Welche Matreial über Kappendecke mit im Mauerwerk verankertden Holzbalken?

05.03.2011



Liebe Forumsteilnehmer,

ich bin mir unsicher, welches Material ich über der Kappendecke verbauen soll.
Die Holzbalken sind in der Wand eingespannt, so dass die Kappendecke voraussichtlich keine nennenswerte Belastung (außer Eigenlast) abbekommt. Unter der Kappendecke befindet sich unser Bad. Der Herzustellende Raum wird ein Schlafzimmer.
Mir schwebt vor, direkt auf die Kappendecke Blähton einzubauen bis ca. Mitte Holzbalken.
Ist das OK oder sollte ich lieber ein anderes Material nehmen oder gar bis Oberkante Balken den Blähton einbauen?

Bin für Eure Anregungen offen und sehr Dankbar.

Liebe Grüße an alle aus dem Thüringer Holzland

gimmi



Kappendecke



Geizen Sie nicht so mit Informationen!
Wichtig sind Angaben zur Feldbreite, zur Kappendicke, zum Material und zur Stichhöhe.

Viele Grüße



Re: Kappendecke [forum 163299]



Sehr geehrter Herr Böttcher,

habe einmal versucht, das Deckensystem mit einer Skizze darzustellen.
Die Trägerhöhe konnte ich nicht richtig ermitteln; schätzungsweise/voraussichtlich ist der Doppel-T-Träger ca. 10 cm hoch. Der Flansch beträgt 6cm. Die Holzbalken liegen nicht direkt auf der Kappendecke auf.
Werde zusätzlich mal heute Abend oder morgen versuchen, ein paar Bilder zu machen und mit einzustellen.

Liebe Grüße aus dem Thüringer Holzland

gimmi



Kappendecke



Sind die Kappen einen halben oder einen viertel Stein dick?
Die Höhe der Träger müsste 120, max. 140 mm betragen. Die Flanschbreite 58 0der 64 mm.

Viele Grüße



Kappendecke



Ich habe bei "meine Bilder" noch ein paar hinzugefügt, vielleicht sagen diese mehr als 1.000 Worte.
Die Flanschbreite beträgt 58 mm. Ob die Kappen einen halben oder einen viertel Stein dick sind, kann ich nicht beurteilen, aber vielleicht erkennen Sie es auf den Bildern. Meiner Einschätzung nach sind es Normalsteine, welche flach als Kappendecke "verlegt" wurden.



Kappendecke



Zur verdeutlichung ein Bild, welches ich gefunden habe. Zu sehen ist das Deckensystem von außen, da die Außenwand erneuert wurd und ein Stahlbetonsturz eingezogen wurde. Die Fußpfette (heißt das so?) wurde hierbei entfernt.



Kappendecke



Was ich mir aus den Fotos und den Angaben zusammenreimen kann ist eine scheitrechte, viertelsteindicke Kappendecke, bei der seltsamerweise die Kappe bündig zum Obergurt liegt. Der Erbauer wollte wohl wenigstens ein bisschen Gewölbewirkung erzielen. Ob die Fugen der in Ringschichten gemauerten Decke bewehrt sind ist nicht ersichtlich; ich glaube nicht.
In meinen Unterlagen konnte ich keinen vergleichbaren Deckentyp finden. Die technischen Regeln schrieben damals eine Mindestdicke von 10 cm bei tragenden Kappen vor. Es gab scheitrechte Kappendecken ohne Bewehrung, die waren dann aber mit speziell geformten, minestens 10 cm hohen Ziegeln ausgeführt.
Dünnere Kappen wie die hier gelten in den Feldern als nicht tragfägig bzw. sie tragen nur ihr Eigengewicht. Bei Ihrer Decke kenne ich zwar die Spannweite der Träger nicht, ich vermute aber das bei den filigranen Trägern so ein Fall vorliegt. Punktlasten sind für die ausgemauerten Felder unzulässig. Der Fußboden wohl auf den Wänden als selbstständige Decke aufgelagert, da weder die Felder noch die Stahlträger zusätzliche Lasten vertragen.

Meine Empfehlung:
1. Keine Verkehrslasten auf die Decke. Dafür ist eine weitere Decke ohne tragende Verbindung zur Kappendecke zu überbauen.
2. Den Zwischenraum können Sie mit einer leichten Schüttung wie Perlite o.ä. auffüllen. Voraussetzung ist die Decke übersteht die Baumaßnahmen ohne größere Schäden.

Viele Grüße
p.s. Ich habe mir gerade Ihre weiteren Bilder angesehen, da taucht plötzlich ein Gewölbestich in den Feldern auf.
Auf dem obigen Foto mit dem Deckenschnitt liegen die Steine scheitrecht. Was stimmt denn nun?



Kappendecke



Lieber Herr Böttcher,

von dem umrissen, die ich erkennen kan, handelt es sich wohl um Normalsteine (240x115 mm), so dass die Kappe vermutlich eine Stärke von 71 mm +Putz aufweist.
Bisher war bei den Holzbalken ein Fehlboden ausgebildet, den ich rausgenommen habe. Die Balken selber sind auf der Außenwand auf einem Holzbalken aufgelagert. Auf der Seite mit der neuen Außenwand wurde dieses Auflager jedoch entfernt und die Balken dierekt eingemauert.
Habe auf unserer Scheune heute einmal nachgesehen, dort ist das selbe System vorhanden. Auffüllung der Kappem mit Siede (Abfallprodukt vom Stroh dreschen) - also etwas ganz leichtes. Die lichte Spannweite der Träger beträgt 365 cm.
Gehen wir einmal davon aus, dass die Kappendecke nur ihr Eigengewicht trägt - so müßten dann die Holzbalken die Verkehrslasten aufnehmen.
Wäre folgender Aufbau möglich (?):
- Einbau Fehlboden an vorhandene Holzbalken
- Rießelschutz
- Verfülung Fehlboden mit ....?
- Dielung
So dürfte doch theoretisch keine Belastung auf die Kappendecke und Stahlträger übertragen werden.

Liebe Grüße

gimmi



Kappendecke



Das geht so.



Kappendecke



Lieber Herr Böttcher,

erst einmal vielen Dank für ihre Unterstüzung und konstruktive Meinungsäußerung. Sie haben mir unheimlich weitergeholfen. Nun noch eine Frage:
was empfehlen Sie für ein Material für die Fehlbodenfüllung?
Was geschieht, wenn gar kein Fehlboden eingebaut wird und auch keine Dämmung über der Kappe, sondern gleich auf die Balken ein Dielenbelag kommt (Erdgeschoss=Badezimmer; Obergeschoss=Elternschlafzimmer)?

LG aus dem Thüringer Holzland

gimmi