem Material besteht die Tonne (falls es eine ist)?
4. Wie sind die Abmessungen innen (Länge, Breite, Scheitelhöhe)?
5. Wie kommen Sie in den Keller, gibt es einen separaten Zugang von außen?
6. Stand über dem Keller früher ein Gebäude, das abgerissen wurde?

Viele Grüße



schön kühler Keller im Sommer



Der Keller hat etwa eine Länge von 14m x 10m mit direktem Anschluss an einem weiteren Keller unter einem Nebengebäude, trocken und viel kleiner. Das Gewölbe ist aus Bims auf Doppel T, die Seitenwände aus Naturstein gemauert. Es war immer ein Garten auf dem Keller, erbaut 1901.
Der Zugang erfolgt vom Haus, es gibt 2 weitere Zugänge von außen einer nur zum Keller, einer vom Nebengebäude.


Grüße

Mark



Gewölbekeller



Hallo,

mir wird schlecht, wenn ich an die Belastung denke: "Bims auf Doppel-T".
Ich käme zuletzt auf die Idee, es könnte was mit Wasser sein; mein erster Gedanke: Wann stürzt damit jemand ein ?
Ich würde diesen Keller mal durch ordentliches verfüllen entfernen, dann gibt sich auch das Wasserproblem.

Grüße vom Niederrhein



Kein Bims!!!!!!!!!!!!!!



Höhe ist knapp 4m x140qm x 1.6t=224.000kg. Ich werde mit ein Eimerchen besorgen.
Das Ding ist verputzt, wir haben das gute Stück seit einigen Jahren, doch erst jetzt sehe ich, Backstein. Ich stell mich gleich auch in die Ecke...
Also an einer Stelle, an der der Putz fehlt sind Ziegel zu sehen. Rote, mit teilweise schwarzem Durchbrand. Scheint mit nicht linear verlegt zu sein. Die Steine verlaufen im Winkel, gleichmäßig mit Versatz, kann 45°sein kein Fischgrät.
Die Doppel-T werden alle rund 2.5-3m durch Stützen/Säulen gehalten. Vor einigen Jahren wurde die Straße erneuert, da hat alles gewackelt. er steht noch!!
Aufbau geschätzt 0,5m Erde auf den Kappen, daher +1,5m in den Senken?
Die Träger haben eine Breite von ca 20 cm, der Putz ist eigentlich überall vorhanden, aber es tropft. es sind nicht nur beschlagene Wände.

Grüße



Gewölbekeller



Das ist ja ein Riesentrumm, das da unter Ihrem Garten liegt, vor allem die 4! m Höhe lassen mich staunen.
Bei den Maßen komme ich auf 560 m³ Rauminhalt, das wären nach Ihrer Annahme dann fast 900 Tonnen Verfüllmaterial.
Andererseits stellt dieser Keller- wenn nicht schon jetzt dann später- ein erhebliches Risiko dar, die Träger halten die Feuchtebelastung nicht mehr lange aus.
Die Wölbungsart im 45°- Winkel ist eine übliche Bauweise, man nennt sie Wölbung auf "Schwalbenschwanz".
Die Spannweite der Gewölbefelder, der Gewölbestich und damit die Felderzahl geht nicht genau aus Ihren Angaben hervor.
Es gibt es auf der Gewölbeoberseite eine Abdichtung die jetzt versagt hat. Neben dem Altersverschleiß vielleicht auch durch die Straßenbaumaßnahme. Der Zwickelbeton über den Obergurten scheint ebenfalls zu versagen.
Da hilft nur eins: Die Überschüttung von den Kappen räumen, solange die Träger noch intakt sind.
Dann die Obergurte der Träger und der Kappen freilegen, alles säubern, Rostschutzmaßnahmen durchführen und dann eine mineralische Abdichtung aus Grundierung, Verkieselung, Sperrmörtel und Dichtschlämme auftragen. Dann sollte der Zwickelbeton in WU- Beton erneuert werden. Ob eine weitere Schutzschicht aus WU- Beton möglich bzw. erforderlich ist, bleibt abzuwarten.
Das wäre Ihre Alternative zur Verfüllung.
Billig wird das auch nicht.
Vorher sollten Sie sich Gedanken machen, was Sie mit diesem Riesending anfangen wollen.
Vielleicht so etwas wie eine Pilzzucht?

