Keller ausheben

05.04.2012



Hallo,

stecke gerade mitten in der Kaufabwicklung einer denkmalgeschützten Stadtvilla Baujahr ca. 1910.
Das Gebäude hat eine Bruttogrundfläche von ca 10*13m
und 2 Vollgeschosse, wobei auf halber Höhe des OG (1,50m) ein Mansarddach beginnt.

Aus mir bisher unerklärlichen Gründen ist der größte Raum des EG (ca. 30qm, 4,80*6,25)) nicht unterkellert. Alles andere ist unterkellert und macht einen sehr trockenen Eindruck. Der Keller wurde bisher beheizt. Die vorhandenen Kellerräume haben gemauerte Gewölbedecken.
In dem nicht unterkellerten Raum wurde durch die Besitzer der letzten 20 Jahre eine schadhafte Betonschüttung repariert.
Dieser Raum liegt zusammen mit einem schon vorhandenen Kellerraum zur Straßenseite hin, an der das Kellergeschoss cirka 1m oberhalb des Erdreichs liegt. Links und rechts am Gebäude ist das Gelände bis ca. 30cm unterhalb des EG-Niveaus aufgeschüttet, so dass sich mit dem rückwärtigen leicht ansteigenden Grundstück eine möglichst große ebene Fläche ergibt.

Wäre unter der Annahme, dass die Fundamente im Bereich des nicht unterkellerten Raums genau so tief reichen wie alle anderen Fundamente, eine nachträgliche Unterkellerung des Raums mit vertretbarem Aufwand möglich?
Welche Arbeitsschritte wären erforderlich (vorhandene Betonschüttung entfernen, Erdreich ausheben, neue Decke? Beton? Auflagesituation für die neue Decke? Kellerboden, Fundamentdurchbrüche für Kellerfenster und Tür)

Der Keller soll als Lager oder Werkstattraum genutzt werden und zukünftig eher nicht beheizt werden. Sollte die Raumfeuchte ein eträgliches Maß überschreiten, würde ich einen elektrischen Trockner in Erwägung ziehen.

Gruß Erwin



Keller



Zuerst sollte geklärt werden WARUM damals dieser Bereich nicht unterkellert wurde. Lassen sie sich die alten Bauunterlagen zeigen (soll der Makler oder der Eigentümer sich tummeln), dann wissen Sie mehr wie jetzt.
Unabhängig vom Grund der Teilunterkellerung: Fundamente wurden in solchen Fällen damals abgetreppt, Ihre Annahme wird wahrscheinlich falsch sein.



Viele Grüße



Keller ausheben



Hallo Erwin ,

Für das Geld und den Aufwand, der dafür nötig ist, können Sie sich 2 Fertiggaragen kaufen!

viele Grüße



Keller ausheben



Das WARUM nicht, geht mir auch schon so eine Weile durch den Kopf.
Bauunterlagen wären sicher eine schöne Sache, jedoch haben die jetzigen Besitzer keine. Vor der Wende wurde das Gebäude von einer staatlichen Institution genutzt.

Fertiggarage oder sonstiges extra Gebäude: das Grundstück ist nicht wirklich so groß, dass ich zu der bereits vorhandenen Garage ein weiteres Gebäude stellen möchte.

Danke für den Hinweis mit dem Abtreppen der Fundamente. Wenn ich also ein Loch grabe, um zu prüfen wie tief das Fundament geht, dann möglichst weit weg von den vorhandenen Kellerräumen, so dass man es am schnellsten bemerken würde, wenn das Fundament schon in geringer Tiefe endet.

Könnte die Gewölbedecke ein Grund gewesen sein, dass man den größten Raum ausgelassen hat?
Oder vielleicht weil der Raum einen Erker von 2,60m Breite und 1m Tiefe hat?
Da werde ich wohl noch einmal genau nachforschen müssen.
Gerade geht mir der Gedanke durch den Kopf, dass der Raum ursprünglich unterkellert gewesen sein könnte, dann aber später zugeschüttet wurde, weil die vorhandene Decke den Tragfähigkeitsanforderungen der Nutzung durch die staatliche Institution nicht genügte oder Decke und/oder Boden beschädigt wurden.



