Innenwanddämmung Küche nur wie? und Balken schaden :(

13.03.2016 astrafracer



Hallo Freunde des Fachwerks, wir haben uns vor kurzen ein kleines Haus aus dem Jahre 1890? gekauft.
Leider muss ich noch mit meinen aufgaben lernen und versuche nun für uns das bestmögliche herauszuholen weshalb ich mit meinem Innendämm-Problem zu euch gefunden habe.
zum Haus:
2 etagen + Dach, EG dicke lehmwand, OG Fachwerk
Mein Problem:
Küchenaußenwand im OG ca 11qm mit Fachwerk, Wandstärke leider nur ca 12cm, von außen vollflächig mit Sauerkrautplatten verkleidet und verputzt, Gefache scheinen Tonziegel zu sein
Hatte jetzt schon sehr viel gelesen nur leider bin ich mir nicht sicher wie ich es angehen soll mit der Dämmung und dem Balken. An der Außenfassade soll nichts gemacht werden! Der Kostenfaktor spielt natürlich auch eine Rolle aber ich will trotzdem ein gutes ergebnis für die zukunft bzw. Des Fachwerks erreichen. Hatte schon drüber nachgedacht über eine Stampflehmwand oder Holzfaserplatten !!??
Hoffe ihr könnt mir weiter helfen.
Schöne Grüße
Sascha





Hier noch die Balkengeschichte, Wassereinbruch ist keiner mehr vorhanden.





Stampfleichtlehm bringt wenig Dämmung, viel Gewicht und Raumverlust.

Die m.e. einfachste Innendämmung ist HWF-Platten vollflächig und hohlraumfrei mit Lehm auf die Innenseite der Außenwände zu kleben. Auch an die Flanekndämmung denken! Evt. den Untergrund vorher egalisieren mit einem Lehmausgleichsputz. Als Dicke haben sich Dämmstärken zwischen 40 und 80mm Dicke in der Praxis bewährt. Unter 40mm bringt es nichts und über 80mmm wird es riskant für das Fachwerk.
Die HWF-Platten lassen sich wunderbar mit Lehm verputzen. Gewebe mindestens an den Stößen einlegen. Maschenweite von 6x6 oder größer, ist dem Standard von 4x4mm vorzuziehen

Die Stielreparatur ist einfach:
Fenster mit Riegel und Gefach darunter ausbauen. Stiel oben bis auf das gesunde Holz zurückschneiden. Riegel links stehendes Blatt anarbeiten, rechts normalen Zapfen. Stiel oben mit schräg eingeschnittenen stehendem Blatt ansetzen unten Zapfen oder falscher Zapfen. Stiel zuschneiden einschwenken und sichern mit Holznägeln oder Bolzen. Riegel rechts einstecken und einschwenken. Mit Holznägel sichern.

Ist ca. 1 Tag Arbeit je nach Geschick.

Abstützen nicht vergessen solang der Stiel ausgebaut ist!
Knifflig ist das Altmaterial auszubauen ohne die Putzfassade zu beschädigen.
Präzises Arbeiten ist wichtig damit der Stiel hinterher auch wieder last abtragen kann und nicht laberig zwischen Rehm und Stockschwelle hängt.

Gruß
Detlef





Hallo Detlef, danke schonmal für deine Antwort.
Hatte noch vergessen zu sagen das die Außenwand nach oben hin rein in den Raum läuft, macht zw. Unten und oben an der "schlimmsten" stelle ca 10cm aus. Sollte man da die Hwf da erst stückweise davor setzen und dahinter mit lehm ausfüllen oder gibts da eine andere herangehensweise?
Bei dem Balken versuch ich diese Woche mal einen Zimmermann zu organisieren der mir das evtl macht und wenn nicht muss ich selbst ran :)
Lg Sascha



Geht schon



Ich habe meine Wand teilweise bis zu 10 cm mit Lehm egalisiert. Das geht gut, dauert aber mehrere Monate, da in Schichten aufgebaut wird, die auch durchtrocknen müssen.

