Grundwasser im Keller von altem Fachwerkhaus

31.07.2012



Wir haben ein altes Fachwerkhaus gekauft, im Keller staut sich das Wasser 5 cm in einer umlaufenden Rinne, an einer Stelle blubbert es aus dem Betonboden,wie können wir abhilfe schaffen? Das Haus hat auch einen Brunnen, kann das Wasser daher kommen?



diese



Keller-Situation ist nicht unüblich.
Seit wann kennt Ihr denn die Verhältnisse. Wie hat der verkäufer den Zustand zu anderen Jahreszeiten beschrieben ?



jaja,



die betonböden in alten kellern. ich gehe mal davon aus das ihr fachwerkhaus schon ein paar tage auf dem buckel hat und über einen Bruchsteinkeller verfügt. wenn dem der fall ist war es das optimalste von ihrem vorgänger,oder wer auch immer dafür verantwortlich ist, da Beton einzubauen. im ernst,ein solcher keller regelt die die sache mit der Feuchte meist über einen,wenn auch nicht schönen, Lehmboden den man nie und nimmer mit beton verschließen sollte. dieser beton wäre nur ein grund der sich erstmal vermuten lässt und das ganze system davon abhält sich selbst zu regulieren. wie oben angedeutet ist eine gewisse grundfeuchte in einem von mir vermuteten keller wie sie ihn haben normal,aber wasser das blubbert und sich in einer rinne fängt ist da bestimmt nicht im sinne des erbauers.



"Artesischer Brunnen"?



Der Betonboden stellt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Feuchtigkeit bzw. Wasser nicht, zumindest schlecht leitende Schicht dar.
Sofern in dem Grund unter dem Betonboden Bodenfeuchte, u. U. sogar Grundwasser aufsteigt, was ein ganz natürlicher Vorgang ist, kann sich - übertrieben gesagt - gespanntes Grundwasser bilden.
Nach dem Prinzip des artesischen Brunnens dringt dann diese Feuchte / dieses Wasser durch jeden Ritz, jede Spalte / jedes Loch mit Druck nach oben. - Das beobachtete Blubbern deutet darauf hin.
Unsere Vorfahren haben, egal ob bewusst oder unbewusst, die (Gewölbe)Kellerböden meist nur mit Stampflehm hergerichtet, ggf. mit Ton abgedichtet. Besser situierte Eigentümer gönnten sich in Sand oder Lehm gelegte Natursteinplatten oder Ziegelsteine als Bodenbelag. Damit war der Boden feuchte- / dampfdurchlässig.
Sofern in Zeiten hohen Grundwasserstandes mehr Feuchtigkeit durch die Bodenschicht nach oben kam als verdunsten konnte, wurden Mulden / Rinnen und eine Grube angelegt, über die das Wasser ablaufen bzw. in der sich das Wasser sammeln konnte. Bei Bedarf wurde dann per Hand geschöpft (heute erledigt dies eine Tauchpumpe).





Das Gebäude befindet sich im Westerwald? In welcher Lage denn genau, evtl. an einer Hanglage, an einem Hangfuß? Wasserführende Schichten können hier evtl. auch zusätzliches Wasser zu führen. Wie hoch ist denn der Wasserstand im Brunnen? Analog oder geringfügig unter dem Wasserstand im Keller?
Möchten Sie die Situation entschärfen? Betonböden sind i.d.R. für diese Keller suboptimal, ggfs. reicht auch schon die Nachrüstung eines Pumpensumpfes.
Grüße
Bernd Kibies