Bruchsteinkeller mit Stampflehmboden- welche Luftfeuhtigkeit ist akzeptabel?

29.05.2005



Hallo,
der Keller unseres ca. 140 Jahre alten Fachwerkhauses hat einen Stampflehmboden. Wir haben nun neue Kellerfenster einbauen lassen, da die alten Fenster schon seit einigen Jahren bereits bei den Vorbesitzern defekt und somit stets offen waren. Aus Neugierde habe ich nun ein Hygrometer mit Thermometer im Keller sowie im Hof aufgestellt um die Luftfeuchtigkeit im Keller zu beobachten - dies vor allem, da mir bekannt ist, dass inbesondere im Sommer warme Aussenluft zu einer Erhöhung der Luftfeuchtigkeit im Keller führt.

Ich habe nun mit dem Öffnen und Schließen der Kellerfenster "gespielt" und kann den Anstieg der Luftfeuchtigkeit im Keller je nach Wetterlage bzw. Aussentemperatur auch messen.

Eine Luftfeuchtigkeit im Keller von weniger als 70% bekomme ich jedoch in den letzten (teils warmen) 4 Wochen (seit Einbau der Fenster) nicht hin. Der heute gemessene Spitzenwert nach einem Tag Lüften (trotz Aussenlufttemp. von 30°C) betrug 91% bei 15,2°C. Meines Erachtens zeigen auch die im Keller freiliegenden Deckenbalken etc., dass der Keller vermutlich nie ganz trocken war? Die Böden von Weinkartons auf dem Kellerboden schimmeln in 2 - 3 Monaten weg.

Nun meine Fagen:
Welche Luftfeuchtigkeit ist für einen Stampflehmboden-Keller normal bzw. akzeptabel? Wann muss ich mir Sorgen machen?

Dauert es vielleicht einfach sehr lange, bis die Feuchtigkeit auf einen niedrigeren Wert sinkt? Sollte ich die Fenster nun bis zum Winter geschlossen halten?

Gibt es eine Möglichkeit zu berechnen, ab welchem Innen- und welcher Aussenluftfeuchtigkeitsverhältnis das Lüften des Kellers die Lufteuchtigkeit im Keller senkt?

Würde eine Beton-Bodenplatte helfen?

Momentan ist der 80 m2 große Keller leider nicht nutzbar, ausser zum Lagern von unverrottbarem wie Wein, Konserven oder auch Kartoffeln und Marmelade. Eigentlich viel zu schade.

Für Antworten wäre ich wirklich sehr sehr dankbar!

Sven





ich finde ihr posting widersprüchlich: eingangs schreiben sie, sie wüßten, dass man im sommer nicht lüftet, beschweren sich aber dann, dass sie bei 30 grad außentemperatur und einem tag lüften 91% Luftfeuchte haben? hä?+
übrigens, als weinliebhaber: 90% ist zuviel, vor allem für teure weine und champagner ohne plastik um den korken - der schimmelt dann auch in kurzer zeit :-) gemüse auch.
mein vorschlag: die zeit, die sie derzeit mit bosseln an den fenstern vergeuden, nutzen sie zur vernichtung ihrer alkoholica, halten derweil den keller geschlossen und versuchen ihr lüftungsglück im winter. dann wirds sicher besser. dass die luftfeuchte im sommer ansteigt, wird immer normal bleiben, denn ganz kann man den keller ja nicht vor den hohen außentemperaturen schützen - entweder erwärmen sich die wände oder - beim Erdkeller - das umgebende erdreich, ein biss'l kodensfeuchte wird also immer sein.



genau



Das Ganze nochmal weniger sarkastisch:
Im Sommer ist die Aussenluft i.d.R wärmer als im Keller.
Wenn im Sommer gelüftet wird, kühlt diese "Sommeraussenluft" im Keller ab. Kalte Luft kann weniger Feuchte binden als warme. Daher fällt/kondensiert überschüssige Feuchte aus ---> der Keller wird feucht.
Im Winter geht das ganze umgekehrt: Kalte Aussenluft kommt in den Keller erwärmt sich dort, kann zusätzliche Feuchte binden, der Keller wird trocken.
Das ganze geht sogar recht schnell (in beide Richtungen) man kann fast zuschauen!
Also: im Sommer Kellerfenster ZU!!
im Winter Kellerfenster AUF!! (bei scharfem Frost auf Wasserleitungen achten!
Alles ganz Logisch oder!?
Beste Grüße, C.Wanderer
P.S. Lehm drin lassen!