teilunterkellert



Vor 100 Jahren waren Kellerräume im Verhältnis genauso arbeitsaufwändig wie heute. Allerdings für die Vorratslagerung wichtiger als in späteren Jahren ("Kühlschrankzeitalter").
Teilunterkellerung hatte deshalb immer einen Grund: entweder anstehender Felsen,hoher Grundwasserspiegel oder das die (wenigeren) Kellerräume ausreichend waren.
Eine Gewölbedeckenkonstuktion wird nicht der Grund sein,da man ja z.B. auch ein Kreuzgewölbe mit Säule/n hätte errichten können. Oder eine tragende (Keller-)Zwischenwand zur Verringerung der Spannweite bei preußischen Kappen.
Eine Probeschachtung an der Außenwand im nichtunterkellerten Bereich würde Aufschluß bringen.
Falls die Fundamente wirklich so tief wie Kellersohle reichen,wäre das der Beweis für einen verfüllten Raum. Nur das Verfüllen hätte dann auch einen triftigeren Grund als Material unterzubringen. In dem Fall müßte auch eine Türöffnung vom vorhandenen Keller auffindbar sein.
Dann wäre es natürlich einfach,das Verfüllmaterial zu entfernen und fertig ist der zusätzliche Raum.
Unter anderen Umständen ist es statisch nicht so einfach,die Fundamente zu unterfahren und tiefer zu gründen,das wird dadurch unverhältnismäßig teuer.

Gruß Oliver



manchmal



wollte man damals auch nur sparen und hat die Kellerräume ausgehoben, die man brauchte. Dann dürfte aber auch die Gründung nicht so tief sein. Selbst jetzt werden noch Häuser gebaut, die nur teilunterkellert sind. Das entscheidet letztenendlich Planer und Bauherr.
Wir hier können nur vermuten. Die neue Decke braucht aber eine Statik und da wäre ohnehin ein Planer vor Ort notwendig, der die Details prüfen kann.



Ich denke auch,



daß Sie erstmal eine Baubestandsaufnahme in Auftrag geben sollten. Sobald Sie da schalten und walten können, sollte das unproblematisch realisierbar sein.

Danach mal über die Kosten nachdenken: Es könnte leicht sein, daß der hinzugewonnenne Kellerraum tatsächlich unverhältnismäßig teuer wird. Wenn Sie da unten nur eine "Rumpelkammer" einrichten würden, lohnte sichs nicht.

Eine Handlungsanweisung für Ihr Vorhaben können Sie jedenfalls nicht über das Forum bekommen, das geht nur live mit Planer und Statiker.

Viel Erfolg wünscht

Thomas



Keller ausheben



Habe jetzt offiziell Zugang zu meinem Haus und habe versucht vom Nachbarkeller aus ein kleines Loch in die Wand zum nicht unterkellerten Bereich zu schlagen. Dazu habe ich mir die Kellerwand ausgesucht, auf der im EG nur eine Halbsteinwand steht.
Das Loch habe ich etwa 60-70cm unterhalb der Decke gemacht.
Erste Erkenntnis: die Wände zum nichtunterkellerten Bereich sind aus Bruchstücken von Ziegelsteinen gemauert. Alle anderen Wände in dem Haus sahen eher nach ganzen Ziegelsteinen aus, so weit sich das an den wenigen Stellen ohne Putz im Keller feststellen ließ.
Nach ca. 40cm musste ich mit dem Elektrohammer aufgeben, da der Meißel nicht länger war. Habe dann noch bis ca 75cm gebohrt. Ab 60cm kamen gefühlt keine Bruchstücke mehr, der Bohrhammer kam aber auch nicht wirklich leichter vorwärts. Der Bohrstaub aus dem letzten Stück sah lehmartig aus.

Lässt sich aus der Art und Dicke des Mauerwerks oder des lehmartigen Bohrstaubs auf irgend etwas in Bezug auf die Teilunterkellerung schließen?

Danke Erwin



Da



wir die Bodenart in der Umgebung nicht kennen, ist das schwer. Da aber kein großes "Loch" kam, schein ja auch kein Keller drunter zu sein. Brobier es so mal mit einer dünnen Eisenstange, die man mit dem Fäustel weiter reintreibt (Soviel rausragen lassen, daß man sie wieder rausziehen kann).



Hmmm...



die völlig andere Mauer klingt schon auffallend. Interessanter wäre aber wohl eine Schachtung von außen.

Faktum ist, solche Kuriositäten gibt es. Hier im Haus (Bj. 1914/15) gab es mehrere Kellerräume, die zwar über ein volles Fundament verfügten, aber nie über einen Zugang oder eine Decke und komplett verfüllt wurden. Dass die Fundamente nicht abgetreppt waren, war schon von früheren Außengrabungen bekannt, deswegen hat die Baufirma einfach oben eine Decke eingezogen (ursprünglich nur Stampfbeton und Terrazzo auf dem Erdkörper), dann eine Zugangsöffnung gestemmt und den Raum ausgegraben. Man kann also Glück haben.

(Die genaue Anzahl der Kellerräume ist nicht genau bekannt, da einer - wenn er nicht original ist - schon vor Jahrzehnten ausgeschachtet wurde, aber die Tatsache, dass dieser Raum als einziger im Haus keine Kappendecke sondern eine glatte Stahlbetondecke hat, und der Terrazzo in der Küche darüber völlig anders aussieht, spricht schon sehr dafür).