Sumpfkalk selber herstellen um die Wand zu streichen! Kann Kalk ersaufen??

02.10.2005


Hallo, in meinem Profil habe ich ja bereits einige Sachen zum betreffenden Gebäude geschrieben.

Ich richte gerade eine Wohnung in einem über 150 Jahre alten Sandsteingebäude her und bräuchte mal ein paar fachkundige Tipps bezüglich des streichens der Wand mit Kalk. Im Forum habe ich mich schon schlau gemacht was Kalk angeht, aber ein paar Probleme gibts ja immer. Ich habe mir schwupps einen Sack Kalk im Baustoffhandel geholt (nein kein Kalkhydrat) und hab fleissig angefangen anzumischen. Dafür habe ich ein kleines Fass (keine Ahnung wieviel reinpasst, ich schätze 50 Liter) zu 2/3 mit Wasser gefüllt und hab etwa ein Viertel des 30 kg Sackes nach und nach innerhalb von 6 Stunden reingeschüttet und etwas verrührt. So habe ich das auch in irgendeinem Beitrag gelesen, doch dann entdeckte ich einen anderen Beitrag in dem jemand von ersoffenem Kalk sprach der nicht mehr zu gebrauchen ist, nämlich wenn zuviel Wasser in der Mischung ist. Das war ja bei mir zumindest in der Anfangsphase der Fall. Ist der Kalk den ich mir zusammengepanscht hab denn jetzt noch zu gebrauchen?



Sumpfkalk Herstellung



Hallo Konstantin Petker,

habe dazu schon mal einen beitrag ins Forum gestellt unter

---Forenreferenz-----------
Was ist stichfester Kalk? -
In unserem Farbenbuch wird in den Kalkfarbenrezepten immer "stichfester" Kalk verwendet. Was ist das genau? Wie stelle ich es her oder wo bekomme ich ihn? mehr ...
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.

MFG Franz - Josef



Genau den Beitrag meinte ich


Genau den Beitrag meinte ich

Da habe ich das mit dem falschen Verhältniss gelesen! Ist der Kalk jetzt wirklich überhaupt nicht mehr zu gebrauchen?? Was passiert denn genau, wenn zuviel Wasser drin ist?

Wäre ja schade und ausserdem müsste ich erst einen Platz finden,wo ich den dann hinkippe!? Kann ich ihn vielleicht dazu verwenden um die groben Unebenheiten auf der Wand zu beseitigen, wenn ich ihn mit etwas Sand (1:3) mische??

Die Wohnung ist übrigens eine Mietwohnung in der ich nicht mein ganzes Leben verbringen will! Die Wände sind mit der Zeit schon ziemlich verpfuscht worden. Stromleitungen sind diagonal über die Wand verlegt worden, die Kanäle die dafür ausgefräst wurden sind mit Zementputz wieder verspachtelt worden und grobe Unebenheiten und Löcher von Schrauben oder Nägeln wurden mit Gips zugespachtelt. Dazu kommt noch, dass unter den 4 Schichten Tapeten noch die bis über 160 jahre alten Farben (ich glaube Erstanstrich war Kalk, dann Ölfarben?) zum vorschein kamen, die nicht perfekt von der Wand gekratzt werden können.

Also eigentlich müsste die Wand neu verputzt werden, was wahrscheinlich sogar vom Denkmalamt gefördert werden würde aber leider will der Vermieter nicht.

Mir bleiben also nur 2 Möglichkeiten, 1. die Wand mit Gipsputz zu glätten und zu tapezieren, oder einfach so zu tapezieren, oder 2. Kratzen kratzen kratzen und am Ende mit Kalk streichen! Die zweite Möglichkeit mär mir natürlich lieber, vorallem weil eine Ecke des Raumes schonmal geschimmelt hat.

mfg Konstantin



Versoffen



Hallo,

wenn die Mischung nicht stimmt und nicht schnell genug in Wasser eingerührt wird, kann man den Kalk vergessen.
Er ist für nichts mehr zu gebrauchen, er bindet nicht mehr ab.


Alternative zu Kalkanstrich ist Dispersionssilikatfarbe oder Kasein. Beitrag forum 37497, forum 37497 .

Mfg Malerstudio Peltzer



Langsam !!!!



Hier scheint mal wieder die überaus beliebte Begriffsverwirrung zugeschlagen zu haben.

Der Begriff Sumpfkalk kennzeichnet ein im Zweifel mehrere Jahre unter Wasser eingelagertes Bindemittel. Chemisch ist es Calciumhydroxid, allerdings mit physikalisch veränderter Kristallstruktur durch die Lagerung.