Bei mehreren Lagen HWP käme man in dem Fall auf eine Isolationsschicht über 10 cm, von der immer abgeraten wird. Bei dir ist aber das Fachwerk von außen geschlossen, also keine Belastung von außen. Da rentiert sich u.U eine Berechnung.



Innendämmung



Wenn der Querbalken nur unter dem Fenster verrottet ist könnte dieser evt nur durch Ziegel ersetzt werden, den senkrechten besser durch einen neuen Holzbalken.

Stampfleichtlehm bringt neben dem relativ schlechten Wärmeschutz zuviel Feuchtigkeit in die Konstruktion.

Der senkkrechte Ausgleich der Wandschräge ist wohl einfacher in Trockenbauweise zu erreichen mit einem Decken- und einem Bodenprofil und dazwischen senkrechten Ständern.

Bei den Ständern mit Folie Gefache herstellen und mit Zellulose ausblasen, nachdem davor eine Wandverkleidung mit Gipsfaser- oder Lehmbauplatten oder auch Dreischichtplatten hergestellt wurde.

Wenn die Wand nicht im Dauerschatten liegt unter die Verkleidung eine feuchtevariable Dampfbremse Verlegen und gut an die umgebenden Flächen anschließen, ebenso alle Durchdringungen gut abdichten.

Wie soll geheizt werden?
Heizkörper benötigen einen entsprechenden stabilen Unterbau.
Solche mit nur einer Platte haben einen größeren Strahlungsanteil, müssen aber viel größer sein, um dieselbe Wärmeabgabe zu haben wie normale Konvektoren.
Oder soll keine Wandheizung installiert werden?

Andreas Teich





Die Wand schief lassen. Man kann etwas mit Putz ausgleichen und zusätzlich noch mit unterschiedlichen Dämmstärken arbeiten z.B. 4 ud 6cm . Dadurch lassen sich gut 4-5cm ausgleichen ohne monatelange Trockenzeiten. Ansonsten schief belassen. Ein FWH auf Neubaustandard trimmen zu wollen ist meist ein sinnloses Unterfangen und verkrampft auch oft den Charme des Hauses aber das ist Geschmacksache.
Spannender ist, warum steht die Wand schief, liegt evt. ein verdeckter Schaden vor? Die Hwf werden mit Lehm auf die Wand geklebt und ggfs. zusätzlich verschrubt. Auf keinen Fall eine Schalung mit HWF bauenen und mit Lehm hinterfüllen . Die eingetragene Feuchte braucht dann ewig bis sie wieder aus dem Baukörper heraus ist. Schimmel und Fäulnis sind die Folge. Man putzt eine Ausgleichsschicht auf die Wand und begradigt damit. Wenn diese trocken ist, werden die Platten hohlraumfrei geklebt.

Alternativ geht auch gut das System "udi reco in" von Unger aus Dresden. Die Platten haben eine feste und eine weiche Seite und passen aich dem Untergrund etwas an.

Trockenbausystme, egal ob Zellulose oder Miwo sind billig, gehen schnell, haben aber eine großes Schadenspotential und sie versauen die Raumatmosphäre, d.h. die ausgleichenden Eigenschaften (insbonsere Geruchsabsorption und Feuchtepufferung) von hoch diffusionsfähigen und kapilaraktiven Baustoffen wird beseitigt. Solche Häuser sind oft miefig nach ein paar Jahren.

Gruß
Detlef



Innendämmung



Hallo Detlev
Gerade Zellulosedämmung ist aber höchst diffusionsfähig und kapillaraktiv.

Mineralwolle ist zwar auch sehr diffusionsfähig, aber überhaupt nicht kapillaraktiv- insofern nicht mit Zellulose oä vergleichbar.

Als Innenverkleidung kann natürlich eine Lehmbauplatten verwendet werden-
für die Feuchtepufferung und das Raumklima sind ohnehin ganz überwiegend nur die ersten mm, max 1-2 cm entscheidend.