Viele Grüße



??



Mhh,
währe vielleicht billiger mit einem langen Seil in den Keller zu gehen.

Aufschütte ist doch keine Lösung. Da bleiben die Rundungen doch Ungefüllt. Heißt ich falle nur 1m.

Der Abstand zwischen den Kappe ist rund 3m.

Ich will die Träger mit Rundbögen untermauern.

Ein paar Fragen noch, Sie schreiben Zwickelbeton.. Was ist das denn? Ich dachte Beton wurde nach den Römern vergessen und erst durch unseren östrreichischen Gefreiten wiederentdeckt. 1901??
Obergurte der Träger..heißt die Oberseite des T?
Dann sollte der Zwickelbeton in WU-Beton erneuert werden.. Ich bin nicht vom Bau, was ist das??

Grüße und danke für die Informationen

Mark



Gewölbekeller



Hallo Mark,
mit Zwickel bezeichnet man den Bereich über und rechts und links vom Obergurt des Trägers, hier ist ein flaches Segmentgewölbe am empfindlichsten gegen Ausbeulen nach oben. Deshalb wurdenn diese Bereiche mit Beton aufgefüllt.
Moderne Portlandzemente gibt es etwas seit 1870 in größeren und bezahlbaren Mengen.
Unbewehrter Beton wurde etwa seit dieser Zeit eingesetzt.
Auffüllen heißt:
Mit dem Bagger die Gewölbekappen eindrücken, Träger herausziehen, das Loch auffüllen.

Viele Grüße



??



Jetzt muss ich nochmal nachfragen.
Den Garten abzugraben ist recht viel Arbeit. Zuschütten ist auch nicht an einem Wochenende erledigt. Also recht weit von einer für mich realen Möglichkeit entfernt.

Meine Idee dazu war, bevor ich hier die Frage stellte, so etwas wie ein Carport oder Rosenbogen an dem Segeltuch befestigt werden kann. Den Regen in eine Rinne und im Keller unter den Trägern Rundbögen mauern. Die würden die Funktion der Trägerlangfristig übernehmen, wenn diese irgendwann nicht mehr so richtig wollen.

Oder doch das Seil?

Grüße



Gewölbekeller



Hallo Mark,
Stellen Sie sich das mit dem Mauern von Gewölbebögen nicht so einfach und vor allem billig vor.
Das beginnt mit der Gründung der Fundamente für Ihre Bögen und endet mit dem Nachsacken und Verformen der Gewölbekappen, wenn die Stege weggerostet sind.
Selbst wenn es Ihnen gelingt, die ca. 150 m² mit irgend etwas zu überdachen und das Wasser abzuführen, die Träger werden weiter korrodieren.
Was das Auffüllen betrifft:
Die Decke einzudrücken dauert mit einem Bagger eine Stunde.
Das Problem ist, den Bagger die Mengen an Aushub bzw. die LKW verkehrstechnisch in Ihren Garten zu kriegen. Mineralboden als Aushub wird sicher zu kriegen sein, wenn in der Nähe eine größere Baugrube anfällt. Wenn es gut läuft, kriegen Sie das Zeug umsonst. In ein paar Tagen kann der Keller verfüllt sein
Aber: ca. 100 LKW- Anfahrten gehen nicht ohne Baustraße. Ihr Garten wird hinterher aussehen wie ein Stück Marsboden.

Viele Grüße



Gewölbe



Hab ich vergessen:
Falls Sie mehr Informationen zu Zement, Beton und Gewölben wissen wollen, schauen Sie auf meine Homepage unter Informationen.

Viele Grüße



Moin Mark,



ich könnte dir noch mit nem Blecheimer aushelfen - die halten länger als die Plastikteile....;-)

Hast du an mal eine Probebuddelung gemacht?

Hast du Fotos? (Im Forum anmelden und einstellen....)

Neugierigst, Boris