Verwendet man für Mörtel und Farben das normale, pulverförmige Calciumhydroxid (Weißkalkhydrat) wird häufig empfohlen, dieses vor Gebrauch mehrere Tage einzusumpfen. Daraus wird dann jedoch noch nicht der hochqualitative Sumpfkalk.

Beim Mischen von Calciumhydroxid und Wasser für einen Farbansatz kann man praktisch keinen Fehler machen. Ist die Suppe zu dünn, kommt noch etwas Kalk hinein - ist sie zu dick, verdünnt man mit Wasser.

Es gibt immer wieder Scharlatane, für die Kalk gleich Kalk ist und nicht unterscheiden können zwischen Carbonat, Oxid, Hydroxid und Hydrogencarbonat.

Fehler in der Wasserzugabe können gemacht werden beim sog. Löschen des Kalks (von Oxid zu Hydroxid). Da dieser Vorgang aber wohl kaum in der Wohnung vollzogen wird - sei er hier nur am Rande angemerkt.

Für Farbanstriche also entweder den teuren Sumpfkalk kaufen und auch Streichfähigkeit verdünnen; oder aus dem Baustoffhandel Kalkhydrat kaufen und das Pulver mit Wasser auf Streichfähigkeit bringen. Bei beiden Varianten kann kein "Kalk" ersaufen.

Gutes Gelingen

Bernd



War schon alles richtig bis jetzt!





War schon alles richtig bis jetzt!



ich hab 30kg Calciumoxid gekauft und einen Teil mit Wasser vermischt, wollte also Calciumhydroxid herstellen (was mir ja anscheinend misslungen ist) soweit ich weiss ist das aber auch Sumpfkalk, wurde ja eingesumpft. Anscheinend habe ich aber nach einer Anleitung für Kalkhydrat mein Calciumoxid eingesumpft, soweit zum Thema Begriffsverdreher.

Wieviel fertiger Sumpfkalk entspricht denn ungefähr dem 30kg Sack Calciumoxid? Ich hab auch schon überlegt mir so ein blaues 200 Liter Fass zu besorgen, das beim Löschen des Kalkes für´s Verputzen benutzt wird, dann kann ich auch grössere Flächen überputzen und hab noch Vorrat ;-)

Alles gleich kaufen kann ich mir aber ehrlich nicht leisten, bin nen armer Student und 250,- für Schleifbänder um den Boden abzuschleifen waren schon heftig! Glücklicherweise hat mein Vermieter schon ne Lägler HUMMEL und ELAN und eine Kalkspritze.

Ausserdem finde ich es besser, selber Hand anzulegen und selber zu Versuchen als immer fertiges Zeugs irgendwo zu kaufen wieso gibt es denn bitte die Baumärkte und ganzen Chemikalien?? Aus Fehlern lernt man schliesslich auch.



Ersaufen und verbrennen



Hallo Konstantin,

jetzt hast Du wahrscheinlich aus falsch verstandener Sparwut etwas gemacht, was ich persönlich keinem Privatanwender raten würde - nämlich Branntkalk (Oxid) selbst zu löschen.

In dem ganzen Kalkkreislauf können genau an dieser Stelle die meisten Fehler passieren - ABER, man hat keinen Preisvorteil gegenüber fertigem Hydroxid.

Ich hole doch mal etwas weiter aus.

Beim Löschen von Branntkalk will das Oxid quasi die Wassermenge (Kristallwasser) zurück haben, die beim Brennen des Carbonats ausgetrieben wurde - chemisch: die stöchiometrische Menge. Dieser Vorgang ist aber eine exotherme Reaktion (Wärme wird freigesetzt). Wegen der (notwendigen) Hitze verdampft aber ein Teil des Wassers sofort und steht dann nicht mehr für die Umwandlung in Hydroxid zur Verfügung.

Die Kunst des Löschens besteht also darin - aus Erfahrungswerten und/oder unter kontrollierten Bedingungen - soviel "Überschuss"-Wasser dazu zu geben, daß die chemisch notwendige Menge nach Abzug der Verdampfungs-Rate zur Verfügung steht.

Erst dann kann auch die notwendige Volumen-Vergrößerung (Kristallbildung) des "Kalks" stattfinden.

Gibt man zuviel Wasser hinzu, werden die notwendigen Temperaturen nicht erreicht => der "Kalk" ersäuft !

Gibt man zu wenig Wasser hinzu, wird nur ein Teil des Oxids in Hydroxid umgewandelt => der "Kalk" verbrennt !