Danke



Vielen Dank für die Tipps.

Der Grund dafür, dass ich bei 30°C Aussentemperatur gelüftet habe war der, dass ich den Effekt mittels meines euen Hygrometers auch mal selbst messen wollte.

Eine Frage ist bisher leider nicht beantwortet: Welche Luftfeuchtigkeit ist denn nun im Bruchsteinkeller normal bzw. akkzeptabel? Hat denn bisher noch keiner gemessen?



die luftfeuchte



ist ja nur ein realtiver wert, der auch kurzfristig (s. ihr experiment) großen schwankungen unterliegen kann. kondensfeuchte, feuchte des mauerwerks etc. pp. spielen eine rolle. DEN wert gibt es sicher nicht. für wohnungen findet man 30% häufig zu trocken und alles bis 60% normal.(wobei ich am hygrometer meiner eltern in der furztrockenen neibauwohnung auch schon 70% abgelesen habe - schwüles gewitterwetter) für keller, die nicht nach außen abgedichtet sind, alles drüber.
die luftfeuchte ist nur ein indirketer wert, der sich aus anderem ergibt. letztlich ist alles eine frage der gewünschten Nutzung - wein und gemüse - je feuchter, um so besser, nur eben nicht zu feucht :-)) wollen sie einen hobbyraum mit teuren (rostenden) gerätschaften - je niedriger, um so besser. je nachdem müssen sie ihr nutzungsverhalten (lüftung) anpassen, ein Heizung installieren oder gar den keller abdichten. für den "gesunden" altbaukeller ohne Abdichtung würde ich werte zw. 70% und 90% (je nach jahreszeit) für durchaus normal und akzeptabel halten. dem gemüse gefällt das, dem fahrrad weniger.
ich habe ein beispiel für einen "ungesunden" keller: in meiner noch-wohnung gibt es zwei keller: einen souterrain-keller aus Bruchstein und darunter einen noch tieferen Gewölbekeller (gemauert). die luftfeuchte ist extrem hoch, über 90% - ganzjährig. ursachen vielfältig: der gewölbekller liegt auf grundwasser-niveau (MÜHLgasse!sic!), bei starkregen steht das wasser auf der Sohle (und da der keller aus früherer besiedlung und das straßenniveau mittlerweile angehoben ist, gibt es keine lüftung), im souterrain-keller hat der Vermieter den heizraum (schlecht abgedichtet) eingerichtet. wir haben als Mieter keinen Zugang (trotz mehrfacher bitten) - es kondensiert und kondensiert und kondensiert....da nutzt auch winter-lüften des restkellers nichts(zumal ungenügende querlüftung).
auf dauer wird es dem Gebäude so schaden, vermute ich. die nachbarin in der etage über dem keller hat jedenfalls schon nasse flecken an einigen zimmerwänden...





Vielen Dank für die letzte Antwort!

Ich werde auf jeden Fall weiter beobachten. Der Hinweis mit dem Wein war übrigens korrekt - einige Flaschenkorken zeigen Schimmel. Wir werden den Wein wohl nun woanders unterbringen.

Nochmals vielen Dank - ich werde das Forum wohl zukünftig häufiger zum Stöbern besuchen.

Sven Rumohr



Also neue Fenster einbauen?



Guten Morgen,
wir haben in unserem 100 Jahre alten Haus einen Gewölbekeller mit Lehmboden. 3 kleine alte Fenster verdienen ihren Namen nicht wirklich, sie sind z.T. kaputt und lassen reichlich Luft rein. Jetzt, in diesem (extrem feuchten) Sommer haben wir auch Schimmel (sogar auf den Weinkorken).
Verstehe ich die vorhergehenden Antworten richtig, wenn ich daraus schließe, dass wir neue Fenster einbauen sollten?
Danke + freundliche Grüße
Annette

P.S.: Falls hilfreich reiche ich gerne ein Foto des Kellers nach.