Andreas Teich





Hallo,
Geheizt wird per Gastherme wo wieder ein heizkörper an diese wand kommt. Luftschächte eines heißluftofen gibts auch noch welcher auch noch mit genutzt werden soll.
Warum die wand schief ist.......mh......scheint auf jeden Fall schon mindestens die letzten 25jahre so zu sein, da da damals das letzte dort aufgeputzt wurde.....seitdem nix und risse in ecken/kanten/ flächen gabs keine.
die wand geht fortlaufend ins Wohnzimmer über wo sie aber doppelt so dick ist.....ist aber alles eine Schattenwand.
Wenn die wand nicht super gerade wird ist das egal, ist halt nen altbau. Will es nur etwas vermittelt bekommen.
Auf dem bild sieht man den raum etwas besser noch im ur zustand und in der ecke sieht man auch die die schief laufende Außenwand.
lg



Glaser-Verfahren



So ist das halt mit vereinfachten Rechenverfahren. Herr Plag erklärt das gut.

https://www.u-wert.net/innendammung-mit-holzfaserdammplatten-und-lehm-tauwasser/

https://www.u-wert.net/innendaemmung-von-fachwerk/





Habs mir mal durchgelesen. Na das ist ja aber doof wenn der rechner den besten Baustoff um fachwerk zu schützen so schlecht einbettet. Da kann man sich ja als laie noch nen schlechteres bild von der Materie machen.
Ich werde mich jetzt mal auf hwf platten erkundigen.
Vorgensweise:
1. Wand mit unterlehm "auffüllen" bzw glätten
2. 40mm hwf mit lehm verkleben (feuchtet man die platten an vor dem verkleben? , hwf nochmals festdübeln?)
3.veputzen der hwf mit lehm (wie dick?) und gewebe einarbeiten
4.lehmfeinputz aufbringen

Die wand ist ca 11qm groß, wenn ich die wand jetzt glatt ziehe und die platten verklebe bzw dann auch noch verputze, wieviel lehm Material werde ich da ca verbrauchen? Mir gehts darum, die einzelsäcke sind sehr teuer im bezug auf einen bigbag.
lg



Menge



lässt sich abschätzen wenn man weiß wie viel Material zum Ausgleichen gebraucht wird. Ich habe mir Bigpacks erdfeucht gekauft und sowohl Unterputz als auch Oberputz grob genommen. Pro Schicht wird es wohl 1 cm Mindestdicke sein. Aber bei 11qm wird bei der Rechnung immer noch kein Bigpack gebraucht. Man muss ja nur so viele Säcke kaufen wie man verbraucht, evtl. Rückgabe vereinbaren.

3 cm Unterputz inklusive Ausgleich auf Wand ca. 0,33 m3
1 cm Unterputz auf HWP ca. 0,11 m3
1 Kubikmeter trocken ist etwa eine Tonne also leicht umzurechnen.

Ich habe mich an die Anleitung gehalten und Pavadentro verwendet und diese mit je 2 Dübeln befestigt. Der Aufwand ist nicht so hoch. Die Platten muss man zum verkleben nicht anfeuchten, der Kleber hält auch so ziemlich gut. Für den Putz habe ich dann angefeuchtet, da sonst der Putz trocken ist bevor man eine Chance hat das Armierungsgewebe einzubetten. Unterputz wird etwa 1 cm aufgezogen, wobei es praktisch ist jeweils nur eine Bahnbreite zu Verarbeiten und dann sofort die schon zugeschnittene Armierung mit der Traufel einzuarbeiten. Schichten immer schön durchtrocknen lassen.





´Hi
wir haben nur Sackware verwendet und damit Stück um Stück das ganze Haus bearbeitet. Da konnten wir immer die gerade benötigte Menge bestellen und hatten sie meist innerhalb einer Woche auf der Baustelle.
Bei uns waren sie bei 2 Baumärken bestellbar: Schau mal nach "baumit Lehmputz". Der ist preiswert und ließ sich auch gut verarbeiten. Als ganz feinen Oberputz hatten wir dann den Lehmputz von Weber, da ich auch den bei meinem Baustoffhändler um die Ecke bestellen konnte.
Einen Big Bag hätten wir auf unserer Baustelle kaum so gut stellen können - uns kam auch noch ein Winter dazwischen, da wäre dann die Lagerung noch komplizierter geworden.