Bei einer späteren Wasserzugabe könnte theoretisch dieser Mangel ausgeglichen werden; nur leider werden dann aufgrund der zwischenzeitlich vorliegenden Mischung aus Oxid und Hydroxid nicht mehr die notwendigen Temperaturen erreicht => ERSAUFEN nach VERBRENNEN ;-)

In beiden Fehler-Fällen hast Du dann zwar chemisch ein Hydroxid erzeugt, aber in einer physikalisch minderen Qualität.

Nach Deinen bisherigen Schilderungen ist Dir anscheinend das "Ersaufen" vollends gelungen. Hättest Du für Deine Versuche Calciumhydroxid (Weißkalkhydrat) gekauft, wäre das ganze nicht passiert.

Deine angesetzte Mischung ist also eine richtige Wundertüte zwischen partieller Eignung und totaler NICHT-Eignung.
Ich würde das so nicht weiter Verarbeiten wollen !!!!

Zur Entsorgung:

"Kalk" ist relativ ungefährlich - und stellt für die Umwelt (bei richtiger Dosierung) keine Gefahr dar.

Entschuldigung - ich muß jetzt leider etwas sarkastisch werden - schließlich nehmen wir das Zeug - als Carbonat - mit manchen Zahnpasten (auch (hoffentlich) täglich) ins Maul.

- Sie können also Ihre 50 Liter in "homöopathischen" Dosen über die Kanalisation entsorgen. Das erspart Ihrem Abwasser-"Verbund" die Zugabe von Kalk zur Ent-Säuerung der Kloake - erhöht aber wegen des notwendigen Nachspülens Ihre Wasserrechnung.

- Sie fragen einen Landschaftsbau-Betrieb. Die verarbeiten nämlich ungestraft Unmengen von Torf - dafür werden ökologisch wichtige Moore abgebaut - und müssen dann anschließend das erzeugte saure Milieu mit alkalischem Kalk wieder neutralisieren.

Es gibt also nicht nur einen chemischen Kalk-Kreislauf, sondern auch einen ökonomischen - mit zweifelhafter Notwendigkeit.

Aber das liegt nicht am "Kalk"

Gruß aus BS

Bernd



Das mit dem Verbrennen hab ich jetzt verstanden!





Ob ich mir das drücken der Enter Taste wohl noch abgewöhnen kann??



Na ja, jedenfalls leuchtet mir das mit dem Ersaufen und Verbrennen jetzt ein, mein Kalk war beim ganzen Vorgang so warm, dass ich mit der Hand das Fässchen von A nach B schieben konnte, es war also kaum wärmer als meine Hand.

Ich werde jetzt wohl doch fertigen Sumpfkalk bestellen. Jetzt muss ich nur noch die alte Farbe von der Wand bekommen, dazu starte ich aber ein neues Thema!

Vielen Dank bisher für die Antworten, ich hab wieder was gelernt und hoffe ihr könnt mir auch bei der nächsten Frage helfen

mfg Konstantin



Löschwasser !



Hallo Konstantin,

will Dir nur noch mal schnell eine kleine Vorstellung von den Mengen geben:

Kalk verliert beim Brennen 44 % seiner Wasser, die dann beim Löschen wieder aufgenommen werden.

Für 10 kg Branntkalk benötigst Du also 8 Liter Wasser für die chemische Reaktion plus der Verdampfungsrate bei der exothermen Reaktion.

Für das Löschen wird der Branntkalk in Wannen mit Wasser übergossen und mit Harken bearbeitet (verteilt). Niemals ungekehrt; Branntkalk in Wasser geben.

Hierbei sollte immer Schutzkleidung getragen werden, da der "Kalk" hoch-alkalisch ist und Spritzer gefährliche Verletzungen (Verätzungen) auslösen. Durch die hohen Temperaturen kann es auch zu Verbrennungen kommen.

Du hast mit Deiner Mischung aus ca. 30 Litern Wasser und ca. 7 - 8 kg Kalk fast die 4-fache Wassermenge eingesetzt und den Vorgang in falscher Reihenfolge ablaufen lassen.

Ergo: die Herstellung von Sumpfkalk aus Branntkalk sollte man lieber den Fachleuten überlassen - oder man sumpft gleich Hydroxid ein und lagert es frostfrei.

Gruß

Bernd



Hat das Hydroxid denn die gleiche Qualität



wie der normale Sumpfkalk den ich fertig kaufen kann? Irgendwo hab ich was gelesen von anderen Chemikalien die da drin sein sollen!?



Kalk ????



Hallo Konstantin,

Sumpfkalk ist Hydroxid, das nach dem "richtigen" Löschen unter Wasserüberschuss gelagert wird.

Das pulverförmige Hydroxid aus dem Handel (CL90 oder CL80) wird nach dem Löschen getrocknet und gemahlen. Da ist nicht anderes drin - es sei denn, Du kaufst Dir im Baumarkt irgendeine Wundertüte, wo irgendwelche Phantasiebezeichnungen wie Kalkputz oder auf Kalkbasis draufstehen.

Das pulverförmige Hydrat ist aber nur beschränkt lagerfähig, da es im Zusammenhang mit hoher Luftfeuchtigkeit und dem CO" aus der Umgebungsluft langsam karbonatisieren würde. Nach einiger Zeit hättest Du dann Kalkstein im Sack.

Wenn Du Hydroxid selber über lange Zeit einsumpfen willst - es sollten schon mindestens 6 Monate sein - mußt Du darauf achten, daß mehrere Zentimeter Wasser über der Kalkoberfläche stehen. Dadurch wird die Carbonatisierung verhindert.

Chemisch betrachtet ist das nun alles dasselbe - nur physikalisch sieht es etwas anders aus: Das Hydroxid-Pulver hat eine "stachelige" Kristallstruktur. Durch die Lagerung verändert sich diese Kristallform zu einer Plättchenform. Diese Plättchen können sich besser gegeneinander bewegen. Für Farbanstriche ist diese Form besser, da der Anstrich deshalb elastischer wird und u.a. Rissbildungen vorbeugt.

Bernd



Nochmal zur vorletzten Antwort



Ich habe eben nochmal auf die Beschreibung auf dem Sack geschaut, danach soll ich die 30kg in 200L Wasser schütten!! Und auch erst das Wasser und dann den Kalk!? Jetzt Blick ich bald wieder nicht mehr durch, was denn jetzt? Oder verdampft dabei über die hälfte des Wassers? Kann doch auch nicht sein.

Konstantin



Hier mal ein paar Bilder vom Sack





und noch eins





und das letzte!



Anscheinend hätte ich wohl genauer lesen sollen, da steht ja drauf, wofür die Mischung verwendet werden soll!

ABER:

Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass mein Vater wohl noch irgendwo so ne Kalkschüssel verliehen hat, die hole ich mir demnächst mal ab, dann probier ichs nochmal mit richtiger Mischung.

Ich meld mich dann nochmal bei dir Bernd!

Konstantin







Interessante Disskussion



Unser geliebter Bernd hat da den Finger genau in die Wunde gelegt (Kalk tut da auch ganz schön brennen!!!).
Wir bieten seit einigher Zeit genau folgende Situation für stink Normalos an:
Weißkalkhydrat einige oder eben viele Tage gesumpft und für den Anwender dann nur noch mit etwas Magerquark in eine streichfähige Substanz gebracht, als Alternative zur "Baumarktscheiße" bzw. für "Billig-Billig-Billig.Bauer".

Grüße aus der Oberlausitz.



@ [forum 41206]



Hallo Udo,

wenn du den Kalk und Magerquark mischt hast du Kasein, und eine filmbildenden Anstrich.

MFG Malerstudio Peltzer



Noch eine Frage zum Weißkalkhydrat



Das finde ich spannend. Ich habe noch einen 3/4 Sack Weißkalkhydrat im Keller, der langsam aber sicher altern wird. Kann ich den Kalk einfach in eine Mörtelwanne schütten, mit Wasser aufffüllen, gut umrühren und später (Frühjahr) passend zum Kellerstreichen verdünnen?

Oder habe ich jetzt was falsch verstanden?



Ich hab das jetzt erstmal mit Kalkhydrat und einer Aussenwand



an nem Gewerbegebäude probiert, klappt ganz gut!

Den Kalk musst du möglichst luftdicht verschliessen, damit er nicht durch das Kohlendioxid in der Luft carbonisiert (zu Kalkstein wird) und frostfrei lagern. Am besten also z.B. einen dieser ovalen Eimer mit Deckel besorgen.

mfg



Carbonatisieren von Kalkhydrat



Um zu Calciumcarbonat auszuhärten, benötigt Kalkhydrat ein bestimmtes Feuchtigkeitsfenster. Unter 0,8Vol% Wasser kann das Kohlendioxid der Luft nicht zu Kohlensäure werden, über 8Vol% ist die Konzentration der Kohlensäure zu gering.
Georg



Sumpfkalk



Ich habe mir diesen interessanten thread Beitrag durchgelesen und bin etwas entsetzt darüber wie bemüht die "Fachmänner" hier sind etwas derart kompliziert zu diskutieren, was mit hoher Sicherheit vor 500 Jahren kein Professor oder Dr. auf der Baustelle so genau ausgeführt hat.

Sicherlich ist es sinnvoll die richtige Wassermenge hinzuzugeben damit der Kalk nicht ersäuft oder verbrennt aber mit Angaben wie "Der Kalk verliert beim verbrennen 44% Wasser" ist wirklich niemanden geholfen. Das ist weder eine Mengenangabe noch ein hilfreicher Beitrag ohne nennen der Gesamt-Wasseraufnahme (Bitte mit Maßeinheit) von Kalk.
Im Gegenteil. Wenn man den Satz falsch versteht kann das so ziemlich daneben gehen.

Warum Weißkalkhydrat oder Fertigen Sumpfkalk kaufen? Sumpfkalk wird im Internet zwischen 20-50EUR pro 15Liter-Behälter angeboten. Weißkalkhydrat staubt auf der Baustelle wie verrückt, ist aber als Alternative wenn man es "einsumpft" durchaus interessant da es dadurch auch auf dauer gelagert werden kann und weiter staubfrei verarbeitet werden kann.

Bei Branntkalk vorsicht! Schutzkleidung (Brille, Handschuhe, Staubmaske, Vollbekleidet) dringend anziehen da es kurzzeitig stark reagiert/brodelt und spritzt.

So lässt sich aus einem 25kg Branntkalk-Sack ca. 90kg Sumpfkalk herstellen:
(Mit dem Verpackungshinweis lagst du schon sehr richtig!)
Es wird bei ca. 25kg Branntkalk 60-70Liter Wasser benötigt.
Unbedingt VORHER 50Liter Wasser in den Kübel schütten und dann erst den Sack Branntkalk hinzugeben. Andersrum reagiert der Branntkalk zu agressiv, lässt sich schwerer verteilen und Staub tritt aus bzw. er verbennt teilweise und bekommt eine schlechtere Qualität. Immer gucken, dass es wie brei brutzelt und sich die blubbernden Bläschen mit wasser sofort füllen (flüssiges Blubbern beobachten) und das übrige Wasser nach und nach zugeben. Mit einem Stock zwischendurch durchgehen damit wasser in alle heißbereiche fließen kann. Es sollte dampfen aber niemals verdampfen!

Das klappt wunderbar und Sie haben einen preiswerten wunderbaren Naturputz. Jeder fängt mal an. Lassen Sie sich nicht einschüchtern und folgen Sie dem Verpackungshinweis oder fragen Sie direkt beim Hersteller. Mag sein dass einige hier versuchen den perfekten Sumpfkalk herzustellen aber das ist unmöglich da jeder Kalk durch Lagerung, Qualität, Ursprung usw. ganz anders reagiert. Man muss beobachten und selber die Erfahrung sammeln. Viel kann man nicht falsch machen wenn man sich an die etwas mehr als doppelte Wassermenge + kleiner Überschuss in Liter des Gewichtes in kg des Branntkalkes hält also 25kg Branntkalk = ca. 50-60 Liter Wasser + ca. 20 Liter lagsam nachgießen für den Wasserüberschuss.

Ist erfahrungsgemäß die bessere Wahl vor Weißkalkhydrat und bindet für Putze hervorragend (Kein Vergleich zu fertigprodukten). Warum die bessere Wahl vor Weißkalkhydrat? Da Weißkalkhydrat häufig in Baumärkten längere (unbekannte) Zeit lagert und zum teil schon karbonatisiert.

Kalkige Grüße und nochmals:
Schutzkleidung tragen!
Robert



eventuell hilfreiche Internetseite



finden Sie hier:

http://www.bastelitis.de/baustoffkunde-kalk-teil-1-kalk-arten-oder-was-ist-was/#loeschkalk

(Deren Mischverhältnis kann ich aus persönlicher Erfahrung bestätigen. Das funktioniert wunderbar).

Und auch hier wird ERST WASSER dann Branntkalk!
Vorsicht hier im Thread hat ein Herr es nett gemeint aber umgekehrt geschildert :/ Das ist völliger Unsinn und mag beim mischen von Zement im Baumischer vielleicht noch ok sein aber nicht beim löschen von Branntkalk. Das muss direkt in ein Wasserbett gelassen werden.